Ablger entwickelt sich seltsam

  • Hallo,
    ich habe am 10.4 einen Ableger mit einer Brutwabe (Aumeier) erstellt. Nachdem anfänglich alles normal lief, gab es eine stille Umweiselung, die ich am 10.5. entdeckte. Die neue Königin ging aber nicht richtig in Brutlage, so das nur das kurze Brutintermezzo der ersten Königin zu auslaufender Brut führte. Jetzt habe ich am 12.6 nochmal ins Volk geschaut. Das Brutfeld sieht nach Buckelbrut oder auslaufender Drohnenbrut aus. Es gibt einige einzelne Stifte (nur einzelne in einer Zelle), die aber alle am Zellrand liegen und einige noch nicht verdeckelte Maden. Eine goße verdeckelte Weiselzelle ist vorhanden und eine sehr kleine Königin läuft seit einem Monat über die Waben und hat 2 Stifte am Hinterlein kleben. Für mich sieht das nach einer spät begatteten, jedoch defekten Königin aus, mit einer sehr geringen Legeleistung.
    Königin abdrücken und auf die Weiselzelle setzen?
    Was meint Ihr?

    Dann müßte ich aber den Ableger verstärken.
    VG
    Rheinimker

  • Gibt es denn schon verdeckelte Brut, die deine Annahmen belegen könnte?

    Sonst warte noch mindestens so lange.

    Du könntest auch mal einen der momentan reichlichen, parallel laufenden Fälle lesen, die sehr ähnlich laufen und auch schon ausgibig beantwortet wurden.

  • Vor dem Abfegen aber die Königin abdrücken! Steck sie mit einem kurzen Anschreiben in einen Briefumschlag und schick sie Frau Aumeier.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich habs noch mal gelesen. Da ist ein grober Fehler in der Beschreibung der Situation.

    Abfegen zum jetzigen Zeitpunkt ist wohl das beste.

    Vor dem Abfegen aber die Königin abdrücken!

    Weil sie sonst eine kleine Schar außerhalb der Beuten um sich sammeln wird, oder warum? In ein intaktes Volk wird sie wohl eher nicht reinkommen. Zumindest nicht lange überleben.

  • Vor dem Abfegen aber die Königin abdrücken!

    Weil sie sonst eine kleine Schar außerhalb der Beuten um sich sammeln wird, oder warum? In ein intaktes Volk wird sie wohl eher nicht reinkommen. Zumindest nicht lange überleben.

    Weil sonst ggf. alle Bienen sterben. Die müssen sich weisellos fühlen und einbetteln. Wenn eine 'Königin' dabei ist, gibt's ggf. Mord & Totschlag.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Dies ist eine typische Geschichte, was aus einem Einwabenableger werden kann. Klappt bisweilen, aber die hier geschilderte Entwicklung ist eher typisch. Keine Bienenmasse zur vollständigen Betreuung von WZ, es schüpft etwas, was stiftet, wird umgeweiselt und am Ende gibt's Drohnenbrut und Abfegen des verbliebenen kümmerlichen Häufleins. Abgesehen von der investierten Zeit und Arbeit, die Bienen müssen es ausbaden...


    Dabei lassen sich mit simplen Mitteln ordentliche Kö's ziehen oder man kauft etwas Brauchbares beim Züchter.


    Nie am falschen Ende sparen !

  • Dies ist eine typische Geschichte, was aus einem Einwabenableger werden kann.

    Habt Ihr Euch das Video von Pia A. auf YT einmal genau angesehen? Da erwähnt sie ja alles, Was ist alles?


    Hier die Daten aus dem Video:

    • Sie macht von jedem Wirtschaftsvolk zwischen 3 und 5 solche Ableger.
    • Jeder Ableger kommt auf einen anderen Stand, als dem des WV aus dem er ist, mindestens 3km weg...
    • Die, die nichts werden, werden mit anderen vereinigt
    • Am Ende der Saison hat sie für jedes WV einen Ableger mit neuer Königin zum umweiseln/vereinigen
    • Wenn Sie Glück hat, dann hat sie auch überzählige Ableger zum Verkaufen


    Nun, das heißt für mich:

    • Es werden keine Flugbienen abgehen, da ausserhalb des Flugkreises aufgestellt, und das ist eminent wichtig! Ansonsten funktioniert die kleine Bienenmasse gar nicht!
    • Es werden bis zu 2-4 Ableger pro WV nichts... ;-(


    Sorry, ich habe mich schon lange zurückgehalten, jetzt musste dieser Kommentar einmal sein. Wer will bei diesen Daten noch so arbeiten - ich nicht?

  • Ja, dolles System. Und die Ableger, die was werden, haben zähe, aber schlecht aufgezogene Königinnen, was dann im nächsten Jahr hier Thema wird....wollen nicht in den HR!.....usw. - warum sollte man einen schwarmträgen Volk mitten in der Tracht vier oder fünf Waben wegnehmen!? Die sollen Honig holen! Alles völlig Banane. Aber populär.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Es werden bis zu 2-4 Ableger pro WV nichts...

    Dann kann man die Waben doch gleich in die anderen Ableger stecken, dann wirds vielleicht was Gscheids. Ich hab doch mehr von einem guten Ableger als von drei schlechten!?


    Und wieso mit jedem Wirtschaftsvolk? Ich dachte, Imker wollen Honig, also, die meisten, die davon leben? Ich mein, er bappt zwar schon furchtbar und es muss ja nicht viel sein, aber a bisserl was hat ja schon an gewissen Charme. Ich sehe nicht, warum man alle Wirtschaftsvölker unnötig schröpfen sollte, einfach so?

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • ein bis drei Völker

    Also ein Volk ist schon mal kein Volk. Muss nicht sein, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch gegeben. Ab zwei Völkern kann man denke ich schon einen vernünftigen Ableger machen. Also immer noch kein Grund für Einwaben-Ableger. Ist ja von der Theorie her bestechend, wenn man schnell viele Völker haben will, aber wenn man Bienen zum Spaß und für ein bisschen Honig haben will, fallen mir x bessere Sachen ein als Einwabenableger, die nachschaffen müssen. Wir haben wirklich schon einige Fehler durch, aber Einwabenableger waren mir iirc schon immer suspekt.


    Und dann ist da noch die Sache mit dem Begriff "Imker". Vielleicht sollte ich mir angewöhnen, für die "richtigen" Imker (sowas wie Du) Tierwirt Fachrichtung Imkerei zu sagen oder so :) Ich selber sage zwar, Macht der Gewohnheit, schon auch Imker zu meinem Mann und mir, aber so richtig als Imkerin sehen, da gehen mir einfach noch ein paar tausend Stunden Erfahrung ab. Ein Imker lernt das in drei Jahren, aber der macht das Vollzeit (und lernt danach vermutlich auch immer noch dazu).

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)