Selbstauflösung eines Volkes?

  • Hallo, ich imkere seit einigen Jahren mit drei Völkern (1 Ursprungsvolk vom Imkervater, 1 Ableger davon, 1 eingefangener Schwarm). Aus unterschiedlichen Gründen konnte ich dieses Jahr keine Schwarm verhindernde Maßnahmen durchführen und alle drei Völker sind geschwärmt. Das bis dahin stärkste Volk (der ehemalige Schwarm) hat - wenn ich das richtig mitbekommen habe - sogar drei Schwärme entlassen. Gestern nun habe ich die Honigräume (2 Stück /10er Dadant) bei diesem Volk abgenommen um mal in den Brutraum reinzuschauen. Nicht nur, dass der Honigeintrag sehr gering ist (vermutlich in den Mägen der Schwärme), so ist das Volk insgesamt sehr schwach. Was mich aber verblüfft hat ist, dass ich keinerlei Brut entdecken konnte. Weder verdeckelt noch unverdeckelt, keine Larven (allerdings war das Licht schlecht gestern), nur recht aufgeregte Bienen. Ich gehe davon aus, dass das Volk weisellos ist, da seit dem letzten Schwarm ca. drei Wochen vergangen sind und ich möchte das Volk am liebsten auflösen, zumal die Waben fast alle ausgetauscht werden müssten und weil das Volk mir eh nicht besonders lieb war: Hat zwar viel Honig eingebracht, war aber stets sehr stechfreudig. Nun habe ich noch nie ein Volk aufgelöst und bin mir unsicher. Vielleicht ist ja in dem aufzulösendem Volk schon ein Drohnenmütterchen unterwegs, welches ich aus Unwissenheit auf eine meiner gut funktionierenden Königinnen loslassen würde? Wie würdet Ihr in dieser Situation vorgehen?

    Vielen Dank für Eure Vorschläge!

    Peter

  • Aus unterschiedlichen Gründen konnte ich dieses Jahr keine Schwarm verhindernde Maßnahmen durchführen und alle drei Völker sind geschwärmt. (...) Wie würdet Ihr in dieser Situation vorgehen? Vielen Dank für Eure Vorschläge!

    Verkauf die verbliebenen Bienen, und fang wieder an mit der Imkerei, wenn es wieder paßt. Oder, wenn es nicht mehr paßt, such Dir ein anderes Hobby. Völlig unböse gemeint. Wenn's nicht geht, geht's halt nicht.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo,


    Dein Volk hat sich vielleicht "totgeschwärmt".


    Da ich Dich nicht Begriffen wie Weiselprobe oder

    Fluglochbeobachtung belasten ...

    deshalb meine bitte:

    Peter, ... lass die Bienenhaltung sein, bis Du (wieder ?) Zeit und Licht hast !

    Gib die Bienen an Deinen "Imkervater" / in gute Hände ab ...

    Dann mach zunächst einen guten imkerlichen Gurndkurs,

    erst dann bittest Du wieder Bienen zu Dir !


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ihr wisst doch gar nicht, warum er nicht kontrollieren konnte. Das kann durchaus eine einmalige Situation gewesen sein. Ich würde noch ca. 2 Wochen warten bevor ich das Volk abfegte. Es kann durchaus noch sein, dass noch Arbeiterinnenbrut angelegt wird. Drei Wochen nach Schwarm ist es normal, das keine alte Brut mehr da ist, und es ist auch normal, dass eventuell noch keine neue da ist. Das wäre zwar möglich und nach 3 Wochen eigentlich auch die Regel, aber eben nicht immer.

  • Verkauf die verbliebenen Bienen, und fang wieder an mit der Imkerei, wenn es wieder paßt.

    ... Er macht's ja seit "einigen Jahren" und möchte es wohl beibehalten. Ob's sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.


    Ich würde das mehrfach abgeschwärmte Volk von seinem Platz entfernen - so 15 - 20 m weiter weg platzieren. Die beiden anderen Völker, wenn möglich auf den Platz dieses Volkes stellen, so dass ca. jeweils eine Hälfte der Fluglöcher dort stehen. Diese mit einem Fluglochkeil oder Schaumstoffstreifen einengen, so dass die beiden Öffnungen auf dem Platz des geschwärmten Volkes offen sind. Nun räuchert man die restlichen Bienen des in der o.g. Entfernung stehenden Restvolkes ordentlich ein und fegt sie von den Waben ab. Sie werden sich binnen 1 Stunde bei den beiden Völkern am alten Standplatz einbetteln. Die jew. Königinnen sind durch ihre Bienen geschützt.


    1 - 2 Std. nach der Aktion kann man den alten Zustand wieder herstellen - ist kein Hexenwerk.

  • Aus unterschiedlichen Gründen konnte ich dieses Jahr keine Schwarm verhindernde Maßnahmen durchführen und alle drei Völker sind geschwärmt. (...) Wie würdet Ihr in dieser Situation vorgehen? Vielen Dank für Eure Vorschläge!

    Verkauf die verbliebenen Bienen, und fang wieder an mit der Imkerei, wenn es wieder paßt. Oder, wenn es nicht mehr paßt, such Dir ein anderes Hobby. Völlig unböse gemeint. Wenn's nicht geht, geht's halt nicht.

    Guten Abend zusammen.


    Aus meiner Sicht, ist dies wohl eher eine "Fragwürdige" Antwort auf den Beitrag des Fragestellers. Es steht nichts darüber, ob diese Schwärme nun auch eingefangen wurden, oder nicht. Nur wenn diese Schwärme nicht eingefangen wurden, könnte eine Frage über eine "Obhutsverletzung" vorliegen, und diese Bienenhaltung als solche in Frage gestellt werden.....


    Und für all diejenigen, welche mal in eine solche Sytuation kommen:


    Nach dem letzten Schwarmabgang, macht es Sinn, eine 30 Tage Regel anzuwenden. Diese 30 Tage, setzten sich zusammen aus;


    -20 Tage bis zur Legenot einer unbegatteten Königinn. (danach geht sie nicht mehr auf den Begattungsflug)

    - 5 Tage "Reife" nach der Begattung.

    - 5 Tage als Reserve für verspäteten Schlupf....usw.


    Nach 30 Tagen, muss in dem Rest/Muttervolk wieder Brut vorhanden sein.....Wenn nicht, dann mach alles warten keinen Sinn mehr, und das Volk kann aufgelöst werden. (egal ob eine Königinn vorhanden ist oder nicht)


    denkfisch . Das wie auflösen, hat Ralph (kleingartendrohn) schon erklärt.


    Lg Sulz.

  • Vielen Dank für Eure Postings - wenigstens für die, die mir versucht haben zu helfen und nicht in überheblicher Selbstüberschätzung ihrer Tausender von Postings die sie in diesem Forum getätigt haben mit der Moralkeule geschwungen haben. Es trifft zu, dass ich mich nicht so intensiv mit meinen Bienen beschäftige und auch nicht so viel imkerliches Know How habe wie viele andere hier, dennoch liebe ich meine Immen und in fünf Jahren ist mir bei vorhandenen drei Völkern lediglich eines verloren gegangen. Deshalb habe ich mich mit meiner Frage auch hierher gewandt und einige der Antworten haben mich wirklich wütend gemacht. Tatsächlich habe ich in den vergangenen Jahren die Schwärme, derer ich habhaft werden konnte eingefangen - ich werde aber auch künftig nicht mein Leben dabei riskieren. Übrigens kann ich meine Bienen nicht an meinen Imkervater abgeben, da dieser seine gut 20 Völker - vermutlich aufgrund einer psychischen Erkrankung - mit Insektenspray sämtlich getötet hat.

    Ich werde jetzt die Gelegenheit nutzen, die auszusortierenden Waben einzuschmelzen - sofern diese auch bei guter Sicht frei von Brut sind - die Beute mit einem Schied zu verkleinern und zu beobachten was passiert. Wenn das Volk nicht in die Pötte kommen sollte, werde ich es wie oben erläutert auflösen und mich auf die beiden dann noch vorhandenen Völkern konzentrieren. Im nächsten Jahr habe ich die Schwärmerei dann mit Hilfe eines Ablegers hoffentlich besser unter Kontrolle - es sein denn, ich gebe dieses Hobby, den mehr ist es für mich nicht, nicht auf weil ich jetzt die Lust verloren habe. Eine Frage habe ich dazu noch, weil ich mir diese schon des öfteren gestellt habe: Wieso ist es so ein "no Go" das natürliche Verhalten der Bienen zuzulassen? Doch wohl nicht, weil Sie dann an der durch den Menschen verursachten Varroa-Epedemie sterben wie unzählige andere Völker auch oder weil sie keinen Unterschlupf finden, weil die Menschen alles zerstören? Wenn es um den Honigertrag geht klar, schön blöd das nicht zu verhindern, aber sonst?

    So, das musste ich jetzt mal loswerden...

    Viele Grüße

    Peter

  • Wieso ist es so ein "no Go" das natürliche Verhalten der Bienen zuzulassen?

    Da gibt es auch reichlich Informationen zu in diesem Forum.

    Nach der Ansage kann ich jeden verstehen, der das jetzt nicht noch einmal wiederholen möchte.

    Zweifellos ist die Haltung von Tieren mit Verpflichtungen verbunden. Darauf hinzuweisen ist nicht "die Moralkeule schwingen". Der Fragesteller warst du. Du wolltest Hilfe.

    Du hast einen langen Text geschrieben, der es uns überhaupt nicht erleichtert bei deinem Problem zu helfen oder hilfreiche Ratschläge zu geben.

    Ich gehe davon aus, dass die Schwärme nicht gefangen wurden. Unter anderem weil du nach wie vor von der Völkerzahl 3 schreibst. Außerdem ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass du keine Zeit zum Nachsehen hast, aber fürs Schwärme fangen schon. Daraus lässt sich ableiten, dass jemand anderes sich darum kümmern muss. Ist das eine verantwortungsvolle Einstellung? Wird schon irgendwer aus dem Schornstein pflücken, oder vor der Kindergartentür entfernen.


    Die Rechnung von Schillbee stimmt leider nicht. Zum einen hatte ich letztes Jahr zwei Beispiele, bei denen ich 7 Wochen nach Ablegererstellung erst die ersten Stifte gefunden habe. Ableger ist nicht gleich Schwarm, aber man muss auch nur 3 Tage mehr dabei rechen. Bleiben immer noch 6,5 oder wenn es schlecht läuft 6 Wochen. Außerdem hat er die 8 Tage vergessen, die die Königin in der verdeckelten Zelle verbringt.

    Ich kann nur noch einmal wiederholen, noch ca. 2 Wochen zu warten, bevor du abfegst/auflöst.

  • FAULBRUT.

    Da gehen wohl die Argumente aus............In einem anderen Thema, da waren es noch die Milbenschleudern.....Ich lach mich krumm.


    denkfisch .


    Lasse dich nicht von solchen Dingen von deinem Hobby abhalten.


    ABER:

    Mit der Haltung von Bienen, hast du auch eine Obhutspflicht, welcher du auch nachkommen solltest.


    Für weitere Fragen, kannst du dich auch weiterhin an das Forum wenden. Bedenke nur dabei, dass es halt auch "Platzhirsche" gibt.


    Die Entscheidung, ob du weiterhin dein Hobby der Bienenhaltung widmen möchtest, sollte nicht von den "Anderen" in Abhängigkeit gebracht werden.


    Lg Sulz.

  • Da gehen wohl die Argumente aus............In einem anderen Thema, da waren es noch die Milbenschleudern.....Ich lach mich krumm.

    Deine Verharmlosung dieser Problematik ist ebenso verantwortungslos.

    Mit Platzhirsch hat das grad mal garnichts zu tun.

  • Da gehen wohl die Argumente aus............In einem anderen Thema, da waren es noch die Milbenschleudern.....Ich lach mich krumm.

    Deine Verharmlosung dieser Problematik ist ebenso verantwortungslos.

    Mit Platzhirsch hat das grad mal garnichts zu tun.

    Ich denke, dass ich schon viel zulange mit dieser "Problematik" in direkter Weise damit zu tun habe, und diese nun auch beurteilen kann.


    Als "verantwortungslos", würde ich eher gewisse Beiträge der "Platzhirsche" in dieser Verbindung bezeichnen.........Ich denke, dass dies keine weitere Diskussion, benötigt.........Fragen, dürfen aber immer gestellt werden.


    Lg Sulz.

  • Eine Frage habe ich dazu noch, weil ich mir diese schon des öfteren gestellt habe: Wieso ist es so ein "no Go" das natürliche Verhalten der Bienen zuzulassen? Doch wohl nicht, weil Sie dann an der durch den Menschen verursachten Varroa-Epedemie sterben wie unzählige andere Völker auch oder weil sie keinen Unterschlupf finden, weil die Menschen alles zerstören? Wenn es um den Honigertrag geht klar, schön blöd das nicht zu verhindern, aber sonst?

    So, das musste ich jetzt mal loswerden...

    Viele Grüße

    Peter

    Es gibt hier die Antwort - man müsste sie suchen....


    Wesentlich bei nicht gefangenen Schwärmen ist deren Risiko, an der Varroamilbe zu verenden. Diese wurde nicht durch den Menschen gemacht, bestenfalls verbreitet - unabänderlich in einer globalisierten Welt. Diese Völker betreut halt keiner und spätestens im Folgejahr sind sie hin. Schwarmfang gehört zur Bienenhaltung; es ist aktiver Schutz für die (modernen) Immen.


    In einer aktiven Schwarmimkerei sorgt man für die Bergung der Schwärme - kann aufwändig werden...


    Unterschlupf dagegen finden die Schwärme meist schon - in Mauerwerk bis hin zu Autowracks; das ist eher ein geringes Problem.