Umzug Zander in Zander

  • Liebe Imker Kollegen,


    ich bin dieses Jahr mit drei Wirtschaftsvölkern in die Imkerei eingestiegen. Ich hatte mir 3 normale Liebig Zanderbeuten gekauft und arbeite mit einem Brutraum. Da die Kisten jetzt schon ziemlich voll werden, würde ich gern auf 1,5 Brutzargen umstellen. Hatte mir letztens ein Video von Jürgen Binder zum angepassten Brutraum angeschaut und finde die Idee mit der Großraum Beute und den ISO Trennschieden ganz gut. Man hat am Ende höchstens sieben besetzte Rähmchen und die Kiste wird im Allgemeinen nicht so voll. Meiner Meinung nach kann man da bienenschonender arbeiten. Auf Dadant wollte ich nicht erst umstellen, da ich die drei Beuten schon da habe und die Normalzargen ja auch als Honig Raum verwenden kann.
    1. Was haltet ihr grundsätzlich davon? Könnt ihr mir eure Erfahrungen schildern?

    2. Wie ziehe ich die Damen denn am besten um? Nächstes Jahr bekomme ich noch mal zwei bis drei Völker. Funktioniert da der Umzug auch direkt auf die große Zarge bis Mitte April oder muss ich auf den Sommer und die Brutentnahme warten und Kunstschwärme bilden? Habt ihr noch andere Ideen? Ist Aufsetzen eine Variante?


    Danke und Gruß Jens

  • Die Bienenmasse ist beim (richtig geführten) angepassten Brutraum keineswegs kleiner, nur ist das Brutnest eher hochoval statt breitoval (wie bei Zander) geformt. Raum geben kannst und solltest Du mit den aufgesetzten Honigräumen. Da sollen die Jungbienen bauen (MW oder Anfangsstreifen), da soll der Nektar umgearbeitet und getrocknet werden, da spielt die Musik. Dort werden Anfängerfehler auch leichter von den Bienen ausgebügelt als im Brutraum. Finde Dich erst einmal in Deine begonnene Betriebsweise hinein, bevor Du eine neue beginnst.

  • Ich glaube , ich habe mich falsch ausgedrückt. Um was ist mir ging , ist die wöchentliche Kontrolle und das Zehen der Wabe. Wenn ich die Bienen auf weniger Waben halten kann , kann ich die äußeren Schieds nach außen schieben und die Waben besser ziehen. Das kann ich nicht machen mit einer normalen Zander Zarge , wenn 8 Waben + DW besetzt sind.

  • Könntest Du schon, Immenfreund Jens . Ich arbeite teilweise an Zander-Kisten mit total acht Waben im Brutraum. Ich würde den Bienen schon zehn Waben gönnen, aber dann wird das Ziehen der ersten zwei Waben immer ein bisschen zur Tortur. Deshalb acht Waben plus Schied. ASG weg, Schied raus und dann nur noch Rähmchen schieben. :) Acht Waben Zander sind rund 50k Zellen. Eine gute Königin bestiftet im Schnitt 2000 Zellen pro Tag, Entwicklungszeit 21 Tage, ergo reichen 42k Zellen aus. Rechnerisch. Sieben Waben Zander fände ich arg knapp, aber acht funktioniert echt gut. Bei mir. Hier. ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • voll ist relativ- sind 1 BR + 3-4 HR- Zargen voll Bienen? Alle 10 Waben im Brutraum sind voll berütet? Alle Waben im HR voll und ohne Mühe als 4.Zarge hoch und runter gehoben?

    Besorg oder bau dir mindestens 3 (-6) Zander-Isoschiede;

    Angepaßter Brutraum ist auch mit DNM, Zander, LS praktizierbar- die Zellzahl zählt, was auch Jürgen Binder trotz aller Werbung für DD nicht bestreitet.

    Ich habe im Frühjahr auch bei DNM & LS auf 8 oder weniger Waben geschiedet.

    Man kann aus eigner Kraft jedes Jahr seine Völkerzahl mehr als verdoppeln, wenn man sie nicht davon schwärmen oder an Varroa oder Überfütterung sterben lässt.

  • Ich bin ein blutiger Anfänger, aber sehr zufrieden mit dem Großraum, u.a. auch aus den Gründen, die du genannt hast. Ich habe davor eine Weile lang bei DNM und Zander zugeguckt und empfand das schon als mehr Arbeit. Da gab es dann auch noch Hoffmann-Seiten-Rähmchen, so dass man nur am friemeln war die Rähmchen raus- und reinzubekommen.


    Meine Kisten mache ich auf, schiebe das Schied bei Seite und kann ganz entspannt nachgucken. Ich empfinde das Arbeiten auch als schneller, was den Bienen zu Gute kommt.


    Ich sehe das mit dem Umstieg auch anders. Warum noch mehr Material von der Sache kaufen, die du jetzt schon kritisch siehst? Das kostet alles Geld und Platz. Es gibt Vorteile, wenn Honig- und Brutraum ein gleiches Maß besitzen, aber das wiegt die Nachteile für mich nicht auf. Mit Blick auf Alter und Rücken könnte man auch über kleinere Maße als Honigraum nachdenken.


    Es gibt gute Bücher, die die Vorteile des Großraums darlegen. Die verschiedenen Betriebsweisen sind ja auch nicht so unterschiedlich wie das Fahren von Motorrad und Automobil. Den Bienen ist es egal, die Betriebsweise ist ja eher für den Imker wichtig.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Warum 8+1? Es passen doch zehn Waben in die Beute.

    Zehn Waben Zander geht ganz gut bei der Hohenheimer Beute. Zumal bei einem Brutraum fast keine fetten Honigkränze auf den Waben sind/sein sollten.

    Der Wunsch nach Arbeitsplatz in der Beute ist aber verständlich. Hohe Zanderwaben sind nicht ganz so gebräuchlich wie Dadant. Man muss bei der Materialbeschaffung etwas besser vorplanen. Die Arbeitsweise unterscheidet sich fast nicht.

    Egal was man umziehen will. Am besten und schnellsten geht das mit Kunstschwärmen.

    Alle anderen Versionen sind langwieriger und komplizierter, auch wenn sie möglich sind.

  • Hallo Jens,
    die Bienen machen von ganz allein aus Zander 1,0 eine Brutwabe in Zander 1,5 sobald du unten den Raum dafür lässt und sie den Platz brauchen. Die Frage ist eher, ob du das willst, was sie dann da bauen ;)


    Falls du ernsthaft umsteigen willst, kannst du ja zunächst probehalber die vorhandenen Zargen mit einem halben Raum auf die gewünschte Länge verlängern und immer längere Rähmchen einsetzen, wenn du die normalen entnehmen kannst, weil keine oder zumindest wenig Brut drauf ist. Nachdem du den Brutraum ja nicht mehr abheben musst, steht die halbe Zarge drunter ja ganz gut und wird von den Bienen sowieso bald mit verklebt sein. Dann kannst du später immer noch halbe Honigräume damit machen, wenn es dir doch nicht gefällt.
    Um die Zeit schafft man allerdings Raum für die Bienen besser oben als Honigraum. Da sind dann auch alle "überflüssigen" Bienen gerne oben. Es geht dann auch prima als Zander einzargig für den Bruttraum. Dann sind es zwar immer noch 10 in einer Zarge, aber dafür nur noch eine Zarge davon.

    Die Randwabe entnehmen, neben die Beute stellen und die anderen lockern, verschieben und dann durchsehen geht fast so gut wie bei Dadant/Zander1,5 und kostet dich jetzt weder Umzug noch neues Material.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hallo bei 3 Völkern gäbe es für mich nur eine alternative, und die würde nicht Zander 1,5, Zander Jumbo oder DN 1,5 heißen......sondern Dadant heißen. Du machst TBE. Setzt die alte Königin in die Dadantkiste. Die Brut läuft in den Zanderkisten aus, du behandelst die, entfernst die Königin und verstärkst damit die 3 Dadant Völker.

    Denk an Jürgen Binder: Weltweiter Standart

    Zanderbeuten wirst du mit Kusshand aus der Hand gerissen bekommen.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • kannst du mir kurz die Argumente schildern, die für Dadant sprechen?

    Hallo, die Rähmchen sind wesentlich besser zu händigen als die hohen 1,5 Sachen, ich kenne ja nur DN 1,5 aber Zander wird ähnlich sein. Ein Dadant Rähmchen ist eine stabile Sache

    Du hast voll das Exoten System, wo du auf wenige Händler angewiesen bist.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401