Frage für Doofe

  • Hallo,
    da hat mich doch jemand gefragt warum der Lagnese Honig immer so dünnflüssig ist(im gegensatz zum Imkerhonig). Da ich erst angefangen habe und noch keinen eigenen Honig geernetet habe, wusste ich nicht was ich antworten sollte. Im Archiv konnte ich auch nichts finden. Die Frage ist warscheinlich auch zu doof. Aber von meinem erlesenen Halbwissen, weiß ich, dass der Waldhonig dünnflüssig ist, aber der ist ja ganz dunkel. Wieso ist denn das so?

  • Hallo Anfänger,


    ich denke es liegt an der Nektarsorte, die in den Honigen der großen Abfüller zu finden sind.


    Die flüssigen Blütenhonig, Imkerhonige, Blütenauslese oder wie auch immer sie genannt werden. bestehen in der Regel aus Nektarien, welche nicht kandieren.


    Man müsste mal eine Pollenanalyse eines solchen Honigs sehen, um festzustellen, welche Nektarien das sind.


    Das große Anbieter diese Honige auf mechanischem Wege (rühren) und mit Wärme bis 40° Grad zu seiner Konsistenz verhelfen würde ich nicht ausschließen, ich rühre meinen Honig ja auch cremig. Ihnen stehen sicherlich andere technische Möglichkeiten zur Verfügung als jedem Imker.


    Die "Geschmacksmeister" in diesen Firmen werden wohl ähnlich verfahren wie die Kaffeeröster, um eine immer gleichbleibende Qualität und vor allem Geschmacksrichtung zusammen zu stellen.


    Gruss
    Dieter Luft

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo zusammen,
    nach meiner Information wird der Honig mit viel Druck durch kleine Düsen gepresst (200-300my), dadurch werden die Kristalle zerstört, was ein kristalisieren sehr lange herauszögert.


    Gruß Bobby78

  • Hallo
    Also mir wurde auch gesagt das er mit großen Druck durch Düsen oder sehr feine Siebe gedrückt wird und dabei die Masse übrig bleibt die man dann Flotte Biene nennt.


    mfg Beekeeperjörg

  • Hallo Klanes, :-?


    wenn Du das Etikett von z.B. Langnesehonig ließt, erfährst Du etwas über die Herkunft des Honigs. Da diese Honige meistens aus Übersee kommen und lange Transportwege hinter sich haben, stellt sich die Frage, kann Honig diesen "langen" Weg unbehandelt überstehen? :o
    Desweiteren werden in Übersee und das ist bekannt, die Bienenvölker provilaktisch mit Antibiotika gegen Erkrankungen bzw. Seuchen behandelt. In wie weit kann sich Antibiotika und div. Honig"behandlungs"-methoden, auf die Konsistenz des Honigs auswirken?
    Also ich habe, seit dem ich um Behandlung des Überseehonig und die dortigen Bienenvölker weiß, ein Problem mit Honigen aus Übersee.
     :evil:

  • Hallo, Gast,
    das war eigentlich vor zig Jahren der Grund, sich eigene Bienen zuzulegen :lol: 
    Da weiß ich, was drin ist oder besser gesagt, was ich alles nicht drin habe(abgesehen von den Spritzmitteln der Nachbarn), und deswegen habe ich auch eigene Schweinchen und Geflügel.


    Und ich weiß genau, was ich mit dem geernteten Honig mache: nämlich nix außer Rühren und Abfüllen. :D

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne
    Also ich esse auch meinen Honig!!! :o :D 
    Gruß Guido

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo KLanes,


    erstmal freue ich mich, das jemand zu seinem Anfängerwissen steht. Immerhin können 10 Unwissende mehr Fragen stellen, als 1 Kluger beantworten kann. Aber Spass beiseite.
    Die Kandierung eines Honigs ist von mehreren Faktoren abhängig. Wie schon beantwortet wurde, liegt dies zum Teil an der Honigsorte (Nektarsorte und Pflanzenzuckerzusammensetztung). In der Regel kandieren Honige, die einen sehr hohen Traubenzuckeranteil haben schneller. Ein gutes Beispiel ist Rapshonig, der schon nach wenigen Tagen fest werden kann. Aber es gibt auch Beispiele wie den hellen Akazien-Blütenhonig, der sehr lange flüssig bleibt. Große Honigabfüller und Vermarkter brauchen eine gleichbleibende Qualität, die mitunter besser sein kann als Honige aus Deutschland und errreichen dies durch ständige Kontrollen der Fermentaktivitäten (Invertase, Diastase, Glukoseoxidase), der Hydroximethylfurfural-Entwicklung, Sorten-Mischungen und Filterungen.
    Damit ein Honig erstmal kandieren kann, brauchen die ersten Kristalle eine Möglichkeit, sich festzusetzen um weitere Kristalle zu bilden. Dies tun sie zum einen am Boden und am Rand des Honiggefäßes, aber sie setzen sich auch gern an Verunreinigungen (Bienenhaare) oder Pollenkörner fest. Wird ein Honig gefiltert, brauchen die ersten Kristalle länger um zu wachsen und zur Vermehrung, wobei zudem der Wassergehalt, die Lagertemperatur und die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle spielen.


    Auf der anderen Seite bleibt zu untersuchen, wie groß der Honigabsatz in den Kaufhäusern ist, d.h. dass er mitunter auch schnell verkauft wird und daher den Eindruck macht, dass er "immer" flüssig bleibt, weil neue Lieferungen nachkommen. Immerhin sind wir Mitteleuropäer führend im Honigverzehr (1,4 kg pro Person und Jahr). Vergleichende Zahlen z.B. aus Skandinavien zeigen einen Verbrauch von etwa 300 gr. per Person und Jahr.