Probleme spitzen sich langsam zu. Leider !

  • Gleich vorab: Ich habe nichts gegen Bienen, sondern sehe sie als absolut sinnvoll an.

    Leider habe ich mittlerweile das Gefühl, dass Imker meinen, alles Recht auf ihrer Seite. Alles andere interessiert nicht.

    Ich versuche mal das Problem so neutral wie möglich zu schildern:

    Nachbar hat direkt an der Grundstücksgrenze in einem reinen Wohngebiet (98% Einfamilienhäuser mit Gärten, Stadtrand) seine Bienen stehen.

    Anfangs war das ein wirklich unwesentliches Problem. Im Laufe der Zeit wurden die Völker deutlich gesteigert und wurden dadurch

    natürlich mehr und mehr zu einem Problem.

    Der Öffnung der Fluglöcher ist zwar parallel zum Grundstück ausgerichtet. Allerdings sind die Bienenkästen so platziert, dass ringsherum

    diverse Hindernisse die Bienen auf das Nachbargrundstück lenken.

    Mal abgesehen davon, dass es Lärm macht, einige Verunreinigungen vorhanden sind usw., wird leider ein Teil des Gartens, insbesondere

    der Teich regelrecht von Nachbars Bienen belagert. Mit Letzterem ist mittlerweile eher schwer umzugehen.

    Der gute Imker meint, er könne die Bienen nicht umsetzen. Das ginge nicht, sie würden sterben.

    Er hätte diesen Platz sorgfältig gewählt und der hat sich als bester Platz erwiesen.

    Ich sehe es etwas anders. Das Grundstück bietet zum Ende hin optimalen Platz, ein ungestörter, freier Abflug ist auch gewährleistet.


    Ich finde es sehr schade, dass durch solche Imker, ein gewisser Verruf zur Bienenhaltung entsteht. Ich vertrete eher die Meinung, etwas

    Rücksicht, etwas Umsicht und ein wohlwollendes Miteinander.

    Mit dem ein oder anderen Imker, den ich privat kenne, habe ich das Problem mal geschildert. Ein Verständnis war mehr als gegeben, denn

    die Situation ist alles andere als erfreulich. Ich möchte eine Klage vermeiden, habe aber noch nicht die Einsicht des Nachbarn erkennen können.

    Habt Ihr Ratschläge?

    Wie gesagt, es geht mir nicht um die Abschaffung der Bienen, sondern um geeignete Maßnahmen, die die Situation mildern.


    Danke

    Jonas

  • Grüß Dich Jonas,

    Ich versuche mal das Problem so neutral wie möglich zu schildern:

    Etwas konkreter wäre noch hilfreich.

    Im Laufe der Zeit wurden die Völker deutlich gesteigert und wurden dadurch

    natürlich mehr und mehr zu einem Problem.

    a) Von wie viel Völkern auf wie viel Völker wurde gesteigert?

    b) Wie äußerst sich das Problem?


    Der Öffnung der Fluglöcher ist zwar parallel zum Grundstück ausgerichtet. Allerdings sind die Bienenkästen so platziert, dass ringsherum

    diverse Hindernisse die Bienen auf das Nachbargrundstück lenken.

    Hier fände ich einen Lageplan interessant. Mir geht gerade die Vorstellung ab, wie das alles zueinander in Beziehung steht.

    Mal abgesehen davon, dass es Lärm macht,

    Das verstehe ich gar nicht. Was für einen Lärm sollen denn Bienen machen? Ich habe es noch nicht gemessen; schätzen tu ich das Summen der Bienen auf irgend etwas zwischen 45 und 50 dB anhand des Vergleichs mit Regen, eher weniger.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Hallo Jonas,


    hmmm, es ist nicht schön, dass Ihr im Streit seit. Aber es gibt einige Faktoren die du bedenken mußt, sollst.


    1. Ein Umsetzen im Sommer auf kurze Distanz ist wirklich etwas schwierig, da die Bienen sich auf den Platz eingeflogen haben. Würden die Beuten nun auf 50 Meter versetzt, würden die Flugbienen nicht mehr nach Hause finden und im schlimmsten Fall verenden. Weiterhin würden die Völker geschwächt, also aus Sicht des Imkers suboptimal.


    2. Die Illusion das dein Teich durchs verstellen ans andere Ende des Grundstücks nicht mehr belagert wird, muss ich Dir nehmen. Auch wenn die Bienen 30-40 Meter weggestellt werden würden, bringt nichts, die Bienen werden weiterhin den Teich als Wasser- respektive Trinkquelle nutzen. Im Sommer beträgt der Flugkreis locker +- 2 km, es kann durchaus sein, dass auch andere Bienen den Teich nutzen. Klar kann das Gesumme mal laut sein und "nerven" aber stechen tun die Bienen bei weitem nicht. Unser Teich wird auch von einigen Nachbarimkersbienen mitgenutzt und obwohl unser Vater Allergiker ist, wurde er von den Teichbienen noch nie gestochen, geschweige den angegriffen. Der Nachbarsteich wird komischerweise gemieden von den Bienen.


    3.Rede vernünftig mit dem Imker und schildere ihm deine Problematik vernünftig. Entwickelt gemeinsam eine Strategie. Wenn das nicht helfen sollte und er auf sturr stellt, wende dich freundlich an den örtlichen Imkerverein, vlt.können die ein Gespräch suchen und vermitteln.


    4. Entfernen kannst du die Bienen schwerlich, da Bienenhaltung auch in Wohngebieten zulässig ist. Es gibt da schon etliche Urteile zu. Das beste ist immer Punkt 3 - also das Gespräch suchen und einen gemeinsamen nenner finden.


    LG

  • Direkt an der Grenze ist unverschämt. Nachbarn unangemessen belästigen finde ich auch nicht ok. Umstellen wäre jederzeit möglich. Das mit dem Sterben ist absoluter Blödsinn. Das Summen ist nur für Imker kaum wahrnehmbar. Wenn richtig Trachtflug ist, macht das schon heftig Radau.
    Ich bin mal auf Deine Antwort bezüglich der Völkerzahl gespannt.


    Gruss

    Ulrich

  • Es fing alles mal mit 2 Völkern an. Dann wurde auf mittlerweile 14 Völker gesteigert.


    Die Gärten sind, also reiner Garten so ca. 400 qm.


    Mich stört auch der Reinigungsflug nicht, auch das Summen nicht. Aber es nervt extrem, wenn man am Teich von ca. 3-500 Bienen umgeben ist. Ist für einen Laien schon etwas "belastend". Auch nahe der Grundstücksgrenze hat man mit einigen Bienen beim Rasenmähen zu kämpfen.


    Vielleicht hilft es Euch in der Einschätzung besser.

    Jonas

  • Es war ja auch Anfangs kein Problem mit dem Teich. Das ist ja erst verstärkt durch die Steigerung der Völker entstanden. Und die sind so platziert, dass die Entfernung zum Teich etwa 4 Meter beträgt.


    Jonas

  • Moin,


    14 Völker in so einem kleinen Garten ist ein völliges Desaster und aus meiner Sicht in einem Wohngebiet an einem Stand absolut überdimensioniert und unangemessen. Wenn ich mich recht entsinne, ist bei der Bewertung der Angemessenheit der Imkerei in solchen Wohnlagen die Faustformel ein Volk pro 100m² Grundstücksfläche üblich.


    Beste Grüße


    Peter

  • Moin Jonas,


    puh - das ist natürlich unangenehm, gerade wenn man nicht gerade fasziniert von dem Bienen ist und das Schauspiel am Teich als solches genießen kann.


    Leider ist es so wie meine Vorschreiber schon sagten - der Flugradius der Bienen ist 2-3 km- locker (!) und selbst wenn Sie weiter weg stehen würden - dein Teich ist als Wasserquelle äußerst attraktiv - für alle Insekten - nicht nur für die Bienen.


    14 Völker auf dem Nachbargrundstück ist natürlich eine Hausnummer die gerade auch von der Lautstärke einem Dauersummen gleich kommt - überdimensioniert bei 400 qm Garten ist das auf jeden Fall allemal.


    Ich befürchte aber, dass hier wirklich nur die sachliche Diskussion mit dem Nachbarn eine dauerhafte Lösung herbeiführen kann. Beiden Seiten sollte ja eigentlich an dauerhaftem Frieden gelegen sein.


    Es muss doch möglich sein, die Völkeranzahl zu reduzieren (was übrigens aber nicht zwangsläufig die Anzahl der Bienen am Teich reduzieren wird - selbst ein Volk hat tausende Bienen).


    Eventuell kennst Du ja jemanden, der ein Grundstück hat, welches er stattdessen nutzen könnte - so als Angebot?


    Wenn Imkerei in Deiner Gegend als üblich angesehen wird ist auf jeden Fall (meiner Meinung nach) der Nachbar trotz allem auf der rechtlich sicheren Seite befürchte ich.

    Imkerei-Silberbiene

    Aus Freude an den Bienen / Honig aus Rotenburgs Gärten

  • 4. Entfernen kannst du die Bienen schwerlich, da Bienenhaltung auch in Wohngebieten zulässig ist. Es gibt da schon etliche Urteile zu. Das beste ist immer Punkt 3 - also das Gespräch suchen und einen gemeinsamen nenner finden.


    LG


    Das ist auch nicht wirklich gefordert.

    Ich möchte lediglich eine Einsicht erzielen, dass auch andere Menschen dort leben und eine gewöhnliche Nutzung eines Gartens möglich sein sollte.


    Ich könnte ja jeden Tag einen Grill an die Gartengrenze stellen, fettes Bauchfleisch drauf und dann den Nachbarn einräuchern.

    Macht man aber nicht, man nimmt auch auf Nachbarn normalerweise Rücksicht.

  • Wenn Imkerei in Deiner Gegend als üblich angesehen wird ist auf jeden Fall (meiner Meinung nach) der Nachbar trotz allem auf der rechtlich sicheren Seite befürchte ich.

    Imkerei ist ja mittlerweile überall erlaubt. Meistens auch nicht störend.


    Es kann aber nicht sein, dass ein Imker alle Rechte hat. Soll heißen, ich kaufe mir ein Grundstück, setze Bienen darauf und alles andere muss mich nicht interessieren. Weil ich Imker bin.

    Finde ich sehr einseitig betrachtet.

  • Hallo Jonas2233!


    Nachbar hat direkt an der Grundstücksgrenze in einem reinen Wohngebiet (98% Einfamilienhäuser mit Gärten, Stadtrand) seine Bienen stehen.

    Was bedeutet "direkt" konkret? Unmittelbar, d.h. bündig hinter Zaun / Hecke? Wie ist die Grundstücksgrenze gestaltet? Zaun, Hecke, Sichtschutzelemente, nix?


    Im Laufe der Zeit wurden die Völker deutlich gesteigert und wurden dadurch

    natürlich mehr und mehr zu einem Problem.

    Wie konkret gestaltet sich das Problem denn?

    Ist es "nur" die Bienenmenge am Teich oder was noch?

    In dem Zusammenhang: Was für ein Teich ist es? Ein Schwimmteich, ein Mini-Zier-Teich, ein großer Gartenteich?


    Der Öffnung der Fluglöcher ist zwar parallel zum Grundstück ausgerichtet. Allerdings sind die Bienenkästen so platziert, dass ringsherum

    diverse Hindernisse die Bienen auf das Nachbargrundstück lenken.

    Ich deute diesen deinen Satz so, dass die Beuten (Bienenkästen im Fachjargon) quasi in des Nachbars Luftraum fliegen sollten, da die Fluglöcher dort hin ausgerichtet sind, richtig?!

    Mittels welcher Hindernisse werden die Tiere da umgelenkt? Scheint dir diese Umlenkung bewusst so gestaltet zu sein?


    Mal abgesehen davon, dass es Lärm macht, einige Verunreinigungen vorhanden sind usw., wird leider ein Teil des Gartens, insbesondere

    der Teich regelrecht von Nachbars Bienen belagert.

    Lärm = Summen an den Völkern?

    Welche Form von Verunreinigungen? Der Reinigungsflug kann`s ja nicht sein, da du schreibst, dass dieser dich nicht stört.

    Was ist usw. konkret?

    Welcher Teil des Gartens ausser dem Teich wird in welcher Form belagert?


    Der gute Imker meint, er könne die Bienen nicht umsetzen. Das ginge nicht, sie würden sterben.

    In diesem Punkt bin ich voll bei meinen Vorschreibern: Das ist unrichtig. Ohne Wenn und Aber.


    Er hätte diesen Platz sorgfältig gewählt und der hat sich als bester Platz erwiesen.

    Sorgfältig gewählt unter welchen Gesichtspunkten? Erreichbarkeit der Beuten (auch per Sackkarre o. Ä.)? Ist es der Teil des Grundstückes mit dem besten Mikroklima? Ist es dort besonders windgeschützt?


    Habt Ihr Ratschläge?

    Ja. Bleib(t) ruhig und sachlich und formuliert für euch (!) eine klar definierte, aus eurer Sicht schwierige Situation und mögliche, aus eurer (!) Sicht gangbare Lösungsansätze. Damit könnt (!) ihr dann ein gezieltes, und dies ist m. E. elementar wichtig, Gespräch zum Nachbarn suchen.


    Wie gesagt, es geht mir nicht um die Abschaffung der Bienen, sondern um geeignete Maßnahmen, die die Situation mildern.

    Siehe oben.


    Die Gärten sind, also reiner Garten so ca. 400 qm.

    Ich habe mir gerade mal Vergleichsflächen aus meiner Lebenswirklichkeit angesehen: Das ist soooo klein gar nicht mal, je nach Schnitt.


    Das mit dem Teich wird durch ein Umstellen nicht gelöst werden.

    Absolut. So lange die Bienen dort stehen, und möglicherweise auch darüber hinaus (!), so lange werden Bienen am Teich trinken.


    Gruß

    Patrick


    P.S.:

    Habe gerade anhand der während meines Schriebes dazu gekommenen Informationen noch einmal nachgetüftelt: 14 Völker in einer Reihe (?) direkt am Nachbarsgrundstück ist in der Tat ... ambitioniert. :wink:

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Deinen Teich als Wasserquelle wirst Du den Bienen nicht ausreden können.

    14 Völker im Garten finde ich auch arg viel.


    Meine Nachbarn und ich haben auch Bienen im Garten. Wir haben ne mindestens 2m hohe Hecke und die Fluglöcher zeigen zur Hecke, das sorgt dafür, dass die Bienen aufsteigen und weg fliegen.

    Ich würde vermuten, dass die Bienen nicht wegen der Hindernisse, sondern wegen der Wasserquelle zu Dir aufs Grundstück kommen.


    Das Umstellen auf dem Grundstück ist so eine Sache, auf der einen Seite sind die Flugbienen auf ihren Stand eingeflogen, auf der anderen Seite wenn die Beute weg ist, finden die schon ne Beute, also werden die Bienen schon in irgendeinem Stock reinkommen.


    Ein Rechtsstreit unter Nachbarn ist -unabhängig von den Erfolgsaussichten- immer doof. Ich finde es gut, dass Du Alternativen anbietest, aber wenn der Nachbar nicht drauf eingeht, dann kannst Du kaum was machen.

  • 14 Völker im genannten Szenario halte ich auch für unangemessen. Insb. wenn diese direkt an der Grundstücksgrenze stehen. Ich meine mal was von fünf Völkern gehört zuhaben, die der Nachbar "dulden muss", aber das ist wohl auch abhängig vom Land/Kommune.


    Ich bin als Imker IMMER im Gespräch mit meinen Nachbarn. Im Wohnort habe ich nur ein Volk auf dem Grundstück, der Rest steht abseits. Und selbst da suche ich immer das Gespräch mit den Grundstücksnachbarn, da man oft nicht alles mitbekommt, wenn sich jemand über die Bienen aufregt oder sich nicht mehr ganz wohl fühlt (oder sogar mal gestochen wurde). Ich denke es ist wichtig, als Imker nicht darauf zu pochen, das jeder die Situation akzeptiert wg. Artenschutz etc. pp., obwohl sie ihm u.U. nicht geheuer ist. In den meißten Fällen gibt es doch immer Lösungen, und vor allem auch Situation, die man als Imker gar nicht realisiert, aber den Nachbar stören.


    Der Hinweis oben bzgl. Rasenmähen bspw. Ich mähe den Rasen des Nachbargrundstücks, wo unsere Hauptzahl Bienenstöcke stehen, weil ich gar nicht will, daß der Besitzer da einer Gefahr ausgesetzt wird oder "die Stimmung kippt".


    Ich kann nur empfehlen, mit einem anderen Imker, der die Situation und die Anzahl und Aufstellung der Völker einschätzen kann, zu sprechen, und evtl. mit ihm zusammen das Gespräch mit dem Nachbar zu suchen.


    Wenn dieser dann trotzdem seinen Weg weiter geht und nicht auf andere Rücksicht nimmt, dann geht die Sache halt andere Wege, so schade sowas ist.


    Imkern ist toll, aber niemand sollte sich dadurch unwohl fühlen. Und wenn dem Imker das egal ist...naja...