Volk teilen bzw, totale Brutentnahme

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    Zuerst einmal Hallo in die Runde!

    Ich heisse Sebastian und bin jetzt im 2. Jahr mit eigenen Bienen.

    Ich imkere mit 2 WV Carnica Sklenar (F1-RZK) auf Dadant US.

    Dabei sitzt ein Volk auf Mittelwandwaben und das ander auf Naturbau.


    Das Volk auf Mittelwänden hat sich prächtig entwickelt und die Honigernte ist trotz Naturbauwaben im HR, mehr als üppig :)


    Das Volk auf Naturbauwaben im BR will einfach schon seit aufsetzen des HR Mitte April nicht nach oben. Statt dessen tragen Sie lieber den Honig im Brutraum ein. WZ wurden in der kompletten Zeit nicht einmal angelegt

    Sie saßen anfänglich auf 5 Waben nach dem Auswintern. Vor 2 Wochen hatte ich dann nochmal ein Rähmchen mit AS gegeben. Nach einer Woche anstandslos ausgebaut und bestiftet.


    Ich erhoffe mir von dem Volk keinen Honigertrag mehr dieses Jahr und wäre das auch nicht weiter schlimm. Jetzt meine Überlegung.

    Ich würde gerne die Dame mit einem Großteil der Bienen auf eine Neue Beute als Kunstschwarm mit Anfangsstreifen einschlagen und am Stand um ca. 5m verstellen. Der Brutwabenableger könnte an der Stelle verbleiben. Flugbienen fliegen ja alle zurück zu der alten Beute. bleiben mir dann genügend im Kunstschwarm? Müsste ich diesen für 3 Tage in den Keller parken? Wie wäre da das beste vorgehen?


    Vielen Dank für eure Hilfe bzw. Unterstützung.

  • Wenn sie im Brutraum einlagern ist das nur natürlich. Sie haben zuviel Platz. An deiner Stelle würde ich wenn auf allen Waben im Br Brut ist eine davon über das Absperrgitter hängen und dort auslaufen lassen. Alle Waben auf denen nur Futter Honig Pollen was auch immer ohne Brut haben im Brutraum bei Dadant nichts zu suchen. Sie dürfen Auf den äußeren Brutwaben Honigkränze haben aber in der Mitte des Brutnestes muß die Brut bis oben an die Leiste gehen und sich im Honigraum durch leere Zellen fortsetzen. Zumindest bei den zwei mittleren Brutwaben. Ist das nicht der Fall haben Sie Zuviel Platz.

    Ach ja hochhängen geht natürlich wenn du zwei Dadant Hr aufsetzt.

    Schau dir mal das Video von Ernst Neuhauser zum angepassten Brutraum an das hier im Forum oder bei YouTube zu finden ist.

  • Das Völkchen hat sich in der gesamten Saison nicht über sechs Dadantwaben ohne Honigraum hinausentwickelt?

    Da stimmt entscheidendes nicht, auflösen oder umweiseln wäre angesagt.


    Unabhängig davon zur Frage der Völkerteilung:

    Schlag die alte Königin mit der Hälfte der Bienen auf Mittelwände am alten Standort ein, das ist dann ein weiselrichtiger Flugling. Der geht ab, fast so dynamisch wie ein Naturschwarm.

    Das alte Brutnest mit der anderen Hälfte der Bienen stellst du einige Meter weiter auf, als Brutling.

    Einfaches, schlichtes, bewährtes Verfahren.

    Wenn du es etwas komplizierter gestaltest, kannst du sogar noch über Fangwaben entmilben. Aber das kannst du auch erstmal weglassen.

  • Danke für eure erste Einschätzung und Ratschläge. Das Volk war ursprünglich ein Kunstschwarm. Den ich Mitte Juli 2019 auf Anfangsstreifen eingeschlagen habe. Die Königin ist von meinem Pate, der auch gleichzeitig Königinnenzüchter ist. Es handelt sich um eine 2019er Reinzuchtkönigin. Sie ist aus dem gleichen Stall wie die Königin meines 2. WV. Wie dem auch sei. Ich frage mich ob das späte einschlagen des Kunstschwarms auf AS, Mitte Juli, damit zu tun hatte und die Naturwabenbaustrucktur seinen Teil dazu beiträgt. Fakt ist das der Futterkranz nach oben min 5cm dick und in Richtung Beute Rückwand eher so gegen 10cm dick ist. Mir ist klar das sie desshalb auch nicht darüber hinaus gehen. Ich hatte sie ja lange auf 5 Rähmchen, wovon max. 50% der Fläche bebrütet war. durch zuhängen des 6. Rähmchens konnte ich den Brutumfang erweitern, was ja gegen die zu viel Platz Annahme spricht...


    Sobald das Wetter wieder ein bisschen besser ist werde ich wohl die Flugling/Brutling Methode umsetzen. Um diese Zeit sollten statt Mittelwänden ja auch AS gehen!?


    Könnte ich dem Brutling auch Nach 9 Tagen, Weiselzellen brechen und ausgewählten Zuchtstoff zuhängen um evt, falls es die Genetik ist, gegen zu steuern?

  • Mache es so, wie olle Flachzarge geschrieben hat. Auch wenn die Königin kein ordentliches Volk aufgebaut hat, kann die Nachschaffungskönigin im Brutling gut werden.
    Für den brutfreien Volksteil würde ich allerdings eine neue Königin kaufen.


    Gruss

    Ulrich

  • Viele Ausführungen empfehlen ja zur Erneuerung und Varroa-Bekämpfung eine TBE zum Trachtende bis spätestens 15. Juli und gleichzeitig verbunden mit dem Vorschlag, den Brutableger als neues Volk anzulegen.


    Wenn im Brutling jetzt aber Nachschaffungszellen aus jungen Larven gezogen werden, dauert es 2 Wochen bis zum Schlupf und nochmal knapp 2 Wochen bis zur Eilage.


    Wir hätten also einen Begattungsflug Anfang August. Sorge mich, ob das nicht zu spät sein könnte (je nach Wetter und Tracht könnte es ja schon Drohnenschlachten geben). Und ob ich deswegen vielleicht (weil ein zweiwöchiger Urlaub ansteht) die TBE schon in den Juni vorziehen soll.


    Wie sind eure Erfahrungen mit aus TBE Mitte Juli gebildeten Brutablegern?

  • Hallo Apfeltasche,


    mach die TBE, aber bitte aus den BW keine Brutableger mit Nachschaffungsköniginnen.

    Entweder hast du zu diesem Zeitpunkt Kö‘s in Eilage zur Verfügung, oder du verteilst die ausgelaufene Brut nach sehr sorgfältiger Varroabehandlung wieder auf die vorhandenen Völker.


    Viele Grüße

    Ron

  • Habe dazu auch eine Frage, weil bei mir ähnliches ansteht. Ich hoffe es ist ok, wenn ich diesen Thread nutze, ansonsten mache ich einen neuen auf.

    Ich habe für meine 4 Wirtschaftsvölker Königinnen bestellt, weiß aber noch nicht, wann die kommen werden. Sobald ich dazu Info vom Züchter habe, war mein Plan eine TBE zu machen und dabei die neuen Bruträume gleichzeitig von Zander auf Zadant umzustellen.
    Mir ist allerdings noch nicht klar, was ich mit den entnommenen Brutwaben machen soll. Ursprünglich wollte ich die Brutlinge mit den neuen Kös versehen, weiß aber nicht wie ich dann gegen Varroa behandeln soll, weil die Völker nie brutfrei sein werden. Auf Ameisensäure würde ich allerdings auch gerne verzichten.

    Das Ziel wäre also gegen Varroa zu behandeln und gleichzeitig das Standmaß zu ändern und die Zahl der Völker zu verdoppeln.

    Gibt's dafür eine schlaue Lösung?

    Viele Grüße aus dem Bergischen
    Thomas

  • Ich sehe in der Kombination keine Möglichkeit, gegen die Varroa zu behandeln. Ich würde die neuen Königinnen erst einmal in Kleinkunstschwärme einweiseln, um sie dort in Eilage zu bringen und zu parken.

    Zum passenden Zeitpunkt kannst du dann mit den Wirtschaftsvölkern das TuB-Verfahren durchziehen, wobei du in den Brutlingen die Nachschaffungszellen brichst. Die Fluglinge werden im brutfreien Zustand mit OS behandelt, aber nicht sofort, sondern nach 3 und nach 7 Tagen, also 2mal.

    Wenn die Brutlinge nahezu brutfrei sind, kannst du die Kleinkunstschwärme mit ihnen vereinigen und die vereinigten Völker mit OS behandeln. Verdeckelte Brut wird vor der OS-Behandlung entnommen. Offene Brut kann bleiben, sollte aber nach Verdecklung entnommen werden.

    Gruß Ralph

  • Als Alternative:


    Eine Bannwabe nehmen, sprich die Kö auf einen Teilbereich der Waben mit Absperrgitter beschränken (entweder Bannwaben-Aufsatzgitter oder vertikales Absperrgitter).


    Die Kö kann dadurch nur auf einer bestimmten Wabe stiften (achte aber auf die Größe um keinen Legedruck zu provozieren). Wenn die Bannwabe verdeckelt ist, kann sie entnommen werden.


    Ist auch als Alternative möglich, weil die Brut außerhalb ausläuft und sich so die Varroa-Konzentration in der Bannwabe konzentriert.

  • Ich habe für meine 4 Wirtschaftsvölker Königinnen bestellt, weiß aber noch nicht, wann die kommen werden. Sobald ich dazu Info vom Züchter habe, war mein Plan eine TBE zu machen und dabei die neuen Bruträume gleichzeitig von Zander auf Zadant umzustellen.
    Mir ist allerdings noch nicht klar, was ich mit den entnommenen Brutwaben machen soll. Ursprünglich wollte ich die Brutlinge mit den neuen Kös versehen, weiß aber nicht wie ich dann gegen Varroa behandeln soll, weil die Völker nie brutfrei sein werden. Auf Ameisensäure würde ich allerdings auch gerne verzichten.

    Das Ziel wäre also gegen Varroa zu behandeln und gleichzeitig das Standmaß zu ändern und die Zahl der Völker zu verdoppeln.

    Ich hab´s bei der Umstellung von Zander auf Dadant so gemacht:


    TBE bei den Zanderkisten, neue Bruträume mit Mittelwänden und gekäfigter neuer/alter Königin (je nach Wunsch) hingestellt. 80 % der Bienen dazu geworfen, Fütterer drauf. Nach 5-6 Tagen Oxalsäure sprühen, fertig.


    Die entnommenen Brutwaben mit den restlichen 20 % an einen anderen Stand. 21 Tage auslaufen lassen, nachgeschaffte Königin raussuchen, Finger drauf. Frische Mittelwände rein, neue Königin im Käfig dazu, Bienen alle rein, Fütterer drauf. Alte Waben einschmelzen, nach 5-6 Tagen Oxalsäure sprühen, fertig.

  • ...Ich hatte sie ja lange auf 5 Rähmchen, wovon max. 50% der Fläche bebrütet war. durch zuhängen des 6. Rähmchens konnte ich den Brutumfang erweitern, was ja gegen die zu viel Platz Annahme spricht...

    Nee, das spricht eher dafür, das du dich nochmal mit dem angepassten Brutraum beschäftigen solltest 😉.


    Die Vergeblichkeit der Methode "Zuhängen von Mittelwänden" um bei zuviel Honig im BR Platz zum Legen zu schaffen, hat zuletzt rase in seinem Video vom 1.6. in gewohnt anschaulicher Weise erläutert.


    Ergänzung: mein im April von Zander auf DD umgewohntes Volk sitzt auf 6 Waben Dadant und hat auf drei Waben etwa mittig Brut von Holz zu Holz (oben/unten). Weil die Landrasse auf den äusseren Waben einen schmalen Honigkranz pflegt und im HR rumeiert, würde ich gern noch eine BW entnehmen - habe aber auch aussen grosse Anteile Brut und traue mich nicht. Besser wäre es aber 😉...


    PS: beim Imkern spielt die Gegend eine wichtige Rolle. Es hilft (dir) also, wenn du im Profil verrätst, wo etwa du Imkerst 😊.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.