Coronakonjunkturpaket und MwSt

  • Aus den 7% sollen ja demnächst bis Jahresende 5% werden und die 19% auf 16% gesenkt werden.

    Aber was passiert mit unseren 10,7%?

    Leider finde ich dazu bisher nirgendwo eine Aussage.

    Weiß jemand mehr?

    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • Das kann final grad keiner sagen, aber ich glaube es wird wahrscheinlich bei 10,7% bleiben. Der

    Gesetzentwurf sah ja nur Senkungen in der Gastronomie vor und nun ist es schon eine pauschale Senkung der Regelsätze. So ein Spezialsatz wie die 10,7% dürften bei den Planspielen keine Rolle spielen. Für einen abzugsberechtigten Unternehmer ist auf der Einkaufsseite der Nettopreis interessant. Und wenn ein Hobbyimker sein Glas für 7,50€ brutto verkauft würden bei einem niedrigeren Pauschalsatz ja der Nettopreis steigen, wenn er seinen Bruttopreis nicht ändert.

    10er Dadant BR & Langstroth 2/3 HR

  • Es gibt, soweit ich sehe noch keinen Gesetzentwurf zur Mehrwertsteuersenkung. Nach meinen Recherchen wird der Durchschnittssatz nach § 24 UStG nicht verändert

    Die Frage würde sich ja ohnehin nur stellen, wenn der Imker die Mehrwertsteuer ausweist - also gegenüber anderen Unternehmern i.s.d. UStG.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Und im Gegensatz zum "normalen" Unternehmer, für den die USt nur ein durchlaufender Posten ist, ist die USt für einen Imker, der unterhalb von 70 Völkern pauschalisiert (ist das der richtige Ausdruck) bares Geld, denn er darf dieses Geld behalten.

    Somit wäre ein Senken des Durchschnittssatzes bei solchen Imkern ein Schnitt in den eigenen Gewinn, der Imker würde die 2% nämlich im Geldbeutel verlieren, während es bei einem normalen Unternehmen keinen Unterschied beim Gewinn macht, da verliert nur der Staat.


    Der normale Unternehmer kann also im Gegensatz zum Imker den gesenkten USt-Satz weitergeben und so die Wirtschaft ankurbeln, ohne selbst drauf zahlen zu müssen.


    Käme also eine Senkung auch des Durchschnittsatzes, würde ich das daher keinesfalls weitergeben, sondern den Preis vorübergehend so erhöhen, dass der Endkundenpreis gleich bleibt. Ich kann und will damit ja nix zusätzlich verdienen, sehe aber auch nicht ein, dass ausgerechnet kleine Imkerlein die große Wirtschaft subventionieren sollen.

  • der unterhalb von 70 Völkern pauschalisiert

    Jetzt nichts durcheinander bringen: Die 30- bzw. 70-Völkergrenze bezieht sich auf die Einkommensteuer, nicht auf die Umsatzsteuer. Auch wenn man dort ebenfalls von Durchschnittssatzbesteuerung spricht (§ 13a EStG). Der umsatzsteuerliche Durchschnittssteuersatz gilt unabhängig von der Zahl der Völker und der Menge des verkauften Honigs.

    Käme also eine Senkung auch des Durchschnittsatzes, würde ich das daher keinesfalls weitergeben, sondern den Preis vorübergehend so erhöhen, dass der Endkundenpreis gleich bleibt

    Was ja heißen würde, dass sich für den Verkauf an Endkunden im Ertrag gar nichts ändern würde und man dem Wiederverkäufer evtl. einen niedrigeren Preis gewährt.

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  • ok, ja stimmt, aber mir war halt wichtig zu sagen, dass viele Imker nicht so einfach die Umsatzsteuersenkung weitergeben können wie andere Unternehmer, weil sie dann selbst dafür zahlen müssen, weil sie ja im Normalfall die USt einbehalten dürfen. Müssten sie den USt-Satz von 10,7% z.B. um 2-Prozentpunkte auf 8,7% absenken, könnten sie eben auch nur diese 8,7% vereinnahmen, wenn sie den Nettopreis nicht entsprechend anheben.

    Was ja heißen würde, dass sich für den Verkauf an Endkunden im Ertrag gar nichts ändern würde und man dem Wiederverkäufer evtl. einen niedrigeren Preis gewährt.

    Würde ich das aber tun, würde natürlich der Wiederverkäufer sparen, aber ich - und nur ich - hätte danach aber weniger Geld in der Tasche, warum sollte ich das tun? Aber ist ja ungelegtes Ei, du hast ja zum Glück schon angedeutet, dass die UST-Senkung für uns wohl nicht kommen wird.

  • Als Imker arbeitet man mit dem Bruttopreisen, schreibt eine Rechnung, in der die Mwst ausgewiesen ist, damit der Wiederverkäufer, der ja die Steuer auf seine verkauften Waren abführen muss, sich diese Vorsteuer erstatten lassen kann. Von daher absolut egal, wie hoch dieser Satz ist.


    Gruss

    Ulrich

  • Nehm mal an, der Wiederverkäufer (WVK) hat bisher 11,07 EUR bezahlt, also 10 EUR+10,7% USt. Er ist also die 10 EUR netto gewöhnt, die 1,07 EUR interessieren ihn nicht, da Durchlaufposten.

    Angenommen, der Satz soll jetzt auf 8,7% sinken.

    Dann kann ich entweder nur noch 10,87 EUR brutto verlangen und damit draufzahlen oder ich verlange wie bisher 11,07 EUR, muss dann aber den Nettopreis auf 10,18 EUR erhöhen, was dann aber dem WVK gar nicht gefallen wird.

    Somit glaube ich, wäre es nicht egal, wie hoch der Satz ist.

  • Berggeist, diese Art der Besteuerung ist eine Subvention an die Landwirtschaft. Die Europäer wollen nicht, dass es so bleibt. Das würde aber einen Kampf mit unserer Landwirtschaft herauf beschwören. Warten wir es ab.


    Hornet, Du willst es scheinbar nicht verstehen. Ich will 5 Euro für ein Glas Honig. Das andere betrifft die Marge des Wiederverkäufers. Ob er damit leben kann oder will, muss er entscheiden.


    Gruss

    Ulrich

  • Als vor einer Weile die Mehrwertsteuer auf Tampons gesenkt wurde, sind die Dinger trotzdem nicht günstiger geworden. Im Gegenteil, manche wurden sogar teurer.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • diese Art der Besteuerung ist eine Subvention an die Landwirtschaft.

    Nein, ist es nicht. Durch den fehlenden Vorsteuerabzug für Maschinen und Betriebsmittel bleibt da eigentlich nicht viel an Subvention, wenn überhaupt. Es ist nur ein unbürokratischeres Verfahren, wodurch allein schon deshalb einige profitieren. Der Satz soll eigentlich so berechnet sein, dass das ungefähr passt. Eine Subvention wäre es bei 19 %.

    Die meisten Landwirte mit größeren Betriebsausgaben werden sehr genau nachrechnen, ob sich die pauschale Umsatzsteuer für sie rechnet. Oft wahrscheinlich nicht.

    Mit der geplanten Senkung auf 16 % müsste normalerweise auch der Pauschalbetrag um 1-1,5 % fallen, um wieder das selbe Verhältnis herzustellen.

    Weiß noch jemand, wie hoch diese Pauschale war, als wir vor vielen Jahren die 16 % hatten?

  • Es wäre für den Landwirt erst dann von Nachteil, wenn seine Kosten für 19 Prozenter höher wären, als 36,84 % des Verkaufserlöses für Waren mit einem Steuersatz von 7%. Schlecht vorstellbar.


    Gruss

    Ulrich

  • Momentan überlege ich noch, wie du auf die 36,84 % kommst, aber dafür habe ich jetzt noch keine Zeit das nachzurechnen.

    Nur ist es für mich alles andere als schlecht vorstellbar, dass der Landwirt ein gutes Drittel seines Verkaufserlöses (größtenteils wohl für Waren mit 7 Prozent) für Betriebsmittel investieren muss, um diese Einnahmen zu bekommen. Die Betriebsmittel sind zum großen Teil mit 19 % zu bezahlen. Fremdlohnarbeiten auch.