Jungfernwaben

  • Grüß Euch, alle!
    Ich habe am Donnerstag einen Imkerkurs gemacht zum Thema "Frühjahrsnachschau". Es war dies kein Theoriekurs, sondern direkt am Magazin. Für mich als Neu-Imker (seit April des Vorjahres) sehr interessant.
    Allerdings hat mich auch etwas verunsichert:
    Der Vortragende hat uns sehr davor gewarnt, Jungfernwaben in den Brutraum zu hängen, weil die nicht bestiftet werden bzw. auch wie eine Sperre im Magazin wirken, wo die Bienen nicht drübergehn.
    Auf meine Frage, wie denn dann die Bauerneuerung erfolgen soll, meinte der Vortragende, dass Mittelwände zur Zeit der Tracht sehr wohl ausgebaut und auch bebrütet werden - nicht aber Jungfernwaben.
    Stimmt das wirklich? :o
    In diesem Forum wurde ja schon oft erwähnt, dass man im Honigraum aus Hygiene-Gründen keine bebrüteten Waben hängen soll.
    Was macht ihr dann mit den Honigraumwaben, die ja immer Jungfernwaben bleiben?
    Ich habe jetzt noch Honigwaben im oberen Magazin (Zander-Flachzarge) und sehe , dass da bis jetzt tatsächlich noch keien Brut drauf ist! :( 
    Bin schon sehr gespannt, was Ihr aus Eurer Erfahrung dazu sagt.
    Einen erfolgreichen Start ins Bienenjahr wünscht Euch
    Fritz

    Fritz Eder
    (Hobby-Imker mit 4 Carnica-Völkern in DN im Garten - 335 m Seehöhe)

  • Hallo, Fritz,
    also das habe ich so noch nicht gehört.
    Wenn es geht, nehme ich im Frühjahr bei mir die unterste Zarge ganz weg, und setze eine komplette Zarge mit MW oder Honigwaben vom letzten Jahr obendrauf.
    Wenn die Königin merkt, oben ist Platz, und unten ist's langsam voll, geht sie auch rauf! Sie muß ja irgendwann...
    Was ich weiß, ist, daß du keine leeren Waben oder MWs INS Brutnest hängen sollst, immer nur außen ran, weil sonst die Thermoregulierung durcheinander kommt, das bremst dann tatsächlich.
    Aber oben frische Waben oder MWs - kein Problem! Wenn deine oben noch nicht legt, hat sie vielleicht noch Platz genug, aber das wird sich in den nächsten Wochen schlagartig ändern :D

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Kollegen,


    ich glaube die Aussage "...Der Vortragende hat uns sehr davor gewarnt, Jungfernwaben in den Brutraum zu hängen..."
    fällt unter der Kategortie :"....Honigfeuchte Waben werden von der Kö. bevorzugt bestiftet...." oder noch so ein Spruch wie : "...Honigwaben aukratzen fördert die Volksentwicklung....."


    Meine persönliche Meinung.


    Dante

  • Wer glaubt, das Jungfern-Waben nicht bestiftet werden, der glaubt auch, dass Zitronenfalter in ihrer Freizeit Zitronen falten :P


    Ich weiss nicht woher dieses in der Imkerschaft weit verbreitete und sich hartnäckig haltende Gerücht herkommt, aber es ist der pure Unsinn.


    Wenn man eine Königin sucht, wo findet man sie am ehesten? Auf dem Baurahmen, 100% Jungfernbau!


    Was macht ein Schwarm? Tragen die eine Wabe aus ihrem alten Stock mit in die neue Behausung?
    Natürlich nicht, die Königin scharrt mit den Hufen, das endlich die neuen Waben fertig werden und sie mit dem Stiften beginnen kann.


    Das gleiche bei einem Kunstschwarm und natürlich auch in jedem normalen Bienenstock.


    Lässt man die Futterzarge im Herbst zulange auf den Stöcken, was passiert?
    Die Bienen errichten Wildbau im Aufstieg und die Königin sitzt sofort darauf und stiftet. Dasselbe passiert auch beim Wildbau im tiefen Boden unter der 0-Zarge.


    Ich würde sogar soweit gehen und behaupten (unbewiesen), dass die Königin Jungfernbau bevorzugt und von ihm angezogen wird. Im Baurahmen ist es jedenfalls so, auch wenn dort Arbeiterzellen gebaut wurden. Es ist also unabhängig von Drohnenbau.


    Aber so ist das mit den Gerüchten, der grösste Unsinn hält sich am längsten.


    Volle Honigtöpfe --- Harry ---

  • Hallo Harry, Hallo Sabi(e)ne, wenn jetzt die Bienen Hufe haben, wird sich der Beruf des Hufschmieds ja wieder lohnen. Wäre was für mich, Pferde waren mir irgendwie zu groß. :lol: V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Lothar,
    Hufschmied zu sein lohnt sich auch heute schon wieder, wenigstens, solange man einen gesunden Rücken hat: Hufe ausschneiden, ca. 15 Min., 25 Euro, Komplettbeschlag, ca.1 Std., 120 Euro...

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    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    ich hab es dieses Jahr ( eigentlich als Experiment) auch so gemacht.
    2 - zargige Völker haben einen Aufsatz bekommen, 2 Futterwaben, 2 ausgebaute Honigwaben und der Rest MW. Soll der kontinuierlichen Bauerneuerung dienen. Ich habe allerdings die untere Zarge noch nicht gleich weggenommen und hoffe eigentlich, das die Königin nach oben geht und dort stiftet, denn sie tragen Pollen ein, das ist die wahre Pracht. So in ca. 2 Wochen wollte ich dann die untere Zarge mit alten bebrüteten
    Waben unterrausnehmen und evtl. wenn es das Wetter schon zuläßt, den Honigraum aufsetzen. Ob,s wohl funktioniert ?? :roll:

  • Hallo, Ralf,
    das ist insofern schon viel zu spät, weil die unterste Zarge jetzt voll Pollen sein wird und den kannst du ihnen jetzt nicht wegnehmen!
    So vor 4 Wochen wäre es gut gegangen. Die Königin wird mit Sicherheit nach oben kommen, je nachdem wie fruchtbar sie ist, dehnt sie u.U. das Brutnest auch über drei Zargen aus.

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    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne, das mit dem Hufschmied hat man mir auch schon einmal geraten, zu werden. Vor etwa zwanzig Jahren habe ich ein Schulpraktikum auf einem Reiterhof gemacht. Damals meinte mein Chef, lerne doch Hufschmied. Aber der Berufsberater schob mich dann auf eine ganz andere Schiene, so das ich zur Post ging. Dort lernte ich meinen Imkervater kennen... Außerdem empfinde ich den Geruch von verbrannten Hufen nicht gerade als angenehm. V.H.w. Lothar

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