20% Feuchtigkeit bei voll gedeckelten Waben

  • Hallo,

    zu meinem Erstaunen habe ich bei der Messung der Feuchtigkeit des Honigs in den Honigräumen heute festgestellt, dass ein Volk alle Waben total verdeckelt hat, aber der Honig hat 20% Feuchtigkeit!

    Wie ist das möglich?

    "Trocknet" der überhaupt noch in verdeckelten Zellen?

    MfG
    Aloha

  • Hi,


    ja auch verdeckelter Honig trocknet noch.


    Wann hast du gemessen?

    Standort? (Wasser in der Nähe, Viel Sonne) < Sind Faktoren für feuchten Honig.

    Wo auf der Wabe hast du gemessen?


    Gruß

    Maik

  • Hallo,

    vielen Dank für eure Nachrichten!


    Wann hast du gemessen?

    Gegen Mittag.


    Standort? (Wasser in der Nähe, Viel Sonne)

    Sie sind gegen Süden gerichtet, in praller Sonne.

    Wasser gibt es auf wenigstens 1 Km nicht, außer meiner Bienentränke, wo ich aber (ich wundere mich immer wieder darüber) so gut wie keine Biene sehe.


    Wo auf der Wabe hast du gemessen?

    an mehreren Stellen, über die Wabe verteilt.

    feucht schwüle Witterung

    Das ist nicht der Fall. Laut meiner Wetterstation sind es jetzt im Schatten 30%.


    Vielen Dank für die interessanten Links.


    Schleudern werde ich den jetzt jedenfalls nicht.


    MfG
    Aloha

  • Hallo,

    hast du mal deinen Refaktometer überprüft?

    Ich teste mit nativen Olivenöl, da sollte der Wassergehalt 27 % anzeigen.

    Gruß bee-falke


    6 WV in Zander, einzargige Führung für 2020 geplant.

  • Hallo,

    dieses Jahr habe ich ihn nicht überprüft, aber aus den Resultaten der anderen Völker denke ich schließen zu können, dass er korrekt funktioniert.

    Allerdings habe ich oft das Problem, dass der Wert nicht ganz scharf zu erkennen ist.

    MfG
    Aloha

  • Allerdings habe ich oft das Problem, dass der Wert nicht ganz scharf zu erkennen ist.

    Du musst immer ein wenig warten, bis Honig und Refraktormeter auf die gleiche Temperatur kommen, dann wird die Linie schärfer.

    4 Völker Carnica in Segeberger (eine rote, drei grüne Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Hallo,

    Du musst immer ein wenig warten, bis Honig und Refraktormeter auf die gleiche Temperatur kommen,

    Ich warte immer die angeratenen 30 Sek. ab, ehe ich den "Deckel" des Refraktometers schließe.

    Wenn es unscharf ist, ist der Honig zu dick aufgetragen.

    Das kann ich nicht ausschließen; ich werde in Zukunft mal besser darauf aufpassen.


    MfG
    Aloha

  • Ich habe ein Handrefraktometer, dessen Anzeige ich immer mit einem gewissen Mißtrauen begegnet bin. Vergleichsmessungen mit den Refraktometern von Imkerkollegen ergaben oft erhebliche Abweichungen. Daraufhin habe ich ein kalibriertes Digitalrefraktometer von der Fa. Kern angeschafft, das Handrefraktometer aber nicht ausgemustert, sondern mit beiden gemessen.


    Das Digitalrefraktometer hat zwar eine Temperaturkompensation, man kann es aber nur bei exakt 20°C eichen. Wenn man das mit dem Handrefraktometer auch macht, wird der Abstand der Messergebnisse kleiner.

    Wenn man das Handrefraktometer nicht im Schleuderraum bei (z. B.) 25°C aufbewahrt und damit 25°C warmen Honig misst, sondern in einem Raum, der eher bei 20°C ist, (bei mir im Keller) misst es genauer. Der wärmere Honig ist am kälteren Refraktometer nicht das große Problem, da sich die geringe Honigmenge temperaturmäßig anpasst, wenn man ihr Zeit dazu gibt. Dazu sollte man das Refraktometer zugeklappt mit dem Honig ca 10 min in einem Raum mit möglichst wenig Abweichung von 20°C lagern. Wenn man den Honig auf das Refraktometer streicht und sofort durchschaut, ist die Anzeige oft ein breiter Balken. Nach 10 Minuten ist der breite Balken zu einem schmalen Stich geworden der das Ergebnis mit einer wesentlich geringeren Abweichung anzeigt, als er dieses tat, bevor ich die Erfahrung mit der Temperatur hatte.


    Die Erkenntnis ist, dass die Problematik oft von Temperaturdifferenzen verursacht wird und die oft als temperaturkompensiert angebotenen Refraktometer diese Kompensation nicht in dem Ausmaß leisten, wie es sich die Anwender vorstellen. Insbesondere ist die Kompensation überfordert, wenn schon die Eichungstemperatur nicht nahe bei 20°C liegt.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Hallo,

    zu meinem Erstaunen habe ich bei der Messung der Feuchtigkeit des Honigs in den Honigräumen heute festgestellt, dass ein Volk alle Waben total verdeckelt hat, aber der Honig hat 20% Feuchtigkeit!

    Wie ist das möglich?

    "Trocknet" der überhaupt noch in verdeckelten Zellen?

    MfG
    Aloha

    Kann es sein, dass ein Teil des Honigs bereits kristallisiert ist. Das beginnt meistens oben in den Wabenecken und am oberen Wabenrand. Es kristallisiert nahezu ausschließlich die Glukose. diese gibt bei der Kristallisation Wasser in die Fruktose ab und der Wasseranteil der Fruktose, die in diesem Fall den flüssigen Teil des Honigs in der Wabe darstellt steigt.


    Ich war diese Woche bei einem Imker, der hat Waben geschleudert, bei denen oben ein ganzer Streifen kristallisiert und nicht schleuderbar war. Der schleuderbare Resthonig hatte im Eimer gemessen 20,4 % Wassergehalt. Der Effekt war mit im Grunde bekannt. Dass die "Verwässerung" aber mehrere Prozent ausmachen kann, hätte ich nicht erwartet.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)