Wohin mit den ganzen Futterwaben

  • Hallo! Bei uns am Niederrhein blüht es langsam an allen Ecken und Enden. Bei 20 Grad habe ich gestern eine erste Durchsicht der Völker gemacht und bis auf eine Futterwabe alle Futterwaben entnommen. Jetzt habe ich von fünf Völkern (auf 1 1/2 Normalmaß) zwölf überschüssige Futterwaben. Was mache ich jetzt damit? Erst mal aufbewahren für Wetterprobleme im April, aber dann? Die halten sich doch auch nicht ewig, so daß ich sie nach der Tracht wieder zuhängen könnte und Futter spare? Was tun? Ich wundere mich sowieso über die geringe Zehrung. Ich hatte wie alljährlich im September ca. ein Paket Ambrosia (ca. 14 kg?) eingefüttert. Davon ist noch reichlich da. In Imkerbüchern lese ich von bis zu 30 kg Winterfutter. Wie geht das zusammen. Liegt es am milden Klima oder reicht soviel Futter normalerweise aus. Wie groß ist eigentlich die Gefahr, daß die Bienen Futter in die Honigräume umtragen, wenn ich eine verdeckelte Futterwabe als Randwabe drin lasse. Oder muß ich alle Futterwaben rauswerfen, bevor ich die Honigräume aufsetze? Platz zum Brüten habe ich gelassen... Wäre nett, auf meine drei Fragen eine Hilfe zu bekommen. Danke!!!

  • Hallo, Markus,
    eigentlich fehlen mir die richtigen Worte!
    Oder ist das ein vorgezogener Aprilscherz!
    Was die Milben, Viren und der Winter nicht geschafft hat, das schaffst Du mit deinem Übereifer.
    Wenn Du ein bisschen Literatur, oder hier in den Beiträgen gelesen hättest, dann wüsstest du das die Bienen jetzt zwar Pollen gut finden aber noch nichts da ist was Honig gibt!
    Wenn ich mir vorstelle das bis zur ersten vernünftigen Tracht noch vier bis fünf Wochen vergehen und ein Volk ca. fünfhundert Gramm Futter die Woche benötigt, dann kannst Du zum Trachtbeginn deine Völker in die Mülltonne fegen!?
    Sieh bloß zu, dass Du die Futterwaben wieder in die Beuten bekommst und frage demnächst lieber vorher!


    Ich wünsche Dir viele gesunde Bienen!


    Margret

  • ich habe meinen Völkern letzte Woche 4 - 5 Futterwaben belassen oder zugeteilt, für ein starkes Volk erscheint mir das nicht zuviel. Meines Wissens kann der Verbrauch, wenn ein Volk jetzt stark in Brut geht pro Monat 4 - 5 kg betragen und ich rechne damit, das wir bei uns in Niederbayern noch 6 Wochen bis zum Honigen brauchen.

  • Wenns bei Euch noch nicht honigt - hier durchaus. Hier blühen seit Wochen die Mirabellen, Mandelbäume etc. und seit heute die Kirschbäume, die Kollegen im Umkreis haben die Honigräume aufgesetzt und ich hatte ne Menge frischen Nektar drin. Wann soll es denn sonst honigen, wenn nicht jetzt? Jedenfalls ist die Obstblüte unsere Haupttracht. Liege ich so falsch damit? Im letzten Jahr hatte ich nach Beginn der Kirschblüte Honigräume aufgesetzt und innerhalb von einer Woche wiesen die schon ein beachtliches Gewicht auf. Daran wollte ich mich in diesem Jahr auch orientieren. Wäre nett, wenn ihr weiter schreibt!
    Markus

  • Hallo Markus,


    wie gewonnen, so zerronnen. Sogehts, wenigstens mir, mit den ersten Trachten aus Weide, Kirsche, usw.
    Und ich liege klimatisch sicher nicht ungünstiger als Du.
    Die Bienen haben jetzt den ersten Nektar seit über einem halben Jahr, du hast noch fast nur Winterbienen in den Kisten. Der Massenwechsel von Winter-zu Sommerbienen steht noch an ...
    D.h. die Damen werden alles , was jetzt eingetragen wird, in "Bienenfleisch" umsetzen. Wenn du eine Stockwaage besitzt, wirst du sehen, dass die Einträge auch genau so schnell wieder weg sind. Was machst Du, wenn eine Kälteperiode kommt, von so 8-10 Tagen, und die kommt bestimmt ?
    Rechne bis zu 2Kg pro Woche/Volk. Wenn du dann noch was übrig hast, kannst du ja schleudern.
    Warum, glaubst du, gibt es keinen Kirschblüten- oder Weidenhonig aus Deutschland auf dem Markt ?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Markus!
    Wenn die Futterwaben verdeckelt sind, kannst du sie ohne Bedenken über längere Zeit aufbewahren und sehr sinnvoll zur Ablegerbildung einsetzen. Enthalten die Waben viel offenes Futter, so handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um schon eingetragenen Frühjahrshonig. Den solltest du deinen Bienen wieder zurückgeben. Dies währe eine einleuchtende Erklärung, für die vermeintlich geringe Winterzehrung.


    Andererseits, habe ich ebenfalls beobachtet, dass der Futterverbrauch der Völker sparsam ausfiel. Könnte am durchgehend kalten Winter mit langer Brutpause/späten Brutbegin bei den Bienen liegen.


    Zu deiner Frage, ob die Bienen Futter in die Honigräume tragen:
    Als Randwabe sind Futterwaben am sichersten aufgehoben. Allerdings reicht der Vorrat einer Futterwabe bei einer Schlechtwetterperiode nicht besonders weit. Laut Wetterbericht solls ab Mittwoch wieder kühler und regnerisch werden. Bei dem starken Bruteinschlag der vergangenen 2 Wochen kann das Futter da sehr schnell knapp werden.


    Zum Thema honigen:
    Laut aktuellem Infobrief des FB Bienenkunde - Mayen lagen die Waagstockveränderungen der vergangenen Woche zwischen minus 1600 g und plus 10600 g.


    Viele Grüße


    Stefan

  • Nachdem mich Franz Xaver und Margret so abgewatscht haben bin ich ja doch sehr unsicher gewesen. Jetzt, nachdem meine Bienchen die Kälteperiode überstanden haben habe ich nachgesehen und finde weiterhin meine fast noch volle Randwabe mit Futter und entdecke im Honigraum meiner Völker zwischen einem und ca. fünf kg. Nektar/Honig. Erstaunlich für mich, wie unterschiedlich die klimatischen Situationen hier im Forum sind. Das ist für einen Anfänger nicht immer leicht aus den Ratschlägen die Lösungen für die eigene Imkerei zu finden. Danke für die Tips - ich habe sicher noch aus keinem Buch soviel gelernt, wie hier im Forum. Da die Kirschblüte bei uns im vollen Gange ist wird es in den nächsten Tagen am Bienenstand brummen. Freu mich schon drauf! Es riecht dann immer so schön! Markus

  • Markus schrieb:

    Nachdem mich Franz Xaver und Margret so abgewatscht haben. Freu mich schon drauf! Es riecht dann immer so schön! Markus


    Hallo Markus,
    ich finde wir haben dir geraten, noch Futterwaben in den Zargen zu belassen und wollten dich nicht abwatschn, aber du wirst selber dies noch einsehen. Was du heuer richtig gemacht hast, ist nächstes Jahr normalerweise falsch. Dass heuer, wie bei uns die Weide honigte, ist absoluter Zufall und sich auf so etwas zu verlassen, ist "russisch Roulett" pur. Im Normalfall verhungern Völker ausgerechnet im Frühjahr, wenn sie kein Futter haben und dass es jedes Jahr um diese Zeit honigt, kannst du vergessen. Mein Waagstock zeigte beim Buckfastvolk, das den Carnicavökern um Meilen voraus ist, jetzt auf 9 Tage fast 3 kg Gewichtsabnahme und ich bin mir sicher, dass die Völker auch die nächsten beiden Wochen, bir zur Kirsch oder Schlehenblüte noch einiges brauchen. Nätürlich kommt es auch auf das Volk selber an, die Carnicavöker haben jetzt nach dieser enormen Kälteperiode (-6 Grad in der Nacht) so 4 - 6 Brutraumwaben, wobei das Buckfastvolk (Dank an Heikes Superkönigin) vor 14 Tagen schon die untere Zarge ziemlich durchgebrütet hatte und in bei der oberen Zarge bei der gestrigen Durchschau ausser den Randwaben fast alles durchbrütet fand. Nach einem Zargenwechsel habe ich zwangsweise sogar den Honigraum aufgesetzt, im Gegensatz zu den Carnicavölkern, die bei meinen Nachbarn und Vereinskollegen nóch auf einem Raum dümpeln. Aber Markus, ich bin nach wie vor der Meinung, dass eine jetztige Wegnahme der Futterwaben zumindestens bis auf 2 - 3 Restwaben völlig falsch und unverantwortlich ist und ich dieses Risiko nicht eingehen würde, da täten mir die Bienen leid. Man muß doch nicht am Futter sparen und ein Umtragen in den dann später aufgesetzten Honigraum befürchte ich nicht und im Brutraum wirst du hoffentlich nicht schleudern.