Ableger von etwas älterem Ableger geräubert?

  • Liebe Forummitglieder,

    ich möchte mich bzw. uns kurz vorstellen, meine Frau und ich haben vor kurzem mit eigenen Ablegern begonnen, nachdem wir im örtlichen Imkerverein seit gut einem Jahr mithelfen, wo es uns möglich ist. Den Anfänger-Imkerkurs für dieses Jahr, der aus bekannten Gründen leider nicht stattfinden konnte holen wir nächstes Jahr nach. Dadurch dass wir aber schon letztes Jahr immer wieder dabeisein konnten, mithelfen konnten und auch einen geduldigen Imkerpaten haben trauten wir es uns denoch zu, bereits mit Ablegern zu beginnen. Wir imkern in Liebigbeuten. Die Ableger sind auch bereits in den "großen" Beuten, aber mit einem Trennschied verkleinert. Ob das nötig gewesen wärre wissen wir nicht, wie so oft gibt es unterschiedliche Meinungen. Wir dachten, damit sie es warm halten können (v.a. vor den Eisheiligen) trenten wir es kleiner ab.

    Unsere ersten beiden 1-Waben-Brutableger plus je eine Futterwabe holten wir von einem Vereinsmitglied am 01.05. ab. Die gedeihen prächtig und bei einem konnten wir sogar schon schon eine neue Königin entdecken.

    Nun ergab es sich, dass wir letzten Samstag am 23.05. nochmals zwei solcher Ableger bekommen konnten.


    Sie stehen alle vier bei uns im Garten, die zwei "alten" Ableger je auf einem Gestell und in 2m Abstand die zwei neu gebildeten Ableger. Bereits am ersten Tag war viel Flugverkehr vor den neuen, was uns eher freute, dass sie so mobil schienen.

    Doch schon zwei Tage später lagen viele tote Bienen vor den Beuten der beiden neuen Ableger, manche kletterten sehr träge heraus und fielen oft vom Flugbrett. Gestern waren wir dann doch besorgt und guckten mal rein: Kaum welche saßen noch auf den Waben, viele saßen Träge auf den Oberträgern und die Futterwaben waren in beiden Ablegern fast ganz leer.

    Da war uns klar: Ausgeräubert :-(


    Dass man Ableger nicht zu Wirtschaftsvölkern stellt ist uns bekannt. Aber dass sie selbst nicht mit knapp vier Wochen alten Ablegern nebenan zurecht kommen, daran dachten wir nicht. Die Fluglöcher sind bei allen vier Ablegern natürlich minimal, ca. 1x1cm.


    Wie ist Eure Meinung dazu?

    War damit zu rechnen? Darf man sie wirklich nicht in die Nähe stellen?

    Sind weitere Fehler unsererseits denkbar? Wenn ja, was für Fragen habt Ihr evtl.?


    Habt Ihr weitere Fragen die zu hilfreichen Gedanken führen könnten? Nur zu ;-)

    Es wäre schön, wenn IN DIESEM Forum -entgegen mancher Auto- bzw. Wohnwagenforen- mehr Respekt und ein wirklich hilfreiches und gutes Klima herrscht. Bitte erspart uns daher Antworten die uns nicht helfen oder gar persönlich beleidigend sind. Auch Rechthaber, die beide dann in dem Tema hier hin-und-herstreiten suche ich eigentlich nicht.

    Danke schonmal vorab und VG

    Michael

  • Ich hätte mehrere Fragen.

    Wie ist die derzeitige Trachtsituation bei euch? Also wo lebt ihr?

    Wie wurden diese Ableger gebildet? Einwabenableger?

    Wie weit entfernt steht das Muttervolk der Ableger?

    Wie wurden die Ableger gefüttert? Futterwabe, flüssig?

    Wie gross ist das Flugloch eingestellt?


    Herzlich willkommen im Forum.

  • Hallo nach Münster,


    wir sind nahe Nürnberg. Momentan ist schon eine gewisse Trachtlücke nach dem Bombenfrühling hier. Und das Wetter war auch mäßig, ja.


    Wir haben zwei Varianten gemacht:

    Einmal Brutwabe am Rand, dann leere MW dann Futterwabe.

    Und einmal Zwei leere MW am Rand, BW, MW, FW. zum offenen Raum jeweils mit Trennschied beendet.


    Das Muttervolk steht im Verein, ca. 8km entfernt.


    Bislang nur mittels Futterwabe gefüttert. Diese waren in den zwei älteren Ablegern schon gut geleert, aber je noch geschätzt ca. 500g drin. Bei der letzten Durchsicht haben wir in diese (älteren) Ableger dann Flüssigfutter in einem leeren Tetrapack weit vom Flugloch entfernt nachgefüttert aufgrund des Wetters / Tracht damit sie nun mit den neuen Königinnen und Brut kräftig machen können.


    Alle Ableger-Fluglöcher sind ca. 1x1cm groß.


    VG

    Michael

  • Aus deiner Antwort geht das jetzt nicht ganz hervor, deshalb meine Nachfrage zur Bildung der Ableger:

    Wie wurden diese Ableger gebildet? Einwabenableger?

    Einfach Brutwabe mit ansitzenden Bienen in neue Kiste gesetzt und die Bienen sollten sich selbst eine Königin nachschaffen? Oder mit schlupfreifer Weiselzelle?


    Grüße aus der Nähe vom Apidät


    P.S. Bitte Ortsangabe noch im Profil ergänzen!

  • Räuberei erkennt man am klebrigen Flugbrett,

    einfach keine Sparableger bilden, verringert die Mißerfolgsquote

    - 2 BW+1-2Fu/PoWa+ LeerW/MW- reichlich besetzt am gleichen Stand hingestellt- kein Problem

    disemal auf den Waben eine WZ mit Ringmade gelassen, alle anderen beseitigt


    Landkreis MSE - bedingt durch die kühlen Tage suchten die Bienen, obwohl die Kastanie blühen, seit gestern wieder Nektareintrag und Trocknung nachts

  • Hallo Apidät,

    sorry, dass ich noch nicht alle Fragen fachgerecht gleich beantwortet habe, werde mich (hoffentlich) noch steigern. ;-)


    Also es sind Ableger mit je einer Brutwabe mit offener und verdeckelter Brut, dicht ansitzenden Bienen und zusätzlich noch ein "paar" (paarhundert) in die Beute reingeschütteten Bienen.

    VG

    flateric

  • einfach keine Sparableger bilden, verringert die Mißerfolgsquote

    - 2 BW+1-2Fu/PoWa+ LeerW/MW- reichlich besetzt am gleichen Stand hingestellt- kein Problem

    disemal auf den Waben eine WZ mit Ringmade gelassen, alle anderen beseitigt

    mmh, ok. Ich wusste nicht, dass das "Sparableger" sind.

    Haben uns an die Anleitung von Pia Aumeier auf youtube gehalten. Und da deren Vorgehen sich mit dem deckte, was bei uns im Verein gemacht wird hatten wir null Bedenken. ;(

  • Entschuldigung war dafür nicht nötig, aber auf die angekündigte Steigerung komme ich bei Bedarf zurück. ;)


    Für mich entspricht eine solche Vorgehensweise nicht der guten fachlichen Praxis, obwohl sie von populären Wissenschaftlern propagiert wird.


    Die Bienen sind dabei in einem absoluten Panikmodus, keine Königin und keine Weiselzellen (später sind diese dann zumindest in schlecht entwickelter Form vorhanden). Fluglochwachen werden natürlich eingespart, da es wichtigeres zu tun gibt. Wenn dazu noch äußere Störungen kommen wie Trachtarmut (derzeit in unserer Region der Fall!), Räubereiversuche oder neugierige Imker, bedeutet es eben unnötig oft das Aus für so ein „Volk“.


    Dies ist ausdrücklich kein Vorwurf an die Anfänger.


    Grüße vom Apidät

  • Vielen Dank für die Antworten auf meine Fragen. Apidät hat es schon ausführlich erklärt und ich kann mich nur anschließen.


    Der Einwabenableger hat Schwächen und bei euch hat sich das leider jetzt wieder gezeigt. Die Bienen sind zu Anfang in Panik, sie werden aus einem funktionierenden Volk entführt. Bei euch kamen mehrere Dinge zusammen, die geringe Volksstärke dieser Einwabenableger.

    Die Trachtlücke, die eure anderen Ableger und auch Nachbarvölker zum Suchen und Sammeln in der Umgebung bringt.

    Und das offene Flugloch, als Einladung an die Sammlerinnen.


    Bei viel Tracht und früh in der Saison, kann ein Einwabenableger funktionieren, weil alle Völker nicht so stark sind und alle sammeln Tracht und denken zunächst nicht primär an Räubern.

    Wenn die ersten Schwärme fliegen, sieht das anders aus. Da sollte man bei Ablegern mehrere Waben nehmen.

    Und in einer Trachtlücke hat es sich bewährt, dass Flugloch für die erste Panik zu schließen. An einem Schattigen Platz öffne ich das Flugloch am nächsten Morgen und dann ist meist schon etwas Organisation da, da schon die ersten Weiselzellen angezogen werden. Ein unruhiges Gebraust zieht Bienen aus anderen Völkern magisch an bei Trachtlücken.

  • Ich danke Euch für die Antworten.

    Bin so traurig, dass dieses "Lehrgeld" das man als Anfänger manchmal zahlt gleich solche Folgen hatte.;(;(;(.

    Aber zumindest das wird mir nun sicher nicht mehr passieren.


    Wünsche Euch allen weiterhin eine gute Saison.

    VG

    Michael

  • Beim Imkern ist eine ruhige Planung fast immer möglich. Ausser beim Schwarmfang...


    Daher nutze hier das Forum und bevor du jetzt vielleicht noch einen Ableger machst und stell deine Planung hier herein und frag nach. Hier kommen immer gute Anregungen und Tipps, die dir ein Volk erhalten können.

    Wir mögen hier alle Bienen. 😀

  • Darf ich mich wegen einer Variante anschließen?


    Am WE will ich aus zwei WV an meinem "Außenstand" Minischwärme bilden, die für zwei unbegattete Königinnen gedacht sind.

    Die Schwärme werden knapp 3km vom Stand weg zu mir ans Haus gestellt. Dort steht allerdings ein weiteres WV.

    Die Fluglöcher der KS lassen nur eine Biene durch.


    Als Futter für die kleinen KS stehen mir Teig und Apiinvert zur Verfügung, leider kein Getreidesirup.


    Zurzeit herrscht hier - soweit ich das Einschätzen kann - mittelprächtige Tracht, im Laufe der Woche dürfte die Linde anfangen (auch bei sowas bin ich aber noch unsicher...).


    Geht das gut?

    Sollte ich die Beute mit den Begattungsvölkchen wenigstens auf die andere Seite des Hauses stellen?

    Oder besser ganz weg?
    Sollte ich vorsichtshalber Teig füttern?
    Bringt es etwas, zusätzlich Gebbüsch vor die Fluglöcher zu legen (mir ist klar, dass das normalerweise nicht dazu gedacht ist, Räuberei zu verhindern, sondern dass bei Ablegern am selben Stand nicht einfach alle wieer nach Hause fliegen).


    Tschuldigung aber mir geht gerade voll die Düse =O.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Die Minischwärme sollen erst dann gebildet werden, wenn die Königinnen da sind. Reihenfolge: Minischwarm in Begattungskasten einfüllen, tränken und sofort Königin übers Flugloch zusetzen.

    Oder: Bienen nass machen, Königin dazu werfen, schwenken, in Begattungskasten einfüllen.

    Anschließend für mindestens 3 Tage in einen dunklen und kühlen Raum, alle 2 Tage tränken, danach aufstellen, auch am eigenen Stand möglich.

    Gruß Ralph

  • Hallo Kleingartendrohn ,


    das grundsätzliche Vorgehen ist mir - zumindest in der Theorie - klar. Gebildet werden die KS natürlich erst, wenn die Kö im Briefkasten liegen (und ausgepackt und mit einem Tropfen Wasser versorgt sind) - sorry, wenn das falsch rüber gekommen ist.


    Mir ging es darum, ob ich mir Sorgen wegen Räuberei durch das vorhandene WV machen muss, wenn ich die Beute mit den KS nach drei Tagen Keller daneben stelle. Von Fluglochwache kann bei denen ja, wenn ich das richtig verstanden habe, noch eine Weile keine Rede sein.


    Füttern wollte ich möglichst flüssig mit modifizierter Nicot-Zarge, damit ich nicht stören muss, wenn ich Futter auffülle. Dass ich dabei nicht herumplempern darf, ist auch klar.


    Aber dann brauche ich mir über Räuberei ja keine Sorgen machen.


    Danke Dir!

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.