Ablegerproduktion

  • Hallo alle zusammen,

    an dieser Stelle wollte ich nach Euren Erfahrungen mit der Voelkervermehrung sprechen. Es geht mir hier nicht um eine Volksstaerke erhaltende Form der Vermehrung, oder eine die auch fuer Anfaenger geignet ist. Es geht mir hier auch nicht um Sinn und Zweck der Voelkervermehrung. Stattdessen wuerde mich interessieren, wie weit man sinnvoll gehen kann.

    Die Frage ist also: Wieviele Ableger kann man von einem Ableger maximal machen, und wie geht Ihr dabei vor? Wieviel Futter, Timing etc....


    Konzepte tauchen ja an vielen Stellen (auch hier im Forum) auf, zum Beispiel:



    1) Einwabenableger wie bei Pia Aumeier (wobei ich hier immer davon ausgehe, dass Weiselzellen extern eingebracht werden, ich wuerde also nicht die erste Variante der Methode nutzen).


    2) Mel Disselkoens Methode (MDA-Splitter etc.): Hier ist der Vorteil dass nach Mels Aussage eine Behandlung gegen Varroa nicht einmal noetig sei, weil man alle Koeniginnen nach der Sommersonnenwende ersetzt - sprich die Ablegerbildung wird bis spaet in den Juli fortfuehrt. Man kann aber natuerlich hier erst spaet im Jahr Ableger bilden, weil die Voelker nach der Koeniginnenentnahme noch stark genug sein muessen, um vernuenftige Weiselzellen selbst im Volk anzulegen. Angeblich kann man mit Mels Methode bis auf 13 Ableger aus einem Volk kommen.


    3) Die Betriebsweise von Jos Guth - aus 1 mach 10 - funktioniert angeblich gut. Allerdings kaeme man mit Nachrechnen bei seiner Methode auf ueber 15 Ableger aus einem Ablege-vielleicht ist der Verlust aus nicht begatteten Ablegern der Grund, dass er nur von 1 auf 10 kommt.



    Interessant sind in dem Zusammenhang meines Erachtens nach Randy Olivers Betrachtungen zur Erstellung von Ablegern und deren Staerke.



    Ich habe unter anderem mit allen oben genannten Methoden gearbeitet, bin aber nie ueber aus 1 mach 5/6 gekommen.



    PS: Natuerlich koennte man rein formal Antworten: Es gibt keine Grenze, man braucht doch nur genug Kunstschwaerme oder Paketbienen oder was auch immer zu kaufen... Ich wuerde aber als Massgabe voraussetzen, das hoechstens Koeniginnen oder Weiselzellen in den Produktionsprozess von aussen eingebracht werden (sei es durch Zukauf, sei es durch einen eigenen separaten Zuchtbetrieb). Als Startmaterial setze ich Ueberwinterte Ableger aus dem letzten Jahr voraus.

  • 3) Die Betriebsweise von Jos Guth - aus 1 mach 10 - funktioniert angeblich gut. Allerdings kaeme man mit Nachrechnen bei seiner Methode auf ueber 15 Ableger aus einem Ablege-vielleicht ist der Verlust aus nicht begatteten Ablegern der Grund, dass er nur von 1 auf 10 kommt.

    Du stößt dabei an Deine Grenzen. Material, Zeit, Kopf. 10 ist schon sportlich. Kannst ja 100m sprinten und dann 'mal nachrechnen', in welcher Zeit Du (theoretisch) einen Marathon schaffen könntest.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Stattdessen wuerde mich interessieren, wie weit man sinnvoll gehen kann.

    Kommt drauf an, auf was Du Wert legst... Qualität oder Quantität. Und auf die Art und Weise.

    Bildest Du Ableger mit begatteter Königin, brauchst Du weniger Bienenmasse als bei Ablegerbildung mit Nachschaffung...

    Meiner Meinung nach ist gesundes Wachstum immer besser, als erzwungenes schnelles Wachsen

    Wenn ich mal groß bin, will ich auch Imker werden...

  • Mit Rase stimme ich ueberein, das ganze ist aufwaendig - wenn man es wie Guth macht (sagt er auch selbst).

    Trotzdem komme ich mit seiner Technik nicht auf mehr als aus 1 mach 6. Ich verstehe sowieso in seinem Vortrag rein rechnerisch nicht, wieso bei Ihm die Ableger (zwei Waben) nach 24-30 Tagen wieder ueberquillen. Laut meiner Rechnung schluepfen da erst die ersten Bienen der neuen Koenigin. Aber villeicht verstehe ich das ja miss.... Am fuettern kann es ja nicht liegen, da das Legeverhalten der Jungkoenigin ja nach 30 Tagen beim Volkaufbau noch nicht eingeht-es ist ja lediglich die Brut geschluepft, die man dem Ableger mitgegeben hat. Versteht das jemand?

  • Kommt drauf an, auf was Du Wert legst... Qualität oder Quantität. Und auf die Art und Weise.

    Bildest Du Ableger mit begatteter Königin, brauchst Du weniger Bienenmasse als bei Ablegerbildung mit Nachschaffung...

    Meiner Meinung nach ist gesundes Wachstum immer besser, als erzwungenes schnelles Wachsen

    Naja, zur Qualitaet: Es sollte natuerlich zum ueberwintern reichen.... das setzt doch eine klare Untergrenze bei dem Vorgang. Eine Obergrenze setzt dann das gesetzte Ziel maximaler Vermehrung...

    Insofern wuerde ich Ueberwinterungsfaehigkeit mit gesundem Wachstum gleichsetzen. Oder koennt Ihr Eure Voelker in einem anderen Sinn zum Wachsen zwingen?

  • Mit Rase stimme ich ueberein, das ganze ist aufwaendig - wenn man es wie Guth macht (sagt er auch selbst).

    Trotzdem komme ich mit seiner Technik nicht auf mehr als aus 1 mach 6. Ich verstehe sowieso in seinem Vortrag rein rechnerisch nicht, wieso bei Ihm die Ableger (zwei Waben) nach 24-30 Tagen wieder ueberquillen. Laut meiner Rechnung schluepfen da erst die ersten Bienen der neuen Koenigin. Aber villeicht verstehe ich das ja miss.... Am fuettern kann es ja nicht liegen, da das Legeverhalten der Jungkoenigin ja nach 30 Tagen beim Volkaufbau noch nicht eingeht-es ist ja lediglich die Brut geschluepft, die man dem Ableger mitgegeben hat. Versteht das jemand?


    Jos setzt bei der Bildung der Ableger eine begattete Königinn dazu, das ist die Voraussetzung das die schnell Gas geben und das so schnell läuft. Steht auch irgendwo in dem PDF. Wo die Herkommt sagt er nicht, aber kannst im Prinzip selber ziehen mit Starter + (Finisher/Brutschrank) + Begattungskästchen oder auch einfach zukaufen. Die benötigte Anzahl lässt sich ja ganz gut planen....


    Einfacher:

    Was ich bei zwei (nachziehwürdigen) gemacht habe war glaube ich auch ganz brauchbar:

    Wirtschaftsvolk, von der Stärke gefühlt kurz vor Schwarmstimmung.

    Kö-Ableger gemacht. Nach 4/5 Tagen alle verdeckelten Weiselzellen im Restvolk gebrochen. Nach einer weiteren Woche aufgeteilt in Restvolk mit einer BW + Zelle und 4 Ableger mit je 1 BW + Zelle. Ist ein aus 1 mach 6. Übrige Zellen hätte ich noch mit anderen Brutwaben verwerten können.

    Den Kö-Ableger und das Restvolk könnte ich vermutlich im Juni nochmal um Bienenmasse für einen Ableger beklauen oder im Juli per TBE Bienenmasse klauen um mit Begatteten Königinnen Kunstschwärme zu machen.

    Also in Summe aus 1 mach 7 und das ganze mit überschaubarem Aufwand ohne separate "Königinnenzucht".


    Nächste Stufe wäre dann vermutlich Sammelbrutableger mit Zuchtlatte oder Starter/Finisher. Wenn man z.B. 10 Völker hat kann man da gut 5+ Serien Ansetzten von Anfang Mai bis Ende Juni. Gibt dann halt weniger Honig, je nachdem wie viele man dann wirklich macht. Königinnen gehen pro Durchgang ca 15 Stück - Sind dann 75+ Königinnen. Erstmal in Kleinstvölker (1BW aus dem SBA oder 300g Bienen) setzen zum Begatten.

    Erste Verstärkung der kleinst-Völker könnte man zur Honigernte machen.

    Dann wäre dann eine TBE der WV praktisch. Die Bienenmasse aus den Sammlern kann dann zum Verstärken verwendet werden.

    Man wird dann irgendwo bei "aus 1 mach 7+" landen. DAS klingt dann aber auch schon ordentlich Arbeit.

  • Jos setzt bei der Bildung der Ableger eine begattete Königinn dazu, das ist die Voraussetzung das die schnell Gas geben und das so schnell läuft. Steht auch irgendwo in dem PDF. Wo die Herkommt sagt er nicht, aber kannst im Prinzip selber ziehen mit Starter + (Finisher/Brutschrank) + Begattungskästchen oder auch einfach zukaufen. Die benötigte Anzahl lässt sich ja ganz gut planen....


    Ok, habe grade nachgelesen. Verwendet wohl eine Schlupfreife Zelle. Ist in der Tat ein wenig optimistisch, das die nach 30 Tage überquillen

    (Arbeitet hier eigentlich jemand nach dem Verfahren? )

  • @Rene: Was die Methode von Jos angeht: Ich habe damit letztes Jahr ca. 100 Ableger gebildet.

    Das mit dem Überquellen verstehe ich wie gesagt auch nicht. Er arbeitet mit Dadant und zwei Brutwaben im Ableger. Der Kasten ist nach dem Auslaufen der Brut also auf sechs Waben belegt, plus die mitgebrachten Bienen. Und da ist nun mal Ende der Fahnenstange (egal ob Füttern oder nicht). 10 Tage bis zur Begattung-da schlüpft nunmal nix nach weiteren 20 Tagen... Vielleicht ist er einfach so schwache Ableger gewohnt, daß das für Ihn schon voll ist...


    Dass man aus starken Völkern wie Du vorschlägst 7+ Ableger bekommt ist mir schon einleuchtend. Ich hab Völker auf 10 Waben Brut (Dadant), mit Einwaben-Ablegern bekommt man da auch 10 raus. Aber die Idee ist ja gerade bei Jos nur mit Ablegern zu arbeiten - und da wird das eben nichts.

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  • Seltsame Aussage:

    Es sollte natuerlich zum ueberwintern reichen...

    Ich will starke Völker einwintern, nicht so, dass es "reicht". Völker, bei denen es "gereicht" hat, fallen zur Frühtracht aus.

    Versteht mich nicht falsch. Ich möchte das genauso. Aber an dieser Stelle würde ich gerne verstehen, was an dem Gerede von aus 1 mach 10 dran ist. Ob ich es dann so machen würde, sei dahingestellt.

    Der Ausfall bei der Frühtracht stört mich bei der Betrachtung dementsprechend überhaupt nicht. Jos z.B. spricht ja von "Betrieb ausserhalb der Wirtschaftsvölker", ob man dann (startend am Saisonbeginn mit Ablegern und unter Verzicht auf jedwegen Honigertrag) aus 1 eben 10 machen kann, würde ich gerne verstehen.

    Ich kanns nicht! Eben weil ich auch lieber stark einwinter.....aber ich gehe eben davon aus, das Jos die im Juli/August (mit zwei Waben!!!!) gebildeten Ableger irgendwie überwintert, sonst wäre das ganze ja sinnlos. Wegschmeissen hätte da ja mehr Sinn als Ableger zu bilden, die es nicht durch den Winter schaffen.

  • Machbar ist das aus 1 mach 10 sicher. Das, was ich die letzten Jahre von den Bienen gelernt habe ist, dass sie es schon immer wieder richten. Es ist fast egal, was ich für einen Quatsch da hinter der Beute mache - sie kämpfen und wurschteln sich irgendwie schon durch. Ob der Bien es bei 1 mach 10 leicht hat, sei dahingestellt.

    Wenn ich mal groß bin, will ich auch Imker werden...