Vorstellung als Jungimker (Zander & Dadant)

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    ich bin nicht nur ein neues Mitglied im Kreise der Jungimker unseres Imkervereins, sondern auch ein neues Mitglied hier im Imkerforum.

    Aus anderen Foren kenne ich es so, dass man sich kurz vorstellt (wenn man mag). Das möchte ich hiermit gerne tun. Ich hoffe es ist an dieser Stelle im Forum nicht völlig falsch.


    Ich bin Philipp, gehe auf die 30 zu und habe seit gestern (18.05.2020) nun endlich meine eigenen Bienen im Garten. Ich wohne im Raum Limburg a.d. Lahn und bin überglücklich, dass es nun endlich so richtig losgeht. Gerade im Moment (Corona) ist man um jedes Hobby dankbar, was einem gute Laune bereitet.


    Gestartet habe ich mit einem Ablegerkasten und folgendem Inhalt:

    3x Brutwabe mit aufsitzenden Bienen mit Brut & Futter

    1x Mittelwand

    1x Futterwabe


    Eine der oben genannten Brutwaben hatte auch schon eine geschlossene Weiselzelle aufsitzen.

    Neben den oben genannten Waben wurden noch etwa 3 Honigraumwaben (bzw. deren Bienen) in den Ablegerkasten geschüttelt.


    Dieser Ablegerkasten steht nun, wie unten zu sehen, auf meinem Bienenstand im Garten. Die daneben befindliche Zanderbeute ist leer und soll das spätere Heim bilden.


    Damit kämen wir auch schon zu meiner ersten Frage:

    Wann kann/soll ich den Ablegerkasten zum ersten Mal öffnen und einen ersten prüfenden Blick auf die Waben werfen und wann soll ich den Umzug in die normale Zanderbeute vornehmen?

    Heute konnte ich beobachten, dass die Bienen fleißig vor dem Eingang stehen und Luft fächern. Kann es sein, dass es in dem Ablegerkasten zu warm wird? Immerhin hat er ja kein Lüftungsgitter von unten.

    Ich freue mich auf Eure Hilfe und eine gemeinsame spannende (Foren)Zeit.


    Viele Grüße

    Philipp

  • Herzlich Willkommen im Forum, Philipp!


    Wann kann/soll ich den Ablegerkasten zum ersten Mal öffnen und einen ersten prüfenden Blick auf die Waben werfen und wann soll ich den Umzug in die normale Zanderbeute vornehmen?

    Ich würde gute 14 Tage vergehen lassen bevor du den ersten Blick in deinen Ableger wirfst. Bis dahin kannst du deine Anfänger-Neugierde sicherlich neben dem Lesen im Forum und in Büchern auch mit Fluglochbeobachtung etwas in den Griff zu bekommen versuchen. Und ja, ich weiß wie verdammt schwierig das sein kann. :wink:

    Mach` dir in dem Zusammenhang, ggfs. zusammen mit (d)einem Imkerspaten, so denn vorhanden, auch schonmal direkt Gedanken darüber, was konkret du beim o. g. "Kontrolltermin" a) zu sehen und erkennen erwartest und was du b) tun möchtest - Stichwort Oxalsäure sprühen.


    Den Umzug solltest du vornehmen, wenn der Ableger den Kasten richtig füllt, d. h. alle Wabengassen wirklich flächig besetzt sind und wenn auf mehreren Waben flächig verdeckelt Brut ist. Früher geht durchaus auch, später kann in Richtung Schwarm aus Platzmangel schief gehen.

    In dem Zusammenhang: Nichts übereilen und vorher nachdenken / -fragen!


    Kann es sein, dass es in dem Ablegerkasten zu warm wird? Immerhin hat er ja kein Lüftungsgitter von unten.

    Das wird sogar so sein, allerdings kriegen die Bienen das mittels der zu erahnenden Fächelei für gewöhnlich ganz gut selber in den Griff. Ruhig Blut!


    Schöne Grüße und viel Freude mit den Damen!

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Vielen Dank für deine ausführliche Antwort Patrick!


    Bezüglich der Lüftung: Ich habe die Möglichkeit den Fluglochverschluss noch oben zu drehen. Damit würde ich ein ca. 6cm großes, mit feinem Drahtgitter verschlossenes, Loch freilegen ohne das Flugloch zu beeinträchtigen. Sollte ich das zwecks Belüftung vielleicht tun?


    Danke & Gruß

    Philipp

  • Herzlich willkommen,


    sieht ja gut aus, nur würde ich dem Ablegerkasten eine Regendichtes Dach spendieren!


    Zu Deinen Fragen:


    Hast Du eine begattete Königin im Ableger, oder müssen die sich erst noch eine Königin "basteln"?

    • Wenn dort eine legende Königin drin ist, dann würde ich den Ablger mindestens 10 Tage, besser 2 Wochen in Ruhe lassen und nicht öffnen. Danach vorsichtige Kontrole auf Brut in allen Stadien und dann kannst Du sie auch in die Zaderbeute geben und neue Mittelwände reinhängen. Aber die Zanderbeute auf den gleichen Platz stellen, den jetzt der Ableger hat.
    • Wenn sie sich erst noch eine Königin "basteln" müssen, dann würde ich erst wieder in 4 Wochen nachsehen und auf Stifte kontrollieren. Nach weiteren 2 Wochen kannst Du sie dann auch in die Zaderbeute geben und neue Mittelwände reinhängen. Aber die Zanderbeute auf den gleichen Platz stellen, den jetzt der Ableger hat.

    Den Umzug solltest du vornehmen, wenn der Ableger den Kasten richtig füllt, d. h. alle Wabengassen wirklich flächig besetzt sind und wenn auf mehreren Waben flächig verdeckelt Brut ist

    Richtig, aber bei 3 Brutwaben und legender Königin wird das sehr bald der Fall sein.


    Hast Du denn einen Imkerpaten? (Bitte fülle auch Dein Profil aus und bei beiden Wohnorten was reinschreiben!)


    Sollte ich das zwecks Belüftung vielleicht tun?

    Würde ich nicht machen.



    Gruß

    Franz


    P.S.: Sorry für den Doppelpost, Patrick war schneller!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von FranzXR ()

  • Auch dir vielen Dank für die ausführliche Antwort.
    Ein Imkerpate (wenn man es so nennen kann) ist vorhanden.


    Eine Königin ist nicht im Kasten. Nur 3x Brut + eine anhaftende Weiselzelle.


    Dann übe ich mich mal in Geduld und warte Minimum 2-4 Wochen ab 👍🏻

  • Hallo zusammen,

    was würde denn in 2-4 Wochen bei der ersten Durchsicht alles wichtig sein?


    Auf meiner gedanklichen To-Do Liste steht bis jetzt:

    - Suche nach Königin

    - Generelle Beurteilung der Waben und Aufteilung Brut, Futter, Pollen, Ausbauzustand Mittelwand


    würdet ihr schon eine Varoa Behandlung durchführen? Meine aktuelle Idee ist: Umzug in die große Beute in ca. 4 Wochen und dann direkt eine Behandlung mit Apilife Var.


  • würdet ihr schon eine Varoa Behandlung durchführen? Meine aktuelle Idee ist: Umzug in die große Beute in ca. 4 Wochen und dann direkt eine Behandlung mit Apilife Var.

    Nein. Eine prophylaktische Varroabehandlung geht im Zustand der Brutfreiheit bzw. bei ausschliesslich unverdeckelter Brut. Dann sind organische Säuren das Mittel der Wahl und nicht Apilife.

  • Moin Philipp!


    Bezüglich der Lüftung: Ich habe die Möglichkeit den Fluglochverschluss noch oben zu drehen. Damit würde ich ein ca. 6cm großes, mit feinem Drahtgitter verschlossenes, Loch freilegen ohne das Flugloch zu beeinträchtigen. Sollte ich das zwecks Belüftung vielleicht tun?

    Nein. Schlicht nein. Kein Gefummel, kein Gefriemel. Die Bienen haben sich auf die jetztige Belüftungssituation eingestellt und werden der ziemlich sicher ziemlich problemlos Herr.

    Warum aus meiner Sicht noch "nein": Ein offenes Gitter duftet bzw. lässt mehr Duft nach draußen als ein kleines aber feines Flugloch und bei der kleinsten Trachtlücke hat der Ableger ggfs. ein absolut vermeidbares Problem, da o. g. Duft durch`s "große" Gitter Spürbienen anderer Völker anlocken könnte.


    was würde denn in 2-4 Wochen bei der ersten Durchsicht alles wichtig sein?

    1. (innere) Ruhe

    2. Zeit, ohne -druck

    3. ein über die Schulter schauender, anleitender und erläuternder Imkerpate


    Auf meiner gedanklichen To-Do Liste steht bis jetzt:

    - Suche nach Königin

    - Generelle Beurteilung der Waben und Aufteilung Brut, Futter, Pollen, Ausbauzustand Mittelwand

    Klingt grundsätzlich vernünftig.

    Bevor du dich aber auf die Suche nach einer jungen, ungezeichneten und ggfs. noch hektisch über die Waben sausenden Jungkönigin versteifst, such nach Stiften, die unten mittig in den Zellen stehen / liegen. Schau weiterhin nach, ob das Brutnest vorbereitet ist, sprich ob mittig in den Waben Bereiche mit glänzend geputzten, leeren Zellen sind. Versuch` einzuschätzen ob die Bienen ruhig sind - als Anfänger m. E. fast unmöglich vor lauter eigener Aufregung und Reizüberflutung, daher der empfohlene erfahrene Imker an deiner Seite.

    Relevant könnte ergänzend und je nach Trachtsituation vor Ort auch ein genauerer Blick auf die Futtersituation im Ableger sein, sprich die Waben sollten schon noch einen Futterkranz haben, nicht aber randvoll getragen worden sein. Stichwort bald einsetzende Lindentracht, welche durchaus immense Einträge mit sich bringen kann, auch bei kleinen Einheiten.


    Meine aktuelle Idee ist: Umzug in die große Beute in ca. 4 Wochen und dann direkt eine Behandlung mit Apilife Var.


    +/- 4 Wochen könnte passen, hängt aber wie erwähnt von der Bienenmasse im Ableger ab. Eine dann legende Jungkönigin vorausgesetzt. Sollte die dann nicht definitiv da sein, erübrigt sich der Umzug.

    Statt ApiLifeVar zur durchaus sinnvollen Behandlung zitiere ich mich mal selber mit

    Stichwort Oxalsäure sprühen.

    und wiederhole das hiermit gerne nochmal. Das entsprechende Präparat kann man käuflich erwerben und es macht bei sachgemäßer Anwendung auch keine Probleme. Auch hier könnte der Imkerpate vor Ort helfen.


    Sonnige Grüße

    Patrick


    P.S.:

    Ein ehrlicher und gut gemeinter Rat noch: Hab` keinerlei Hemmungen, deinen Paten die o. g. Punkte zu fragen, auch wenn er / sei / es vielleicht komisch und / oder verständnislos schaut.

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Seit heute beobachte ich den ersten ordentlichen Polleneintrag. Könnte das schon auf das Vorhandensein einer KÖ schließen? Wir haben den Ableger ja vergangenen Montag mit fertig verdeckelten Weiselzellen gebildet.

  • Hallo Käpten !:)


    Polleneintrag ist auf jeden Fall schonmal gut, bedeutet aber nicht zwingend, das die KÖ schon geschlüppft ist.

    Die tragen auch Pollen bei Weiselosigkeit ein.

    Hört sich soweit gut an, versuche noch Ruhe zu bewahren( ich kenne diese UNRUHE bei mir leider auch )...

    Vergnüg dich mit Fluglochbeobachtung, ist auch sehr schön.

    Mach dir n kühles Getränk auf und grins in dich rein....wirklich, hört sich soweit toll an, habe bei einem Volk momentan fast die gleiche Situation..

    LG

    Martin