• Nachdem hier schon die "Horror"-Meldungen über Lindenblüte verbreitet werden, habe ich mal mein Orakel mit neuen Wetterdaten gefüttert. Bei einer GLT von 1200 für die Sommerlinde prognostiziert es mir den 15.6.-29.6.2020.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Nachdem hier schon die "Horror"-Meldungen über Lindenblüte verbreitet werden, habe ich mal mein Orakel mit neuen Wetterdaten gefüttert. Bei einer GLT von 1200 für die Sommerlinde prognostiziert es mir den 15.6.-29.6.2020.


    Liebe Grüße Bernd.

    Oh man, musste ich googln, aber als erstes erschien ein Plattenspieler von Technics GLT 1200 ;)


    Aber wo holst Du dir die Werte her? Auf den üblichen Wetterseiten finde ich nix :/

    Da gibts dann bestimmt auch Richtwerte für andere Planzen ? Kirschblüte usw. ?

    Kennt Ihr diese Seite?

    https://www.trachtfliessband.de/


    Nur der Rabs ist da nicht drin :/

  • Mein Auto war heute morgen schon mit Lindenkleberspritzern übersprüht - unsere Linden warten demnach wohl nicht bis Mitte Juni ^^

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Meldung 28207 Bremen: Lindenblüten noch kleiner als Stecknadelkopf - das dauert bestimmt noch 2 Wochen (gemäß meiner unqualifizierten Schätzung

    Meldung 27356 Rotenburg: Lindenblüten schon größer als Stecknadelkopf - das dauert noch circa 1 Woche (Qualität der Schätzung siehe oben :) )


    So oder so - Zeit die Honigräume wieder zusammenzusuchen und parat zu haben.

    Imkerei-Silberbiene

    Aus Freude an den Bienen / Honig aus Rotenburgs Gärten

  • Auf die Gefahr hin, mich als Depp zu outen: Warum ist der Regen so erwähnenswert in Bezug auf die Linden?

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Regen ist generell erwaehnenswert, denn der Nektar enthaelt 20 bis 95 % Wasser

    Geht es dabei dann darum, dass er für die Bienen leichter erreichbar ist, wenn er feuchter ist, oder geht es darum, dass er bei hoher Feuchtigkeit zu pladdernassem Honig führt der in die Waben eingelagert wird und dann länger zum trocknen braucht?

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Auf die Gefahr hin, mich als Depp zu outen: Warum ist der Regen so erwähnenswert in Bezug auf die Linden?

    Neben dem Effekt, dass die Linde über die Wurzeln gut mit Wasser versorgt sein möchte, um zu honigen, gibt es m.W. noch einen anderen Mechanismus:


    Bei sehr trockener Witterung können die Bienen den Honigtau, der als klebriger Film auf den Blattoberflächen sichtbar ist, nicht oder nur sehr schwer aufnehmen. Regen verdünnt den Honigtau so, dass die Bienen ihn gut aufnehmen können.


    Gestern hat es bei uns seit langer Zeit endlich wieder etwas geregnet. Der beschriebene Effekt ist sehr schön am Gewichtsverlauf der Stockwaage, auf der ein nur mittelstarkes Volk steht, erkennbar:


    Lindentracht.jpg


    • 3 Tage lang (grün, violett, gelb) nur geringe Zunahmen im Bereich 0,5 kg
    • Gestern (rot) nach etwas nächtlichem Regen den ganzen Tag über deutliche Zunahme von insgesamt 1,7 kg
    • über Nacht (blau) stetige Abnahme - die Bienen trocknen den feuchten Honigtau vom vergangenen Tag. Heute ist es mit nur 13°C recht kühl, daher noch kein Bienenflug.

    Bei starkem, intensivem Regen kann es allerdings auch passieren, dass der Honigtau komplett von den Blättern gewaschen wird, ebenso wie deren Erzeuger. Das ist dann doof.


    Schöne Grüße aus dem Süden

  • Guten Morgen zusammen!


    Auf die Gefahr hin, mich als Depp zu outen: Warum ist der Regen so erwähnenswert in Bezug auf die Linden?

    Du outest dich keinesfalls als Depp: Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.


    Es ist (speziell?) bei der Linde halt so, dass

    Man sagt, das Linden nasse Füße mögen, um gut zu Honigen.

    und

    Regen ist generell erwaehnenswert, denn der Nektar enthaelt 20 bis 95 % Wasser

    , allerdings ist diese Aussage meinem Verständnis nach nicht explizit auf die Linde gemünzt.


    Geht es dabei dann darum, dass er für die Bienen leichter erreichbar ist, wenn er feuchter ist, oder geht es darum, dass er bei hoher Feuchtigkeit zu pladdernassem Honig führt der in die Waben eingelagert wird und dann länger zum trocknen braucht?

    Ich bin der Überzeugung, dass es darum geht, dass jedwede Pflanze zum Honigen erstmal eine für sie ausreichende Wasserversorgung benötigt.

    Ob der Nektar dann feuchter oder trockener ist hängt m. E. dann wiederum von zahlreichen anderen Faktoren ab, unter Anderem dem Ausgangswasserwert im Nektar, dem Wetter, hierbei insbesondere auch dem Wind, den jeweils sammelnden Bienen, etc.. Wobei, insbesondere Letztere haben ja in erster Linie Einfluß auf den Wassergehalt im fertigen Honig, nicht auf den im Nektar.


    Um zurück zum eigentlichen Thema zu kommen: Nach dem gemeldeten Regen könnte die hier bereits zum Teil blühende Sommerlinde entweder more or less durch sein oder aber sie gibt dann kurz und knackig Gas. Die Winterlinde hingegen sollte mit Blick auf die tagesaktuelle Prognose für die nächsten 14 Tage ziemlich sicher gut honigen.


    Gruß

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Vielen Dank, Patrick für die ausführliche Antwort! :*

    Und da bin ich jetzt doppelt froh, dass ich die Linden hinter unserem Garten auf dem Wall an die ich mit unserem Gartenschlauch dran kam gelegentlich mitgegossen habe, als es so knochentrocken war.

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."