Dunkle Biene

  • :roll: Hallo an alle!
    Gibt es Erfahrungen mit dem Varroa- Befall bei der dunklen Biene (nicht Nigra)?
    kessi

  • Antwor zu Kessi :


    Die Dunklen Bienen sind weder varroares. noch -tolerant. Sie haben jedoch einige Vorteile gegenüber anderen Rassen und zeigen einige Auffälligkeiten.
    Durch ihr Brutverhalten - im Winter setzten sie länger ganz aus und fangen ca. 4 Wochen später an; im Frühjahr und Sommer setzten sie bei "schlechtem Wetter" mit der Eilage aus - machen sie es der Varroa schwer. Die Brut der Dunklen soll weniger attraktiv sein (andere Nesttemperatur). Bei manchen Völkern findet sich nur wenige, bzw. keine
    Varroakotflecken in den auslaufenden Drohnenzellen.
    Während der Varroaentwicklungsspitze, muß bei abnehmendem Angebot und zunehmender Nachfrage (offene Zellen - Varroen), wegen des Invasionsdruckes, wie bei allen anderen Bienen behandelt werden.
    Mit herzlichem Imkergruß
    Gerhard Glock

  • Hallo Gerhard, Du schreibst oben, das die dunkle Biene bei schlechten Wetter ihre Bruttätigkeit unterbricht. Diese Eigenschaft ist mir aber eher von der Carnica bekannt. Von der Mellefera ist mir bekannt, das sie auch bei schlechten Wetter durchbrütet. Wenn ich da falsch informiert bin, schreibe es mir bitte, damit dieses Mißverständnis evtl. ausgeräumt werden kann. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo alle miteinander,


    ich war diese Woche auf Lehrgang Bienenkrankheiten vom Mayener Bieneninstitut. Dr. Otten stellte darin eine Grafik vor einer Vergleichsuntersuchung von Carnica-, Mellifera- und Ligustica-Bienen.
    Keine dieser untersuchten Bienenrassen ist dabei im Bezug auf Varroaresistenz oder -toleranz den anderen überlegen gewesen.
    Und wie in den gerade veröffentlichten Artikeln in den Bienenzeitungen zu lesen ist, ist die Primorski nicht die erhoffte Sofortlösung für das Varroa-Problem.


    Auf dem Lehrgang wurde empfohlen, den Varroatotenfall ganz genau zu beobachten und entsprechend und konsequent darauf zu reagieren - anders hilft halt nix.


    Für alle, die noch an Perizin glauben: In Italien gibt es schon Resistenzen auch gegen Perizin!


    Gruß
    Helmut

  • Hallo Lothar,
    bei der Carnica ist mir dies eher als Einschränkung noch in Erinnerung.
    Bei der Mellifera handelt es sich um eine ausgeprägte Anpassung einer
    sich verselbständigenden Rassengruppe.
    In einer Verallgemeinerung ist dies in der Neuausgabe "Naturgeschichte der Honigbienen Friedrich Ruttner" Seite 55 beschrieben (insges. macht mir die Behandlung des Themas dort wenig Freude).
    Meine eigenen Erfahrungen beschränken sich auf die Apis mellifera mellifera mellifera und die Apis mellifera mellifera nigra.
    Auf die Volksstärke und den Honigertrag hat dieses Verhalten keinen erkennbaren Einfluß, weil dies durch einen hohen Anteil an "Winterbienen"
    über die ges. Brutsaison überbrückt wird.
    Insges. kann man sagen, daß die Dunkle mit ihren Futtervorräten sehr
    haushälterisch und mit ihren Eiweißreserven sehr vorsichtig umgeht.
    Eine Schwarmkontrolle ist bis zu 3-jährigen Königinnen nicht notwendig.


    Mit herzlichem Imkergruß
    Gerhard

  • Hallo Gerhard, so kenne ich die dunkle Biene auch aus Beschreibungen. Was ich noch an ihr besonders positiv empfinde, ist, das sie ein weitaus größeres Pollenspektrum sammelt wie die Carnica. Daraus könnte man schließen, das sie besser an unsere Verhältnisse angepasst ist, und die Carnica bei uns mehr eine Biene für Massentrachten ist. Leider kenne ich die dunkle Biene nur als "genetische Begleiterscheinung" in der Landrasse. Muss mich mal dringend um gute, echte A. m. mellifera bemühen. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

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