Ausbruch der AFB

  • Hallo,
    ich habe im Februar in einem toten Volk die AFB festgestellt.
    Die Laboruntersuchung war positiv.
    Heute ergab die örtliche Untersuchung durch den Kreistierarzt,dass weitere 3 Völker positiv sind. 1 Volk war o.k.
    Alle Völker habe ich (kein Flugbetrieb) abgetötet.
    Wer hat schon die AFB gehabt?
    Wie können die Sporen bekämpft werden, um im Mai/Juni
    wieder mit Ablegern beginnen zu können?


    Beste Grüße von Drohne

  • Hallo Drohne,
    Das abtöten der völker genügt nicht, alle dinge die du zum imkern benötigst müssen desinfiziert werden.
    Du darfst nichts vergessen, besen,rähmchen, eingelagerte rähmchen,
    usw. Du musst wirklich sehr gewissenhaft arbeiten. Am besten sind immer neuanschaffungen, das alte infizierte material musst du als sondermüll abgeben oder verbrennen. Holzbeuten werden abgeflammt, auch da musst du alles alte wachs oder den kitharz enfernen da die flamme sonst
    nicht das holz erreicht. Vergiss nicht die rähmchenträger zu entfernen da auch darunter sporen sein können. Das wachs musst du deklarieren und evtl. kannst du ihn dann abgeben in einem dichten plastiksack. Eine erneute untersuchung musst du nach 3-6 monaten abgeben, frag dein vet.amt. Kuststoffbeuten werden mit äznatron (natriumhydroxid)abgelaugt. Es ist bestimmt nicht einfach für dich aber du musst umbedingt
    sehr gewissenhaft arbeiten.
    Soltest du noch fragen haben mail einfach.
    Mit imkerlichem gruß
    Andreas Hoppe

  • Hallo Kollegen,


    warum eigentlich alles abtöten ? was ist wenn Du zu den glücklichen gehörst die im Bestand ein oder zwei Völker hast die mit der AFB zurecht kommen, die hättes Du dann auch vernichtet. Oder gehst Du davon aus daß alle deine Völker die gleiche Genetische basis haben ?
    Ich denke eine alternative sollte sein: die besten Völker über den bekannten Kunstschwarm + wachsstreifen + x Tage etc. sanieren zu versuchen. Ist dir jedoch das risiko zu Gross dann gibt es nur eins alles abtöten, alles renigen oder verbrennen und neuanfangen.
    Ich habe mich übereden lassen auch alle meine Völker zu töten, dies würde ich niemals wieder tun.
    Im übrigen gibt es aus dänmark sehr interessante berichte darüber daß völker die sehr hoch belastet sind selber ind der Lage waren sich zu heilen, ich glaube der Verfasser war Frau C. Brødsgaard.


    MfG
    Dante

  • Hallo,
    das hängt aber sehr vom Kenntnisstand des Amtsveterinärs ab! Die meisten kennen das Kunstschwarmverfahren nicht mal, sondern haben immer nur "Abfackeln" in der Birne!
    Da ist ein Punkt, wo man dran arbeiten muß...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hallo sabine,
    Das sanieren über den kunstschwarm hängt von der sachkenntniss und der körperlichen verfassung des imkers ab.
    Bei der sanierung hast du nur 2 tage zeit um alles wieder in ordnung zu haben, dies ist für ältere vielleicht gebrechliche imker ohne hilfe bei mehreren völkern nicht zu schaffen.
    Die faulbrut ist und bleibt eine seuche mit der nicht zu spaßen ist, das abfackeln was viele amtsveterinäre im kopf habenliegt zumeist an den unzureichenden kenntnisse der imker und ist eine zu begrüßende maßnahme um nicht alle anderen imker imflugkreis zu infizieren.
    Es tut mir auch leid um die bienen aber lieber 5 völker töten als hunderte
    im nachhinein abzuschwefeln. Bei der letztlichen anordnung der vet.amtes ist auch die zuverlässigkeit des jeweiligen imkers gefragt denn ein vergessener abkehrbeesen kann alles wieder infiziern.
    Gern bin ich bereit dir noch fragen zu beantworten.
    Mit imkerlichem gruß
    Andreas Hoppe
    Bienensachverständiger

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Andreas,


    wenn man dem Problem AFB mit der Hysterie entgegen tritt die Du mit deinem Beitrag die Sachlage darstellst, dann ist es kein Wunder wenn durch Kopflosigkeit der Schaden noch vergrößert wird.
    Da trägt nur der betroffene Imker die Verantwortung???
    Bei den AFB- Fällen in Schleswig-Holstein/Hamburg waren die > Alten < in der Minderzahl!?
    Es waren eher > Leute < die eine Mark nebenbei machen wollten,
    mit Honig!
    Wir haben hier im KV einen Seuchenwart der mit viel Umsicht und Verstand, dass Problem angeht.
    Da geht es auch um Beratung, Hilfe und evt. Neuanfang!
    Wenn die AFB, Monate und Jahrelang nicht entdeckt wurde, kommt es wohl auf ein paar Tage mehr auch nicht an, wenn damit viele Kreaturen gerettet werden können.
    Wir hier bilden dann eine Gruppe, die gemeinsam dem Betroffenen zur Hand gehen, mit der Ausrüstung und dem Sachverstand unseres Seuchenwartes, der eigenhändig an der Sanierung teilnimmt.
    Und der sich nicht hinstellt und kluge Sprüche schwingt!
    Da, wird nichts vergessen!
    Der gute Mann ist sogar Landesweit in Aktion und wer bei ihm, nach der AFB, die Imkerei aufgibt, der hat sie auch schon vorher aufgegeben!
    Viele Anfänger, haben sich durch ihn, mit gebrauchten Gerätschaften und sogar Völkern, billig eindecken können.
    Und jetzt kommt mir nicht wieder mit paradiesischen Zuständen, vielleicht sind wir Norddeutschen ja nicht nur Titel- oder Pöstchengeil!
    Wir reden nicht so viel, wir handeln eher….
    Aber mit Verstand!

    Ich wünsche Euch viele gesunde Bienen!


    Margret

  • Hallo Margred,
    Auch ich bin ein imker der mit sachverstand und ruhe an probleme rangeht. Dennoch haben wir es bei der AFB mit einer Seuche zu tun die wir nicht schönreden dürfen.
    Eine Sanierung von völkern strebe ich immer an,aber eben nur wenn diese auch möglich ist.
    Der imker der sie entdeckt und meldet hat schon sehr verantwortungsbewust gehandelt.
    Wie kann ein schaden vergrößert werden wenn er konsequent behoben wird. Sind es nicht auch oft diese lieben kollegen die durch wabenaustausch untereinander die seuche verbreiten, die ohne gesunheitsausweis völker verkaufen,verstellen oder sogar wandern.
    Die imker die eine schnelle mark mit ihrem honig machen wollen können auch sauber und ordentlich arbeiten. Es sind meist offene honiggläser aus dem supermarkt (Importhonig) die unsere Bienen in der mülltonne oder auf den deponien finden und auslecken.
    Die älteren kollegen die nicht mehr so rüstig sind können allein die arbeit nicht schaffen da es über ihre kräfte geht, sie benötigen hilfe!
    Ist diese hilfe gewährleistet steht nichts einer sanierung im wege.
    Das ist keine Hysterie die ich verbreiten will sondern realität, margred!
    MIt imkerlichem gruß
    Andreas

  • Hallo Drohne!
    Ich habe voriges Jahr nach der AFB auch von vorn anfangen müssen. Es tut mir leid für dich. Ich musste 4 Völker abtöten und hatte gerade erst mit der Imkerei angefangen. Das war hart.
    Du schreibst, der Kreistierarzt hat festgestellt, dass weitere drei Völker positiv sind. Bei der AFB wird unterschieden in Sporenbefall und in klinische Symptome. Was wurde bei diesen drei Völkern festgestellt?
    Wenn die AFB klinisch ist, dann ordnet der Amtstierarzt die Abtötung an. Sind die Völker von Sporen befallen kann saniert werden.
    Bitte reinige wirklich alles sehr gründlich! Vergiss nichts! Abkehrbesen sollte man nicht desinfizieren, sondern gleich vernichten.
    Die Sporen können sich rasend schnell vermehren. Das ist das Schlimme an der Faulbrut.
    Allerdings können Bienen mit einem guten Putztrieb damit fertig werden. Meine Vereinsvorsitzende hat mir damals von einem Beitrag im Bienenjournal erzählt. Da wurde irgendwo mal ein Versuch gemacht, bei dem in ein gesundes Volk ein faulbrutverseuchtes Stück Wabe von etwa 10cm x 10cm in eine „gesunde“ Wabe eingesetzt wurde. Die Bienen haben dieses Stück Wabe entfernt und sind nicht an der Faulbrut erkrankt.
    Alles Gute und halt die Ohren steif
    Gabi

  • Hallo Imker,


    herzlichen Dank für die vielen Hinweise zur Bekämpfung der AFB
    auf meinem Bienenstand.
    Ich imkere seit 15 Jahren in einem umgebauten Bauwagen (5m lang)
    mit Magazinen.Im Sommer kann ich mit Ablegern 12 Völker aufstellen.
    Die Zargen enthalten 8 Waben im DNM. Überwintert wird mit max.6 Völkern in 2 Zargen. In diesem Winter hatte ich 5 Völker.
    Auf Wabenerneuerung habe ich immer großen Wert gelegt.( im letzten Jahr 100 neue Rähmchenmit Mittelwänden ausgebaut ). Als Standimker bin ich zum ersten Mal mit der AFB konfrontiert. Gesicherte Ursachen habe ich nicht. Es fehlen auch noch die Untersuchungen in meinem Faulbrutbezirk.


    Bei der bakteriologischen Untersuchung des Honigs wurde massenhaft
    Paenibacillus larvae isoliert und in allen 5 Völkern konnten
    einzelne Zellen mit fadenziehender Masse und viele Zellen mit Schorf
    gesichtet werden.
    Die Kunstschwarmbildung habe ich verworfen,da das zu erwartende
    Gewicht von 2,5 Kilo Bienen nicht erreicht wird.(Bienen von 4 Völkern).
    Der Reinigungsflug war montags am 10.3.,in diesem Jahr sehr spät.
    Demzufolge hatten die Völker sehr wenig Brut in allen Stadien,Stifte ca.30%.


    Bisher habe habe ich tlw. mit der Sanierung begonnen :


    - 4 Völker abgetötet (1 Volk war bei Verstellung leer)
    - 64 Futterwaben tlw. mit Brut ausgeschnitten und vergraben
    - Bienenwagen ausgeräumt( Magazine auf Balkenlage )
    - Fußboden und Wände gesäubert, dann abgeflammt. (Propangas,Flachdüse 5 cm)
    - Balkenlage abgeflammt
    - Hohe Böden,Zargen und Deckel gesäubert und abgeflammt


    Heute habe ich eine Pause eingelegt.Wieder sehr kaltes Wetter +3°C.
    Es erwarten mich noch einige Sanierungsarbeiten.
    Von Reservewaben und Rähmchen war noch nicht die Rede.
    Wie würdet Ihr,liebe Imkerfreunde, weiter vorgehen?


    Ich will auf jeden Fall wieder mit Bienen beginnen.
    So wie ich sorgenfrei und mit viel Freude seit 20 Jahren mit
    Bienen umgehe,das werde ich wohl nicht mehr erreichen.


    Viele Imkergrüße von Drohne.

  • Hallo Drohne,
    die Reservewaben würde ich auch vernichten. Du weißt nicht, wie lange die Völker schon krank sind. Wenn fadenziehende Masse vorhanden war, war die Faulbrut schon sehr weit fortgeschritten. Du kannst also schon seit einigen Jahren Sporen haben. Auch wenn sich die Sporen sehr schnell vermehren dauert es lange Zeit bis die Symptome (fadenziehende Masse, eingefallene, rissige Zelldeckel, löchriges Brutnest, einzelne stehen gebliebene Zellen) zu sehen sind.
    Sehr gut wäre noch, wenn du herausfinden könntest, wo sich deine Bienen angesteckt haben. Hast du Bienen zugekauft, Waben von einem anderen Imker bekommen? Gibt es in deiner Nähe einen verwahrlosten Stand? Fremden Honig hast du hoffentlich nicht an deine Bienen verfüttert.
    Du wirst auch wieder mit Freude imkern. Da bin ich mir sicher. Wenn erst wieder die ersten Bienchen bei dir fliegen ... :lol: .
    Ich habe damals irgendwo gelesen: „Die meisten Imker werden durch Faulbruterfahrung bessere Imker“.
    Liebe Grüsse
    Gabi

  • Also ich würde das ganz von der Erkrankung der Völker abhängig machen. Ich hatte bisher noch keine AFB :D aber ich würde mit dem Amtstierarzt eng zusammen arbeiten. Und wenn ein Kunstschwarm noch möglich ist warum denn nicht? Die meisten Imker sind im Imkerverein und ich denke wenn man sich nicht selber sicher ist kann man Sachkundige Imker hinzu ziehen!


    KEINE VÖLKER TÖTEN WENN ES NICHT NOTWENDIG IST!


    Gruß


    Alexandra

  • Hallo Alexandra!
    Nenne doch bitte einen einzigen Grund wann und warum es nötig werden sollte ein Volk zu töten!
    Gruß
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :lol:

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Hallo Klaus. Ich würde z.B. ein Volk abschwefeln, dass stark an Faulbrut oder an der Varroatose (bei etwa 40 und mehr natürlichen Milben-Totenfall pro Tag) erkrankt ist.


    Hallo Drohne. Kann Dir auch nur den Ratschlag geben, alles gut nach den Empfehlungen zu reinigen und was sich nicht vernünftig reinigen lässt wird bienensicher entsorgt. Das gilt auch besonders für Waben. Im Moment ist es hart und mühsam, aber mit Deiner eisernen Disziplin kannst Du weitgehend verhindern, dass es bei Neubeginn einen Rückfall gibt, vorausgesetzt Du findest auch die Faulbrutquelle. Ein Sachverständiger muss bei Dir, falls Du wieder Bienenvölker besitzest und bei Deinen Nachbarsimkern im Frühling eine Nachkontrolle durchführen. Ich wünsche dir viel Erfolg beim Neubeginn und Kopf hoch.