Wachs schmelzen - sinnigste Methode unter gegebenen Umständen

  • ...

    Was mir weiterhin unklar ist: warum liest man häufig, man solle das Wachs langsam abkühlen, um Risse zu vermeiden?

    Es geht nicht primär nur darum, Risse zu vermeiden, sondern um beruhigtes Abkühlen, durch das sich Verschmutzungen (Schwebstoffe, Pollenreste, Zuckerreste, etc. ) unter dem abkühlenden Block sammeln können. Risse allein könnte man durch nachträgliches Erwärmen wieder schließen, Fremdstoffe blieben trotzdem drin.

    Die kann man später einfacher vom unteren Block abkratzen oder abbürsten. Wachs ist leichter und schwimmt erstarrend oben auf. Während es abkühlt und dichter wird (im Sinne von homogenisieren, nicht verdichten!), werden dieses Fremdstoffe langsam nach unten durchgedrückt, bzw. sinken nach unten ab

  • Wo Du gerade diese Sektkühler ansprichst: Ich habe mir so einen genau für diesen Zweck gekauft. Beim ersten Mal ging das Wachs auch traumhaft heraus. Bei den Durchgängen danach saß das Wachs aber bombenfest im konischen Sektkühler und war nicht zu entfernen. Hast Du eine Idee, wie man es nach dem Erkälten da wieder sinnvoll heraus bekommt?

    Entweder in einen Eimer mit heißem Wasser stellen, oder den Sektkühler kurz mit einem Fön erwärmen.

    Wenn ich mal groß bin, will ich auch Imker werden...

  • Entweder in einen Eimer mit heißem Wasser stellen, oder den Sektkühler kurz mit einem Fön erwärmen.

    Habe bisher nur mitgelesen... Neben der maximalen Diversifizierung der Beutentypen gibt es in der Imkerei deutschlands noch das weite Feld der Diversifizierung der Wachsrezyklisierung. Hier kann sich jeder austoben, der bei den Beuten zu kurz gekommen ist. Der prinzipielle Vorgang des Erwärmen, Schmelzen, Sieben und Erkalten von Bienenwachs muss zwingend mit allen Optionen gerätebaulichen Erfindungsgeistes umgeben werden, damit die Relevanz dieser immens wichtigen Imkereiarbeit auch dem letzten Betrachter deutlich wird. Und, es muss günstig sein, das Equipment, vorzugsweise selbst durchdacht und zurechtgeschustert.


    Ja, und aller Erfindungsgeist mit folgenden Entwicklungsschritten begegnet dann der Praxis und Vieles muss optimiert werden, was neuen Ansporn hervorruft. So dreht sich das Karussell immer weiter, bis am Ende sich die Erkenntnis durchsetzt, dass der (Edel)Stahlkessel mit Lochblech nun doch die geeignetste Lösung darstellt - ist aber teuer! Kann man aber jahrzehntelang routinemäßig aus dem Lager holen, effizient nutzen, gut reinigen und wieder wegstellen. Nur der Leerstsnd und mangelnde Nutzung der vorhandenen Kapazität über Monate kratzt am Ego und der Sucht nach absoluter Effizienz...


    Und was Auffanggefäße angeht - aus einem Edelstahlwachseimer (konisch und teuer und haltbar !) fällt der erkaltete Klotz von alleine raus.


    Rainer, der sich das alles leistet und die Zeit anders verplempert ;)


    p. s. "teuer" heißt, tut einmal weh; günstig heißt oft kurze Freude an der Erkenntnis, es doch billiger hinbekommen zu haben und dann ständige Optimierung - quasi Lebensaufgabe...

  • Edelstahlwachseimer (konisch und teuer und haltbar !)

    Aber nur wenn man ihn im Imkereibedarf kauft. Sowas findet man im Landwirtschaftsbedarf (Milcheimer, Schlachteimer) für unter 20 Euro (12 Liter).

    Zum Einschmelzen ist ein einfacher Edelstahltopf gut geeignet. Die gibt es bei ebay für lächerliche Preise (sogar neu). Ich schmelze im Einkochautomaten (Wasserbad) aus. Das passt so ein 20-Liter-Topf gut hinein Auskühlen kann man das Wachs dann im konischen Edelstahleimer lassen.

    Wer über 50 Euro für einen Wachsschmelztopf ausgibt, hat nicht wirklich nach Alternativen gesucht.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Und? Was ist daran falsch?

    Wenn ich das so lese, kommt mir der Verdacht, dass du nur ein erfolgloser Bastler mit zwei linken Daumen bist. Manchen Menschen macht es einfach Spaß, sich eigenes Equipment herzustellen, weil es das so eben nicht zu kaufen gibt oder in der käuflichen Version nicht optimal ist.

    Dazu muss man aber auch ein gewisses technisches Verständnis haben, um das überhaupt zu erkennen. ....


    Ich könnte eine Optimierung des Dampfschmelzens hier in Bildern dokumentieren, von denen einige Imker profitierten, weil kein käufliches Gerät das so anbietet. Wenn ich aber solche herablassenden und zugleich dumme Kommentare lese, verkneife ich mir das und zeige es nur anderen handwerklich begabten Kollegen vor Ort, die das verbesserte (ergänzte) Gerät und ihre einfache, günstige Verbesserung zu schätzen wissen.


    Es auf den kegeligen Edelstahltopf zu reduzieren, und ihn als "must have" über den grünen Klee zu loben, zeigt, dass du dir noch nicht allzuviele Gedanken um echte Optimierung beim Wachsschmelzen gemacht hast.

  • Hi

    Jetzt sag mir doch Mal einer konkret was er für dieses Lochblech bezahlt hat. Ich hab beruflich viel mit Edelstahl zu tun und glaube einfach nicht, dass das billig zu bekommen ist. Billig ist eben auch extrem relativ. Wenn ich schon lese: Blech, Flex, anschweißen - ja schön wenn man die Einrichtung und den Platz für solche Späße hat.

    Ich hab das Lochblech Rv-4-6 von meinem Schwager, aber eine schnelle Google-Suche brigt mich dazu, dass 1,25x2,5m in 1mm 51€ inkl Märchen kosten. Da bekommt mal locker 8 Runde Stücke raus. Also Teuer ist auch anders.

    Ich habe durch die Löcher außen 3 und in der Mitte eine Schraube geschraubt, fertig war die Laube. Steht gut da.


    Das Vlies mag gut sein, vielleicht probiere ich das zusätzlich mal aus.



    Hat das bei mir ohne Isolation jetzt nur aufgrund der hohen Umgebungstemperatur geklappt oder was ist der Grund für Isolation?

    Ja, es geht darum, dass sich die von Dir beschrieben Schichten bilden können. Je langsamer Wachs abkühlt, desto besser kann der Dreck nach unten absinken.

    9 Völker Carnica, 1 Volk Buckfast in Segeberger

  • daniu  

    Zitat:

    Ich zwinge keinen, einen solchen Vliessack zu nähen, verstehe aber beim besten Willen nicht, wieso ich den Eindruck bekomme, man möchte mir das ausreden (und mich zu einem - für mich trotz vom Fach nicht sinnvoll beschaffbaren - Blech überreden möchte).

    Lieber daniu, nicht jeder der was anderes vorschlägt, möchte Dich bevormunden oder Dir was ausreden. Aber wenn ich lese dass Du die Geschichte auf Deinem Balkon veranstaltest, kannst Du vielleicht schon auch anerkennen, dass andere die das schon länger und (viel) mehr machen, da evtl. schon ihre Erfahrungen gesammelt haben. Ich dachte eigentlich, dafür ist das Forum da, um verschiedene Meinungen und Ansichten zusammen zu bringen, dass andere davon profitieren -und die für Sie passende Variante wählen können.

    Es muss ja nicht jeder die ganze Entwicklung an Fehlschlägen und Fehlkonstruktionen nacheinander abarbeiten. Die Baumärkte und auch Imkereibedarfshändler leben vortrefflich von solchen Aktionen. Wer will, darf sich doch selbstverständlich voll austoben, das verbietet Dir doch keiner.

    Aber wenn es andere gibt, die meinen dass es anders, (z.B. mit Lochblech) nachhaltiger und besser geht, sollten die das doch auch so schreiben dürfen, oder?

    Ich hab die ganze Entwicklung durch von der Plastiktonne bis jetzt alles in Edelstahl.

    Mein Fazit: Hätte ich von Haus aus in vernünftiges Material investiert, hätte ich mir beim selben Endergebnis, viel Zeit und Geld gespart. Dafür nehmen sich die erfahreneren Imker die Zeit und schreiben hier. Die hätten sicher auch was anderes zu tun, aber auch die waren froh dass man was gezeigt und erklärt bekommen hat.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Nun muss ich mich entschuldigen, ob meiner zwei linken Daumen, des fehlenden techn. Verständnis' und dann noch schnodderig vorgebrachten Unverständnis zur Optimierung - tut mir echt leid!


    Herablassend sollte es nicht klingen - eher ironisch (siehe ;)); wollte keinem zu nahe treten; habe meine Meinung zum Thema vorgebracht.


    Zur Korrektur - der konische Blechtopf, so wurde es ausdrücklich benannt, dient halt nicht dem Wachsschmelzen, sondern dem Auffangen, Erkalten und Umstülpen des Wachs'.


    Allen erfolgreichen Bastlern weiterhin viel Erfolg bei der Optimierung.

  • Es geht ums Bekritteln und Bemoppern von solchen Tüfteleien an sich, hier konkret zum prinzipiell unwichtigsten Teil der Imkerei, dem Wachsschmelzen. Das steht auch so im letzten Absatz, der wie der gesamte Beitrag nicht ironisch gemeint war... Bei mir musst du dich nicht rechtfertigen oder entschuldigen.


    War die technische Tüftelei auch nur ein kurzfristiger Erfolg, so war es dennoch ein Erfolg im Rahmen der eigenen Imkertätigkeit. Was Zeit oder eine Investition wert ist, muss jeder für sich selbst erkennen.

  • :?:

    Warum so viel Aufwand, ein Lochblech in Edelstahl sollte sich doch besorgen lassen. Oder wie Du eh schon hast, aus Holz einen Rost machen. Muss halt ab und an erneuert werden. Dachlatten mit 1 cm Abstand und los. Lass doch das Vlies den Gartenliebhabern. Um das Auskratzen kommst Du so oder so nicht drum rum.

    diese beiden Beiträge passen für mich einfach nicht zusammen. Findest Du nicht dass Du im Ersten genau das machst was Du im Zweiten kritisierst?

    Vor allem verstehe ich überhaupt nicht, warum Du meine positive Erfahrung schlecht machst. Ich hatte ausreichend negative und über die habe ich ganz am Anfang auch geschrieben. Das wäre im Sinne Deines zweiten Beitrags viel interessanter für Nachahmer. Damit lässt sich leider nicht so gut angeben.


    Zum Zweiten: genau so sehe ich es auch. Wem der Sack nicht passt, der kanns ja lassen (schreib ich jetzt aber nicht zum ersten Mal). Es gibt aber sicher.noch andere, mit ähnlich engen Platzverhältnissen. Den Tip mit dem Vlies (an sich) habe ich übrigens aus diesem thread. Die Frau Braun (von gleichnamigem Anbieter) macht einen riesen Zinnober um Ihren Superduper (teuren) Sack aus Spezialstoff für ihren noch viel teureren Superduperwachsschmelzer. Klar - der ist waschbar - das ist wohl tatsächlich was ganz gutes ... den Schmelzer an sich kann ich aber gar nicht betreiben, weil ich keinen Platz habe, wo ich sowas über längere Zeit stehen lassen könnte UND einen Stromanschluss habe.


    Und ich bleibe dabei: das Blech zu beschaffen ist nicht einfach - bis mir einer eine Quelle für EIN einigermaßen fertiges solches Blech nennt. Aus Schwarzstahl sollte es definitiv nicht sein und ich kenne keinen Baumarkt, der sowas aus Edelstahl anbietet. 51/8 EUR wäre akzeptabel (Porto dürfte nicht unerheblich sein und noch oben drauf kommen) aber ich muss dann halt 8 andere Imker finden, die auch eins wollen und ich muss in der Lage dazu sein, das Blech in Form zu bringen. Nicht jeder hat so nen Schwager, nicht jeder hat ne Flex und den Platz diese zu benutzen. Ich persönlich müsste mir selbst die Blechschere leihen/kaufen. (Wahrscheinlich ist ein anderes Problem an der Stelle, dass ich an der schweizer Grenze wohne - Handwerker haben hier alle $-Zeichen in den Augen)


    Wie jetzt schon mehrfach geschrieben wurde: sollte doch jeder das rauslesen, was für ihn passt und den Rest sein lassen.


    Grüße

  • Du schreibst, dass du viel

    Ich hab beruflich viel mit Edelstahl zu tun und glaube einfach nicht, dass das billig zu bekommen ist. Billig ist eben auch extrem relativ.

    Und ich bleibe dabei: das Blech zu beschaffen ist nicht einfach - bis mir einer eine Quelle für EIN einigermaßen fertiges solches Blech nennt. Aus Schwarzstahl sollte es definitiv nicht sein und ich kenne keinen Baumarkt, der sowas aus Edelstahl anbietet. 51/8 EUR wäre akzeptabel (Porto dürfte nicht unerheblich sein und noch oben drauf kommen) aber ich muss dann halt 8 andere Imker finden, die auch eins wollen und ich muss in der Lage dazu sein, das Blech in Form zu bringen. Nicht jeder hat so nen Schwager, nicht jeder hat ne Flex und den Platz diese zu benutzen. Ich persönlich müsste mir selbst die Blechschere leihen/kaufen. (Wahrscheinlich ist ein anderes Problem an der Stelle, dass ich an der schweizer Grenze wohne - Handwerker haben hier alle $-Zeichen in den Augen)

    Du hast viel mit VA zu tun, und kennst keinen, der Dir nen halben qm auf nen Laser wirft, und mitgibt?

    Bei uns im Ort gibts nen Stahlhändler, der hat früher nur Schwarzstahl gemacht, jetzt hat er auch VA im Programm. Ich weiß nicht, ob er auch Teile verkauft, aber unser Ort ist nicht groß, das wird es in anderen Orten auch geben.


    Aber davon mal ab. Ist das bei diesen Basteleien nicht immer so? Da gibts einen, dessen Schwager kann Lochblech lasern, der andere kennt wen mit nem 3D Drucker, der 3. kann Elektronik und baut sich ne Stockwaage selbst, dann ist da noch einer, der Massenweise Paletten für lau bekommt, und sich seine Beuten daraus bastelt. So ist das halt, was der eine für lau bekommt, muss der andere teuer bezahlen. Ich finde Deine Lösung gut, und werde mir überlegen, ob ich mein Sieb um ein Vlies ergänze. Andere haben andere Lösungen, weil sie andere Mittel zur Verfügung haben, oder schlechte Erfahrungen mit anderen Varianten gemacht haben. Thats life.

    9 Völker Carnica, 1 Volk Buckfast in Segeberger

  • Hi,


    nochmal: hab mich nie beschwert, dass jemand mein Vlies zu umständlich findet, ich hab mich lediglich an der Art, wie mein Vorschlag niedergemacht wurde gestört.

    Und dann hatte ich angemerkt, dass das Lochblech für einzelne Menschen schwer zu beziehen ist. Das Vlies kann sich jeder kaufen, jeder hat ne Mutter oder kann sich - jetzt aber wirklich: bei nem Schneider die 2 Nähte für max 5 Euro setzen lassen - ich behaupte, sogar hier an der schweizer Grenze (ich selbst hab eine Nähmaschine zur Verfügung) wäre das nicht teurer.


    Ich arbeite bei einem größeren Mittelständler. Wir verarbeiten selbst NUR Edelstahl (meist eher V4A/316L) und in unserem Werkzeugbau gibt es garantiert so ein Blech. Aber: Mal kurz unter den Laser (das hätten wir in der Tat nicht, aber man würde es irgendwie hin bekommen) ist eben dann nicht, weil: auf welches Projekt soll das dann gerechnet werden?


    Grüße

  • Hi daniu,


    ich weiss nicht wo Du arbeitest, aber bei allen meinen bisherigen Arbeitgebern ist es möglich gewesen diverse Materialien und Kleinteile in Kommission zu beschaffen. Oder aus Reststücken etwas zu bauen (lassen). Man musste das nur wollen. Das ging auch oft gegen einen Kasten Bier.

    Du kannst auch gerne mit Deinem Fliessack weiterarbeiten. Doch ich nehme an, dass der Sack aus Kunststoff ist und sicher nicht so lange hält wie ein schickes Lochblech.


    Gruß


    PS.: Darf ich Dich darauf hinweisen, dass es bei bienenbezogenen Fragen hilft, wenn Du Deinen Wohnort/Region im Profil angibst, man Dir deutlich besser helfen kann?