Drohnenbrut schneiden sinnvoll?

  • Hallo an alle Imkerfreunde.


    Wir möchten zu dem Thema "Drohnenbrut schneiden"folgende Fragen in den Raum stellen:

    1.)

    Ist es generell auf die Varoa-Reduzierung wirklich sinnvoll einen Drohnenrahmen zu setzten und den

    regelmässig auszuschneiden? Wenn man keinen Drohnenrahmen setzt hätte man ja eine Brutwabe mehr im Volk und weniger Arbeit.

    2.)

    Was macht man praktisch und ethisch sinnvoll mit der ausgeschnittenen Wabenmasse mit der Brut?

    Bei 20 Völker hat man ja gleich 2 Hobbocks damit voll.


    Vielen Dank für konstruktive Antworten!

  • Moin,


    ich kenne einige die nicht schneiden , ich tue es. Für meine Betriebsweise sind Varroabekämpfung und Schwarmtriebdämpfung wichtig, die Wachsgewinnung vielleicht noch wichtiger. 300-400g Wachs pro Volk lassen sich so pro Jahr gewinnen.


    Die ausgeschnittene Brut schmelze ich direkt ein - nicht schön, aber effektiv.


    Beste Grüße


    Peter

  • Ist es generell auf die Varoa-Reduzierung wirklich sinnvoll einen Drohnenrahmen zu setzten und den regelmässig auszuschneiden?

    Es ist eine Ergänzung zu anderen Bekämpfungsmethoden. Meine Meinung ist: Wenn die anderen Methoden ausreichend funktionieren (insbesondere eine wirksame Winterbehandlung) ist das verzichtbar.

    Wenn man keinen Drohnenrahmen setzt hätte man ja eine Brutwabe mehr im Volk

    Wenn der Drohnenrahmen auf Kosten des Platzes für andere Brut geht, stimmt was mit der Betriebsweise oder der Größe deiner Beuten nicht.

    Letztlich lagern die Bienen die Drohnenbrut ja nur von anderen Waben auf den Drohnenrahmen aus.

    Was macht man praktisch und ethisch sinnvoll mit der ausgeschnittenen Wabenmasse mit der Brut?

    Einschmelzen zur Wachsgewinnung. Ob Du die Drohnenmaden verarbeiten willst, ist eine andere Frage. Da gibt es vom Vögelfüttern bis zum Eigenverzehr viele Möglichkeiten.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Nach den Ausführungen vom Erklärbär rase ist der Drohnenrahmen auch ein geeigneter Indikator für die Schwarmlust, wenn er regelmäßig geschnitten wird. Ich achte da in diesem Jahr mal drauf, bzw kann das Ausbauverhalten nun besser deuten. Das hilft mir enorm bei der Schwamkontrolle. Ausgeschnittene Drohnenbrut wandert bei mir in den Gefrierschrank und wenn es wärmer wird in den Sonnenwachsschmelzer. Letztes Jahr habe ich die direkt entsorgt, aber das Wachs ist mir doch zu kostbar.

  • Zur Varroabekämpfung ist das Schneiden der ersten ein bis zwei Drohenrahmen im Jahr sinnvoll wg. der exponentielen Vermehrung. Aber, da stimme ich WFLP zu, nicht zwingend notwendig, eher ergänzend, außer es gab keine korrekte Winterbehandlung. Ab Mai sind die Völker zumindest in niederen und mittleren Lagen so stark in der Aufwärtsentwicklung, dass es dafür nichts bringt. Wohl aber für die Völkerführung, siehe #4 oben.

  • Bei mir müssen die Drohnen überleben, weil sie ihre Aufgabe erfüllen sollen. Ich denke da darwinistisch - besser Drohnen meiner Völker begatten die Prinzessinnen als "Nachbars Lumpi", der ohnehin zum Zuge kommt.


    Stimmt das Varroabehandlungskonzept, braucht es keinen Drohnenschnitt! Und der Bien macht Drohnen, weil er sie benötigt - auch für andere Dinge als nur zur Begattung, denke ich.

  • Bei mir müssen die Drohnen überleben, weil sie ihre Aufgabe erfüllen sollen. Ich denke da darwinistisch - besser Drohnen meiner Völker begatten die Prinzessinnen als "Nachbars Lumpi", der ohnehin zum Zuge kommt.

    Das sehe ich auch.

    Pflegt jemand nach diesem Ansatz spezielle Drohnenvölker am eigenen Stand?

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  • Ich schneide auch nicht.. Bei meinen Dadant Waben setzten sie in der oberen Hälfte Arbeiterbrut an und in der unteren Hälfte Drohnenbrut. Das ist mir zu viel gemansche mit dem rausschneiden. Bis jetzt haben meine Varroabehandlungen auch gut ohne Drohnenschneiden geklappt.

  • Hallo Peter, danke für Deine Meinung .So habe ich es bisher auch gemacht. Die gekochten Maden habe ich in den Bio Müll geworfen.

  • Bei meinen Dadant Waben setzten sie in der oberen Hälfte Arbeiterbrut an und in der unteren Hälfte Drohnenbrut.

    Dass man die Drohenbrut aus den Brutwaben herauspuhlt ist ja nicht eher nicht gemeint. Dafür ist ja das Baurähmchen gedacht.

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  • Bau-, Drohnenrahmen sind bei mir viergeteilt. Ausgeschnitten werden nur die Viertel, die Drohnenbrut enthalten und verdeckelt sind.

    Wenn das "wertvollste" oder "zweitwertvollste" Volk einen schönen Drohnenrahmen hat, bleibt dieser als Drohnenlieferant für meinen und die Nachbar(n)stände erhalten, indem ich die Rähmchen in ein schlappes Volk zum ausbrüten hänge.

    Ein reines Drohnenvolk werde ich mir erst später einmal zur Königinnenvermehrung gönnen.

    Es war schon schöner auf der Welt, als ich noch den Überblick hatte. Sofie Pfister-Odermatt