Räuberei im Mai am Ableger

  • Hallo liebe Imker,

    ich bin seit Samstag Abend stolzer Besitzer Zweier Ableger. Als ich Sonntag die Ableger besucht habe, war ein reger Flugbetrieb, was ich anfänglich für das Einfliegen der neuen Bienen gehalten habe. Doch als es bei einer Beute nachließ und bei der anderen immer mehr wurde, tippte ich auf Räuberei. Daraufhin verkleinerte ich das Flugloch von zwei Bienen auf eine Bienenbreite. Nun kam es vereinzelt zu kämpfen aber nur sehr wenig.

    Aus Angst um mein neues Volk, habe ich am Abend, als der Flugverkehr aufgehört hat, die waben kontrolliert. Soweit sah alles normal aus(soweit wie ich es als Anfänger beurteilen konnte). Nur eine Warbe hatte ein in Durchmesser 10 cm großes Loch in der Mitte.

    Kommt dieses von der Räuberei oder hat der Verkäufer seine schlechten Warben an mich aussortiert?

    Ich habe auch verschiedenfarbige Bienen beobachten können. Nun weiß ich nicht genau, ob es bloß junge und alte Bienen sind oder doch Räuberei.

    Seit Montag haben wir hier kaltes Wetter und der Flugbetrieb hat stark nachgelassen. Dennoch wird die vermutlich beräuberte Beute mehr beflogen. Habe nun noch Zweige davor gelegt um den Räubern es so schwer wie möglich zu machen.

    Hier noch ein paar Infos:

    Zwei Ableger mit je 4 warben, wovon ca drei voll besetzt sind, Königin vorhanden.

    Flugloch und Anflugsbrett sauber,

    Kein sammeln an der außen Wand,

    Relativ zielsicher beim einfliegen,

    Bienen tragen selten Pollen mit sich(im Gegensatz zur anderen Beute)

    Beim öffnen am Abend kamen mir nur wenige Bienen entgegen.


    Vieles sieht nach Räuberei aus aber 100% sich bin ich mir auch nicht. Gibt es eine Möglichkeit die Räuberei sicher festzustellen? Würde dem Ableger gerne den Stress ersparen, schon wieder umziehen zu müssen.

    MfG

    Marc

  • Vieles sieht nach Räuberei aus aber 100% sich bin ich mir auch nicht. Gibt es eine Möglichkeit die Räuberei sicher festzustellen?

    Hallo Marc,


    ja: Bepudere die beim Ausflug.... oder in der Beute des beräuberten Volkes. Dann siehst Du nach, ob sie im anderen dem potentiell räuberndem Volk, auftauchen.


    Womit, ist das nicht mühsam, kann das nicht in den Honig gelangen - ja. Einfacher: Umstellen!

  • Alles klar. Danke für eure schnelle Antwort.

    Ich als Neuling war mir bloß unsicher ob es wirklich Räuberei ist. Hatte bloß gedacht, dass zweimal verstellen nach so kurzer Zeit schädlich wäre.(wenn es keine Räuberei ist)

    Könnte jemand noch auf das Loch in der Warbe eingehen?

    MfG Marc

  • Nö, weil das wäre Hellsehen.

    Frag am besten dein Imkerkollegen danach.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Hallo Bernd,

    Ich hatte am nächsten Tag nachgefragt und er sagte mir , dass bei der Übergabe alle Warben heile waren.

    Jedoch hatte ich mich hier schlau gelesen und eigentlich nur Beiträge gelesen, wo die Deckel grob entfernt worden sind .

    Ich wollte mich hier nur vergewissern, ob solch ein verhalten auch bei Räuberei Eintritt.(denn hätte ich den sicheren Beweis für die Räuberei)

    MfG Marc

  • Waben bekommen mal Löcher, die werden dann meiner Erfahrung nach nicht "geflickt" . Ob alt oder neu könntest Du bei der ersten Durchsicht vielleicht an den Rändern (Bruchkanten) sehen.

    Bei Räuberei hatte ich immer reichlich Wachsschrot auf der Windel oder unter der Beute und "unordentlich zerfranste" Zellenränder mit Wachsmehl...

  • Hallo,

    Ich habe gestern Abend meine beiden Ableger 6km vom Standort weggebracht.

    Anscheinend war bei mir die stille Räuberei ausgebrochen und nach dem Öffnen hatte man auch alle Anzeichen der Räuberei gesehen.

    - beim Öffnen viele Bienen die oben an die Plastikfolie flogen (teils Drohnen, teils haarlose Schwarze)

    - typisches z fliegen vor der Beute

    -ausgefranste Warben

    - Wachsreste am Flugloch

    - Bienen sammeln sich um die Beute/ suchen andere Eingänge

    - extreme Flug Aktivität

    -Bienen sehr hektisch am Flugloch, krabbeln teils die Beute hoch und heben schnell ab


    Hätte ich diese Zeichen alle am Anfang gehabt, denn hätte ich die Beute sofort verstellt. Nun jedoch , wurden meine beiden Ableger eine Woche still beräubert und zwei Tage extrem belagert.


    Nun stehen beide Ableger 6km entfernt. Flugloch ist weiterhin auf eine Bienenbreite begrenzt.

    Würde heute vorbei schauen und überprüfen, wie es den Königinen und dem Volk geht. Futter würde ich heute mit 1kg Futterteig erneuern und alle zwei bis drei Tage nachschauen ob nachgefüttert werden muss. Ich hätte die Ableger nun vier Wochen an der neuen stellen gelassen , um ganz sicher zu sein, dass die Räuberei aufhört. An der alten Stelle steht nun ein Karton mit Loch und etwas Rest Futter.(hoffe dieser zählt nicht als Beute)

    Habt Ihr irgendwelche Einwände oder würdet Ihr ähnlich handeln?

    MfG Marc

  • Kein Futter, nic. Eine alte Beute stehen lassen reicht. Die sollen ja merken da ist nix mehr. Kommen sowie regelmäßig zur Inspektion vorbei.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Ich hätte die Ableger nun vier Wochen an der neuen stellen gelassen , um ganz sicher zu sein, dass die Räuberei aufhört. An der alten Stelle steht nun ein Karton mit Loch und etwas Rest Futter.(hoffe dieser zählt nicht als Beute)

    Habt Ihr irgendwelche Einwände oder würdet Ihr ähnlich handeln?

    MfG Marc

    Hallo Marc,


    vielleicht steh ich nun völlig auf dem Schlauch - aber wozu der Karton mit Futter???????


    Entweder ist es eine leere Behausung für Bienen, die wäre gemäß Seuchenschutzverordnung (nicht alle Vorschriften sind schlecht *Ironie*) und aus vielen anderen Erwägungen sofort bienendicht zu verschließen oder noch besser sofort ganz weg zu schaffen.


    Oder es ist eine "Stockattrappe", mit der Du die räubernden Bienen in ihrem Verhalten bestärkst uns dafür belohnst. Damit sie über die vier Wochen sicher nicht vergessen, wo sich das Räubern lohnt!!!

    Das wird eh schwer, einmal erlerntes Räubern wird immer wieder ausgeübt - viele Kollegen und Kolleginnen schreiben, das es erst dann aufhört, wenn die Bienen mit dem Wissen um die leichte Beute verstorben sind und keine neuen angelernt haben!

  • Ich hatte gelesen, dass Räuberbienen den Honig als Trachtquelle sehen. Da diese im Normalfall langsam ausklingt und nicht von einen Tag auf den anderen alle ist, soll man ihnen so das Ende der Tracht vorgaukeln.

    Ich hätte nicht gedacht, dass ein Karton mit einem Loch als Bienenbeute zählt. Aber wahrscheinlich sieht das jede Person etwas anders. Der Karton wird natürlich nach ein paar Tagen entsorgt. Das Futter müsste schon verbraucht sein, welches ich gestern hinein getan hatte.(minimale Menge) Ich wollte bloß, das langsam abnehme Trachtangebot nachahmen. Es wird natürlich kein Futter nachgereicht! Ich hatte gedacht, dass man 4 Wochen warten sollte , damit der Großteil der Räuberbienen verstorben ist. Somit wäre das Verstärken des Verhaltens nicht ganz richtig, es sei denn die Bienen können Wissen über mehrere Generationen weitergeben.

    (Bitte mich nicht verurteilen, habe bisher nur Theorie gelesen und werde gerne eines Besseren belehrt)

    MfG Marc

  • Was ich vielleicht am Anfang klarstellen hätte sollen ist, dass ich nur zwei Ableger besitze und keinerlei andere Völker. Also es sind auf jeden fall Räuberbienen von einem anderen Imker.

    MfG Marc

  • Trachten sind in der Natur auch plötzlich weg, also gehört das meiner Meinung nach in die Rubrik Imkergeblubber.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.