Fluglochbeobachtung

  • Ich greife die Off-Topic Abschweifung von Schillbee mal auf, weil ich das für so ein schönes und lehrreiches Thema halte. Wenn ich die falsche Kategorie gewählt habe, bitte verschieben.


    Was seht ihr am Flugloch und wie interpretiert ihr es?


    Aktuell herrschen die Eisheiligen. An den Fluglöchern ist Ruhe bis auf einzelne Flugbienen (Wasserholerinnen?). In kurzen Sonnenphasen fliegen Bienen mir dem Kopf zur Beute in Halbkreisen. Da fliegen sich Jungbienen ein.


    Bild: Mein „Beespace“ :)

  • Was seht ihr am Flugloch und wie interpretiert ihr es?

    Noch viel zu wenig und vieles falsch :)


    Aber wird schon. Beobachten, Storch (1) lesen, beobachten, mit dem, was man im Stock sieht abgleichen, beobachten, Windel angucken, beobachten, ...


    Wenn ein Ableger anfängt, Pollen einzutragen, bin ich beruhigt und muss nicht drin rumrühren. Wenn er Larven rausschmeißt, gib ich mir ne Watsche, stell mich ins Eck (wo ich Zuckerwasser anrühr) und füttere schleunigst. Wenn im Frühjahr die zurückkommenden Bienen sich fast derbazeln, wird das Flugloch verbreitert. Solange sie gut in den Stock kommen und die anderen raus, bleibt es klein.



    (1) Storch, Heinrich, Am Flugloch, Europäische Bienenzuchtausgaben

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Bild: Mein „Beespace“ :)

    Da bekomme ich ja beim Hinsehen schon Rückenschmerzen ;)


    Ohne Witz, seht zu, das Ihr den nötigen Platz habt, beim Arbeiten! Das sieht man einem Ableger natürlich zuerstmal nicht an, und dann wächst der, und irgendwann hat man sich an die Verrenkungen gewöhnt. Ich stelle mir Schwärme usw. mittlerweile absichtlich mitten in den Weg, damit man die nicht solange wegignoriert, bis es zu spät ist, und man sie mit drei HR drauf nicht mehr transportiert bekommt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ist doch Kistchenimkern...

    Korrekt und die kleineren leichteren Zargen waren einer der Gründe warum diese Beute.


    (Aber Rase hat schon recht, nur die drei auf dem Bock stehen gut, der Rest ist schlecht improvisiert.

    Es sollten mal drei Völker insgesamt werden, dann waren Freitag meine zwei in Schwarmstimmung, ich habe beide geteilt in Brutling und Flugling. Da waren es plötzlich vier. Samstag fiel dann der Schwarm, da waren es fünf. So viele gute Stellplätze hatte ich nicht vorbereitet. Sonntag zog der Schwarm wieder aus, da waren es wieder vier. Mal sehen wie es weitergeht, die Saison ist ja dynamisch, da müssen erst mal 3 Prinzessinnen begattet zurückkommen, vielleicht wird auch was rückvereinigt. Ich brauche mittelfristig einen zweiten Stand, das ist mir inzwischen auch klar.)

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré klassisch, aktuell 6 Völker

  • Zurück zur Fluglochbeobachtung. Diese ist wichtiger als so mancher Eingriff. Oder anders gesagt, entspricht das Verhalten am Flugloch meinen Erwartungen an ein weiselrichtiges und vitales Volk, erspare ich mir manche Brutraumkontrolle. Dazu ein Blick von Unten durch den Gitterboden und von Oben durch die Folie und ich weiß, ob das Volk zu erweitern ist. Brutraumkontrolle ist aber nach kalten Tagen bei gut gefülltem HR dringend geboten, sonst sieht man am Flugloch nur noch das der Vorschwarm bereits raus ist, mit Glück findet man ihn noch an den bevorzugten Büschen in der Nähe. VG Jörg

  • Heute 13:30 habe ich fast Schnappamung bekommen, bei zwei Völkern flogen fast nur noch Drohnen. Stürzten wie Lemminge aus den Fluglöchern. Dachte schon ich hätte es geschafft, zu verpassen wie mindestens zwei Völker drohnenbrütig wurden.

    Nachdem ich gedanklich in die Tüte geatmet hatte wurde mir dann später klar was da abging: ich vermute die junge Königin des Pfingstschwarms ist zum Hochzeitsflug gestartet

  • Danke für die Erklärung. Bisher habe ich den geballten Start der Drohnen immer eher etwas später am Tag beobachtet (so ab 16 Uhr) und nie so massiv.

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré klassisch, aktuell 6 Völker

  • Neue Beobachtung: aktuell haben wir nach längerer kühl-feuchten Zeit gerade Traumwetter.

    Zwischen den Anzahlen der vorspielenden Bienen liegen Welten bei den Völkern. Dabei spiegelt das nicht die Bienenmasse im Volk wieder. Beim kleinsten Volk ist mit am meisten los (weil die noch kräftig Jungbienen produzieren müssen/mussten?), während die beiden stärksten Völker kaum Flugbetrieb haben (weil die Winterbienen schon fertig sind? durchs Fenster gelinst sitzt die ganze Kiste dicht voll mit Bienen).

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré klassisch, aktuell 6 Völker

  • Ich habe gestern etwas beobachtet, das ich mir nicht erklären kann:


    An einem 4 x 1 cm Flugloch mit ziemlich viel Flugverkehr saßen an unterschiedlichen Abständen auf der Beutenwand oder auf dem Anflugbrett Grüppchen von 3-6 Bienen, die immer eine umknäuelt hatten, aber nicht gestochen sondern diese sehr intensiv, schon fast grob abgeleckt haben.

    Dieses Volk ist gerade ein Räuberkandidat, ich habe gestern gesehen, dass der Boden an den Verleimungen an zwei Stellen zusätzliche Einbienen-Fluglöcher bekommen hat und die Wespen da reingegangen sind. Am eigentlichen Flugloch werden Wespen abgewehrt. Auch im Volk sah es nicht nach Räuberei aus, auch wenn draußen viele Wespen saßen.


    Hab die Löcher natürlich zugemacht und werde die Tage den Boden tauschen.


    Trotzdem finde ich diese Aktion mit dem grob Putzen in Gruppen merkwürdig. Und ich frage mich ob nur das Hauptflugloch verteidigt wird. In der Natur dürfte es ja vielleicht auch Behausungen geben, die nicht nur einen Zugang haben.


    Ansonsten ist es ein starkes Volk, allerdings gerade erst umgeweiselt.