Gesundheitszeugnis von gekauften Völkern

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    Als Verkäufer mache ich FK-Proben und Gesundheitszeugnis zum Selbstschutz, vor übler Nachrede und um auch zwischen den Ständen Ableger transportieren zu können. Vor dem Laborergebnis geht nichts vom Hof.


    Die Wanderzeugnisse haben nur eine zeitliche Befristung, insofern ist das Monitoring in der Fläche der Landkreise wichtig.

    Kein Berufsimker kann wochenlang auf Veterinärtermine und neue Laborbefunde warten, von den kosten zu schweigen- die Völkergruppe wird weitergewandert bzw solche Landkreise nicht mehr angewandert.

    Hier in Berlin wartet ein Kollege, der verkaufen will, erst auf den Veterinär und nun seit mehr als 3 Wochen auf das Ergebnis.

  • Punkt eins:

    Ich hab das schon gemacht, mit Segen der betroffenen Veterinärämter und der Tierseuchenkasse.

    Punkt zwei: Eure Sichtweise ist unlogisch. Wenn das Gesundheitszeugnis seine Gültigkeit verliert, sobald das Volk den Ursprungsstand verlässt, kann man es als Völker-Käufer auch getrost in die Tonne kloppen. Außerdem lasse ich das Zeugnis ja ausstellen, damit ich den Stand verlassen darf. Im Regelfall ist das Zeugnis 9 Monate gültig, oder je nach Probendatum auch kürzer. Manche stellen es auch für 12 Monate aus, aber seltener. Sag mal wie das gehen soll, wenn ich Raps und Robinie mit denselben Völkern anwandern will? Das ist eh schon knapp. Da ist es einfach unmöglich ein neues Zeugnis zu bekommen.

  • Im Regelfall ist das Zeugnis 9 Monate gültig, oder je nach Probendatum auch kürzer. Manche stellen es auch für 12 Monate aus, aber seltener.

    9 Monate max. Gültigkeitsdauer und Ausstellungsdatum nach 1.9. des Vorjahres ergibt sich bundesweit aus § 5 BienSeuchV:

    https://www.gesetze-im-internet.de/bienseuchv/__5.html

    Daß manche VetÄ auf 12 Monate kommen, könnte allenfalls damit zusammenhängen, daß die Uhren dort scheinbar langsamer laufen?

  • Punkt eins:

    Ich hab das schon gemacht, mit Segen der betroffenen Veterinärämter und der Tierseuchenkasse.

    Punkt zwei: Eure Sichtweise ist unlogisch. Wenn das Gesundheitszeugnis seine Gültigkeit verliert, sobald das Volk den Ursprungsstand verlässt, kann man es als Völker-Käufer auch getrost in die Tonne kloppen. Außerdem lasse ich das Zeugnis ja ausstellen, damit ich den Stand verlassen darf. (...)

    Achtung, die Perspektive ist wichtig!


    Du hast dasZeugnis nicht, damit Du die Völker von Deinem Stand weg bringen kannst. Sonder dafür, dass die Völker (erst mal egal durch wen) in einen anderen Landkreis eingeführt (!) werden dürfen.


    Der Nachweis dient also dem empfangenden VET, nicht dem ausstellenden.

  • 9 Monate max. Gültigkeitsdauer und Ausstellungsdatum nach 1.9. des Vorjahres ergibt sich bundesweit aus § 5 BienSeuchV:

    Es gibt aber die Gummiparagraphenerweiterung, die den Veterinärämtern fast alles erlaubt.


    Der Nachweis dient also dem empfangenden VET, nicht dem ausstellenden.

    Alles andere wäre ja auch Unfug. Dann stellte der Veterinär ein Zeugnis aus, um es selber zu lesen.

    Es ist aber doch vollkommen gleichgültig, wer mit den als gesund bescheinigten Völkern durchs Land zieht. Durch den Verkauf ändert sich am Gesundheitszustand der Völker grad mal garnichts.

  • Durch den Verkauf ändert sich am Gesundheitszustand der Völker grad mal garnichts.

    Da hast Du völlig recht. Der tatsächliche Gesundheitszustand des Volkes steht ja aber auch nicht zur Diskussion. Durch das Verstellen des Volkes kann die Bescheinigung nur noch etwas bescheinigen, was es nicht mehr gibt (Völker inkl. dem Verstellten) am Stand x zum Zeitpunkt y). Über das Volk am neuen Standort sagt es eben nichts mehr aus und kann deshalb nicht mehr für weitere Wanderungen gültig sein. Denn zum Wandern brauchst Du eine Bescheinigung zum Volk am bisherigen Standort die nicht älter ist als.... 😉

  • Hi,


    durch das Gesundheitszeugnis wird der Gesundheitszustand der Völker am Tage der Kontrolle


    bescheinigt. Und wenn das Volk / die Völker frei von Faulbrut sind, kann während der Gültigkeit des


    Gesundheitszeugnisses damit gewandert werden. In Niedersachsen dauert es von der Probenziehung


    bis zum Ergebnis durchaus mal 3 Monate. Dann könnte ja keiner mehr wandern. Für den Fall der Fälle


    gibt es ja die Meldung der Wanderung beim Veterinäramt. Dieses kann dann nachvollziehen wer zu


    welcher Zeit dort war, und dann die entsprechenden Veterinärämter informieren.


    Gruss Joachim


    p.s. Der Standort der Völker ist doch nicht mit dem Gesundheitszustand verbunden.


    Es wird grundsätzlich erstmal von einer Seuchenfreiheit ausgegangen, bis es tatsächliche Gründe


    gibt diese anzuzweifeln. Eine Standortveränderung ist mit Sicherheit kein tatsächlicher Grund.

  • Das gleiche ist aber doch bei zwei Wanderplätzen hintereinander. Das hatten wir doch schon.

    Der tatsächliche Gesundheitszustand des Volkes steht ja aber auch nicht zur Diskussion.

    Doch. Genau das wird bescheinigt.

    OK, habe mich unklar ausgedrückt: Dir wird der Gesundheitszustand des Volkes an einem bestimmten Standort zu einem bestimmten Zeitpunkt bescheinigt. Ich hatte deshalb schreiben müssen: "Der aktuelle (nach Verstellung) tatsächlichen Gesundheitszustand des Volkes steht nicht zur Diskussion.


    Und ja, die inkonsitente Handhabung beim Wandern hatten wir schon. Die erlaubt dir m. E. aber nicht, selbst eine andere Inkonsistenz zu fordern.


    Besser kann ich mich heute nicht mehr ausdrücken...

  • Guten Abend zusammen!


    Aus meiner bescheidenen Sicht weist das Gesundheitszeugnis des jeweiligen Kreises aus, dass die Bienen des Imkers XY zum Zeitpunkt der Untersuchung AFB-frei waren und der Standort der Bienen nicht in einem AFB-Sperrbezirk liegt/ lag. Steht bei mir so drauf.

    Ebenso steht drauf, dass das Gesundheitszeugnis bei einem festen Standort der dort zuständigen Veterinärbehörde unverzüglich zukommen zu lassen ist. Bei einem (sinngemäß beschriebenen) Wanderstand ist dies nicht nötig - so der Text im Zeugnis.


    wenn man Wirtschaftsvölker mit Gesundheitszeugnis gekauft und an den eigenen Stand verbracht hat, darf man mit den Völkern dann mit diesem Gesundheitszeugnis wandern oder muss ein neues Zeugnis vom aktuellen Stand erstellt werden?

    Dementsprechend würde ich die erfragte Sachlage völlig laienhaft so deuten, dass man mit dem vorliegenden, für diese konkreten Völker rein rechtlich nach wie vor gültigen Gesundheitszeugnis, auch wandern darf. Bis es abgelaufen ist. Danach...


    Das weder eindeutig nachvollziehbar ist ob es sich bei irgendwelchen (gewanderten) Völkern um die in der Bescheinigung genannten handelt noch ein aktueller Gesundheitsstatus anhand eines monatealten Gesundheitszeugnisses nachgewiesen werden kann, diese Umstände sind doch vermutlich Jedem klar.


    Ich lasse jährlich beproben um als möglicher Verkäufer "saubere" Völker verkaufen zu können und um für den Fall des Falles eindeutig nachweisen zu können, dass die von mir abgegebenen Völker (offiziell, denn mehr geht nach Monaten nunmal nicht) AFB-frei waren als sie mich verließen. Ist also quasi für mein imkerliches Sicherheitsgefühl, auf Sach- und rechtlicher Ebene.


    Gruß

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Es kommt ganz auf die Empfindlichkeit der Untersuchungen an, die Grundlage des Gesundheitszeugnisses sind. In D wird dafür eine repräsentative Anzahl an Völkern eines Bienenstandes labormäßig untersucht (außer wohl in Bayern für das "kleine" Gesundheitszeugnis). Man geht von einer gewissen Vorwarnzeit aus zwischen dem bloßen Nachweis von AFB-Sporen aus der FKP und dem klinischen Ausbruch der AFB im Volk. Deshalb hat man sich in der BienSeuchV zu der Fristenregelung (9 Monate Güligkeit bei Ausstellung nicht vor 1.9. des Vorjahres).

    Weitere Säule dieser Fristenregelung ist die vergleichsweise hohe epidemiologische Sicherheit in D durch AFB-Monitoring, strikte Meldepflicht und Durchgriffsrechte der Veterinärverwaltung und nicht zuletzt das Antibiotika-Verbot. Staaten, in denen Antibiotika gegen AFB eingesetzt werden, haben damit ihren gesamten Bienenbestand quasi flächendeckend mit AFB durchseucht. Sobald die Medikamente abgesetzt werden, erscheinen klinische AFB-Zeichen.


    Der Aussagewert von Gesundheitszeignissen aus anderen Staaten ist daher immer auf dem jeweiligen nationalen Hintergrund zu bewerten (epidemiologische Sicherheitslage, sind Untersuchungen des Bienenstandes überhaupt zwingende Voraussetzung und wie sehen die Untersuchungen aus bzw. welche Vorwarnzeit haben sie usw.). Die TRACES-Zeugnisse von importierten Bienenbescheinigen dagegen lediglich, daß die Bienen nicht aus einem AFB-Sperrbezirk kommen. In manchen Ländern wird dazu keinerlei Untersuchung veranlaßt, sondern nur in die Liste der Sperrgebiete geschaut und auf die Selbstanzeige der Imker vertraut. Daran hapert es v.a. dann, wenn keine ausreichenden Entschädigungsregeln bestehen.

  • Ich bestehe immer darauf, dass die Kunden das kopierte Gesundheitszeugnis mitnehmen. Ich muss es 8 von 10 wie saures Bier aufschwatzen. Keiner von denen wird das zu Hause abheften, sondern alle es gleich in den Papiermüll werden und keiner wird seine Völker jemals bei einem VET anmelden...

    Ich habe dieses Jahr auf einen Kaufvertrag bestanden, in dem auch steht, dass ich dem mir zuständigen Veterinäramt mitteile, dass die Völker verkauft wurden.
    4 von 5 haben die Völker nicht abgeholt.

  • Also,


    der Gesundheitszustand eines Volkes ist erstmal zweitrangig und hat nichts mit der Ausstellung einer Wanderbescheinigung zu tun.

    Der richtige Begriff für die Wanderbescheinigung lautet Seuchenfreiheitsbescheinigung. Demnach wird bei der Untersuchung auch nur auf meldepflichtige Bienenseuchen (Beutekäfer, Tropilelapsmilbe und AFB) untersucht. Bei AFB in vielen Kreisen nur auf klinische Symptome, also rein visuell ohne Futterkranzprobe.

    Wenn das Volk Kalk-, Sackbrut hat oder vermilbt ist bis über beide Ohren, vollkommen egal, liegt in der Verantwortung des Imkers.


    Wenn du wandern möchtest, wanderst du in der Regel in Gebiete die frei von meldepflichtigen Seuchen sind. Demnach ist es in manchen Kreisen so, dass du zum Abwandern keine neue Bescheinigung benötigst. Ist aber alles Ländersache und von dem Amtsvet abhängig. Sollte dort AFB ausbrechen sieht es natürlich anders aus, dann kommste da nicht mehr so schnell raus.


    Grundsätzlich ist die Untersuchung und Ausstellung der Seuchenfreiheitsbescheinigung nur eine Momentaufnahme. Wenn deine Völker 2 Wochen nach der Ausstellung ein AFB-Volk ausräubern, und es bis zum Ausbruch klinischer Symptome noch 5 Wochen dauert und du dann im Raps stehst isses so.


    Gruß Chris