Schadensersatzerwartung wegen Sachbeschädigung durch Bienenkot

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    Moin,
    heute erhielt ich eine Nachricht über einen Messenger, ob ich Bienen in einer Kleingartenanlage halten würde. Dies konnte ich bejaen. Dann kamen Darlegungungen von Verunreinigungen durch Bienenkot am PKW und Terrassenüberdachung durch einen Anwohner. Auch könne man keine Wäsche mehr nach draussen zum trocknen hängen.

    Das Ganze sei eine Sachbeschädigung und stelle einen Schaden von über 4000 € dar, welche die Geschädigte nicht bereit ist hin zunehmen.

    Meine Frage hier:
    Kennt jemand aus Erfahrung solche Vorwürfe und wie ist damit um zugehen.

    Schöne Grüsse aus Cuxhaven

    Bernhard

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Hallo Bernhard,
    konnte mich dunkel an diesen alten Faden erinnern: Belästigung der Nachbarn beim Reinigungsflug


    Einige Schreiber von da sind auch heute noch aktiv. Im Prinzip wird sich kaum was geändert haben. Auf dem Klageweg wird er vermutlich die Forderung nicht durchsetzen können, aber ob du im Streit da weiter Bienen haben willst/kannst, ist eine andere Frage.
    Falls du mit den Bienen da umziehst, hoffe ich, dass das nicht der Standort ist, wo mein super leckerer Wichtelhonig gesammelt wurde.


    Grüße

    Kurt/Amape

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Da gibt es ein Urteil des LG Dessau-Roßlau mit folgendem Leitsatz:


    "BGB §§ 823, 833, 906, 1004


    1. Der alljährliche Reinigungsflug von Bienen fällt als artspezifisches Verhalten nicht unter den Tatbestand von § 833 S. 1 BGB.


    2. Ein Schadensersatzanspruch aus § 823 I BGB ist ebenfalls nicht begründet, da der Überflug der Bienen als unwesentliche Beeinträchtigung der Benutzung des Grundstücks auch dann nach § 906 I 1 BGB zu dulden ist, wenn auf dem alljährlichen Reinigungsflug Bienenkot auf das Grundstück verbracht wird."


    LG Dessau-Roßlau, Urt. v. 10. 5. 2012 – 1 S 22/12


    Was nun allerdings keine Bindungswirkung für andere Gerichte entfaltet.


    Das löst natürlich dein Problem nicht. Nachbarn können leider lästig sein.


    Edit: Hier aus einer kostenlosen Quelle was dazu. Natürlich ist immer die Frage, inwiefern die Fälle vergleichbar sind. 4000 Euro ist eine Hausnummer. Ob das so stimmt die andere Frage.

  • Hallo Kurt,
    ja, leider ist es dieser Stand. Habe hier 12 Völker stehen. Verwunderlich ist, dass jetzt zu dieser Jahreszeit, nachdem die Reinigungsflüge längst durch sind, dieses bemerkt wurde.

    Diese Gartenanlage in der meine Bienen stehen, grenzt leider auch an eine Häuserreihe. Eigentlich bin ich ziemlich ratlos, weil viele angrenzende Nachbarn meinen Honig direkt aus meiner Gartenparzelle abholen und sich seit 3 Jahren, in denen ich hier Bienen halte, nie jemand beschwert hat.

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Hallo Queen Bee
    Ich bin ja kein Jurist und mit dem Lesen und Deuten von Gesetzestexten ziemlich überfordert.

    Diese 4000,00€ sind von der geschädigten Person erstmal so in den Raum gestellt. Die Bienen haben das Auto auch eingesaut, was keine Waschanlage mehr gereinigt bekommen soll.
    Ich weiß jetzt auch noch nicht, wie weit die geschädigte Person von den Bienen entfernt wohnt. Die Gartenanlage grenzt ja auch noch an weitere Gärten bis es zu den eigentlichen Häusern kommt.

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Bei der Summe würde ich nen Anwalt dazuziehen.


    Wer weiß ob dann im nächsten Jahr nicht wieder ne Rechnung kommt.

    Sollte diese Forderung per Anwalt eingefordert werden, womit ich bis jetzt rechne, werde ich diese Sache an meine Imkerhaftpflicht über den Verein sowieso abgeben müssen.

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Was die eine Partei behauptet ist nicht zwingend dann auch wahr. Ob der Schaden wirklich vorliegt, ob er dann auch noch richtig beziffert ist und letztlich du in einer Schadenersatzpflicht bist - all diese Fragen sind immer am Einzelfall zu beurteilen und das kann von hier keiner leisten.


    Wenn die Person von dir eine Zahlung verlangt, dann würde ich dir auch zu einem Besuch eines Rechtsanwalts raten. Ein erstes Gespräch dort kostet nicht die Welt und im Dialog mit ihm kannst du sicher weiterkommen als in einem Forum.

  • Queen Bee

    siehste, das verstehe ich dann schon besser. :D

    Ich habe hier auch keine Rechtsberatung erwartet. Hoffte aber vielleicht Erfahrungen mit Beschädigungen durch Bienenkot zu erfahren. Durch die Bienen als Tier fühlt sich diese Person ja scheinbar nicht belästigt. Die nächste Wohnung ist zum Bienenstandplatz mindestens 50 m entfernt. Und aus dieser Wohnung ist die Beschwerde ja auch nicht gekommen. Ich denke, die Beschwerdeführerin wohn dann noch weiter entfernt.

    Hier an der Küste sind übrigens soviel Möwen in der Luft die ebenfalls zielgerichtet auf unsere Autos und Wäsche koten. Kann man auch nix gegen machen.

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Also ich hab online auch Mal ein Urteil gelesen (das ich spontan jetzt nicht mehr finde), bei dem die Verschmutzung durch den Reinigungsflug als gering und hinnehmbar eingestuft wurden. Wäsche kann man halt nochmal waschen. Wäre ja nur einmal pro Jahr und somit nicht weiter schlimm. Autos sind auch waschbar. 😀


    Die 4000 EUR kommen mir recht hoch vor. Denke da will einer Angst machen.


    Wir ortsüblich ist bei dir die Bienenhaltung?

    Bist du im Verein / DIB? Darüber hat man ne Haftpflichtversicherung. Diese sollten so viel weiss solche Forderungen für dich abschmettern, falls es nötig ist.


    Aber am besten Mal den Kontakt suchen. Erklären dass die Bienenhaltung dort erlaubt ist, der Reinigungsflug nur jährlich vorkommt und dann nett mitteilen, dass Schadensansprüche in solchen Fällen bereits gerichtlich versagt wurden.


    Viele Leute regen sich erst Mal auf und wiegen sich natürlich immer im Recht. Wenn sie merken das dies nicht zieht geben viele schnell wieder auf. Andere aber halt ned.

  • Das kannst du aussitzen. Wenn es zweimal regnet, ist alles wieder weg.


    Mit dem Nachbarn wirst du allerdings keine Freude haben. Ist das Kotproblem gelöst, gibt es Beschwerden, weil sie den Goldfischteich leertrinken (tatsächlich schon gehabt) , weil sie zu laut brummen, oder weil sie im Garten Löcher graben (Was in Wirklichkeit Wespen waren, die in einem Mauseloch gehaust hatten).


    Mein Tipp: Putze seine Autos und die Terrasse und lass Dir die 4000€ geben 😂👍

  • MartinSchPhD

    ja, ich bin im DIB und habe diese Beschwerde mit Schadensersatzanmeldung an meinen Vereinsvorsitzenden weiter geleitet.
    Ich selbst bin natürlich auch von diesem Vorfall und Forderung überrascht und entsprechend auch etwas "angefast"

    Ich beabsichtige auch nicht hier irgendwelchen Forderungen nach zukommen, da ich davon überzeugt bin, meine Bienen weit genug von Wohnungen aufgestellt zu haben, um möglichst niemanden zu belästigen.
    Nun sehen wir als Imker, Verunreinigungen durch Bienenkot vielleicht auch aus einem anderen Blickwinkel.

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass Bienenkot (vermutlich von meinen eigenen) auf meinem Auto bei Regen spurlos weggeht, wenn er vorher nicht angetrocknet war. Nach Antrocknen wird es schon schwerer und nach mehreren Tagen übersteht er sogar teilweise das Standard-Programm der lokalen Waschanlage. Nach Einweichen geht er aber spurlos runter und im Gegensatz zu Vogelkot konnte ich nach der Entfernung auch keine matten Flecken entdecken.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass Bienenkot (vermutlich von meinen eigenen) auf meinem Auto bei Regen spurlos weggeht, wenn er vorher nicht angetrocknet war. Nach Antrocknen wird es schon schwerer und nach mehreren Tagen übersteht er sogar teilweise das Standard-Programm der lokalen Waschanlage. Nach Einweichen geht er aber spurlos runter und im Gegensatz zu Vogelkot konnte ich nach der Entfernung auch keine matten Flecken entdecken.

    Leider hat es ja seit geraumer Zeit (März/April) hier nicht mehr geregnet. Das ist leider so. Entsprechend kann es da schon mal eingetrocknet sein. Aber ändern kann ich es ja auch nicht.

    Alles schreit nach Bienen. Überall hier in Cuxhaven, oder an vielen Stellen in der Stadt werden Blühfelder zur Insektenförderung angelegt. Freie Gartenparzellen, die in Insektenweiden umgestaltet werden, werden von der Stadt Cuxhaven aus der Pachtzinsverpflichtung heraus genommen.

    Aber wehe, die Insekten in Form von Honigbienen sind dann da, kommt promt auch die Oposition aus den Löchern.

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)