DIB Einheitsglas

  • Hallo,


    ich bin in letzter Zeit am überlegen ob ich das DIB-Glas mit dem dazugehörigem Etikett benutze. Bisher habe ich meinen Honig im Neutralglas mit eigenem Etikett "vermarktet".
    Haltet ihr das DIB-Glas für eine bessere Lösung? Hat jemand damit bessere Erfahrungen gemacht in bezug auf die Kundenfreundlichkeit? Mit dem DIB-Glas geht doch sicher ein Identitätsverlusst einher, da ja (fast)jeder Imker es benutzen kann. Ja sogar in Supermärkten ist es zu finden. Kann man seinen Kunden da noch klar machen das sie den eigenen Honig kaufen sollen?
    Welche Auflagen müssen eigentlich für die Benutzung des DIB-Glases erfüllt werden? Und wo bekommt man die Gewährverschlüsse - die sind sicher Kostenintensiv?


    Währe für ein paar Anregungen sehr dankbar

  • Hallo Walter,


    Du kannst das DIB-Etikett nur verwenden, wenn du Mitglied im Deutschen Imkerbund bist.


    Darüber hinaus musst Du (so wird es zumindest bei unserem Ortsverein gehandhabt) den "Honiglehrgang" absolviert haben, oder aber schon Mitglied im Verein gewesen sein, als dieser Lehrgang noch nicht Voraussetzung für die Benutzung des DIB-Etikettes war, du aber solche Etiketten aufgrund der Mitgliedschaft im DIB erhalten hast.


    Wenn man bei uns diese Voraussetzungen nicht erfüllt, erhält man vom Vorsitzenden keine gestempelte DIB-Doppelkarte zum bestellen der Etiketten. Und ohne diese Doppelkarte erhält man offiziell keine DIB-Etiketten.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Nee, Karsten, der DIB besteht darauf,das Du Mitglied in einem Ortsverein bist, er will ja irgendwie an Geld kommen. Was er damit macht, steht auf einem anderen Blatt. Warum bleibst Du nicht bei den bei Dir bewährten neutralen Gläsern? Das ist doch bei Deinen Kunden schon eine bewährte Marke. Du sprichst in Deinem Beitrag auch an, das man die DIB-Gläser im Supermarkt kaufen kann. Hast Du schon ´mal nach dem Preis gesehen? Da kann ich nicht für produzieren. Das erkläre ´mal einer einen Kunden: Gleiches Glas, gleiche Honigsorte, dort für 1,99 Euro, hier für 4 Euro. Anbei noch eine Frage: müssen Abfüller, die im Glas des DIB vermarkten, auch Mitglied in einem Ortsverein sein? V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    hast du in letzter Zeit mal einen Preisspiegel bei den Lebensmittelketten in deinem Einzugbereich gemacht.


    Dabei wirst du feststellen, daß sich die Honigpreise von Qualitätshonigen aller Herkünfte im 500 g Glas zwischen 3.-- und 5,-- Euro bewegen.


    Die "Feinkostläden mit drei oder vier Buchstaben" bilden wohl eine Ausnahmen, vermarkten aber dann unter sog. "Eigenmarken"


    Bei einem Verkaufspreis von 1,99 Euro im Lebensmitteleinzelhandel liegt der Einstandspreis bei ca. 1,50 Euro. Der Abfüller hat ebenfalls eine Gewinnspanne + Handlungskosten incl. Glas. Er wird den Honig schätungsweise für 1,-- Euro pro 500 g Einkaufen.


    In Deutschland liegen die Kosten für den Imker pro Volk nach Erhebungen der EU bei ca. 60,-- Euro pro Jahr. Folge - ein Berufsimker müsste schon 30kg/Volk alleine zur Bestreitung seiner Kosten zu diesem Preis verkaufen.


    Wenn man an anderer Stelle hört, daß in Osteuropa 2,50 Euro und mehr für Honig geboten wird, kann man nur folgern, daß die Berufsimker schlechte Kaufleute sind - was ich aber bezweifle.


    Also woher kommt dieser Honig - doch wohl von Hobbyimkern die ihren eigenen Honig unter "Eigenmarke oder DIB" normal verkaufen, die Überbestände aber zu "Schleuderpreisen" über Abfüller oder den Lebensmitteleinzelhandel auf den Markt werfen.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo Lothar !


    Auch in meiner Gegend ist der Preis von Honigen im DIB Glas welcher durch Abfüller auf den Markt geworfen wird äußerst stabil. Bei real- beispielsweise liegt der VK bei 3,94 € für Raps und Blütenhonig. Identisch ist der Preis bei der Kette Wal-Mart. Seit zwei Jahren bringe ich nun meinen Honig über E-Center (Läden über 3000m2 Verkaufsfläche) in den Handel und fahre sehr gut damit.


    Grüße Frank

  • Hallo zusammen, in dem Beispiel ging es nicht so sehr um die einzelnen Preise, sondern um den Vergleich, warum der Honig bei mir 2X kostet, und im Supermarkt gleiches Glas mit gleichem Inhalt nur 1X. Für X kann jeder ja einen beliebigen Preis einsetzen. Die Honigpreise sind in der Tat angezogen, ursächlich durch den Wegfall Chinas als Importeurs und dadurch, das die anderen Hauptlieferländer auch keine guten Ernten gehabt haben sollen. Das hat Ostwolf ja auch beschrieben, wenn er schreibt, das für rumänischen Honig im Moment sehr hohe Preise geboten werden, die die Überlegung erwiegen lässt, seinen Erwerb mit Imkerei zu bestreiten. Er kommt allerdings zu der Schlußfolgerung, das der Honig aus Rumänien besonders gut ist, und deshalb eine hohe Nachfrage hat. Die Suche nach "neuen" Einkaufsmärkten der Honighändler scheint aber dafür die Hauptursache zu sein. Auch das Argument, die Umwelt in Rumänien sei weniger von Schadstoffen belastet, lasse ich nicht ohne weiteres gelten. Wie lange war in den westlichen Ländern z.B. TNT schon verboten, als es in östlichen Ländern noch angewandt wurde? V.H.w. Lothar

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  • Hallo Lothar,
    hallo zusammen,


    ich dencke dass Du teilweise recht hast, aber ich kenne die rumänische Imkerei einbischen.
    Die Preise sind in Rumänien hoch, weil wir keine gute Ernte hatten. In anderen Jahren können sie die Honig auch nicht so gut verkaufen. Aber dort gibt es auch profi Imker.


    Gruß: Michael

  • Hallo ORI, genauso ist es, wenn ich im Land A keinen Honig bekomme, versuch ich es eben im Land B. So läuft das eben mit Angebot und Nachfrage. V.H.w. Lothar

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  • Lieber Kollege Walter,


    das DIB-Glas sollte als professionelles Angebot für die Honig-Vermarktung betrachtet werden. Dies hat viele Aspekte. Für den Besuch des Honiglehrgangs gibt es zunächst eine schöne, werbewirksame Urkunde, die Deinen Kunden zeigt, dass Du Ahnung von der Erzeugung des Honigs hast. (Eher zweitrangig ist, dass der DIB die Botschaft transportiert, dass der im DIB-Glas abgefüllten Honige geprüft sind. Das geschieht nämlich nur sehr stichprobenweise.)


    Für Dich als Imker hat das DIB-Glas außerdem den Vorteil, dass Du Dir um die Gestaltung von eigenen Etiketten keine Gedanken mehr machen musst. Du bestellst die Etiketten zu den genannten Bedingungen und fertig. Ansonsten brauchst Du - wenn Du nicht gerade als blutiger Hobbyimker erscheinen möchtest, einen Grafiker und eine Offset-Druckerei, die Dir gummierte Etiketten druckt. Ein anständiges, hochwertiges Produkt braucht auch eine solche Verpackung. Ich persönlich halte nichts von selbst gebastelten Etiketten aus dem Copy-Shop.


    Exkurs: Gleichwohl gibt es auch Berufsimker, die mit solchen Etiketten bewusst unterstreichen möchten, dass ihr Honig noch von 'groben Bauernhänden in mühsamer Handarbeit hergestellt' wird und kein durchdesigntes Industrieprodukt ist. Es kommt auf die Botschaft an, die Du Deinen Kunden durch das Etikett mitteilen möchtest.


    Zurück zum Thema: Als DIB-Imker kannst Du an Wettbewerben teilnehmen und erhältst Urkunden. In zum Beispiel Baden hat der dortige Landesverband erkannt, dass sich mit prämierten Honigen höhere Preise erzielen lassen und verteilt die Auszeichnungen großzügig. Außerdem gibt es hüsche Aufkleber für die Honiggläser.


    Das beste bei der Vermarktung von DIB-Glas-Honig sind die umfangreichen Angebote an Werbemitteln, die der DIB zur Verfügung stellt. Das reicht von der Werbefahne bis zum Einwickelpapier. Es gibt aufwändig gedruckte und sehr ansprechende Zettel für Haushaltswerbung, die man in der Nachbarschaft der eigenen Imkerei oder bei Stammkunden verteilen kann "Die neue Ernte ist da" oder fertige Einladung zum "Tag der deutschen Imkerei". Auch Produktinformationen über Honig und Hefte mit Kochrezepten gibt es. Jeder, der schon einmal versucht hat, so etwas professionell auf die Beine zu stellen weiß, dass Werbung sehr teuer sein kann. So habe ich kürzlich für das professionelle Fotografieren von Honiggläsern mit entsprechender Ausleuchtung 200,- Euro bezahlt.


    Es geht also beim DIB-Glas um viel mehr als nur um einen mit Honig gefüllten Behälter, der irgendwie beschriftet werden muss.


    Gruß Marc-Wilhelm

  • Ich vermarkte meinen Honig schon lange nicht mehr im DIB-Glas und fahre sehr gut damit. Zum einen habe ich keine Lust, die berechtigte Frage zu beantworten, warum bei mir der Blütenhonig € 4,30 kostet, wohingegen das DIB-Glas schon für € 2,10 im REWE zu haben ist. Und zum andern ist das von einer professionellen Grafikagentur entworfene Etikett samt eigenem Glas preiswerter als die DIB-Variante.


    Außerdem konnte ich einen regionalen Bezug auf dem Etikett unterbringen sowie diverse Informationen zu meiner Imkerei. Infolgedessen können unsere Kunden eine viel stärkere Bindung zu meiner Imkerei entwickeln, als wenn es sich um irgendeinen No Name Honig im DIB-Glas handelt.


    Übrigens was die Kontrollen betrifft... Nach Auskunft eines Bieneninstitutes muß der durchschnittliche Hobbyimker alle 23 Jahre damit rechnen, daß einmal eine Probe gezogen wird.


    Für den Kleinimker bis 10 Völker ist das DIB-Etikett sicher die preisgünstigste Alternative. Aber wenn man Läden beliefern will, kann man das DIB-Etikett vergessen. Solange wie ich dieses Glas benutzte, wurde ich meinen Honig kaum los. Seitdem ich ein eigenes Glas verwende, ist der Absatz um ein Vielfaches gestiegen. Übrigens sehe ich auch in anderen Läden im Bonner Raum kein DIB-Glas mehr - abgesehen von billigen Lebensmittelketten.


    Für den Honigabsatz ist es wichtig, eine vorzeigbare Imkerei zu haben. Ein wenig Pressearbeit zu den verschiedenen Gelegenheiten wie Honigernte und Schwarmfang, gelegentliche Führungen für Schulen und Kindergärten samt Honigprobe verschiedener Sorten und ein kleines Faltblatt mit Öffnungszeiten sowie Informationen zum Thema Honig - schon gehts los.

  • Hallo,


    auf eine Anfrage beim DIB bzgl. der Vermarktung des Honigs im DIB -Glas erhielt ich zur Antwort, dass 2002 ca. 14.000 t Honig im Bereich der Imkerlandesverbände geerntet wurden. 30 bis 50 % davon würden im Imkerglas vermarktet.


    Auf meine Anfrage, wie viel davon kontrolliert würden (ich hatte konkret nach der Anzahl der kontrollierten Gläser gefragt) wurde mir mitgeteilt, dass jährlich mehrere tausend Proben gezogen und untersucht würden. Eine genau Zahl erhielt ich nicht! Warum?
    Kennt jemand genauere Zahlen?


    Abfüller und Imker (Kleinimker oder Erzeuger) sind, nachdem der DIB-Gewährstreifen aufgeklebt wurde nicht mehr vom Kunden unterscheidbar. Alle Bemühungen, dies durch einen Hinweis im Etikett kenntlich zu machen, waren bisher vergeblich. Der Kunde weiß nun nicht mehr, ist das ein großer Abfüllbetrieb, der seinen Honig deutschlandweit einkauft (oder auch evtl. jenseits der Grenzen) oder stammt der Honig vom Erzeuger, einem kleinen Imker (das kann auch einer mit 100 Völkern sein - der Erzeuger eben). Der Kunde weiß auch nicht mehr, stammt der Honig aus der Region. Wir legen doch immer wieder Wert auf die Bestäubungsleistung der Bienen, die Welt unmittelbar um den Kunden soll blühen und die Obstbäume in der Region des Honigschleckers sollen Früchte tragen. Mit diesem Argument ist dann Honig eigentlich nur noch regional sinnvoll zu vermarkten (gerade für den Kleinimker aus Oberbayern, der ja eh nicht soviel hat, um damit eine norddeutsche Supermarktkette zu beliefern). Der DIB scheint über diese Dinge noch nicht nachgedacht zu haben. Als Lizenzgeber und Lizenzgeldnehmer für Glas und Etikett würde mich das auch nur soweit interessieren, wie der Euro rollt.


    Eine Diskussion über das DIB-Glas, den Gewährstreifen, den Unterschied zwischen Abfüllern und Erzeugern wird ernsthaft nirgends geführt. Warum? Weil es den meisten Imkern eh wurscht ist. Wie ihnen sovieles egal ist, was z.B. der DIB an Arbeit für den einzelnen Imker leistet. Also braucht man sich über die bestehenden Verhältnisse nicht zu wundern. Es klingt halt gut, wenn man beim DIB- Glas sagen kann: Kontrollierte Qualität. Damit sind die Imker dann zufrieden, auch wenn sie sich noch nie die Frage gestellt haben, weshalb sie in den letzten 10 oder gar 20 Jahren noch nie kontrolliert wurden. Als Vereinsvoritzender hatte ich die ehrenvolle Aufgabe in 8 Jahren 4 Proben ziehen zu dürfen- je 1 Pfund Honig.


    Fragen sie nach, wie viel Geld ein Imker ausgeben muss, der bei Demeter oder einem anderen Ökoverband organisiert ist und unter dessen Zeichen vermarktet. Dieses Geld wird zum großen Teil dafür verwendet, um die Kontrollen zu finanzieren.
    Warum ist das dort so und beim DIB-Glas nicht. Beide schreiben auf ihre Fahnen


    KONTROLLIERTE QUALITÄT


    Nachdenken lohnt.


    H. Watzl

  • Mich würde mal interessieren, wieviele Forumsteilnehmer im DIB-Glas imkern? Hartmut kannst Du eine Umfrage online stellen?
    Mich schrecken die Zahlen und die Erkenntnisse aus unserem Verein auch ab, das DIB-Glas incl. "Gewährs"streifen (schon der Name) zu benutzen. Ist nicht jemand in der Lage, ein imkerforum - Etikett zu entwerfen? Das würde ich benutzen, da ich denke, dass sich hier Deutschlands interessierteste Leute zusammenfinden.
    Gruß
    Stefan