Bienenflucht bei Betriebsweise mit einem Brutraum DNM

  • Moin zusammen,


    ich hab das Forum druchsucht aber keine Antwort auf meine konkrete Frage bekommen, evtl bin ich aber auch zu blöd zum Suchen.. ;) Kann mir aber auch nicht vorstellen, dass noch niemand vor mir diese Frage hatte...


    Folgende Situation: Ich führe meine Völker auf DNM mit einem Brutraum. Die Völker sind inzwischen alle 3-zargig. Bei einem Volk werde ich kurzfristig noch den 3. Honigraum untersetzen.

    Ich möchte den Frühtrachthonig mit einer Bienenflucht und nach Möglichkeit in einem Schwung ernten. Mindestens 2 volle Honigwaben bekommt jedes Volk dabei als Reserve direkt zurück. Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass wenn die die Bienenflucht direkt auf den Brutraum setzte das Beutenvolumen nicht ausreichen kann um die Bienenmasse aufzunehmen (auch wenn es nur für einen Tag / ein paar Stunden ist). Da ich mit Flachböden arbeite, ist dort auch kein Trommelraum. Bei der Sommerhonigernte letztes Jahr habe ich deshalb unter die Bienenfluchten jeweils eine Leerzarge gesetzt. Das Ergebnis war, dass ich nach 24h doch noch recht viele Bienen in den Honigräumen hatte und abfegen konnte. Ich hätte mir die Fluchten (und eine Fahrt zum Bienenstand) also auch sparen können.


    Wie handhabt ihr das? Etappenweise Ernte von jeweils nur einem Honigraum ginge natürlich auch, aber das ist dann für mich deutlich mehr Fahrerei und die Küche wird mehrere Tage blockiert ;)


    Eine andere Überlegung ist, direkt neue Honigräume unterzusetzen. Da ich keine ausgebauten Waben mehr habe, müssten diese aber komplett mit Mittelwänden bestückt werden. Finde ich auch nicht optimal, zudem dürfte der Effekt einer Leerzarge recht ähnlich sein.


    Besten Dank vorab!

  • Wenn du eh noch einen 3. Honigraum setzen willst , würde ich den auf den BR setzen, dann die Bienenflucht und die beiden Honigräume zusammen einsammeln und Schleudern.

  • Wenn du eh noch einen 3. Honigraum setzen willst , würde ich den auf den BR setzen, dann die Bienenflucht und die beiden Honigräume zusammen einsammeln und Schleudern.

    Danke Dir für die schnelle Antwort. Ich habe nur ein Volk was einen 3. HR braucht da ist mir das soweit auch klar und die obige Frage stellt sicht nicht.

    Die anderen werden bis zur Ernte keinen 3. Raum brauchen. Zudem werde ich ja zur Sommerhonigernte (hoffentlich) wieder vor dem Problem stehen und danach werden die Völker ohnehin auf 2 Zargen reduziert.

  • Ich arbeite mit Halbzargen. Ich setze Erweiterungszargen stets über die unterste Honigzarge, wobei die vorher dort befindlichen Zargen um eine Position nach oben rutschen. Ganz oben befindet sich die Zarge mit dem reifsten Honig, ich ernte fast immer nur die. Dadurch ist unterhalb der Bienenflucht immer Platz für die Bienen. Die ausgeschleuderte Zarge wird dann wieder an der zweituntersten Position eingefügt, die oberste Zarge geerntet u.s.w.

    Die unterste Honigzarge bleibt dem Volk.

    Gruß Ralph

  • Moin,


    Ich nehme bei der Frühtracht alle Räume weg, und gebe sie gegen die Mittagszeit wieder zurück (ich beginne - zur Freude meiner Familie- um sieben mit dem Schleudern). Hin und wieder wird auch beim Fluchten erweitert, wo es sich eben anbietet.


    murdock82 : deiner Beschreibung nach folgst du den Hinweisen von Guido Eich, aber hast du wirklich jetzt schon Bedarf an zwei ganzen Honigräumen? Mein Spitzenvolk hat den ersten gerade mal zu etwa einem Drittel voll, da hat's noch etwas Zeit mit der Erweiterung. Oder stehst du in Nähe zum Obst oder Raps?


    Beste Grüße


    Peter

  • Das könnte Probleme mit unreifem Honig geben. Als ich so noch gearbeitet hatte, hatte ich genau das Problem. Außerdem geht das nur so bei sehr wenigen Völkern, da es sonst zu lange dauert, bis die Bienen wieder Futter und Platz haben.

    Gruß Ralph

  • murdock82 : deiner Beschreibung nach folgst du den Hinweisen von Guido Eich, aber hast du wirklich jetzt schon Bedarf an zwei ganzen Honigräumen? Mein Spitzenvolk hat den ersten gerade mal zu etwa einem Drittel voll, da hat's noch etwas Zeit mit der Erweiterung. Oder stehst du in Nähe zum Obst oder Raps?


    Beste Grüße


    Peter

    Moin Peter, ich halte mich an Guido Eich, ja. Ich habe recht viel Obst (Kleingärtnerverein) Die ersten Honigräume sind voll und der Apfel legt jetzt erst los. Zudem hatte ich schon bei einem Volk bestiftete Schwarm Zellen und hab deshalb großzügig erweitert.


    Kleingartendrohn : Über Halbzargen habe ich auch schon nachgedacht. Gerade bei der Sommerblüte brauche ich nämlich keine ganzen 2 HR mehr und hatte auch feuchten Honig deshalb letztes Jahr. Ich hab mich eigentlich für DNM 1 zargig und gegen DNM 1,5 oder Dadant entschieden, um nur ein Rähmchenmaß zu haben. Vielleicht sollte ich das nochmal überdenken.

  • Moin,


    Es ist sicherlich eine Frage des Standorts und der Völkerzahl. Da ich bei mehr als sieben Wirtschaftsvölkern Probleme mit meiner Gattin bekomme passt es da ;)


    Vor der Linde läppert es hier immer eine Weile, genug Zeit zum Trocknen. Probleme mit feuchtem Honig hatte ich in meinen fünf Jahren Imkerei an meinen Standorten noch nie.


    Beste Grüße


    Peter

  • Ich arbeite nicht mit der Einbrutraummethode, habe aber jetzt schon einen leeren Honigraum auf den Völkern. Wir haben hier Raps und bei vier Völkern ist bereits der zweite Honigraum komplett voll.

    Es.gibt kaum einen besseren Zeitraum als beim Schleudern nach der Massentracht den Bienen was zum Arbeiten zu geben. Damit werden dann die Lücken geschlossen, die bei der Ablegerbildung entstehen.

    Der Satz eines Altimkers ist mir da zur Devise geworden. Wenn die Bienen was zu arbeiten haben, kommen sie nicht auf dumme Gedanken.


    Danke für deinen Eindruck. Es bestätigt meine Aussagen hier im Forum.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Guten Morgen murdock82!


    Ich möchte den Frühtrachthonig mit einer Bienenflucht und nach Möglichkeit in einem Schwung ernten.

    Das macht meiner Erfahrung gemäß aus verschiedenen Gründen (meist) absolut Sinn.

    Alles Andere ist für mich nie wirklich zufriedenstellend gewesen weil zu aufwendig.

    Um´s Abkehren allerdings bin ich trotz BF bisher exakt 1x bei einer HR-Zarge herumgekommen, bei allen anderen saßen auch nach 24 Stunden immer noch zu viele Bienen unten im letzten HR über der Flucht.


    Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass wenn die die Bienenflucht direkt auf den Brutraum setzte das Beutenvolumen nicht ausreichen kann um die Bienenmasse aufzunehmen (auch wenn es nur für einen Tag / ein paar Stunden ist).

    Das ist vollkommen korrekt und vollkommen ... egal.

    So meine Erfahrung. Ich setze die BF auch direkt auf den einen BR DNM / DNM 1,5 (by the way: Ich liebe diese Kürzel! :wink:) und im "schlimmsten" Fall, sprich bei wirklich warmem Wetter zum Erntezeitpunkt und richtig knallvollen Völkern sitzt dann beim Wiederaufsetzen der HR ein mehr oder minder großer Bienenbart am Flugloch bzw. an der Beutenfront. Der aber zeitnah verschwindet, sobald der Raum wieder da ist.

    Mir fällt gerade aber auch noch ein, ich habe die BF in einem festen Rahmen drin, welcher ca. 5 cm hoch ist und somit auch nochmal einer ganzen Menge Bienen die Möglichkeit des sich-Aufkettens bietet. In der Beute logischerweise, über`m ASG.

    Diese Bienenmasse(n) kann man im Übrigen gut zur Verstärkung kleinerer Einheiten oder zur KS-Bildung nutzen, da definitiv ziemlich jung und ziemlich ohne Königin. :wink:


    Schöne Grüße

    Patrick


    P.S.:

    Zargen-Herumheberei und - untersetzerei empfinde ich als zeitfressendes, rückenforderndes und vor allem absolut vermeidbares Tun.

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Meine Empfehlung wäre Dein letzter Absatz: Neuer HR über ASG (virtuelles BN wird neu angelegt), darüber Bienenflucht und die zu erntenden HRe. Mit den rautenförmigen Bienenfluchten sind die dann nach 24 Std. bienenbefreit.

  • Meine Empfehlung wäre Dein letzter Absatz: Neuer HR über ASG (virtuelles BN wird neu angelegt), darüber Bienenflucht und die zu erntenden HRe. Mit den rautenförmigen Bienenfluchten sind die dann nach 24 Std. bienenbefreit.

    Bei Betriebsweise mit angepasstem Brutraum führt das Untersetzen direkt über dem Absperrgitter dazu, dass schließlich in allen Honigzargen Pollen ist. Das ist schlecht wegen der Haltbarkeit außerhalb des Bienenvolks. Wenn man über der ersten Honigzarge zwischensetzt, verpollt nur die unterste Honigzarge, die allerdings gründlich.

    Gruß Ralph

  • Kleingartendrohn , korrekt, aber die schmelze ich ohnehin alle aus. Eine Zarge mehr macht den Kohl auch nicht fett.


    Wenn auf einmal alles abgeräumt werden soll, geht's m.E. nur so. Ich mache das wie Du, habe eine Flachzarge (159 mm) immer drauf.


    Alternativ wäre das zargenweise ernten mit zweimal fluchen...

  • Kleingartendrohn ,


    Alternativ wäre das zargenweise ernten mit zweimal fluchen...

    Fluchen statt fluchTen passt gut. ^^


    Ich danke euch allen für die vielen guten Hinweise und merke, wie so oft, viele Wege führen offenbar nach Rom. Für die Zukunft werde ich mir wohl auch ein paar Flachzargen anschaffen, die dauerhaft auf dem Brutraum bleiben. Wobei man dann ja eigentlich gleich DNM 1,5 nehmen kann... Aber das wäre jetzt ein anderes Thema.