Der erste Imker ist wegen Oxalsäureverdampfung angezeigt worden

  • Der Denuntiant ist der grösste Feind in unserem Land.


    Das mit dem "Melden" macht "Frei", hatten wir ja schon.


    Damit ist nicht gemeint, dass offensichtliche Missstände nicht auch gemeldet werden dürfen. So habe ich selbst schon an entsprechender Stelle Rückfrage gehalten.

    Wenn man dann die Auskunft erhält, der Imker ist geistig nicht mehr in der Lage oder bereits vor x Jahren gestorben,.dann krempelt man die Ärmel mal hoch und entsorgt die ... ohne das Ego nach vorne zu stellen auf den kleinen Dienstweg.


    Allerdings sehe ich genau das immer mehr. Da zählt der Blick nicht mehr zum Wohl der Biene, sondern nur noch das, was man vertritt oder darstellen möchte.


    So scheisst dann der mit der anderen Bienenrasse den mit der anderen Bienenrasse an. So geht dann der reigen rund.

    Das "Unverständliche" ist dann auch noch, dass gewisse Kreise die sich selber auf dünnen Eis bewegen, dann die dicke Lippe riskieren.


    So bin ich mal gespannt, wann der Bumerang zurück kommt


    Der Imkerei schadet es nur noch mehr.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Ich gucke die Videos von dem spätestens seit seinem merkwürdigen Auftritt zu "unkontrollierter Masseneinwanderung" und Nationalhymne am Ende nicht mehr. Mag sein, dass andere den nicht so leicht ausblenden konnten.


    Grüße

    Holger

    Die stilisieren sich auch teilweise als deutsches Bollwerk gegen carnica,verschleierung und den bösen übergriffigen Staat. Mit denen teile ich mein Baklava nicht.

  • Da muss ein absolut wirksamer und preisgünstiger Wirkstoff in jedem Land einzeln zugelassen/verboten werden.... nur um Kohle generieren zu können:!:

    Das ist unzutreffend. OX ist als Wirkstoff gegen Varroa EU-weit zugelassen, aber das hatten wir ja bereits diskutiert (Quelle in #37):

    OX - Verdampfen in Deutschland ist erlaubt? oder doch nicht

    Es ist nun Sache jedes Mitgliedsstaates, einzelne daraus gefertigte TAM jeweils für sein Gebiet zuzulassen. Auf dieses Recht haben die Mitgliedsstaaten bestanden, allen voran z.B. UK, als sie noch dabei waren, aber auch D, dessen Verteter zu solchen Gelegenheiten oft argumentieren, die eigenen hohen nationalen Standards gegen geringere aus anderen Mitgliedsländern verteidigen zu müssen.


    Nun ist bei der OX-Sublimation ja kein gesondert zu entwickelndes TAM nötig, weil die am besten mit dem blanken Wirkstoff ohne alle pharmazeutische Rafinessen wirkt. Es ist daher wirklich eine juristisch interessante Teilfrage, ob die EU-Zulassung des Wirkstoffs faktisch bereits unmittelbar geltendes Recht in jedem Mitgliedsstaat ist, es also gar keiner nationalen Zulassung mehr bedarf* - weil eben kein gesondertes Arneimittel eingesetzt wird, sondern der Wirkstoff selbst, unmittelbar und direkt. Anders ist es z.B. mit Api-Bioxal, dem pharmeuzeitische Hilfsstoffe (Rieselhilfen; Verklumpungsschutz) zugefügt wurden und damit sehr wohl ein (zulassungspflichtiges) TAM auf den Markt gebracht wurde.


    * Diese Auffassung führte übrigens schließlich zur Standardzulassung von AS, MS und OX in D als einem EU-weit einmaligen Sonderweg:

    https://www.apis-ev.de/apisticus-des-jahres-2006.html

  • Wäre mir das (ich würds ja nu nich dämlicherweise öffentlich vorführen) passiert, ich würd die 100€ Buße stillschweigend vielleicht noch schamvoll zahlen

    Ich glaube kaum, dass das nur ne Strafe im 3 Stelligen Bereich gibt. Eher im hohen 4 Stelligen bis 5 stelligen Bereich. Letztendlich ist es ein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Auch wenn es nur um Veterinär-Medikamente geht.

    AMG §97 (3) "Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 25 000 Euro geahndet werden."
    Mitunter wird auch nur verwarnt, bei geringen Geldbußen ist der Rechtsweg begrenzt. Das OWIG wird hier beschrieben.

  • Bin ehrlich gesagt auch kein Fan. Aber seine OX-Geschichte verfolge ich eben dennoch.

    Und jetzt mal ehrlich - er muss nach der Veröffentlichung der Videos mit einer Anzeige gerechnet haben und wird das vorab mit einem FACHanwalt ausführlich beraten haben. Also hätte ich zumindest. Dann sollte er damit auch reelle Chancen haben. Seine Argumentationskette ist ja hinlänglich bekannt. Wäre dumm wenn sich die Verbände da nicht mit einklinken würden, da können die echt was bewegen.

  • Da wird nichts bewegt. Sogar eher gegenteilig für eine Zulassung.


    Behörden mögen ihre Wege, und das wäre die Zulassung gewesen.

    Das Arzneimittelgesetz deckt alle Mittel zur Anwendung an Mensch und Tier ab. Bienen sind da nicht wirklich erwähnt. Hier muss eine klare Regelung her, da sonst noch mehr im Fleisch, Fisch oder Ei gefunden wird, was da nix zusuchen hat.

    Alleine schon, dass sich da jemand herausnimmt, mit nicht zugelassenen Mitteln zu behandeln, kann die Behörde nicht zulassen. Das Gesetz muss für alle gelten, ob Schweinezüchter, oder Imker.

    Denn wenn man Ausnahmen macht, wird irgendwer die Lücke nutzen und der nächste Skandal droht.

    Somit hat die Behörde keine Wahl, er hat dagegen verstossen. Und er hat das öffentlich gemacht und auch ihre Massnahme wird er veröffentlichen, also kann sie nicht zart bleiben, sondern muss Kante zeigen. Was bisher vermieden wurde, denn niemand wurde deswegen bestraft. Die Behörde hat sich sicher genau ihr Vorgehen überlegt. Das ist nix alltägliches, dafür gibt es keinen Vordruck.

    Damit hat sie vermutlich ein Bussgeld im Sinn, abhängig von der Anhörung.

    Da er schon angekündigt hat, dann Widerspruch einzulegen.

    Landet das Ganze vor Gericht. Und da hat er, nach meiner Meinung schlechte Karten. Beim Arzneimittelgesetz kommt es nicht darauf an, ob er Lebensmittel herstellt oder verkauft, sondern ob er es zur Behandlung einer Erkrankung angewendet hat und das hat er. Und in der Form hat Ox keine Zulassung.

    Ein Beispiel: MCP gab es früher in Tropfen und Tabl.. Heute ist nur noch die Tablettenform zugelassen. Eine Zulassung kann auch aufgehoben werden, wenn mehr Schäden passieren.

    Jetzt zum Beispiel gibt es Sonderzulassungen für Mittel, die eine Verbesserung bzw. Eine Beschleunigung der Ausheilung von Corona versprechen.

    Das Mittel kann aber, da es ja nicht vollständig getestet ist, Nebenwirkungen haben, die im Verlauf erst sichtbar werden.

    Der Zulassungsweg soll eigentlich für Sicherheit beim Anwender oder Patient sorgen. Damit so etwas wie im Conterganskandal nicht mehr passiert.


    Es ist leider so, dass die Behörde jetzt handelt, wo vorher still toleriert wurde. Und da noch mehr verdampfen, wird da erstmal aufgeräumt. Dabei wird dann ein Zulassungsverfahren erschwert.


    Ist nur ne Meinung

  • Da wird nichts bewegt. Sogar eher gegenteilig für eine Zulassung.

    Genau das befürchte ich auch.


    Das Problem an der Sache hier und warum es in diesem Fall so hochgekocht ist, könnte mit der Art und Weise zusammenhängen wie es nach außen vertreten wird.

    Da wird auf allen Plattformen diskutiert, mittlerweile auch von Anfängern, dass OS-Sublimation ja legal sei, weil nirgends explizit steht dass es illegal sei. Dann dreht man darüber noch Filmchen in denen man das munter versucht zu argumentieren und verschiedenste Geräte vorstellt und damit rumexperimentiert.


    Und den Punkt "Bienenschonender" und "Verträglichkeit" lass ich bei ihm nicht gelten. Möchte ich nämlich so handeln, verzichte ich im Sommer auch auf AS, dort gibt es auch schonende Alternativen die sogar zugelassen sind und mitunter ohne Säure auskommen können.


    Ich bin auch kein Fan von KME, spätestens seit der Schleieraktion war für mich das Ding durch. Ich wünsche da auch keinem der meint Verdampfen zu müssen eine Strafanzeige, soll jeder machen was er für richtig hält. Aber hier hat er mehr Schaden als gutes angerichtet.


    Gruß Chris

  • Kurz, kommt man mit einem Gesetz/Zulassung in einem Mitgliedstaat zurecht, muss/kann es überall in der EU gelten. Würde da Einheitlichkeit bestehen, viele viele Zankereien gäbe es nicht mehr.

    Das ist scheinheilig. Viele gute Regelungen beruhen auch auf der Skepsis einzelner Mitgliedstaaten. Viele Regelungen wären nicht eingeführt worden, wenn sofort alle gleich handeln müssten. Man kann nicht nur für Einheitlichkeit plädieren, wenn man einen Vorteil davon hat.

    Das angeführte Neonicsverbot wäre wahrscheinlich bis heute noch keinen Schritt weiter, wenn nicht einzelne Staaten vorgeprescht wären und nicht auf die Zustimmung des letzten Mitgliedstaates gewartet hätten. Und nur weil ein Staat eine Regelung für gut hält, möchte ich nicht gezwungen werden, diese in allen anderen Staaten automatisch auch gelten zu lassen. Zumal das garnicht funktionieren kann.


    Oxalsäure verdampfen halte ich auch für eine gute Möglichkeit die Bienen gegen die Varroa zu behandeln. Wobei die Bequemlichkeit und Zeitersparnis für den Imker sicher das Hauptargument ist. Kontrollieren müsste man dann aber stärker die Anwendung der Schutzmaßnahmen für den Imker (die ja auch in anderen Ländern Bedingung für die Anwendung sind). Das ist sehr aufwändig. Zumal solche Kontrollen wohl auch nicht gut bei den Imkern ankämen.

    Auch für andere Verfahren gibt es diese Schutzvorschriften, die bisher wenig kontrolliert werden. Ist ja zum großen Teil Hobby. Da hält sich der Staat, zum Glück, weitestgehend raus.


    Was mich immer wieder stört ist die Heiligsprechung dieses Verfahrens. Es ist nicht so, dass man mit anderen Verfahren nicht auch gute Ergebnisse erzielen kann.

    AS z. B. muss nur deshalb in höheren Konzentrationen angewendet werden, weil man es anwendet, während Brut im Volk ist. Brutfrei, wie bei der Oxalsäure Bedingung, sind wesentlich geringere oder kürzere Behandlungen notwendig. Es werden wieder mal Äpfel mit Birnen verglichen. Eine Ox-Blockbehandlung ist mit Sicherheit nicht bienenschonender als das regelkonforme Verdunsten der AS.


    Und das: "Jetzt muss gehandelt werden und alle Imker müssen zusammenstehen" ist vollkommen utopisch. Sehr viele Imker sehen überhaupt keinen Handlungsbedarf und für nicht wenige ist Oxalsäure Teufelszeug, das verboten gehört. Das ist auch nicht vollkommen ohne Berechtigung.


    Durch dieses hier angesprochene Ordnungswidrigkeitsverfahren werden wir nicht wesentlich weiter kommen, befürchte ich.

  • Ich sehe es eher als scheinheilig (1), wenn generell EU-Regeln bejubelt akzeptiert, bereitwillig und gehorsam befolgt werden, wie z.B. die Pfandregelung. Im Gegensatz dazu aber die sinnvolle Nutzung der OSV von angeblich sehr vielen Imkern ausschließlich in D als "Teufelszeug" betrachtet wird. Sie die um uns herum alle eher strunzdumm oder nur todessehnsüchtig, dass man es drumherum zulässt?


    Scheinheilig (2), wenn ich die von äusseren Bedingungen abhängige Säureverfahren dagegen halte. Man liest und hört ja auch hier im Forum oft genug, dass die Säuremethode entweder wieder mal nicht funktioniert oder "übereffektiv" war und die Bienen in Folge gleich mit getötet hat - was selbstverständlich niemand zugeben würde. Niemand der Anwender und Befürworter ist bereit, überholte und fehlerbehaftete Methoden auch mal klipp und klar als solche namentlich zu benennen und abzulehnen. Stattdessen werden vermeintliche Feher korrigiert - wait, Anwendungsfehler, Anwenderfehler oder Unsicherheit? da war doch was...


    Sind es die, die nicht zugeben wollen, dass diese Methoden unkalkulierbar sind? Oder nur die, die nicht bereit sind, andere Methoden anzuerkennen, ausser denen, die sie selbst seit anno schnuff mit allen Fehlern anwenden und predigen? Dass die keinen Handlungsbedarf sehen ist klar, erstens könnte es was kosten und zweitens müsste man etwas dazulernen. Das ist übelstes Tellerranddenken, kann man sich im 21. Jhdt. nicht ausdenken sowas...


    Eine sinnvolle und effektive Methode wird einfach mit haarsträubenden Begründungen verweigert. Aber gut, momentan ist das einfach, weil die richtige Schutzausstattung dem medizinischen Personal vorbehalten ist und auch gar nicht im Handel verfügbar und wir uns nutzlose Alibi-Spuckefänger selbst basteln sollen... - das war jetzt ironisch und nicht als VT zu verstehen... :rolleyes:

  • ... - das war jetzt ironisch und nicht als VT zu verstehen... :rolleyes:

    warum ironisch ?


    Es IST genau so.

    Politiker kaschieren ihre absolute Unfähigkeit damit das sie das Volk in die Schuld nehmen.

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte

  • warum ironisch ?


    Es IST genau so.

    Politiker kaschieren ihre absolute Unfähigkeit damit das sie das Volk in die Schuld nehmen.

    Jaja, vor allem DIE Politiker machen das immer so. Es steht in einem demokratischen Land auch jedem Imker frei, sich selbst aktiv in der Politik für bessere Bedingungen einzusetzen. - und nein, mit dieser Diskussion sollten wir den Faden hier nicht zerschießen.

    Man muss es auch einmal anders herum sehen: Keiner, der OS verdampft, hat sich bisher daran gestört, dass diese in nicht zugelassener Form wesentlich billiger zu bekommen ist, wenn man bei uns legal auch gar keine zugelassene als Pulver/Tab kaufen kann.

    Ich bin sehr gespannt, mit welchen Begründungen die zugelassenen Alternativen dann nicht verwendet werden, wenn Andermatt tatsächlich zum Sommer hin das Gerät mit entsprechender OS auf den deutschen Markt bringt, mit dem man legal bedampfen kann. Die Kosten für ein Zulassungsverfahren wollte bisher ja kein anderer tragen. Da hat man lieber das geltende Recht entsprechend interpretiert, statt eine klare Regelung zu beantragen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Naja, wenn ich zwei Liter Oxuvar für 69€ kaufen kann oder das gleiche Produkt für 60 Cent selber anmischen könnte, dann geraten wohl einige ins Grübeln. Das Verhältnis stimmt halt nicht. Garnicht. Beim Verdampfen wird's ähnlich kommen, vermute ich. 69€ zu 60 Cent, das nenn ich mal 'ne Verzinsung ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife