Der erste Imker ist wegen Oxalsäureverdampfung angezeigt worden

  • Bin ich auch mal gespannt. Alternativ zum Kollegen könnte die Anzeige natürlich auch von jemand sein, der Interesse hat, zugelassene Produkte (zur Verdampfung) zu verkaufen.

    Ich bin jedenfalls auch sehr gespannt. Leider fürchte ich, dass die erwünschte Klärung daran scheitert, dass ein Verfahren wegen Lebensmittelrecht nicht zu einem grundsätzlichen Urteil gelangt, wenn gar kein Lebensmittel mit diesen Bienen produziert wird.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • ...... gar kein Lebensmittel mit diesen Bienen produziert wird.

    Die Bienen produzieren ein Lebensmittel ob er will oder nicht bzw. wenn er es auch angeblich nicht nützt.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Nee, wirklich?

    Wurde etwa in Imkerkreisen seit Jahren Dinge gemacht, von denen wir alle wußten, daß sie verboten sind. Haben wir uns seit vielen Jahren konsequent darüber hinweggesetzt und es gar propagiert. Und das nur, weil wir natürlich Recht haben uns alles besser wissen?

    Ich bin überrascht, schockiert und wie Claudia sagen würde, ein Stück weit echt betroffen. Booh, echt jetzt?

    Und gespannt bin ich auch. Anarchie ist halt doch überall und machbar, Herr Nachbar.

    Viele von Herzen kommende Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Die Bienen produzieren ein Lebensmittel ob er will oder nicht bzw. wenn er es auch angeblich nicht nützt.

    Gruß Eisvogel

    Aber meine laienhafte Lebenserfahrung mit Anzeigen und Gericht sagt mir, dass sie das Verfahren nicht durchziehen, sondern einstellen. Den Aufwand durchzuziehen, wo es ja sowieso nicht mal Honig zum aus dem Verkehr ziehen gibt...
    Immerhin muss man ja auch damit rechnen, dass dieses Verfahren von einer Crowd-Spende unterstützt auch ziemlich lange dauern kann oder in die nächste Instanz gehen könnte. Welches Gericht hat da schon Interesse?

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Sorry ertappt,

    mich stört das seit Jahren, daß für manche Menschen einige Gesetze einfach nicht gelten, nur weil diese es besser wissen.

    Und nochmal sorry,

    aber in dem Wissen, was Hobby- und Profiimker jeden Tag mit ihren Bienen anstellen ist Tierwohl wohl relativ und gelegentlich auch Ansichtssache. Zellen brechen, Königinnen abdrücken, Völker Vorwärtskommen-rückwärts Rahmen schneiden, Kochrezepte für Drohnenbrut, umbauen ist ja so viel besser als sich an zugelassene Verfahren zu halten bei der Varroabekämpfung?

    Sorry, versteht mich nicht falsch, Bienen sind Insekten und wenn sie keinen Honig bringen würden, hätten wir etliche Verfahren und technische Hilfsmittel sie umzubringen. In den Siebzigern hätten wir sie nicht Völker genannt sondern Gruppen, sind es Stecher, Bande.

    Was mich stört ist die Arroganz der Besserwisser für die andere Gesetze gelten

    Viele Grüße

    Wolfgang, kein Bienenflüsterer

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • mich stört das seit Jahren, daß für manche Menschen einige Gesetze einfach nicht gelten, nur weil diese es besser wissen.

    Es gibt Gesetze, die haben Sinn, und es gibt Gesetze, die sind in vielen Augen sinnlos. Das scheint sogar soweit zu gehen, dass gewisse Stellen eine gewisse Blindheit an den Tag zu legen, zum Wohle der Tiere.


    Dass Menschenwohl über Tierwohl gestellt wurd, je nun, mensch fühlt sich ja als die "Krone der Schöpfung"; um so spannender, dass das Wesen, das die Menschen gerade reichlich knebelt, ausgerechnet "Krone" heißt :D.


    Dass eine an sich sinnvolle Behandlungsstrategie nicht erlaubt ist, die nach europäischem Recht aber erlaubt werden müsste wenn ich das richtig verstehe und die im nachbarlichen Ausland bereits erlaubt ist, da hört bei mir das Verständnis auf und das ja, ok, ist Besserwisserei. Aber in einem anderen Sinn. Denn es ist hier afaik eine Behandlungsmethode, die preisgünstig ist und der Chemie-/Pharmaindustrie nichts einbringt. Hony soit qui mal y pense.


    Wie es zu der Anzeige gekommen ist, weiß ich nicht, ich habe mir das Video nicht angeschaut (es ist für mich allgemein sehr mühsam, wenn zu viel für meinen Geschmack geredet wird; da muss schon wirklich gute Info rüberkommen, dass ich mir das antue). Da ich aber ausgerechnet in diesem Kanal einmal den Einsatz von einem Fluglochverdampfer gesehen habe ohne entsprechende Schutzmaßnahmen, wundert mich zwar die Anzeige wegen Verstoßes gegen die Lebensmittelverordnung, aber dass es eine Anzeige gab eher nicht. Ich dachte mir damals schon, ob das wohl so geschickt sei?


    Häme finde ich aber nicht angebracht.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

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    Dass eine an sich sinnvolle Behandlungsstrategie nicht erlaubt ist, die nach europäischem Recht aber erlaubt werden müsste wenn ich das richtig verstehe und die im nachbarlichen Ausland bereits erlaubt ist, da hört bei mir das Verständnis auf und das ja, ok, ist Besserwisserei.

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    Hallo Monik,

    im europäischen Recht ist sind die Zulassung von Tierarzneimittel nationales Recht.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Der alleinig ums Tierwohl bekümmerte Imker könnte genauso gut Oxalsäure sprühen. Das ist erlaubt, aber nicht so bequem. Angesichts der mit der schnellen Sublimation möglichen und durchaus üblichen und fragwürdigen Block- und Marathonbehandlungen halte ich das Totschlagargument des "Tierwohls" relativ zum mindestens ebenso gut anwendbaren Begriffs der "Imkerbequemlichkeit" für etwas scheinheilig.

    Ich möchte auch so eine Imkersgattin: zum Hinterherputzen, Entdeckeln, Einlöten und Abendessen kochen. Ach ja, vermarkten darf sie gerne auch.

  • Das ist erlaubt, aber nicht so bequem. Angesichts der mit der schnellen Sublimation möglichen und durchaus üblichen und fragwürdigen Block- und Marathonbehandlungen halte ich das Totschlagargument des "Tierwohls" relativ zum mindestens ebenso gut anwendbaren Begriffs der "Imkerbequemlichkeit" für etwas scheinheilig.

    Sehe ich anders.


    Beim Sprühen hat man in Wasser gelöste Säure. Beim Verdampfen ist die Säure in fester Form. Wirksam wird sie soweit ich weiß erst, wenn sie an den Füßen der Varroen, die feucht sind, aufgelöst wird. Die Bienen können die Haftballen irgendwie abdecken, die Varroen nicht. Somit sind die Bienen beim Sublimieren nach meinem Verständnis weniger der Säure ausgesetzt als beim Sprühen.


    Ich vergleiche das mit Zitronensäure, die kann ich unbeschadet in der Hand halten, solange diese nicht feucht ist. Da die Bienen die pulverförmige Oxalsäure einfach zu abzustreifen scheinen, gehe ich davon aus, dass es für sie um klassen besser ist, als - gerade bei der Winterbehandlung - eine nasse Dusche gelöster Säure abzubekommen.


    Das hat mit Scheinheiligkeit imho absolut nichts zu tun.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)