Brutableger

  • Hallo zusammen,


    um mich kurz vorzustellen: Ich komme aus Unterfranken, imkere seit fünf Jahren (Zander) und möchte nun allmählich meinen Bestand an Völkern vergrößern.

    Dies tue ich aufgrund meines kleinen Bestandes mittels Einwaben-Ableger.

    Meine Frage hierzu:


    Ich habe vor einer Woche aus zwei Völkern jeweils einen Einwaben-Ableger erstellt. Die geschröpften Völker entwickelten sich in dieser Zeit sehr gut weiter. Auch der Honigraum wurde angenommen. Kann ich bis Mitte Mai nochmals je eine Brutwabe entnehmen, ohne größere Einbußen in der Honigernte hinnehmen zu müssen?

    (Ich arbeite zur Zeit mit einem Brutraum)


    Vielen Dank im Voraus,

    Pollenpirat

  • Eine Brutwabe plus eine Randwabe mit Futter plus den ansitzenden Bienen klappt prima.


    Wie es in deinen Völkern aussieht, sieht leider keiner und wie die lokalen zukünftigen Trachtverhältnisse sind auch nicht.


    Mitte Juli kannst du die Völker noch mal teilen, dann verdoppelst du noch mal.


    viel Erfolg

    Imkern muß einfach, praktisch, bienengemäß, imkerschonend und preisgünstig sein

  • Um auf Rases Vorträge zu kommen - bienenfred :

    Es geht hier nicht darum, genetisch perfekte Königinnen zu ziehen, sondern wie bereits erwähnt, um den Bestand zu vergrößern.

    2. Wie auch von Rase erwähnt, ist ein Einwaben-Ableger auch mit Schwarmzellen möglich, was eine in „Eile nachgezogene Königin“ ausschließt.

    3. Es handelt sich bei den zu schröpfenden Völkern um erworbene Königinnen aus professioneller Zucht- mit deren Grundlage ich meine Bienenvölker gerne erweitern möchte.

    ( eine zielgerichtete Zucht ist in zukünftigen Jahren immer noch möglich - aber mit mehreren Völkern deutlich einfacher)

    Zusammengefasst:

    Der Einwabenableger dient mir nicht zur Erweiterung der Völker mit genetisch perfekten Königinnen sondern, um die Schwarmstimmung zu mindern und den Bestand zu erweitern. Hierfür ist er durchaus geeignet.

    So viel zum Thema „ein besserer Imker werden“.

    Ps: Vielen Dank bienenalex !

  • Der Einwabenableger dient mir nicht zur Erweiterung der Völker mit genetisch perfekten Königinnen sondern, um die Schwarmstimmung zu mindern und den Bestand zu erweitern. Hierfür ist er durchaus geeignet.

    Es ist gut, wenn jeder seine Erfahrungen selbst macht. Das schafft fundiertes Wissen.

  • Es geht hier nicht darum, genetisch perfekte Königinnen zu ziehen,

    Du wirst mit solchen Nachschaffungsköniginnen nicht glücklich, ich bin auch Anfänger und habe ein Volk mit solch einer KÖ und der kommt einfach nicht aus den Quark. Die Kös werden aus der Stresssituation gezogen und nicht optimal versorgt. Mach es doch richtig und Du hast nächstes Jahr ertragreiche Völker.

    VG Reinhard

  • Pollenpirat, um zu verhindern, dass Deine Einwaben-Ableger kleine, leistungsschwache Königinnen nachziehen, würde ich an Deiner Stelle eine fast komplett verdeckelte Brutwabe, einer Futterwabe mit Honig und Pollen und einer Mittelwand in den Ableger hängen. Diese Brutwabe sollte außerdem wenige kleine Larven enthalten, die noch mit Futtersaft versorgt werden. Zum Schluss solltest Du für ein Überangebot an Futtersaft sorgen, indem Du aus einem starken Volk alle Bienen, die auf einer Wabe mit überwiegend kleinsten Larven sitzen, in Deinen Ableger fegst. Und fertig.

    Dadurch werden so viele junge Bienen in jedem Deiner Ableger sein, dass sie mehr als genug Futtersaft produzieren werden, um die Larven der künftigen Königinnen gesund zu versorgen.

    Viel Erfolg!

  • Ich habe vor einer Woche aus zwei Völkern jeweils einen Einwaben-Ableger erstellt. Die geschröpften Völker entwickelten sich in dieser Zeit sehr gut weiter. Auch der Honigraum wurde angenommen. Kann ich bis Mitte Mai nochmals je eine Brutwabe entnehmen, ohne größere Einbußen in der Honigernte hinnehmen zu müssen?

    Wir haben aus einem Volk (Dadant) in einer Saison bekommen:


    - einen Nachschwarm (der Klassiker - Weiselzelle übersehen :o) - glück gehabt, weil beim freundlichen Nachbarn im Baum gelandet, nicht zu hoch.

    - einen Fegling zur Schwarmvorwegnahme.

    - den Ableger oder wie immer man das nennen will von der Schwarmvorwegnahme, also das übrig bleibende Volk.

    - ein Schwarm flog zu.

    - Brutscheunen aus 5B im Sommer.


    Insgesamt wurden es 6 Völker, allerdings dabei zwei Mickerlinge (war ein Missverständnis, da sollten Brutwaben eigentlich eingeschmolzen werden :o).


    Und sogar 10 kg Honig. Der war gar nicht eingeplant, wir wollten Völker haben.


    Ich sehe nicht, da Du anscheinend mindestens zwei Völker hast, wozu man da mit Einwaben-Ablegern rumgeigeln sollte? Ein Volk für den Honig, ein Volk zum Vermehren. Da Du ja gehört hast, dass Einwaben-Ableger mit gut angepflegten Schwarmzellen funktionieren, hast Du vielleicht auch gehört, dass die "normalen" Einwaben-Ableger, an die man (zumindest ich) halt so denkt, absolutes Notprogramm bei den Bienen sind. Will man ihnen das antun, wenn man in einem Jahr über das Jahr verteilt gut vermehren kann? Wenn Du eh "allmählich" vergrößern willst? Wenn Du in fünf Jahren aus nur zwei Völkern jeweils 2 Völker erhalten hättest, mit einem vernünftigen Brutableger pro Volk, und angenommen, die hätten alle überlebt, wärst Du jetzt bei 64 Völkern. Wozu das jetzt alles in einem Jahr nachholen wollen?

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Aufbau eines Einwabenablegers.


    1 Am Flugloch: Ausgebaute Leerwabe

    2. Voll besetzte Brutwabe mit möglichst viel verdeckelter Brut und mit Eiern/jüngste Maden.

    3. Futterwabe mit Pollen und Futter.


    Erweitert wir dann indem man die Futterwabe immer vom Flugloch weg drückt und dann möglichst eine ausgebaute Wabe ans Brutnest schiebt.


    Bis Mitte Mai kann man zwei, bei starken Völkern sogar drei Brutwaben entnehmen, ohne das es zu einem nennenswerten Honigertragsverlust kommt.

    Aufgrund des frühen Blühbeginns und da der Raps gerade durch ist, kann man jetzt und in zwei Wochen nochmal entnehmen.


    Viel Erfolg


    So habe ich auch meine Völkerzahl in jedem Jahr verdoppelt.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Der Rabs ist durch 8| wo lebt Ihr alle ? ;)

    Ich glaube wir hängen hier im Norden 4 Wochen :(

  • Ich wohne am westlichsten Zipfel Deutschlands.

    So musste ich auch lernen, dass in unserem schönen Land die Bedingungen sehr unterschiedlich sind und oft noch anders als gedacht.

    So fährt ein Kollege von mir seinen Bienen in die Hocheifel und will angeblich nochmal zwei Wochen Raps mitnehmen.

    Freier Imker

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    Für Rassevielfalt.

  • Endlich hat's geregnet! Soll auch noch ein bisschen... Gut so; denn jetzt kann der blühende Raps endlich auch Nektar liefern. Nächste Woche ist "Hoch Zeit" für die Biens. Bisher war es hier noch ziemlich dünne....