Nachschaffungszellen brechen

  • Hallo zusammen,

    Ich habe einen 1-Waben Brutableger gemacht. Heute nach Tag 4 sind 3 offene Nachschaffungszellen zu sehen. Nach den bisherigen Recherchen kann ich ja davon ausgehen, dass die Bienen passendes Material zur Aufzucht ihrer neuen Herrscherin ausgewählt haben?

    Meine eigentlich Frage ist aber, ob es Sinn macht die Zellen nach 9 Tagen zu brechen und durch einen Eistreifen zu ersetzen?

    Ich könnte mir vorstellen das ein 1-Waben Brutableger für die Königinenzucht zu schwach ist?


    Gruß

    Chris

  • Hallo Chris,


    Ich würde Einwaben-Ableger grundsätzlich nicht zur Königinnenzucht verwenden. Ich habe dieses Jahr auch schon EinwabenAbleger gemacht-jedoch bloß zur Völkervermehrung. Wenn du die Zellen brichst und sie anschließend nochmals mit der Aufzucht von Königinnen beginnen müssen, reicht einfach nicht die vorhandene Bienenmasse dafür aus.

    Dafür solltest du mindestens fünf bis sechs Brutwaben verschiedener Völker vereinigen.

    Grüße

    Marc

  • wenn man nicht vom eigentlichen Stechervolk nachziehen will, hängt man die Brutwaben als Wochenendimker 1 Woche vor der Ablegerbildung in den Honigraum zum Verdeckeln und gibt eine Weiselzelle oder 2-3 umgelarvte angezogene Zellen oder einen kleinen Eistreifen bei der Ablegerbildung.

    Schon die vorbereitete Schröpfung wirkt durch die Brutdistanzierung gegen Schwarmneigungen.

  • Hallo Chrisbien,



    Überlege doch einfach mal:

    In welchem Zustand (Alter, Bienendurchlauf) befinden sich die notwendigen Pflegebienen, wenn sie zur Pflege Deiner gewünschten Königinnenmaden benötigt werden ?

    Willst Du wirklich diese verwenden, um Deine kommenden Bienenvölker darauf aufzubauen ?

    Ein einwaben Ableger ist ein Notprogramm, die hier von den Bienen ausgesuchten Maden sind das Beste was man auf dieser einen Wabe finden konnte. Das ist seltenst Material, welches ein Volk auswählen würde zur "selbstständigen" Vermehrung.


    Vor solchen Aktionen, schnell noch mal in einem guten imkerlichen Buch nachschlagen ....

    .... und nach der aktuellen Zeit an einem entsprechenden Kurs dran teilnehmen.


    Chrisbien & Pollenpirat

    DANKE für die jeweilige, zukünftige Vorstellung hier im IF !


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Guten Morgen zusammen,


    erstmal möchte ich mich für die Antworten bedanken, zudem werde ich mich noch in einem gesonderten Thread vorstellen.

    Bienenknecht   bienenfred   Beehulk   Pollenpirat

    Mir war schon bewusst das eine Zucht mit diesen wenigen Bienen nicht möglich sein wird, wollte die Frage allerdings beantwortet haben.
    Bienenknecht Du meintest das die Bienen auf dem 1 Wabenableger seltenst Material finden was sie sonst auswählen würden wenn sie selbst nachschaffen, bsp. Schwarmzelle.
    Nach meiner Kontrolle gestern, also nach Tag 4 der Bildung, waren die 3 NZ noch nicht verdeckelt. Das spricht doch dafür das sie geeignetes Material genommen haben?

    Meine nächste Frage wäre ob und wie man am Besten die schlüpfenden Königinnen voreinander schützt, sie sitzen alle am unteren Rand der Waben.


    Gruß

    Chris

  • nach jeder Öffnung des Stocks eine Woche auf die Hände setzen.

    Nach jeder Öffnung braucht der Bien Zeit zur Wiederherstellung von Temperatur, Stockluft und strukturierter Arbeitsteilung Anpassung an die Ummöbilierung...

    bei Ablegerbildung mit Nachschaffung schreibt man mit Kreide das Datum auf die Kiste und schaut 3-4 Wochen später wieder rein. Bei jeder Öffnung riskiert man nur durch Unachtsamkeit eine der Zellen zu zerstören oder anderweitig zu stören.

    Da die Ablegereinheit nicht schwarmlustig ist, regeln die Weiseln bzw Bien das mit überschüssigen WZ allein. Der Imker hat keine Ahnung und kann die Situation nur falsch interpretieren.

  • Vielen Dank für deine Ausführungen bienenfred klingt für mich auch plausibel das sich zu viele Störungen negativ auf die Entwicklung auswirken.

    Kann man NZ Königinnen für einen weiteren Ableger nutzen?

    Die Genetik ist im Ei ja schon drin, ehe es bei Nachschaffung für die neue Königin ausgewählt wird, statt nur eine Arbeiterin zu machen. Die Begattung läuft auch von der Entstehung weitestgehend unanbhängig sofern die Königin normal fliegen kann und vernünftige Begleitung hat. Die Qualität dieser Nachschaffung-Königin wurden von den Aufzuchtbedingungen beeinflusst, sodass die Mangelbedingungen hier Einschränkungen ergeben konnten. Eventuell wurde sie schlechter begattet oder hat nicht die gewünschte Leistung aus Sicht des Volkes und so wird sie früher umgeweiselt. Die Qualität der Töchter wird dann von den Genen der nachgeschafften Königin + den Drohnen der Standbegattung abhängen und den Bedingungen unter denen diese herangezogen werden können.
    => Hast du gute Standbegattungsdrohnen und kannst bei der Ablegerbildung trotz der bisherigen Störungen im Saisonverlauf noch entsprechende Volksstärken bieten, sollte nichts dagegen sprechen

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Wenn ich die NZ beziehungsweise dir NZ Königin für einen anderen Ableger nutzen möchte, wie kann ich diese dann am Besten dort einsetzen?

    Die Lockenwickler bekomme ich ja nicht über die NZ auf der Wabe. Schneidet man die Zelle dann aus?

    Um Tips, Ratschläge wäre ich schon mal dankbar.

    Amape Der Ableger steht ca. 30 m vom Muttervolk entfernt. Dieses lebt auf 4 Zargen und sollte entsprechend Drohnen zur Begattung zur Verfügung haben. Ich habe die Bienen bei mir im Garten stehen, in der Nachbarschaft gibt es auch noch andere Imker.

  • Solange keine Zelle schlüpft oder sich der Plan des Volkes ändert, werden die anderen Zellen normalerweise ja nicht aufgebissen, sodass man sich die Lockenwickler sparen kann. Mehr als eine Königin pro Volk muss ja dann auch nicht schlüpfen.

    Die Zellen, die in den nächsten Tagen schlüpfen kann man entweder samt der Brutwabe, auf der sie sind verteilen oder vorsichtig ausschneiden und dann zum Warmhalten und Schlüpfen in eine andere Beute hängen, die weisellos ist. Gegen Ende der Entwicklung sind die Zellen auch nicht mehr so empfindlich.


    Laut Untersuchungen kommen wohl bei den meisten Standbegattungen ohne besondere Kniffe nicht die Drohnen vom Stand zum Zug, sondern eher die von anderen Ständen im Flugbereich. Ob das mit der standbegattung am eigenen Standort zu ausreichender, gute oder super Völkern führt, sieht man erst, wenn die Königinnen ihre Völker aufgebaut und am besten auch überwintert haben. Solange die Nachbarschaft nicht viel ändert, bleibt der Effekt dann in den nächsten Jahren ähnlich. Das ist der Teil, den du leider nicht im Griff hast solange du nicht allein im Flugkreis bist oder so viele Völker mit Drohnen hast, dass die fremden Drohnen statistisch kaum noch zum Zug kommen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Amape vielen Dank für deine ausführlichen Antworten, so macht der Austausch richtig Spaß. :thumbup:

    Da ich das Ziel habe meinen Völkerbestand auf 3-4 Völker zu vermehren (aktuell 1), stellt sich mir die Frage ob ich eine der NZ von diesem Ableger für meinen nächsten 1 Waberableger nutzen kann. Ich kann zwar die Qualität der Pflege nicht beurteilen welche die NZ erhalten wird, aber ich kann zumindest sagen das sie passendes Material zur Nachzucht ausgewählt haben.
    Wann und vor allem wie soll man die NZ dem Ableger zuführen?
    In diesem Fall müsste ich ja die NZ ausschneiden. Wie befestige ich diese dann im „Neuvolk“ oder am Rähmchen?