Bogenschnitt in den Honigraum

  • Hallo!


    Ich versuche gerade aus dutzenden Google- und IF-Suchergebnissen, gepaart mit Weiß, Herold und Pfefferle schlau zu werden. Mein Plan ist, ohne Umzularven (weil mir da momentan die richtige Optik und vermutlich auch noch das imkerliche Gefühl fehlt) ein paar neue Königinnen aus einem Wunschvolk zu ziehen, mit denen ich dann zu erstellende Ableger beweiseln möchte. Mein Plan:

    • Ich nehme mir eine Brutwabe, mache einen Bogenschnitt und hänge sie, nachdem ich die benachbarten Zellen verquirlt habe, in den Honigraum des selben Volkes.
    • Nach ca. 5 Tagen sind ein paar Weiselzellen entstanden und verdeckelt. Die Weiselzellen schneide ich ab und hänge sie (in den vom Imkerpaten übernommenen Lockenwickler) in einen (oder mehrere) Honigräume anderer Völker.
    • Nach weiteren 6 Tagen erstelle ich Ableger, denen ich nach 2 Tagen die angezogenen Nachschaffungszellen breche.
    • An diesem Tag stehen die Weisel kurz vor dem Schlupf und ich hänge sie einzeln als Krabbelzelle in die Ableger, die sich wie Bolle freuen und meine Königinnen beim Schlupf herzen und lieben.

    Das Verfahren erscheint mir nach all der Lektüre irgendwie zu einfach. Daher die Frage: Was hab ich vergessen bzw. wo ist mein Denkfehler?


    Viele Grüße

    Holger

  • Aus meiner Sicht fast nix. Ergänzend neben die Wb mit Bogenschnitt noch eine verdeckelte Brutwabe hängen, um optimale Wärme zu gewährleisten. Das Gleiche in den Pflegevölkern.


    Dann mal los!

  • Besser ist geringfügig anders.


    1. frische MW ins Brutnest, zwischen Drohnenrahmen und Brutnest


    2. Nach fünf Tagen Bogenschnitt, bevor Du die Wabe rausnimmt, stellst Du den 1.Honigraum an die Stelle des Brutraums auf den Boden. Den Brutraum stellst Du auf einen neuen Boden (kann was behelfsmäßiges sein) und woanders hin. Paar Meter weg reicht!


    3. Du entnimmst dem HR eine möglichst volle Wabe und steckst die in den Brutraum ganz an die Wand, gehst mit der bienenfreien Brutwabe an einen ruhigen Ort und machst Deinen Bogenschnitt (leg 'ne Zeitung unter!). Schneid so, das die reinen Stifte geradeso wegfallen.


    4. Steck die Wabe in den HR, der am Platz des alten BR steht.


    5. Alles nach 24 Stunden zurückbauen, die Wabe bleibt in dem Honigraum, der dann wieder über dem ASG über dem alten Brutraum steht.


    6. vier Tage später kannst Du die Zellen verschulen :)


    Viel Spaß & Erfolg!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo,

    bin auch eher Neuling und habe eine ähnliche Frage gehabt (siehe hier). Trotzdem meine ersten Gedanken dazu:

    Warum sollten die Bienen Weiselzellen auf deiner eingehängten Wabe ansetzen? Entweder sie haben keine Lust zu schwärmen, dann machen sie es nicht. Oder sie haben Lust zu schwärmen, dann machen sie es überall. Nachschaffungszellen machen sie auch nicht, weil sie ja noch eine Königin haben.

    Diese Sache mit dem Einhängen der Brutwabe in den Honigraum macht man - meines wissens - vor allem um auf dieser Wabe nur verdeckelte Brut zu haben, so dass man diese - als Ableger - mit einer frischen Wabe (also mit Eiern und Larven) aus einem anderen Volk zusammentun kann. Ergebnis: Die Bienen können in deinem neuen Ableger nur auf dieser frischen Brutwabe Nachschaffungszellen anlegen.


    Viele Grüße

    Kerstin

  • Warum sollten die Bienen Weiselzellen auf deiner eingehängten Wabe ansetzen?

    Es handelt sich hier zunächst um das Verfahren "Zucht im weiselrichtigen Volk". Die Bienen erkennen an der Schnittkante des Bogenschnitts zu pflegende Weiselzellen (weil die nach unten offen sind). Das funktioniert am besten in einem schwarmtriebigen Volk.

    Rase schlägt dagegen das Verfahren vor, bei dem im (kurzfristig) weiselosen Volk angebrütet und dann im weiselrichtigen zu Ende gepflegt wird.
    Das dürfte sicherer funktionieren, weil das weisellose Volk auf jeden Fall in Nachzuchtstimmung ist und das weiselrichtige dann schon angezogene Weiselzellen bekommt, deren Weiterpflege es um diese Jahreszeit kaum widerstehen kann.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Warum sollten die Bienen Weiselzellen auf deiner eingehängten Wabe ansetzen?

    rase hat es doch in #3 beschrieben! Damit lässt er im HR nachziehen wo kein BR drunter ist und somit ist es eine weisellose Volkseinheit - ist also "ala Starter"... :-) - das ist in verschiedenen Zusammenhängen tausend mal beschrieben worden und hat sich millionfach bewährt... ;-)

    (Sorry WFLP war schneller...)

  • Danke einstweilen!

    rase hätte ich nur eine Nachfrage, denn der Mehraufwand hält sich (bei hoffentlich besserem Erfolg) ja in Grenzen:

    Leg' ich auf den Boden unter den Honigraum das Absperrgitter? Denn sonst müsste ich nach meinem Gefühl nach dem einen Tag eine Menge Drohnen im Honigraum haben, oder?


    Viele Grüße

    Holger

  • hat es doch in #3 beschrieben!

    Sorry, habe mal wieder vergessen zu aktualisieren und dann ohne Sicht der Antworten auf die Ausgangsfrage geantwortet ;-)


    Eine Frage zu:

    3. Du entnimmst dem HR eine möglichst volle Wabe und steckst die in den Brutraum ganz an die Wand,

    Warum muss ich diese Honigwabe entnehmen? Einfach damit sie aus dem weg ist?


    Und noch eine: Was heißt "Schneid so, das die reinen Stifte geradeso wegfallen."?

  • Das Verfahren habe ich im weisellosen Volk nach brechen der Weiselzellen mit der Gabe einer Zuchtwabe gemacht.

    Funktioniert einweindfrei.

    Ich nehme dann für das ausschneiden der Weiselzellen ein Teppichmesser und erhitze die Klinge. Damit fällt die Schneide wie Butter in die Wabe. Die Weiselzelle auf keinen Fall drücken. Die Zelle kann dann gekäfigt werden und via verbogener Büroklammer in andere Völker zugehangen werden.

    Im übrigen kann solche Wabenstücke hervorragend verschicken. (Siehe Nordbiene)

    Was ja ausdrücklich nicht erlaubt ist?!?

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Wenn ich gerade nicht umlarven konnte, habe ich das manchmal mit einem ausgeschnittenen 1-2 Zellen breiten Ei-Streifen gemacht, den ich mit den Zellenöffnungen nach unten an einen Oberträger gepinnt habe. Dann sind die Weiselzellen gut auszuschneiden.