Honigraum und zweiter Brutraum voller Honig

  • Bei der Durchsicht meiner beiden Völker an einem Waldstandort habe ich festgestellt, dass bei einem Volk sehr stark Honig eingetragen wird. Obwohl ich in den letzten beiden Wochen bereits 4 Ableger mit je zwei Brut- und Futterwaben gezogen und dafür Mittelwänder eingesetzt habe, haben sie diese als auch den Honigraum (nur Mittelwände) komplett ausgebaut und im 2. Brutraum (zanderbeute) und Honigraum schwer Honig eingetragen. Mit der Verdeckelung haben sie gerade erst angefangen. Die Ableger habe ich 6 km Luftweg weit weggebracht. Trotzdem ist das Volk sehr stark. Muss man mit Schleudern warten bis alle Honigwaben verdeckelt sind? Und eine Zarge Mittelwände zwischen 1. Und 2. Brutraum setzen? Honigwaben mit anderem Volk tauschen geht auch nicht, da hier der Honigraum auch schon gut gefüllt ist und die Bienen mit dem Verdeckeln begonnen haben. Hier ist es nur der Honigraum mit halbem Brutraum als Honiglager. Königinnen sind in beiden Völkern vorhanden. Die habe ich gesehen.

  • Nur um Missverständnisse auszuräumen, Absperrgitter zwischen Brutraum 1 und 2, den zweiten Honigraum unter den ersten ...

    Oder den 2. Brutraum als Honigraum nutzen und die weitere Zargengabe als 2. Brutraum dazusetzen?


    Mir wird von meinem Imkerpaten immer empfohlen auf die Gabe eines zweiten zusätzlichen Honigraumes zu verzichten und warten bis verdeckelt ist.

  • Ich mache das erst im dritten Jahr. Im ersten Jahr hatte ich noch nicht viel, und das letzte war in der Hinsicht bei uns im Vorderhunsrück eher trocken. Erste Ernte erst am 17. Juni. Und diesen Stand habe ich erst seit Frühjahr letzten Jahres. Daher hab ich noch nicht so viel Erfahrung.

    Also heißt es hier wohl die übliche Vorgehensweise: Handbuch nehmen, das richtige Kapitel durchlesen, es in der Luft zerpflücken und dann mit dem Wissen an die Situation angepasst und ein wenig nach Bauchgefühl handeln.

    Bitte nehmt mir die Ausdrucksweise nicht böse. Aber ich habe auch schon die Erfahrung gemacht dass zwei Imker häufig mehr als zwei Meinungen zu einem Thema haben. Und nicht immer sind es die gleichen.

  • Naja, mein Imkerpate ist zwar noch nicht so lange dabei (erst 10 Jahre), aber er hat sich bereits sehr stark auf sein System eingeschossen, an dass er sich unbedingt hält. Und es passt in eine Lehrbuchvorgehensweise.

    Dann nehm ich mir morgen früh auf dem Weg zur Arbeit gleich ne passende Zarge mit und schmeiß sie mit den entsprechenden Mittelwänden (natürlich in Rähmchen) zwischen zweiten und ersten Brutraum, da drauf das ASG und dann weiter warten. Sicherheitshalber löte ich noch weitere Mittelwände ein, falls es dem zweiten Volk in den nächsten Tagen genauso ergeht sobald dort die Brut ausläuft. Falls nicht, hab ich die gleich für die bereits gebildeten Ableger parat.

  • ...mit den entsprechenden Mittelwänden (natürlich in Rähmchen) zwischen zweiten und ersten Brutraum...

    Neiiiin!

    Das ASG auf den 1. Brutraum (ganz unten...), vorher da möglichst alle Brutwaben und vor allen die Königin rein!


    Da drüber kannst du dann lustig mischen, wie du Lust hast oder den zusätzlichen Honigraum einfach drauf, drunter oder zwischen, da gibt es tatsächlich viele Meinungen...;)

  • Wenn Du Honig ernten willst, dann solltest Du eh überlegen, ob es nicht sinniger ist, von Haus aus mit nur einem Brutraum zu imkern. Aber da machen wir hier vermutlich ein Fass auf mit der Aussage.

    Die reine Brutfläche reicht in einem Brutraum. Es muss halt immer ein Honigraum drauf bleiben, damit sie nie Not leiden. Weiterer Vorteil, Du musst nur eine Zarge durchschauen. Mama ist ja nur unten in ihrem Appartement und Kinderzimmer, nie oben in der Speisekammer.

    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Ich hatte das gleiche Problem im ersten Jahr ( DN 12er)


    Exakt so, wie Peter es schreibt funktioniert es ( zu mindestens bei mir).

    Kompaktes,warmes Brutnest, schnelle und übersichtliche Durchsicht.

    Im Winter könnte noch eine zweite Zarge für Futter rauf, im Frühjahr wieder raus.


    Du wirst es zu schätzen wissen.

    LG

    Martin

  • Wenn wir in 10 Jahren noch leben, werden wir uns immer noch die Finger über verhonigte Doppelbruträume wund schreiben.

    Ein Volk auf 5 Waben Dadant bringt locker 50 kg Honig, mit enormer Volksstärke.

    Wofür dann 2 Bruträume Zander oder DN.

    Wer das mit einem BR nicht ausprobiert, wird es nie merken.


    Gruss

    Ulrich