Schwarmtriebigen Volk eine Prinzessin via Zweitschlupfzelle unterjubeln?

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    Hallo,


    ist es eine gute Idee, die frisch geschüpfte Prinzessin eines guten Volkes mit Hilfe einer Zweitschlupfzelle in ein schwarmtriebiges Volk mit Schwarmzellen "heimlich" einzuweiseln, unmittelbar nachdem man dort die alte Königin entfernt und die Naturzellen gebrochen hat? Also ohne 9 Tage warten und brechen der Nachschaffungszellen? Ohne Umweg via Begattungskästchen?


    Für die Bienen wäre das ja wie eine eigene Königin, die aus einer der gerade noch vorhandenen eigenen Schwarmzellen schlüpft und die einzige, die den Eingriff duch den Imker überlebt hat.


    Gruß

    hornet

  • Kann ich mir gut vorstellen. Annahme mit Zweitschlupfzelle geht gut. Ob der Schwarmakt dann entfällt oder doch ein Singerschwarm abgeht - ausprobieren !


    Letztes Jahr im schwarmtriebigen Volk Kö'-Zucht gemacht -> bestens!

  • Könnte ich mir auch sehr gut vorstellen. Meine Erfahrung bzw. mein Eindruck beim Beweiseln mittels Zweitschlupfzelle war immer, dass die Bienen den Unterschied zur natürlichen Weiselzelle nicht checken. Warum sollte das dann nicht auch in anderen Situationen wie von dir geschildert klappen?

    11 Völker (Carnica) auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • oder doch ein Singerschwarm abgeht

    stimmt, das ist wohl mein Denkfehler. Die Bienen könnten einfach statt mit der Alten mit der zugesetzten Prinzessin einen Nachschwarm produzieren und davon ausgehen, dass das zurückbleibende Volk ja noch Nachschaffungszellen ziehen kann. Fragt sich jetzt nur, wie wahrscheinlich ist das, vielleicht hat jemand ja Erfahrungswerte.


    Manuel91

    klappen täte es wahrscheinlich schon, die Frage für mich ist eher, wie sinnvoll das wäre, weil es sich um ein Volk in vollem Schwarmtrieb handeln würde mit den eben geschilderten, möglichen Folgen.

  • die Frage für mich ist eher, wie sinnvoll das wäre

    dann habe ich dich falsch verstanden. Ich würde es glaube ich auf einen Versuch ankommen lassen. So verkehrt finde ich deine Idee nämlich nicht. Die Methode kommt ja dem natürlichen Ablauf ziemlich nah.

    11 Völker (Carnica) auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • rase

    das Volk ist dick und will weg. Und du meinst, dass die nach Abdrücken der Altkönigin und Brechen aller Schwarmzellen nur durch das Zusetzen einer Zweitschlupfzelle trotzdem ihre Schwarmlust nicht mehr weiter ausleben, also keine Nachschaffungszellen ziehen und mit der fremden (das wissen sie ja nicht) Prinzessin statt der Alten davonziehen?


    Weil, wenn die Altkönigin beim Vorschwarm verloren geht, lassen sie das ja auch nicht sein und rücken 1 Woche später stattdessen eben mit der nächsten Prinzessin aus!

    Und bei einem Königinnen-Ableger werden im Muttervolk auch noch weitere Zellen gezogen und müssen nochmals gebrochen werden, u.a. damit kein Nachschwarm abgeht. Die Volksmasse ist schließlich noch weitgehend vorhanden.

  • Wenn die Altkönigin beim Schwarmakt verloren geht, ist bis zum Schlupf der ersten Prinzessin +/- 7 Tage Zeit. Und es sind weitere Zellen da. Prinzessin #1 tütet, #2,3,4 & #5 quaken. Bienenmasse stimmt, Singerschwarm geht raus.


    Hast Du doch alles nicht. Keine weiteren Zellen (hast ja alle gebrochen), also können sie erst raus, wenn neue da sind. Bis dahin ist aber #1 brünstig und wird das verhindern. So lautet die Theorie :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • danke, eine imkerliche Theorie von dir ist für mich schon fast wie Praxis ;-)


    Übrigens, habe deine YT-Videos heute entdeckt und beim Etikettieren mitlaufen lassen! Echt klasse, ich sag' nur "Schullandheim", sowas vergisst keiner mehr. Fast schade, dass ich kein ganz blutiger Anfänger mehr bin!

  • Ich hoffe es ist okay, wenn ich diesen Faden hier einmal mitnutze:

    Wie wäre es, wenn ich einem schwarmtriebigen Volk die Königin entnehme, Schwarmzellen breche und eine verdeckelte Weiselzelle zusetze, die allerdings erst in einigen Tagen schlüpfen wird?


    Da laufe ich doch Gefahr, dass die Bienen bis zum Schlupf der zugesetzten Weiselzelle selbst neue Zellen ansetzen und somit dann durch den Schlupf der zugesetzten Weiselzelle doch ein Schwarm abgeht oder? Korrigiert mich, falls ich falsch liege.


    Oder ziehen sie selbst keine (Schwarm)zellen, sobald die alte Königin aus dem Volk entfernt wurde? Ich weiß nicht, ob die Bienen dann beim Schlupf der zugesetzten Weiselzelle unterscheiden können, dass ihre neu gezogenen Zellen Nachschaffungs- und keine Schwarmzellen sind.

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  • Letztes Jahr im schwarmtriebigen Volk Kö'-Zucht gemacht -> bestens!

    Empfehlung: Hänge einen Zuchtrahmen rein, nachdem Du peinlichst genau jede (!!) Schwarmzelle raus hast - auch bestiftete Ansätze davon und die Alte Kö' natürlich; die kannst parken.


    Die Annahme von Larven ist m.E. besser als bei SBA's. Kannst fertig pflegen lassen und dann mit dem Volk aufteilen.


    Versuch macht kluch.

  • Hänge einen Zuchtrahmen rein, nachdem Du peinlichst genau jede (!!) Schwarmzelle raus hast

    Das habe ich bei dem ersten schwarmtriebigen Volk gemacht (habe 5 umgeweiselte Larven auf eine Brutwabe gesteckt) und nun habe ich ein paar Weiselzellen übrig ^^ Deswegen kam mir der Gedanke diese Zellen jetzt bei anderen schwarmtriebigen Völkern zu verwerten.

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  • klingt ja wirklich gut...


    Mitten in der Rapstracht bei voraussichtlich gutem Flugwetter eine knappe Woche Brutunterbrechung zum Steigern der Sammelleistung, Schwarmstimmung gebrochen, und (Schwarm)Genetik ausgetauscht...?!

    Alles extrem einfach und wenig aufwendig...


    Aber wo liegt der Haken?

    Wäre doch sonst gängige Praxis...

  • Aber wo liegt der Haken?

    Wäre doch sonst gängige Praxis...

    ist doch gängige Praxis. Brauchst halt bei jeder Kontrolle eine Box mit Krabbelzellen. Was Du tagsüber nicht verbrauchst, kommt abends in Ableger (z.B. aus den Resten von abgeschwärmten Volkern). Geht deswegen halt nur bei großen Imkereien. Ich könnte das rein logistisch nicht.

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