TBE / Oxalsäure

  • Moin zusammen,


    ich muss mal kurz meine Gedanken niederschreiben und von euch gegenlesen lassen, ob ich da irgendwo einen Denkfehler drin habe.

    Es geht um die Brutentnahme im Sommer mit Oxalsäuresprühen.

    Betriebsweise ist Dadant mit halben Zargen Honigraum.


    Bisher habe ich immer nach der Sommerhonigernte die Hälfte meine Völker per TBE brutfrei gemacht, die andere Hälfte per Scalvini-Käfig. Dann nach Auslaufen der Brut Oxalsäure gesprüht, bei den TBE-Völkern aus den Brutsammlern neue Völker gemacht, alles gut.


    Bei der TBE will ich auch weiterhin bleiben, aber ich darf/will/kann nicht mehr als die jetzigen knapp 30 Völker haben, wenn ich noch weiterhin einer Arbeit nachgehen und eine Familie haben will ;). Außerdem geht mir der Platz aus, und ich baue nicht schon wieder an.


    Mein Plan ist folgender: Alle Völker bekommen eine TBE. Die Brutwaben wandern in leere Honigräume (damit ich mir nich nur für die TBE noch mal 15 Bruträume holen muss, die ich 1x im Jahr brauche), die ich an anderen Ständen auf Zwischenböden mit um 180 ° gedrehten Flugloch auf die normalen Völker stelle. Durch die Kämme ist der Wabenabstand zwar etwas größer, aber zum Schlüpfen der Brut soll´s wohl reichen.

    Wenn die Brut ausgelaufen ist, wird die inszwischen nachgeschaffte Königin abgedrückt, die Damen bekommen eine Oxaldusche und werden über Leerzarge und Bienenflucht ins darunter stehende Volk gebracht. Bei zu großer Bienenmasse werden die nackten Bienen evtl. auch auf mehrere Völker aufgeteilt.


    Ergebnis wären dann mannschaftsstarke Völker für den Winter, aber keine Vermehrung.

    Ein paar Ableger stelle ich mir natürlich trotzdem irgendwo hin, ganz ohne Reserve geht´s dann doch nicht.


    Irgendwo ein Fallstrick, den ich nicht sehe?


    LG, Timo

  • Genauso von mir angestrebt und praktiziert. Einen Teil der Brutsammler verarbeite ich zu Neuvölkern mit jungen Königinnen, die ich im Mai/Juni gezogen habe. Der Rest wird auf die Völker verteilt - ohne Bienenflucht, einfach beim Füttern im August zugehängt (no problem).


    Der Bestand kann so einigermaßen zwischen 15 und 20 Völkern gehalten werden. TBE mit 30 ist ja schon 'ne Nummer - Respekt!

  • Ergänzung: Ich stelle die Brutscheunen nicht auf Zwischenböden, sondern auf normale Böden an anderem Standort, so dass eine komplette Trennung von den WV erfolgt (weiß nicht, was der Milb macht...).


    Und - die OXS-Behandlung exakt und mehrfach (Staubbehandlung!) durchführen, damit > 90% der Milben erwischt werden. Das ist essentiell.

  • Und - die OXS-Behandlung exakt und mehrfach (Staubbehandlung!) durchführen, damit > 90% der Milben erwischt werden. Das ist essentiell.

    Gestaubt wird bei mir nicht, ich sprühe. Hat aber bisher einwandfrei geklappt.

    Bei den Brutscheunen kann zwar schon wieder Brut von der Nachgeschafften drin sein, aber die wird ja unmittelbar eingeschmolzen.

    Die Bienen werden noch auf den alten Waben eingesprüht und dann direkt abgestoßen, da sollte keine Milbe mehr aus der Brut rüberwechseln können.

    Ich stelle die Brutscheunen nicht auf Zwischenböden, sondern auf normale Böden an anderem Standort, so dass eine komplette Trennung von den WV erfolgt (weiß nicht, was der Milb macht...).

    Die Zwischenböden sind dicht, nicht mit Gitter. Haben Aussparungen für Bienenfluchten, die aber verschlossen und propolisiert sind. Normalerweise sind das die Deckel der Kisten. So stell ich die Brutscheunen einfach direkt drauf und mache das Flugloch auf, fertig.


    Das würde die Sache auch noch attraktiv machen, ich brauche keine 15 Extraböden. Wenn ich die Bienen aus den SBA zulaufen lasse, kommt einfach nur die Flucht rein. In die leeren Honigraumzarge abschütteln, 1-2 Tage später die Zargen einsammeln.


    Hört sich irgendwie zu einfach an :/

  • Ich mache das auch recht ähnlich. Unterschied zu deiner Vorgehensweise ist, dass ich die Brutwaben als Brutling jeweils auf die Ursporüngsvölker aufsetze, Flugrichtung 180° gedreht. Damit spare ich mir das Hin- und Herfahren und benötige auch nicht mehr Stellplätze. Da ich beide Volksteile jeweils komplett brutfrei behandle und zudem im August/September noch eine Blockbedampfung einschiebe, macht mir der Verflug Milben besetzter Bienen wenig Sorgen.


    Zudem breche ich alle Weiselzellen im Brutling und hänge anschließend Weiselzellen bekannter Herkunft zu, so dass ich gleich überall die Genetik drin habe, die rein soll. Damit hab ich dann auch gleich die Kö-Erneuerung abgehandelt oder kann die Brutlinge als Jungvölker mit (vergleichsweise) guter Königin behalten.


    Und der dritte Unterschied ist der, dass ich Brutling und Flugling getrennt bis Ende Oktober führe und erst dann vereinige. Bei einer raschen Wiedervereinigung im Juli/August hätte ich die Sorge, dass die Völker bis Oktober ohnehin auf die angepeilte Wintergröße X zusammen schrumpfen, egal ob sie mit 15.000 oder 30.000 Bienen starten. Ob das jetzt vermeidbare Arbeit ist (doppelt behandeln, füttern, kontrollieren usw) oder sinnvoll ist, da bin ich mir selbst noch nicht ganz klar. Das Ergebnis ist jedenfalls zufriedenstellend für mich.

  • Normalerweise sind das die Deckel der Kisten. So stell ich die Brutscheunen einfach direkt drauf und mache das Flugloch auf, fertig.


    Das würde die Sache auch noch attraktiv machen, ich brauche keine 15 Extraböden. Wenn ich die Bienen aus den SBA zulaufen lasse, kommt einfach nur die Flucht rein. In die leeren Honigraumzarge abschütteln, 1-2 Tage später die Zargen einsammeln.


    Hört sich irgendwie zu einfach an :/

    Die Deckel als Böden zu benutzen, hat hier ein älterer Berufsimker bei seinen Schwarmverhinderungsmaßnahmen gemacht. Segeberger Deckel vom WV, - Brutzarge drauf , vorn Schaumstoffstreifen rein, hinten Flugloch mit Schaumstoffstreifen verkleinert. Geht gut und spart Material!


    Wie machst Du das bei den DD-Deckeln (die sind rundum dicht - also Zwischenboden mit Flugloch)?:/


    Aaaah - hab' ich's geschnallt ? - Du nimmst die verschließbaren Bienenfluchten als Deckel, stellst die Bruträume drauf und öffnest das Flugloch. Richtig ?


    Einfach ist immer am Besten!


  • Den letzten Absatz verstehe ich nicht.

    Wenn ich eine Dadant Beute auf eine Bienen Flucht stelle, dann entsteht da doch kein Flugloch, das einzige ist, dass die Bienen theoretisch nur in den unteren Brutraum können. Oder ist dies etwas spezielles?

  • Aaaah - hab' ich's geschnallt ? - Du nimmst die verschließbaren Bienenfluchten als Deckel, stellst die Bruträume drauf und öffnest das Flugloch. Richtig ?

    :thumbup:

    Genau so. Die Dinger haben ein verschließbares Flugloch. Ich werde das wohl noch etwas vergößern, die haben ja sonst keine andere Möglichkeit zum Ventilieren.

    Oder ist dies etwas spezielles?

    Bin eigentlich davon ausgegangen, dass alle Dadant Deckel auch ein Flugloch haben. Also der Innendeckel, der oben bündig abschließt.

    Wenn nicht, dann ist es speziell, ok ;)

  • Den letzten Absatz verstehe ich nicht.

    Wenn ich eine Dadant Beute auf eine Bienen Flucht stelle, dann entsteht da doch kein Flugloch, das einzige ist, dass die Bienen theoretisch nur in den unteren Brutraum können. Oder ist dies etwas spezielles?

    Stimmt - aber es gibt die Möglichkeit, ein Stück Rand herauszusägen und die Bienenflucht evt. umgedreht aufzulegen - je nach Höhe des Randes ober- oder unterhalb des Bodens. Die Löcher / das Loch für die Labyrintheinsätze kann man mit Sperrholzattrappen verschließen, so dass nach unten alles dicht ist. Das ausgesägte Randstück aufheben, damit man die Bienenflucht wieder als solche nutzen kann. So habe ich das verstanden...

  • Die Bienen werden noch auf den alten Waben eingesprüht und dann direkt abgestoßen, da sollte keine Milbe mehr aus der Brut rüberwechseln können.

    Auf das Einfachste kommt man immer nicht - sehr gute Idee. Das macht die Sache noch einfacher und hoffentlich effizienter. :thumbup:


    Und man kann immer entscheiden, ob der ein oder andere Brutsammler ein eigenes Volk oder zur Verstärkung genutzt wird. Ich habe festgestellt, dass - je nach Milbenbelastung (, die man vorher kaum kennt, weil sie ja in der Brut hocken) - sehr unterschiedliche Bienenmengen nach Schlupf übrig bleiben. Schwächere Einheiten dienen so immer der Verstärkung bzw. man legt sie zusammen mit vorgezogenen Königinnen 8).

  • Aaaah - hab' ich's geschnallt ? - Du nimmst die verschließbaren Bienenfluchten als Deckel, stellst die Bruträume drauf und öffnest das Flugloch. Richtig ?

    :thumbup:

    Genau so. Die Dinger haben ein verschließbares Flugloch. Ich werde das wohl noch etwas vergößern, die haben ja sonst keine andere Möglichkeit zum Ventilieren

    Hallo,


    machst du mal bitte ein Foto?


    Grüße

    Mike