Was tun mit altem Honig

  • Servus zusammen,


    ich habe noch einen 12,5kg Eimer zu etwa 1/2 voll mit 4 Jahre altem Honig hier.


    Was kann ich damit sinnvoll anfangen?


    2kg Honig, 2kg Zucker und 4 Liter Wasser mischen (also quasi 1:1 Zucker zu Wasser) und als Ableger-Futter verwenden?

    Oder ist das bedenklich wegen HMF Gehalt? Gelagert bei etwa 20 Grad Raumtemperatur.


    Grüße

    Panger

  • Hi zusammen,


    also ich habe natürlich probiert und der Honig schmeckt nicht anders als sonst auch. Noch genauso lecker wie vor 4 Jahren ;-)


    Hat nur mehr Zuckerkristalle, weil damals nicht gerührt wurde, ist aber noch insgesamt recht cremig.


    Verkaufen wollte ich den nicht mehr, wegen HMF.

    6kg Honig esse ich so schnell alleine auch nicht

    Vergären wäre eine Idee, durchaus. Wollte eh noch Met machen. 6kg wäre auch eine gute Menge für einen 25l Ballon denke ich.


    Aber zurück zur Ausgangsfrage: Wäre es dennoch möglich den Honig zur Fütterung zu verwenden?

    Ich habe 3 Ableger die ich eh mit 1:1 Zuckerwasser beifüttern wollte.

    Da könnte ich dann ja auch wie oben beschrieben 2kg Honig, 2kg Zucker und 4 Liter Wasser mischen.


    Der HMF Gehalt macht mir aber Sorgen.

    Bei 4 Jahren Lagerung kann der HMF Gehalt da schon zu hoch für die Bienen, und auch für einen ordnungsgemäßen Verkauf sein.

    Grenzwert sind 40mg/kg (bei nicht DIB Gläsern)

    Nach einem Jahr bei 20° Raumtemperatur schon 20mg/kg möglich, also bei 4 Jahren vermutlich über 40mg/kg


    Grüße

    Panger

  • Hallo Panger,

    im 《Merkblatt über die Vermeidung des Vorkommens von Hydroxymethylfurfural in Futtermitteln für Honigbienen》 von 2008 steht dazu: 《Die Mortalität von Honigbienen, die 216 mg HMF/kg Futtersirup erhielten, war mit 58,7 % signifikant höher als die Mortalität von Honigbienen, die Rationen mit nicht nachweisbaren Gehalten von HMF (Mortalität: 12,5 %) oder mit Konzentrationen von 43 mg HMF/kg Futtersirup (Mortalität: 15,0 %) erhielten. Wurde Futtersirup mit HMF-Gehalten von 1080 mg/kg gefüttert, betrug die Mortalität der Honigbienen sogar 98,8 %》(S.:3)


    Also von 12.5% würde die Mortalität in deinem Fall (vorausgesetzt der HMF Gehalt von 40 mg/kg stimmt) auf etwa 15% steigen.

  • Hallo Panger,

    das HMF ist für die Bienen giftig. Für Dich und Deine Kunden nicht.

    Gönn Deinen Bienen gutes Futter und lass Deinen Honig bei einem Kollegen schonend im Melitherm auftauen. Dann kannst Du ihn flüssig verkaufen oder noch rühren und cremig verkaufen.

    Für die Zukunft wäre ein kühleres Lager super, aber dem fehlt sicher nichts, wenn der Wassergehalt in Ordnung war. Aber dann würde er jetzt gärig riechen.

    Bei Metbedarf einfach Met daraus machen ist ja in Ordnung,

    nur wenn ihn keiner trinkt, ist ja auch nix gewonnen.

    Wenn Du wirklich Bedenken hast, dann kannst Du ihn auch mit der neuen Ernte (nach dem Auftauen) homogenisieren. Dann ist auch der gefürchtete HMF Wert ganz sicher im grünen Bereich.

    Denn bei den paar kg, was soll da ein HMF Test, der das kostet, was der Honig Wert ist.

    So geht es den Bienen, den Kunden und Dir gut.


    Grüße Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Hi Peter,


    danke für deine Antwort.


    Ich werde denke ich wie schon geschrieben das Futter halb Honig, halb Zucker mischen, das sollte den HMF Gehalt in absolut unbedenkliche Bereiche drücken (wenn ich den Beitrag von HundeBiene mit Bezug auf das Merkblatt bedenke).

    Den Rest dann in Met verarbeiten oder anderweitig nutzen. Aber nicht in den Verkauf bringen.


    Kühleres Lager wäre super, ist aktuell leider nicht wirklich vorhanden. Kommt aber ggfs. gegen Ende des Jahres.


    Wirklich hart ist der Honig ja noch nicht mal geworden. Ich denke einmal kurz mit dem Rührer durch und der wäre durchaus locker abfüllbar in Gläser. Ist halt mit feinen Zuckerkristallen durchzogen. Das war ein Sommerhonig aus 2016. Geschmacklich ist der absolut gut.

    Aber verkaufen will ich einen 2016er Honig nicht, das widerstrebt mir.


    Grüße

    Panger

  • Das interpretiere ich anders. Du weißt ja nicht, wie viel HMF dein Honig hat. Du schreibst selbst, nach einem Jahr könnte der Gehalt schon bei 20 mg HMF möglich sind. Nach vier Jahren also durchaus auch 80 mg oder mehr (kenne mich da nicht aus). Die Werte oben aus der Studie sagen dir auch nichts darüber aus, was bei 80 mg passiert. Theoretisch können da schon 50% den Löffel abgeben. Dosis-Wirkungsbeziehunhen sind nicht unbedingt linear.


    Vermutlich wird nix passieren. Aber wenn du dir unsicher bist würde ich den Honig nicht verfüttern. Überlege, was du sparen kannst (5€?) und was du verlieren kannst und mache eine überschlägige Kosten-Nutzen-Rechnung 😉

  • Vermutlich wird nix passieren. Aber wenn du dir unsicher bist würde ich den Honig nicht verfüttern. Überlege, was du sparen kannst (5€?) und was du verlieren kannst und mache eine überschlägige Kosten-Nutzen-Rechnung 😉

    und 6 - 8 Kilo kannst du selbst essen, zum Backen nehmen, Honiglikör machen, Met ansetzen. Der kommt schon weg. Dir macht HMF ja nichts, aber ein Volk verlieren oder zumindest schwächen, nur um den Honig besser zu verwerten...

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Das war ein Sommerhonig aus 2016. Geschmacklich ist der absolut gut.

    Aber verkaufen will ich einen 2016er Honig nicht, das widerstrebt mir.

    Das ist Kopfsache.


    Du kannst den wirklich anderweitig verwerten als ihn den Bienen zu geben.

    Überall, wo Du sonst Zucker verwendest, kannst Du Honig verwenden:

    - in den Tee geben

    - backen

    - Met ansetzen

    - kochen

    - in Kosmetik geben, falls Du die selber machst


    6-8 kg ist nicht viel. Die Tafeln freuen sich bestimmt auch über anständigen Honig (übrigens auch von der neuen Ernte dann, dass Du gar nicht in das Dilemma kommst ;) )

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)