Ab welcher Honigmenge muss man „aktiv“ verkaufen?

  • Guten Morgen zusammen,


    Mir stellt sich als Anfänger seit einer Weile eine Frage die sehr individuell ist und sich vermutlich nicht einfach beantworten lässt. Ich würde gerne ein Gefühl dafür bekommen, ab welcher Menge Honig der Verkauf nicht mehr so einfach nebenbei läuft, sondern aktiv betrieben werden muss.


    Also, ab wann reicht es nicht mehr Honig an, Freunde, Verwandte, Kollegen, Nachbarn und Passanten („Verkaufsautomat an der Strasse, Schild am Haus) zu verkaufen. Wann muss man aktiv werden und mehr Zeit in den Verkauf investieren (Wochenmarkt, Weihnachtsmarkt, etc.).


    Da nun die Voraussetzungen bei jedem unterschiedlich sind (Wohnort, Anzahl der Kollegen, Beruf, aktiv in Vereinen etc.) und es so große Schwankungen geben dürfte, bin ich auf der Suche nach einem guten Mittelwert, den man zumindest als Anhaltspunkt nutzen kann.


    Vielleicht gibt es ja dazu sogar schon Berechnungen.


    Danke vorab


    Viele Grüße

    Martin

  • Geschätzt 100 - 1000 kg; ab da musst aktiv werden :wink:


    Ironie aus: Diesen Wert gibt es nicht. 100 kg an der Haustür, 250 kg an Geschäfte, die weiter verkaufen, 500 kg selbst am Markt und 150 kg an Spezialanbieter...


    Das kannst beliebig verschieben - auf Deine Frage gibt's m.E. kaum eine Antwort.

  • Orientierung:

    Mit um die 10 Völker muss ich nicht "aktiv" werden, d.h. Supermärkte oder eigene Stände (außer mal zum Dorffest) kommen für mich nicht in Frage.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Also, ab wann reicht es nicht mehr Honig an, Freunde, Verwandte, Kollegen, Nachbarn und Passanten („Verkaufsautomat an der Strasse, Schild am Haus) zu verkaufen. Wann muss man aktiv werden

    Ganz einfach gesagt, wenn die "Freunde, Verwandte, Kollegen, Nachbarn und Passanten" nicht mehr allen Honig abnehmen :-) - ist so eine Aussage hilfreich ;-) , eher nicht daher

    auf Deine Frage gibt's m.E. kaum eine Antwort.

    :thumbup:8)


    Mal im Ernst, es gibt Personen die konsumieren 500g Honig in Jahr und welche die konsumieren 10Kg im Jahr - das ist alles individuell und daher kann man nicht einmal abschätzen wann x Leute keinen Honig mehr abnehmen...

  • Moin Martin!


    Ich selber beernte seit Jahren immer um die 5, 6 Völker, aus genau dem von dir angesprochenen Grund.

    Und selbst bei diesen geringen Völkerzahlen sehe ich mich phasenweise gezwungen "aktiv" zu vermarkten. Was bei mir aber schlicht und ergreifend bedeutet, dass ich meine Mitmenschen in Gesprächen auf die eigene Imkerei hinweise und sie ggfs. auch mal direkt frage, ob sie nicht ein Gläschen probieren wollen. Je nachdem ob`s sich anbietet -> Bauchgefühl.


    Mit um die 10 Völker muss ich nicht "aktiv" werden, d.h. Supermärkte oder eigene Stände (außer mal zum Dorffest) kommen für mich nicht in Frage.

    Gestatte mir die Frage, Jakob, wie gehen diese Honigmengen denn bei dir dann über`s Jahr weg?

    Haustürverkauf? Viele Kollegen? Sonstwas?


    Ich frage einfach aus persönlichem Interesse heraus, da ich in / nach guten Honigjahren mit o.g. Völkerzahlen und deren Honigerträgen bei meinen zugegebenermaßen überschaubaren Platzverhältnissen flott an die Grenzen des Lagerbaren komme.

    Allerdings bin ich als bekennender Sofort-in`s-Glas-Abfüller auch nicht zwingend der Maßstab.


    Sonnige Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Patrick,

    Familie (ohne Geld),

    Dorf (samt Dorf-Café, Dorfladen, Sportverein, Chor)


    Und der älteste Eimer geht in den Met-Ballon...

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Moin Zusammen,


    wenn die Lagerbedingungen stimmen, kannst Du es Dir leisten beim Verkauf nicht aufs Gas drücken zu müssen. Dann lagerst Du eben für schlechte Jahre ein, besonders, wenn Du Sortenhonig erntest.


    Je nachdem, wie groß Dein Familien- und Freundes- und Kollegenkreis ist, also die Menge Menschen, denen Du Honig schenken magst/musst, verschwindet Deine Ernte ohne Verkauf.


    Ich würde ebenfalls sagen, es ist letzlich eine Frage der Erfahrung und des Herumexperimentierens.


    Viele Grüsse von Benjabien

  • Dann lagerst Du eben für schlechte Jahre ein, besonders, wenn Du Sortenhonig erntest.

    Hehe, da wird gern mal 'was unscharf. Lagern unter Bedingungen hat ja etwas mit dem Gebinde zu tun und daraus folgt die max. Verwendbarkeit. Wir sind uns einig, dass man Honig über sehr lange Zeit lagern kann.


    Bsp.: Honig im Eimer/Hobbock auskristallisiert, lagert man verschlossen bei 15°C im trockenen Keller 2 Jahre. Aufschmelzen über Melitherm, neu kristallisieren und Abfüllung in Gläser.


    MHD wird dann Abfülldatum plus 1 oder 2 Jahre. Gesamthaltbarkeit 3 - 4 Jahre. Wie weit kann man es erweitern, ohne Stabilitätsdaten ?


    Wie o.g., ein formales Problem...

  • Mich würde die Folgefrage interessieren,


    wie vermarktet ihr den Honig aktiv?

    Lohen sich Stände auf Stadtfesten? Da braucht man doch sicher ein Pavillon, Flyer und Infomaterial,... Gleiches gilt für den Wochenmarkt, ggfs. kommt dann noch eine Standgebühr dazu, die man dann auch erst einnehmen muss.


    An ein Schild am Haus habe ich auch schon gedacht. Bisher habe ich immer in Gläser mit eigenem Logo abgefüllt, letztes Jahr dann den Lehrgang gemacht, jetzt bin ich mir nicht sicher, in welchem Glas die Vermarktung besser klappt.


    Wie ist das denn bei Läden? Sprecht ihr einfach den Geschäftsführer an? Was bleibt dann beim Laden an Provision hängen?


    Wie ist das mit den Aufkäufern? Ab welchen Mengen lohnen die?


    Beste Grüße!

    9 Völker Carnica, 1 Volk Buckfast in Segeberger

  • Danke bis hier her schon mal für die ganzen Antworten, wie eingangs erwähnt, ist mir klar, dass die Frage fast nicht zu beantworten ist. Ich hatte so ein wenig auf ungefähre Erfahrungswerte gehofft, aus denen man eine Tendenz ableiten kann. Ich fürchte, ich werde ums „herantasten“ aber nicht herumkommen.

    ...ab welcher Menge Honig der Verkauf nicht mehr so einfach nebenbei läuft, sondern aktiv betrieben werden muss.

    Ganz einfache Universalantwort: "Müssen" muss man gar nicht! Es sei denn, man ist darauf angewiesen.

    Jein. Mir macht die Arbeit mit den Bienen Spaß, ich habe aber wenig verlangen, mich irgendwann auf den Wochenmarkt zu stellen um den Honig loszuwerden. Ich habe aber noch weniger Lust ein hochwertiges Lebensmittel wegzuwerfen, oder wegen „zu viel“ den Honig zu verschleudern (also, nach dem schleudern ;) ) und damit für andere die darauf angewiesen sind den Preis kaputt zu machen.

  • Hi!

    Ich bin da bei Patrick: 5-6 Völker beernten und im Bekanntenkreis und im Sportverein oä verkaufen geht ohne weiteren Aufwand. ...1x im Jahr am Dorfmarkt oder in der Bäckerei vor Weihnachten macht Spaß und generiert neue Kunden. ...wenn man dann 2 schlechte Honigjahre in Folge hat, wie ich zB , ist man vor Weihnachten ausverkauft. Dann muss man die Leute vertrösten, und oder mehr Bienen halten... und wenn du dann 2 Megajahre hast...dann musst du aktiv werden.

    ...in meinem 2. Bienenjahr hatte ich fast 600kg - damit war ich überfordert! Zu wenig Kundschaft und mangelhafte Lagermöglichkeiten.

    Lass es einfach ruhig angehen :-)

    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.