Nosematose?

  • Moin allerseits!


    Bei einem der MiniPlus Völker zeichnet sich das im Anhang befindliche Bild ab. Ich habe es letzte Woche erstmalig bemerkt, die Kopfspuren abgekratzt um zu schauen ob es sich wiederholt und gestern das Bild gemacht.


    Nosema wie es scheint?!

    Eines der Bieneninstitute hat eine biologische Maßnahme veröffentlicht, die ich anwenden wollte. Alle Brutwaben in eine andere Kiste und verstellen, Königin Käfigen und in die alte Kiste packen und alle Flugbienen zufliegen lassen.

    Als nächster Punkt steht da was von abschwefeln. Ist das wirklich erforderlich oder gibt es andere Maßnahmen?


    Danke und Gruß!


    PS: muss das Foto nachreichen, ist zu groß und muss am Laptop nachbearbeitet werden.

  • Wirklich Nosema, dann wirkt der Wirkstoff Sulfachin, eine Tablette /1 Liter Wasser in der Zuckerlösung. Heisst heute so:

    https://www.medpex.de/neo-chin…ten-p7143607/erfahrungen/

    In DE ist kein Medikament gegen Nosema zugelassen!!

    Sei bitte vorsichtig mit solchen "Ratschlägen". Dein Link verweist auch auf ein anderes Medikament, das evtl. verwandt ist aber gar kein Sulfachin.

    Grenzen sind konstruiert. Was uns trennt und verbindet, wird von Menschen gemacht.

  • In DE ist kein Medikament gegen Nosema zugelassen!!

    Sei bitte vorsichtig mit solchen "Ratschlägen". Dein Link verweist auch auf ein anderes Medikament, das evtl. verwandt ist aber gar kein Sulfachin.

    Ist auch kein Heilmittel. Fehlende Zulassungen sin keine Verbote, aber befragt dazu nicht mich sondern Juristen. Darüber diskutiere ich nicht mehr.

    Dieser "Ratschlag" stammt noch von früher. In der DDR gabs schon das Bieneninstitut Hohen Neuendorf, welches mehrere Stoffe gegen Nosema testete. Auf Anregung von Imkern wohlgemerkt! Zwei Stoffe ragten mit hoher Wirksamkeit heraus. Eine schnelle Sofortwirkung ab der ersten Gabe hatte das Halsgurgelmittel Sulfachin, welches unter dem obigen Link heute Apotheken- erhältlich ist. Das 2. Mittel war schwefelhaltige Moorerde in mehreren Varianten getestet. Eine davon gabs frei in der Apotheke unter dem namen Sachsenfango. Die Wirkung setzte erst nach 1 Woche ein, war dann aber durchgreifender und nach 4 Wochen war der Spuk vorbei. Außerdem konnte man die Moorerde parallel vorbeugend in der Tränke anbieten.

  • Ein Diskussion dazu gibt es auch gar nicht. Was als Medikament bei den Biene eingesetzt wird, muss genehmigt sein. Bienen dienen der Lebensmittelerzeugung, das macht's auch nicht einfacher. So will es das Gesetz. Und ja, das Schlupfloch mit "Bienenpflegemittel" ...

    Grenzen sind konstruiert. Was uns trennt und verbindet, wird von Menschen gemacht.


  • Hier das Foto!


  • Wenn keine toten Bienen innen und außen herum liegen. Vor allem innen keine Bienen wie erstarrt mit aufgetriebenen Hinterleibern sind, die Brut noch gut besetzt ist würde ich nichts machen, da die Nosema jederzeit ausheilen kann. Unterstützend und vorbeugend, auch im Hinblick auf die anderen Völker am Standort sowie etwaiger Königinnenerzeugung wäre es vorteilhaft, die Wasserstelle der Bienen zu finden. Eine, im Frühjahr beheizte, Tränke mit etwas Salz und daneben eine mit Moorerde bringen die Bienen von zweifelhaften Wasserstellen weg und lösen so manches Problem.

    Und ja, das Schlupfloch mit "Bienenpflegemittel" ...

    Klasse, jetzt hat er's.:)

  • Die Kotspuren würden zu Nosema passen, sind aber kein ausreichendes Indiz. Wie auch immer: Raus mit dem alten Wabenmaterial und die Bienen auf frische Waben oder Mittelwände und in eine saubere Beute setzen und an einen Ort mit guter Tracht bringen. Bei Bedarf füttern. Ist das Volk evtl. schwach? Wie sieht es mit Varroa aus?

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Im Übrigen hatte Hohen Neuendorf damals die Empfehlung heraus gegeben, das man im Falle einer Vergiftung mit PSM dem nachfolgenden Ausbruch der Nosema möglichst mit obigen Tipps vorbeugen sollte um die Völker bei der Sanierung zu unterstützen. Ich seh zur Zeit an meiner Tränke wie groß der Wasserbedarf für nur 4 Völker zur Zeit ist. Man gießt die Erdbeeren und hat 10 Minuten später 20 Bienen da. Heut ist es mal etwas kühler mit 9 Grad.

  • Moin, und danke für die Mitteilungen.


    Ich habe mir das Völkchen gestern angeschaut und konnte im innern der Zargen keinerlei

    Kotspuren oder Häufchen von Totenfall erkennen. Im Gegenteil, es ist

    sehr aktiv und für meine Einschätzungen durchaus gut davor. Als Stark würde ich sie in

    einem 3 Zargen M+ Türmchen allerdings nicht bezeichnen. Nahezu alle Waben haben Brut oder sind bestiftet.


    Vermutlich sollte ich das Völkchen erstmal so laufen lassen und beobachten.


    Danke an alle Feedbacks! :)

  • Die Kotspuren würden zu Nosema passen, sind aber kein ausreichendes Indiz. Wie auch immer: Raus mit dem alten Wabenmaterial und die Bienen auf frische Waben oder Mittelwände und in eine saubere Beute setzen und an einen Ort mit guter Tracht bringen. Bei Bedarf füttern. Ist das Volk evtl. schwach? Wie sieht es mit Varroa aus?

    Krank sind die alten Bienen, nicht die jungen. Eine Verkunstschwarmung löst deshalb das Problem nicht, sondern verhindert den Ersatz der kranken Altbienen durch gesunde Jungbienen. Verkunstschwarmung bei Nosema ist deshalb nicht sinnvoll.

    Ich würde das Volk weiter beobachten, ob es die Frühjahrsschwindsucht zeigt. Wenn ja, dann würde ich es abschwefeln, da dann meist auch die Königin geschädigt ist. Wenn nein, würde ich es machen lassen und auf die Selbstheilung warten.

    Gruß Ralph