Jetzt schlechtes Volk umweiseln - soll ich und wie?

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    Hallo erfahrene ImkerInnen,


    ich habe zwei Völker und imkere mit Dadant, ein Volk mit Buckfast-Königin, ein Volk mit Carnica.


    Um Letzteres geht es: Über dieses Volk habe ich mich schon letztes Jahr sehr geärgert - großer Schwarmwillen, schlechte Honigraumannahme, wenig Honig. Es ist nun so mickrig, dass ich es gerne jetzt noch umweiseln möchte, damit ich wenigstens ein bisschen Ertrag noch retten kann. Bei zwei Völkern, die ich eigentlich nächstes Jahr auf vier erweitern wollte, will ich das Volk auch nicht einfach auflösen.


    Meine Überlegung: Ich suche die Königin, setze dann eine offene Brutwabe von meinem superstarken Volk dazu und breche regelmäßig die Nachschaffungszellen vom alten Volk. Theoretisch sollte ich dann in drei bis vier Wochen eine neue legende Königin haben (6 T. Schlupf, 6 T. Begattung, 5 T. Eiablage).


    Macht das Sinn? Oder ist das Risiko, dass die Neue auf dem Begattungsflug verloren geht, zu groß? Oder kann ich den Honig von diesem Volk dann ohnehin vergessen, so dass ich auch gleich einfach im Juli umweiseln kann?


    Wäre dankbar für Tipps und Meinungen.

    Herzlich

    Violaker

  • Mach doch einfach 2 oder 3 starke Ableger aus dem Schwächling und gut ists. Die C Königin würde ich weiter legen lassen und Bienen produzieren lassen und im Herbst umweiseln.


    Die Waben für die Ableger vorher über das ASG hängen, damit keine offene Brut mehr da ist. Dann ein Stückchen offene ganz junge Brut aus deinem guten Volk in den gebildeten Ableger dazu und nachschaffen lassen.


    Das kannst im Prinzip zwei oder 3 x oder 4 x machen und dann hast gute Jungvölker im kommenden Jahr.


    Mit den guten Wirtschaftsvölkern Honig machen. Mit den schlechten Völkern Ableger!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Noch besser wäre natürlich ohne Nachschaffung...

    Schau mal, was der "Erklärbär" gerade so schön erklärt hat:

    https://www.youtube.com/watch?v=woqAudMduro


    Viele behaupten ja, das Imker mehr Meinungen hätten als Anwesende da wären, aber was rase bis jetzt so erklärt hat ist einfach alles plausibel und richtig, ohne Frage, da gibt es sicher kaum Gegenmeinungen, nein ich denke sogar, da sind wir uns fast alle einig! :daumen:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Kruppi ()

  • Nein, deine Vorgehensweise macht teilweise Sinn.


    Königin entfernen.

    Die Nachbeschaffungszellen alle und gewissenhaft brechen.

    Dann eine Wabe mit Eiern oder jüngsten Larven aus dem starken Volk in das umzuweiselnde. Oft nehmen die Völker erst den fremden Zuchtstoff, wenn sie keine Chance mehr haben, aus der eigenen Brut nachzuziehen.

    Sollte die neue Weisel verloren gehen, kannst du nochmal eine Wabe mit Eiern und Larven geben.

    Im Normalfall hast du dann von dem Lindenhonig was zu ernten, wenn das Volk nicht jetzt sxhon zu schwach ist.


    Luffis Methode klappt natürlich auch. Das habe ich oft gemacht, um den Bestand zu vergrößern. Ich will aber nicht mehr so viele Völker zusätzlichen haben.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Habt vielen Dank für eure Tipps!


    "Mit den guten Wirtschaftsvölkern Honig machen. Mit den schlechten Völkern Ableger!" leuchtet mir ein. Wahrscheinlich wird es dann doch diese Variante (zumal mein Buckfastvolk jetzt bereits den dritten Honigraum drauf hat! Fleißig, fleißig!)


    Den Erklärbär schaue ich mir mal an, wenn ich heute Abend Zeit hab (1h 25 Min. - uff!). In Zeiten von Homeoffice, Kochen und Lehrerin für drei Kinder spielen ist das grad nicht so einfach ;-) Die Bienen stört Corona Gott sei Dank gar nicht! Und zumindest am Wochenende hat man ja zur Zeit nichts anderes zu tun ...


    Viele Grüße und alles Gute

    Violaker

  • ein Volk mit Carnica.

    Ich finde es irgendwie ein wenig unfair, wenn die normale Landbiene als "Carnica" bezeichnet wird. Da wird bis F29 nachgezogen und wenn dann irgend etwas nicht passt, ist es die Carnica schuld. Wenn man die Buckfast solange unkontrolliert sich kreuzen lässt hat die Biene mit der ursprünglich guten Buckfast eventuell noch die gelben Ringe gemeinsam, sonst nichts. Es kann natürlich auch sein, dass du vom einem schlechten Züchter das Carnica Material hast.

    Bis bald

    Marcus

  • Stimmt schon! Bei meiner war von Anfang an der Wurm drin ...

    (Ein Buckfast-Verfechter hat mir mal gesagt, dass Carnica früher gleichbedeutend mit Wald-Wiesen-Biene war. Erst durch die Züchtungen der Buckfast hätte man dann auch angefangen die Carnica auf Schwarmträgheit u.Ä. zu züchten)

  • Es gibt gute Carnica und Buckfast, aber es gibt weitaus mehr schlechtere von Beiden.

    So bleiben von zehn Königinnen meist zwei oder drei übrig die meinen Ansprüchen genügen.

    Es sind dann noch weniger, die es zu einer guten F29 "Landrasse" schaffen.

    Danke da an Pia Aumeier und dem Buckfast NRW.



    Zu dem Thema. Ich frage mich nur, wieviel Ableger man durch Teilung schafft, wenn das Volk so mickrig ist.

    Ist das Volk so mickrig, dann wird es aufgelöst.

    Freier Imker

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    Für Rassevielfalt.

  • Ich finde es irgendwie ein wenig unfair, wenn die normale Landbiene als "Carnica" bezeichnet wird. Da wird bis F29 nachgezogen und wenn dann irgend etwas nicht passt, ist es die Carnica schuld. Wenn man die Buckfast solange unkontrolliert sich kreuzen lässt hat die Biene mit der ursprünglich guten Buckfast eventuell noch die gelben Ringe gemeinsam, sonst nichts.

    Ich glaub, es ist ziemlich egal, wie das Kind nun heißt. Man kann aus allen Bienenvölkern Murks ziehen und aus allen gute Königinnen auslesen. Das sanfteste Volk, das ich je gesehen habe, war ein Dunkles und das, wo die Dunklen doch als Stecher verschrien sind.


    Hier war es jetzt halt zufällig das Carnica-Volk, das nichts taugt, so what? Hat ja niemand geschrieben, dass die Carnica schuld ist. Ich hatte das mehr so zur Unterscheidung der beiden Völker gesehen, wie Namen. Eine Studie mit n=1 wäre doch eh nicht ernst zu nehmen ;)

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Ich frage mich nur, wieviel Ableger man durch Teilung schafft, wenn das Volk so mickrig ist.

    Ich werde es wahrscheinlich so machen, dass ich einen Ableger vom mickrigen Volk mache (mit eingehängter Wabe vom guten Volk). Im Juli bekomme ich noch von einer Freundin einen Ableger, werde damit das alte Volk "aufpeppen" und umweiseln.



    Nach dem "Anhören" des wirklich sehr empfehlenswerten Webinars von Erklärbär (Danke Kruppi!), habe ich schon überlegt, ob ich mich an einen Bogenschnitt wagen soll: Plan: Zwei Waben mit gedeckelter Brut und Pollen aus dem schlechten Volk, eine Wabe mit Bogenschnitt aus dem guten Volk und eine Honigwabe in den Ablegerkasten und einfach warten .... In den Erklärungen ist zwar immer die Rede davon, dass man die geschnittene Wabe in den Honigraum geben soll, aber ich will ja nur eine vernünftige Königin für den Ableger ziehen und nicht 20 Königinnen züchten ...

    Klingt das vernünftig?

  • In den Erklärungen ist zwar immer die Rede davon, dass man die geschnittene Wabe in den Honigraum geben soll, aber ich will ja nur eine vernünftige Königin für den Ableger ziehen und nicht 20 Königinnen züchten ...
    Klingt das vernünftig?

    Nein.
    Bitte das Video von rase nochmal genau anhören.
    In dem Ableger müssten die Bienen unter Not (weil weisellos) eine Königin aufziehen und haben dazu auch noch wenig Pflegebienen zur Verfügung. Genau was wir NICHT wollen. Egal ob Bogenschnitt, Zuchtrahmen, etc.

    Vielleicht besser so? Zucht nach Weiß, im weiselrichtigen Volk

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von BienenBart ()