EU Regularien zur Tierhaltung

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    Liebe Immenfreunde und -Freundinnen,


    die EU hat Regularien zur Tierhaltung erarbeitet, die wohl alsbald Realität werden.


    https://eur-lex.europa.eu/lega…M:Ares(2019)4004531&rid=7


    Es ist juristisch starker Tobak und ich weise auf Chapter / Sektion 2, Artikel 48 bis 50 hin, wo es sinngemäß lautet, dass Bienen in andere Zonen, Länder nur verbracht werden dürfen, wenn der Nachweis der Varroafreiheit erbracht wurde.


    Mmh, wie macht man das praktisch ?

  • Im Text steht ja auch ganz eindeutig, das dass Herkunftsgebiet Varroafrei sein muss, nicht der Stock. Bedeutet das nich ein paar Inseln exportieren dürfen, NZ oder IT dürfen dann nicht mehr nach Deutschland exportieren.

  • Hallo, solche Gesetze werden von nicht Praktikern gemacht. Es wird eine Zeitlang dauern, dann wird es meist praxisgerecht geändert. Waffengesetz ist da im Moment auch eine Riesen Baustelle, da wird aber aus ideologischen Gründen wenig dran geändert.

    Bis bald

    Marcus

  • Bitte Art. 50 noch einmal genau lesen. M.E. ist dort (nur) der Import in einen ebenfalls als varroafrei geltenden Mitgliedsstaat reguliert ("free from infestation with Varroa spp."). Nur in solche Staaten dürfen Bienen egal welchen Entwicklungsstadiums eingeführt werden nur dann, wenn sie ebenfalls aus varroafreien Mitgliedsstaaten oder Zonen kommen und während des Transportes vor dem Eindringen der Varroa geschützt wurden. So jedenfalls lese ich das mit meinen schlechten En-Kenntnissen.

    I.ü. scheint mir das nur ein Entwurf zu sein, noch nicht beschlossen.

  • Na ja,

    das wäre dann ja nicht so weit entfernt von dem, was auch hier seit Jahren gefordert wird. Kein Import von Bienenvölkern und Kunstschwärmen z.B. aus Italien oder Sizilien. Oder habe ich das falsch im Gedächtnis. In meinem Hinterkopf rumoren da noch sizilianische Betschwestern und der kleine Beutekäfer herum.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo, solche Gesetze werden von nicht Praktikern gemacht. Es wird eine Zeitlang dauern, dann wird es meist praxisgerecht geändert.

    Kennt man ja, muss man aushalten...?


    Da ich kein Jurist bin, möge das einer erklären, der entsprechende Vorbildung hat. Die Verbreitung nicht-regionaler Parasiten / Erkrankungen wären dann aber erst einmal limitiert, was nicht schlecht wäre. Wobei - Varroa haben wir in der EU doch ubiquitär oder ?

  • So lese ich es in Bezug auf Varroa.

    Bei den anderen meldepflichtigen Parasiten geht der neue Regelungsentwurf m.E. nicht über das bisherige ungleiche -> deshalb lückenhafte Regelungsgeflecht hinaus. Bienenimporte mit Kleinem Beutenkäfer oder AFB sind auch nach dem Entwurf auf denselben Wegen wie bisher möglich bzw. wahrscheinlich. Es wird noch immer auf den Minimalkonsens Bezug genommen und Bescheinigungen reichen grundsätzlich aus, daß die importierten Bienen/-materialien nicht aus amtlich gesperrten Gebieten stammen. Ob, wie, von wem und ggf. wann das Herkunftsgebiet des Importes amtlich oder vom Bienenhalter selber untersucht wurde oder gar der Herkunftsbienenstand beprobt (wie in D zwingend), das ist noch immer weitgehend ungeregelt bzw. den Mitgliedsstaaten bzw. deren Veterinärverwaltungen überlassen.

  • Noch einmal: Art. 50 bezieht sich nur auf Varroa und regelt nur den Handelsverkehr mit Bienen zwischen jeweils varroafreien Mitgliedsstaaten bzw. aus einer varroafreien Zone heraus in einen varroafreien Mitgliedsstaat hinein (Assymmetrie). Theoretisch könnte es ganz Findige geben, die - mit welchen Mitteln und Methoden auch immer- varroafreie Zonen bzw. entsprechende Bescheinigungen beschaffen.


    Bienenhandel zwischen Mitgliedsstaaten, in denen Varroa bereits vorkommt, bleibt ungeregelt - was die Varroabelastung betrifft.


    KBK, AFB... werden separat geregelt, nicht über Art. 50. Da reicht im Zweifel der amtliche Schein, daß die Bienen nicht aus einem Sperrgebiet kommen. Wie wir ja praktisch vorgeführt bekommen haben, reicht dafür z.B. schon eine kurze Überfahrt vom Sperrgebiet in Süditalien nach Malta, um solche Scheine ganz ohne sonstige Tricks zu erhalten. Mancher Importeur wird sich im Zweifel den Zusatzaufwand mit den 20 min Fährfahrt auch noch sparen wollen. In vielen Mitgliedsstaaten ist auch ganz ohne solche Tricksereien die amtliche Untersuchung des Bienenstandes nicht zwingende Voraussetzung für die TRACES-Papiere und erst recht nicht Früherkennungsuntersuchungen durch Laboranalysen (wie in D oder Tschechien zwingend). Das wird auch mit dem neuen Entwurf nicht anders. Die Liebhaber von Rassenvielfalt haben also keine Importbeschränkungen zu befürchten.

  • Ich wohne ja nun im sogenannten Dreiländereck D, B und NL.

    Die Praxis sieht da etwas Anders aus. Wer will die vielen grünen Grenzübergange denn gegen Bienenimporte schützen, wenn man noch nicht mal ausreichend in der Lage ist den Coffeeshop import zu stoppen.

    Mein nächster Urlaub in Italien ist ja auch schon gebucht und welchen Zöllner interessiert es, ob da eine Schachtel mit Bienenköniginnen im Gepäck ist.


    Vielleicht ist Corona ja eine Erfindung von Imkern, um die Bienenimporte zu stoppen.


    Scherz beiseite. Da treffen Praxis und Theorie aufeinander.


    Natürlich alles fiktiv....:*

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.