Zweiter Brutraum?

  • Werbung

    Hallo zusammen.


    Mir stellt sich folgende Frage. Und zwar habe ich ein Wirtschaftsvolk auf einem Brutraum der gut gefüllt ist mit Bienen und ausreichend Brut, plus ein Honigraum der gerade schön gefüllt wird. Da ich keine ausgebauten Rähmchen mehr habe stellt sich mir die Frage ob ich den Bienen einen zweiten Brutraum gebe mit Mittelwänden oder sie auf einem Brutraum lasse. Habe da keine Erfahrung wie schnell die sind mit dem Ausbau der Mittelwände. Da sind eure Erfahrungen gefragt.


    Vielen Dank vorab! :)

  • Mit welchem System arbeitet Du? Gibt es im BR bereits einen Engpaß?


    Ohne die Anworten zu kennen würde ich denen momentan einen zweiten HR mit MWs geben:!:


    P.S.: Hintergrund:

    • Engpass im BR - eher unwahrscheinlich!
    • Wenn kein Engpass im BR, warum dann jetzt einen BR - es wird dann HR-Platz benötigt!
  • Ich habe mittlerweile die meisten Beuten (DNM) im Sommer einzargig, da kommen viele HR drauf (hofft man).

    Wird es wirklich eng im Einzargen-BR, dann muss ich dort eingreifen (Platz schaffen durch Schröpfen, Futterwaben entnehmen etc.). Das passiert aber selten, wenn sie richtig viel im HR zu tun haben.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Ich habe aus schierer Not einem Zandervolk auf einem Brutraum Anfang April einen Honigraum nur mit Mittelwänden gegeben. Die sind innerhalb einer Woche im Raps ausgebaut worden. Ich hoffe das bis Ende der Woche die Lieferung bekomme, ansonsten habe ich ein Problem. Jetzt würde ich direkt den weiteren Honigraum mit Mittelwänden geben. Da Heinsberg nicht weit weg ist von Aachen kommt der viel zu spät. Das hängt naturgemäß aber auch vom Volk ab.

    Jedenfalls ist für mich das Experiment ein Brutraum in DNM und Zander gescheitert.

    Der Raps mit den kalten Temperaturen zwischendurch hat mir gezeigt, dass ein Brutraum natürlich ausreichend ist, aber mir schlichtweg der Puffer fehlt.

    Wer mehr als 20 Völker bearbeitet und nebenher einen Job mit Überstunden hat, ist an fixen Terminen gebunden die nicht immer optimal sind.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Schwer zu verstehen, inwieweit es vom Arbeitszeitregime des Imkers abhängt, wann er sich rechtzeitig mit MW bevorratet (bei mir Winterarbeit) und ob er die dann im BR II oder im HoR II einsetzt.

    M.E. gehört der Puffer dorthin, wo die schwerer zu kalkulierende Zunahme stattfindet: in den HoR. Der Platzbedarf im BR dagegen ist relativ sicher vorhersagbar relativ unabhängig von den Zeitfenstern des Imkers.

  • Ich arbeite auch weitgehend mit einem Brutraum DNM. Bei starken Königinnen im Raps kann das knapp werden, aber Schröpfen ist dann sowieso angebracht. Völker überwintern zweizargig und werden vor der Kirschblüte auf einen Raum eingeengt. Eine Pollenwabe bleibt am Eingang, weitere Futter/Pollenwaben markiere ich mit einem Stift und hänge sie in einen Honigraum, wenn der Platz ausgeht.

    Vorteile sind neben der Materialeinsparung weniger Zeit bei der Schwarmkontrolle, Honig aus unbebrüteten Waben und gerade in knappen Jahren mehr Honig im HR.

    Gruss, Jan

  • Jedenfalls ist für mich das Experiment ein Brutraum in DNM und Zander gescheitert.

    Und was ist da gescheitert? Dass die Völker sich gut entwickeln? Dass der Honigraum gut angenommen und ausgebaut wird?

    Ich erkenne nur ein Scheitern deines Materialeinkaufs. Wenn du letztes Jahr schon das Volk auf einem Brutraum führen musstest, wegen Materialmangel... Was ist passiert, dass ein halbes Jahr da nichts passiert ist?

    Was spricht dagegen den hoffentlich bald vorhandenen Raum als zweiten Honigraum statt als zweiten Brutraum aufzusetzen?

    Ich kenne reichlich Imker die gerade wegen Zeitmangel und festgelegten Terminen mit nur einem Brutraum im Sommer arbeiten.

    Ich möchte dich nicht bekehren, verstehe nur nicht, was jetzt tatsächlich an einem Brutraum stört?

  • Um das vorweg zu schicken. Natürlich reicht in der Theorie ein Brutraum. Nur in der Praxis legen die Bienen Pollen, Nektar, Arbeiterinnen- und Drohnenbrut eben nicht nach mathematischen Modellen ab, sondern sehr individuell wie Völker eben so sind.

    D.h. die Möglichkeiten der Königinnen Eier zu legen werden mit jeder zusätzlichen Pollenwabe, mit jedem Honigkranz beschränkt. Dabei lagern die Damen bei entsprechendenn niedrigen Temperaturen den Nektar da ein, wo es warm ist = Brutraum.

    Der Imker muss also immer auf der Hut sein und gnadenlos jedes Hindernis aus dem Brutraum entfernen. Ich dagegen lasse gerne den Bienen gerade etwas mehr Pollen etc., damit die Bienen bei Kälteeinbruch und Trachtlosigkeit Reserven haben.

    Die Aussage, dass der kritische Bereich der Honigraum ist, ist falsch. Ich gehöre zu den Imkern die nach dem Motto lieber zu Früh als zu Spät die Honigräume aufsetzen, sehe den kritischen Bereich eher im Brutraum. Schränkt man den Brutraum zu sehr ein, stört man unnötiger Weise die Entwicklung des Volkes Ferner ketteln sich die Bienen nicht gerne auf Honigwaben auf. Bei mir haben die den unteren Brutraum als Puffer, wenn der Honigraum über den Brutraum bei Massentracht voll getragen wird.

    Ich bezweifele nicht, das mit nur einem Brutraum in DNM und Zander imkern kann.

    Dementsprechend müssen die Massnahmen ausfallen, wie frühzeitiges schröpfen.

    Bei mir werden die Völker erst nach dem Raps zur Vermehrung herangezogen.

    Als letztes ist es auch tatsächlich so, dass starke Völker Traubenförmig den unteren Brutraum mit nutzen. Das sieht man deutlich, wenn im Spätsommer der untere Honigraum entnommen wird.

    So hängt das Ganze wieder an der Vorgehensweise des Imkers.


    Das mit dem Materialmangel bei Zander ist leicht erklärt. Ich habe 2018 Zanderbeuten geerbt. Diese habe ich erst im Juni 2019 besetzt, da ich keine Bienen in mir unbekannte Beuten setze, bevor sie nicht entseucht sind. Im Herbst war ich dann bei meinem Imkerhändler und habe den kleinen Restbestand des Beutentyps gekauft.

    Dann kam der Jahresabschluss und anschliessen Corinna und mir fehlen die Zargen zum aufstocken.

    Das betrifft aber nicht DNM. Hier verfüge ich über ausreichend Material bis auf Rähmchen, die ich aber erst für die Ableger benötige.

    Jedenfalls werden die DNM Völker auf einen Brutraum nach der Rapsernte geändert.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.