DNM - Brutraum

  • Hallo und guten Tag,
    hier ist mal wieder ein neuer. Habe zwar noch keine Biene im Stall, daß wird sich aber, wenn alles gut geht (wegen der hohen Verluste die viele Imker beklagen), in ca. 6 Wochen ändern.Ich möchte meinen potentiellen
    "Bienenlieferanten" nicht durch dauerndes nachfragen auf den Keks gehn.
    Bücher habe ich schon einige gelesen ind natürlich "heimlich" hier im Forum gestöbert ( da kann man, glaube ich, echt viel lernen).
    Auf jeden Fall weiß ich doch schon einigermaßen genau was ich will, in vielen Dingen brauche ich aber auch noch eine Menge hilfe. Glücklicherweise habe ich einen Imker in der Nachbarschaft und einen weiteren in meiner Bekanntschaft. Es gibt aber bestimmte Themen ( auf die ich durch das Forum gestoßen bin ), bei denen ich gerne euren Rat hätte - und nun komme ich auf den Punkt:
    Ich werde mit Normalmaß- Magazinen (Holz) imkern und habe im Forum unter "Arbeitsweisen-Umstellung" von 1,5-fachem Brutraum gelesen ( finde ich aus meiner Vorstellung heraus sehr Interessant ). Ich will am Anfang zu viele Fehler vermeiden und frage deshalb hier die "Experten"- ist das für mich zu empfehlen?
    Nur noch kurz: ich bekomme anf. April (hoffentlich s.o.) ein Wirtschaftsvolk und später noch einen Ableger. Aus dem Wirtschaftsvolk möchte ich dann auch noch einen Brutableger nehmen, so das ich im laufe des Jahres auf 3 Völker komme -das dürfte dann für mich erstmal geung sein für den Anfang.
    Also, ich freue mich auf weitere hilfreiche Anregungen und einen - hoffentlich - regen und fairen Austausch.
    Gruß aus Bielefeld
    Peter

  • Hallo Reiner,


    die Frage ist sicher brechtigt. Aber - ich habe zwei sehr gute,neue Beuten eben im DNM geschenkt bekommen und eine dritte dazu in Arbeit. Das mit den geschenkten ist auch etwas Ideelles, möchte sie also unbedingt einsetzen.


    Warum Dadant, wenn ich auch mit 1,5-fachen DNM-Rahmen (11) einen ausreichend großen Brutraum zur verfügung habe?


    Die Alternative wäre ja für mich ein zweizargiger Brutraum, so wie es warscheinlich die Regel ist.


    Gruß
    Peter

  • Hallo Peter,


    die Frage, ob DNM oder Dadant halte ich für nicht so sehr wichtig für dich als Anfänger.
    Viel wichtiger erachte ich für dich, dass du erst einmal lernenmußt, mit den Bienen zu arbeiten. Führe ein oder mehrere Völker mal über ein, zwei Jahre und erlange eine gewisse Erfahrung und Sicherheit. Für dich als Anfänger ist es auch außerordentlich hilfreich, das gleiche Wabenmaß wie deine Imkerpaten aus der Umgebung zu haben. Da können sie dir vielleicht mal aushelfen, vielleicht gibts ja mal nen Ableger geschenkt usw.Wir hatten einen Imker im Verein mit einem Wabenmaß, das hier völlig unbekannt ist. Ihm starben im ersten Winter seine beiden Völker und er hat Rotz und Wasser geheult, weil er seine neuen Völker nicht bei seinem Imkerpaten kaufen konnte. Schlußendlich habe ich ihm zwei Völker in meiner Beute zu seinen gestellt.
    Wenn du dann nach einigen Jahren immer noch dabei bist, kommt zwangsläufig die Frage, erweitere ich meine Imkerei, investiere ich ?
    Das ist dann der Zeitpunkt, über Änderungennachzudenken. Dann bist durch auch autark, nicht mehr so von deiner Umgebung abhängig, und kannst Argumente ins Feld führen, die dir wichtig sind.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Imker sind bekanntlich Bastler und Tüftler, die alle drei Jahre das Rad neu erfinden wollen. Diese 1,5 DN Brutwaben haben schon andere ausprobiert. In dem Fall, den ich beobachten konnte, war das ein voller Mißerfolg. Die großen Flächen wurden nicht ordentlich ausgebaut. Ein weiterer Nebeneffekt war, daß dieser Imker keine Ableger von seinen Vereinskollegen mehr annehmen konnte, geschweige denn welche abgeben.
    Gruß Winfried

  • Hallo Winfried


    " In dem Fall, den ich beobachten konnte, war das ein voller Mißerfolg."
    Ich kenne auch viele Mißerfolge mit DN und mit Dadant....


    " Die großen Flächen wurden nicht ordentlich ausgebaut "
    Dann müssten ja auch viele Dadant imker probleme haben....


    MfG
    Dante

  • Hallo Michael, hallo Winfried,


    danke für die aufschlussreichen Hinweise. Werde mir das mit dem 1,5-DNM wohl nochmal gut überlegen müssen.


    Sicher, am Anfang habe ich sowieso noch reichlich zu lernen und bin auch in der tat noch zu sehr von der Hilfe erfahrener Imker abhängig, da ist es vielleicht nicht gut gleich mit "exotischen" Ideen zu beginnen.


    Aber eins interessiert mich doch: warum wird eine 1,5 DN Brutwabe nicht richtig ausgebaut? Die Flächengröße unterscheidet sich doch nur geringfügig von der Fläche einer Dadant-Brutwabe-oder? Es gibt doch sogar Imker die 2-fach DN Brutwaben einsetzen. Kann mir hierzu noch jemand was sagen?


    Wie Ihr seht, bei mir tauchen noch sehr viele Fragezeichen auf.
    Ich freue mich auf jede Antwort.


    Gruß
    Peter

  • Hallo Peter,


    solche Unfälle geschehen meist, wenn der Imker nicht biengemäß gehandelt hat. Zu schnelle Erweiterung, abgerissener Futterstrom, zu kleiner Ableger/Kunstschwarm sind nur drei Faktoren, die mir spontan einfallen. Ich arbeite mit 1 1/2 Zander und es funktioniert, ausser ich hab' mal wieder geschlampert wie oben beschrieben....

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo,
    ich habe in noch fünf Segebergern doppelt große DN und ich fluche ohne Ende... :evil: 
    Die Dinger verkanten sich entsetzlich sowohl beim Rein- als auch beim Rausziehen, ich kehre gerade mit fliegenden Fahnen zum DN normal zurück!!!
    Ausgebaut wurden sie bei mir absolut astrein.


    Feststellung von heute: Bitte, benutzt NIEMALS Segeberger Ablegerböden zum Überwintern!!!!!!!
    Die Fluglöcher sind viel zu klein, bereits 2 feststeckende Bienen reichen, daß das Volk nicht rauskann und verreckt!!! :cry::cry::cry: 
    In diesem speziellen Fall hat auch die Varroa ihr Teil dazu getan, aber diese winzigen Fluglöcher waren absolut verstopft.
    Im Sommer sind die Dinger o.k., aber nicht zum Überwintern! :cry: 
    Ich hab Depressionen heute abend, weil es zum großen Teil mein Fehler war...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo! Ich muß doch mal was positives schreiben, denn ich stelle jetzt in diesem Jahr mein letztes Volk auf 1 1/2 DN im Brutraum um. Ich habe jetzt zwei meiner Völker parallel geführt und kann keine Vorteile bei 2 DN - Bruträumen erkennen. Die Rahmen werden übrigens sauber ausgebaut, wenn man auf eine unten gut abschließende Mittelwand achtet. Das Problem mit dem Austausch zwischen den Imkern besteht in der Tat. Da aber meine beiden liebsten Imker ebenfalls so imkern ist das für mich kein Problem.
    Markus

  • Lieber Peter M.,


    nur so weit - ich arbeite selbst seit einigen Jahren mit ca. 1,5 DN und zwar im Brutraum (11 statt 12 Waben) und dort nur mit Naturbau. Das Ausbauen der Waben ist normalerweise überhaupt kein Problem - ich vermehre allerdings nur über Schwärme oder vorweggenommene Schwärme und enge je nach Stärke den Schwarm zuerst auf 5 oder 6 Rahmen ein; füttern ist hilfreich, wenn es draußen zu kühl wird oder nicht ausreichend honigt - in den ersten 14 Tagen baut der Schwarm diese Rahmen mit Arbeiterbau aus, dananch kann man seitlich erweitern.
    Die Arbeit mit Schied macht in solch einem Brutraum Sinn.


    1,5 DN ist im Brutraum ein sehr handliches Maß und ermöglicht dem Bienenvolk eine sehr schöne Brutkugel.


    Viele Grüße


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo,


    schön, das zu diesem Thema noch einige aufschlußreich Beiträge zusammen gekommen sind. So wie ich zu Anfang etwas verunsichert wurde - warum nicht gleich Dadant, für den Anfänger ungeeignet, Waben werden nicht richtig ausgebaut - so haben mich doch die Beiträge von Reiner, Markus, Michael W. dazu angeregt diese Überlegung weiter zu verfolgen.


    Habe am Wochenende mit zwei Imkern aus meiner Nachbarschaft darüber gesprochen. Bei beiden gab es nur ein Argument das gegen 1,5-DNM spricht: die Austauschbarkeit der Waben zwischen Brut-und Honigraum. Dem Forum sei Dank habe ich aber hierzu durch einige Beiträge in " Arbeitsweisen-Umstellung " auch schon einen festen Entschluß gefasst - keine Brutwaben im Honigraum.


    Bis dahin erstmal vielen Dank
    Peter M

  • Hallo Peter M.,


    da Du am Überlegen bist einen Hinweis: Bisher ging es um große Waben - kleine Waben, d.h. Flachzargen, sind auch eine Überlegung wert.


    1. Gleiches Wabenmaß in Brut- und Honigraum macht manches leichter. Man muß z.B. nicht nach Größe sortieren. Vorteilhaft ist es auch, Mittelwände im Honigraum ausbauen zu lassen und sie später im Brutraum zu verwenden. Das Umgekehrte - bebrütete Waben im Honigraum verwenden - nie!
    2. Ein geteilter Brutraum hat Vorteile (und wie immer auch Nachteile). Man muß ihn nicht durch Zwei teilen, man kann ihn auch durch Drei teilen. Der große Vorteil ist hier die Bauerneuerung - jährlich eine Zarge wegnehmen und das war es. Kein Ärger mit Brutwaben irgendwo (vielleicht im Honigraum?) auslaufen lassen.
    3. Oft wird die Schwarmkontrolle als schwierig bei so vielen Rähmchen (ca. 30) angeführt. Aber: Habe ich eine schwarmträge Biene, so ist die Rähmchenzahl egal - es wird sowieso nicht kontrolliert. Ist sie schwarmfreudig, so ist die Zellenbrecherei immer eine Arbeit, bei vielen Rähmchen natürlich sehr viel. Da hilft nur Schwarmvorwegnahme oder Brutdistanzierung. Beides geht mit Flachzargen aber einfacher als mit großen Waben. Ableger haben bei mir immer eine volle Zarge, ein Trennschied kenne ich nicht.


    Und zum Schluß:
    Michael hat Recht, sammle Erfahrungen, überlege Dir, wie Du arbeiten willst und entscheide Dich dann für eine Beute.


    Grüße, Thomas