Wie wir wurden was wir sind

  • Unter dem Titel "Honig für das Volk: Geschichte der Imkerei in Deutschland" gibt es die Dissertation seit letztem Jahr auch als gebundene Buch (Verlag Ferdinand Schöningh, 39,90 EUR).

    Sie könnte insgesamt lesbarer geschrieben sein, liefert aber wirklich spannenden Einblicke in die Geschichte - weniger der Imkerei als solcher - sondern vor allem der Organisationen und Organe im Imkereibereich.

    Insbesondere die Verstrickungen mit dem NS-Regime sind wirklich jämmerlich.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Sie könnte insgesamt lesbarer geschrieben

    ja ist sie. Trotzdem hat angeblich der Binder auf seinen Webinaren einmal gesagt, nur wegen der Nazis hätte es Zander gegeben. Leider finde ich keinen Hinweis darauf. Habe auch die Behauptung nie selbst von Binder gehört, vielleicht ist ja beides nur eine Fake.......

  • hmmm ... die Zanderbeute entstand 1911/1912

    spannend wäre halt, ob es vielleicht irgendwann mal Überlegungen zu einer Volksbeute gegeben hat.

    z.B wurden irgendwann mal bestimmte Modelle bei den Traktoren verboten zu bauen, damit die unübersichtliche Typenvielfalt ein Ende hat.

    Bis bald

    Marcus

  • Insbesondere die Verstrickungen mit dem NS-Regime sind wirklich jämmerlich.

    Wobei mir das Prinzip der Gleichschaltung so richtig bewusst wurde. Im Schulunterricht werden die Parteien, Gewerkschaften oder Sozialverbände als Beispiele genannt. Wenn aber im Imkerverein die Demokratie beseitigt und durchs Führerprinzip ersetzt wird einem richtig klar wie tief die Diktatur ins Leben eingriff.

    Noch jämmerlicher als der Zustand im dritten Reich ist, dass viele Imkerführer nach dem Krieg weitermachen konnten.

  • ...hat angeblich der Binder auf seinen Webinaren einmal gesagt, nur wegen der Nazis hätte es Zander gegeben...

    Das weis ich nicht, ich weis nur das es vor dieser Zeit in Deutschland einen Vielfalt und ein gutes Nebeneinander an Bienenrassen gegeben hat, vor allem wurde die Deutsche Dunkle, die Ligustica und die Carnica in Deutschland gehalten. Bis die Führung definiert hat, das von nun an die Carnica "die einzig Deutsche Biene" sei... ;-)

    Ich habe noch erlebt das die Landrasse bei mir vor allem durch die Deutsche Dunkle geprägt war und weniger von der Carnica - aber ein paar Jahre später war es anders herum - ich habe sozusagen mitten in diesem Umbruch angefangen zu imkern...

  • vielleicht ist ja beides nur eine Fake.......

    Hallo, mein erstes Selbstzitat. Das eine ist kein Fake, Binder erklärt es so, Zander war der Partei positiv gestimmt und hätte dann verhindern das Langstroth eingeführt wird, weil in Deutschland muß auch ein deutsches Maß gelten.

    Bis bald

    Marcus

  • Unter dem Titel "Honig für das Volk: Geschichte der Imkerei in Deutschland" gibt es die Dissertation seit letztem Jahr auch als gebundene Buch (Verlag Ferdinand Schöningh, 39,90 EUR).

    Sie könnte insgesamt lesbarer geschrieben sein, liefert aber wirklich spannenden Einblicke in die Geschichte - weniger der Imkerei als solcher - sondern vor allem der Organisationen und Organe im Imkereibereich.

    Insbesondere die Verstrickungen mit dem NS-Regime sind wirklich jämmerlich.

    Die Lesbarkeit ist das eine, es gibt ja ziemlich viele Zitate und Quellenangaben im Buch, die nicht immer ganz einfach in den Kontext zu stellen sind.

    Mir war der Anteil NS Zeit noch irgendwie zu dünn, liegt aber wahrscheinlich daran, dass dort nicht die Vielzahl an belegbaren Quellen vorhanden ist.(verbranntes DIB Archiv im Krieg?) Ulla Lachauer erwähnte es mal, in Zusammenhang mit ihren Recherchen zu "Bienen und Menschen".

    Eine Auseinandersetzung mit der unrühmlichen Vergangenheit hat wohl auch nie stattgefunden, aber es erklärt auch manche Hardliner, gerade in Fragen der Bienenrassen, die es wohl in jedem Verein gibt.

    Der Umgang mit Armbruster ist recht gut beschrieben, echt erschreckend.

  • Armbruster, das ist doch der mit der Imkerschule und den Thermoschieden!?

    Nicht ganz. Aber schön, dass Jürgen Binder seine Schule nach Armbruster benennt und nicht nach eine Naziseckel wie Zander.

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  • Die Lesbarkeit ist das eine, es gibt ja ziemlich viele Zitate und Quellenangaben im Buch

    Ich meinte das sprachlich.

    Ich bin es durchaus gewohnt, wissenschaftliche Arbeiten zu lesen.

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