Dicke von gewalzten Mittelwänden

  • In "Spektum der Wissenschaft" 08/2002 ist ein interessanter Artikel über die Kommunikation der Bienen veröffentlicht. Demnach werden beim Schwänzeltanz die Informationen (im dunklen Stock) vor allem über Vibrationen auf den Waben übertragen. Der Tanzplatz wird demgemäß bevorzugt auf leeren Waben (welche Vibrationen besser leiten) in der Nähe des Flugloches eingerichtet. Wurde im Experiment der Tanzplatz dagegen auf volle, bereits verdeckelte Brutzellen verlegt, so war wegen der geringeren Vibrationen der Anwerbeerfolg für neue Sammlerinnen auf einezu Kontrollzwecken eingerichtete Futterstelle nur 1/4 so groß.


    Da ich meine Mittelwände aus eigenem Wachs auf einer Walzmaschine fertigen lassen kann, die eine deutliche dickere Wandstärke produziert als Mittelwände aus Naturbau und auch gekaufte Mittelwände aufweisen, habe ich nun die Befürchtung, daß ohne die "good vibrations" auch der Sammelerfolg spärlicher ausfallen könnte. Wer hat Erfahrungen mit dickeren gewalzten Mittelwänden? Für das Schleudern stelle ich mir die etwas höhere Materialstärke ja durchaus positiv vor.

  • Dicke von gewalzten Mittelwänden


    Hallo Anonymous,


    kein Grund zur Sorge.
    Die Bienen "verdünnen" die dicken Mittelwände auf die für sie richtige Stärke. Das überschüssige Wachs wird sofort zum Ausziehen der Zellen verwendet, noch ehe die Baubienen ihr eigenes Wachs ausschwitzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


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    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • In der in den nächsten Tagen rauskommenden Ausgabe von Biene-Mensch-Natur ist eine Untersuchung veröffentlicht, die belegt, dass Mittelwände-Waben wesentlich schwerer sind, als Naturbau-Waben. Die Bienen schwitzen das Wachs scheinbar so oder so aus. Es stimmt also nicht, dass die Bienen erst die Mittelwände verdünnen, bevor sie Wachs ausschwitzen.
    Man spart den Bienen daher auch keine Arbeit durch den Einsatz von Mittelwänden. Es dürfte sich also auch nicht wesentlich auf den Honigertrag auswirken.


    Der Artikel erscheint auch spätestens Anfang Mai unter http://www.mellifera.de