• Da das Wetter gestern sehr schön war, entschloß ich mich, bei dem ärglichen Rest meiner Völker, die Deckel kurz mal anzuheben. Dabei eröffnete sich mir eine Frage, dessen Erklärung ich noch in keinem Buch fand. Bei 2 Völkern waren die Bienen bei zweizargiger Überwinterung unter der Gaze - Abdeckung, bei den anderen war nichts zu sehen. Nachdem ich kurz geklopft hatte, heulte es im Innern der Beute auf. Meine Frage deshalb: Warum ist ein Volk in der oberen Zarge zu sehen während ein anders in der unteren Zarge zu finden ist.

  • Hallo honigmayerhofer,
    es könnte sein, dass...
    a) die Bienen unten und oben sitzen -> fettes Volk (15000 B.)
    b) die Bienen unten sitzen u. oben rumschnüffeln, um sich Futter zu holen
    c) die Bienen nur noch oben sitzen, da unten KEIN Futter (mehr) ist?
    oder...
    d) die Bienen oben sitzen, weil es zwischen hellen Waben einfach schöner aussieht;)


    Gruß Simon

  • Hallo Franz- Xaver,


    bei meinen Mädels vermute ich auch, daß die z.T oben , z.T unten sitzen.(Abhorchen mit Stethoskop und Reinschauen ins Flugloch, Kippkontrolle).


    Nur eine Vermutung, aber durch meine Aufzeichnungen des letztes Jahr gestützt (gleichmäßiges, großzügiges (35kg Api-Invert) Einfüttern, manche wurden Okt/Nov schwerer, manche viel leichter):
    Die jetzt oben sitzenden (wenig Futter) wurden durch die
    jetzt immer noch unten sitzenden (viel Futter) im milden, aber blütenlosen Oktober/November (still) ausgeraubt.
    Zum Nachfüttern wars da leider zu spät. :cry:


    Weil ich nichts mehr machen kann außer daraus zu lernen, muß ichs
    wohl wegstecken und wenigstens HOFFEN, daß die vitalsten unter meinen
    Völkern diese "Selektion" überleben werden.


    Eines noch: meine "Bösen" vom Wald sind in perfekten Zustand,
    vielleicht (auch) deswegen, weils da wirklich schattig ist, früh im Herbst kalt und spät warm wird, obwohl mir davon jeder abgeraten hat.
    Vielleicht haben sie ja auch im Wald immer noch was gefunden??


    Ein schöner Standort, der eine lange Saison hat ist überwinterungstechnisch vielleicht doch nicht das Wahre.


    Viele Grüße
    Erwin

  • Halo Xare, das ganze scheint mir einfacher zu sein, als hier erklärt wurde. Du hast halt Bienen, die mehr Futter verbrauchen, die sitzen jetzt eben schon oben, und hast welche, die weniger Futter verbrauchen, die sitzen jetzt noch unten. Klar, von welchen Du am Besten nachziehst. Bei der Futtermenge bin ich immer noch der Meinung, lieber im Frühjahr Futterwaben entfernen, als nachfüttern müssen. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar


    "....Klar, von welchen Du am Besten nachziehst......"
    Jo, also für mich ist es nicht so eindeutig.....wenn irgend welche Bienen überhaupt nicht in die Gänge kommen dann brauchen Sie auch kaum Futter. Verbrauch ein Volk sehr viel Futter ist aber dafür anfang der Rapstracht "Einsatzbereit" dann ist mir doch egal ob er mehr im Winter verbraucht hat....
    Das beste währe kein Futter in Winter und 7 Da. Waben Brut im März. :wink:


    MfG


    Dante

  • Hallo Dante, klar ist es gut, wenn man mit den Bienen ohne Winterfutter in die Frühtracht kann, aber im Moment haben wir ,wenn überhaupt ,Entwicklungstracht. Die Natur bietet zu dieser Zeit hauptsächlich eine Pollentracht. Warum wohl? Weil die Völker jetzt noch genügend Futtervorräte haben sollten, und diese nun mit Pollen zur Fütterung der ersten Brut ergänzen sollen. Der gespeicherte Pollen wurde zur Aktivierung der Futtersaftdrüsen der überwinterten Bienen gebraucht. So hat es "Mutter Natur" eingerichtet. Mit welchen Völkern kannst Du den Anschluss zur Frühtracht eher schaffen, mit denen die jetzt schon durchgezehrt haben, oder mit denen, die jetzt den" Anschluß" noch nicht gefunden haben? Diese sind meiner Meinung nach nur vorsichtiger, lassen sich nicht gleich durch jedes warme Lüftchen in Brutlaune verleiten. Jeder wird sich vor der Frühtracht über ein Volk mit sieben Dadandwaben Brut freuen, die Frage ist nur, wie diese erreicht wurden. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

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  • Hallo Lothar,


    so einfach scheint es mir nicht zu sein - Bienen, die oben sind, haben mehr verbraucht. Ich beobachte es jedes Jahr, daß einige Völker sogar schon im Spätherbst oben sind. Meist sitzen sie in der Südost-Ecke. Im hinteren Teil der östlichen Waben (alle Waben stehen in Nord-Süd-Richtung, ist Zufall) ist noch Futter und die westlichen sind noch ganz voll. Es scheint, daß manche Völker sich schnell auf kleiner Fläche nach oben durchfressen (trotz des vielen Holzes, daß sie in den Flachzargen zu überwinden haben), andere mehr in die Breite gehen und deshalb später oben ankommen. Bis jetzt sind die Völker immer auch an das seitlich liegende Futter herangekommen, vielleicht, weil die Winter mild waren?


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas, kann es sein, das Deine östlich stehenden Völker durch vom Wind abgetriebene Bienen verstärkt werden, und deshalb mehr Futter verbrauchen? V.H.w. Lothar

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  • Hallo Lothar,


    da habe ich mich nicht genau genug ausgedrückt. Meine Völker stehen an einem steilen Südhang. Alle Fluglöcher gehen deshalb nach Süden. Aufstellung in Zweierblöcken (meist rechts und links eines Obstbaumes) oder auch einzeln.
    Bei der Mehrzahl der Völker ist die Wintertraube in der Osthälfte der Beute, also auch bei westlich stehenden.
    Nach meiner Beobachtung hat das schnelle Durchfressen nach oben nichts mit der Volksstärke zu tun, auch kleinere Völker waren oben.


    Mit dem Verständnis der Winterzehrung und des Zehrweges habe ich sowieso meine Probleme. Da gibt es in manchen Büchern, z.B. Moosbeckhofer, hübsche Bildchen des Wintersitzes: oben eine Futterkappe, darunter als Flachoval die Wintertraube. In Praxi völlig anders: die Wintertraube ist hochoval und besetzt etwa 6 Wabengassen. Die restlichen Gassen unserer zehn- oder gar zwölfrahmigen Beuten sind unbesetzt. Genauso unbesetzt ist etwa die Hälfte der besetzten Waben (ich rede hier über längere Rähmchen wie Langstroth, Dadant oder Zander). Die Wintertraube nimmt also etwa 1/4 der Grundfläche der Beute ein. Ganz im Gegensatz zu einer Höhlung im Baumstamm mit ihren 6 bis 8 Waben, dort umfaßt die Wintertraube fast den gesamten Querschnitt. Wo soll sie hinwandern in unserern Riesenbeuten? Wahrscheinlich, wie es ihr gerade paßt, meist nach oben wie in der Baumhöhle. Oben angekommen geht es nur noch seitlich weiter - ob das so gut ist?
    Der Zehrweg, der horizontal gemessen wird und als wichtiges Argument für lange Waben gilt, scheint mir deshalb nicht stichhaltig begründet.


    Das war wieder viel, Thomas

  • Hallo Thomas, diese Bildchen in den Lehrbüchern stellen ein Ideal-Vorstellung des Autors/ des Zeichners dar, die Wirklichkeit sieht dann wieder ganz anders aus. Zu diesen Ideal-Vorstellungen gehört auch mein obriger Beitrag. Man muss sich nur vor Augen halten, das jedes Bienenvolk ein "Individium" ist. Die Einteilung des Wintersitzes durch die Bienen ist ein Kompromiss von Raumangebot, Wärmeverteilung in der Beute usw. Das Ergebnis weicht dann schon einmal weit von den menschlichen Idealvorstellungen weit ab. Meist wird der Wintersitz dort eingerichtet, wo sich die letzte Brut befindet, und die wird nach oben genannten Punkten angelegt. Diese Idealvorstellungen stammen auch meist aus der Zeit, wo die Völker noch stark eingeengt wurden. V.H.w. Lothar

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  • Hallo Xare,


    ein Boxer sagte einmal: "Wo ich bin ist immer oben, und wenn ich unten bin - dann ist halt unten oben." :D 
    Kleiner Tip zum "heulenden" Volk. War es noch weiselrichtg ??
    Würde mich interessieren.


    Gruß Matthias