Wechseln der Beute bei Ablegern möglich.

  • Hallo, ich bin nicht mehr so junge Jungimkerin. Im letzten Jahr habe ich das gesamte Inventar eines Jungen übernommen. Viel Styropor, aber auch eine Herold Holzbeute, nur Ganzzargen, die ich mit DNM bestückt habe. Nun wo ich mich etwas mit den ganzen Beutensystemen beschäftigt habe, bin ich davon überzeugt, dass es bessere Systeme für Frauen gibt, die nicht so schwer zu handhaben sind. Ich stelle mir eine größere Brutzarge mit Flachzargen als Honigraum einfacher für nicht so starke Menschen vor. Ich bin auch von der Innenfalz der Beute nicht so begeistert. Styropor kommt gar nicht in Frage. Da ich gerne noch Völker dazu hätte und es alleine betreiben möchte, suche ich eine leichtere Betriebsweise.
    Würden die Frauen hier im Forum meinen Überlegungen recht geben oder verspreche ich mir zu viel Erleichterung? Was würdet ihr mir empfehlen?
    Ist es möglich, zur Schwarmvermeidung einen Ableger zu bilden und auf ein ganz neues System zu setzten? Oder erst bei der Sommerbehandlung wie hier im Forum oft beschrieben?

    Mit welchem System wäre der Übergang am schonendstes?

    Vielen Dank für Antworten

  • Ist es möglich, zur Schwarmvermeidung einen Ableger zu bilden und auf ein ganz neues System zu setzten?

    ... es ist nicht nur möglich, sondern auch der eleganteste und beste Weg: Volk will schwärmen... Beute wegrücken und neue Beute mit Mittelwänden an den Platz der alten Beute und alle Bienen in die neue Beute kehren.

    In der Schwarmzeit haben die Völker die größte Kraft und Volksdynamik.

    "Damit ein Skeptiker geboren wird, müssen tausend Gläubige wüten." [Cioran]

  • Styropor kommt gar nicht in Frage.

    Das wäre die leichteste Beute - gerade im Flachzargenbetrieb; wenn's aber kategorisch ausgeschlossen wird, sind Kompromisse gefordert.


    Da bliebe die einräumige Betriebsweise mit DNM - alles ein bisschen eng, wenn verkittet aber machbar. Zander einräumig wäre da etwas schöner...


    Und dann gibt es ja noch die geteilten Honigräume (mit jew. 5 Waben), die leichter zu heben sind - mal suchen !


    Der Transfer geht, wie wald&wiese schon schreibt, einmal zur Schwarmzeit mittels Ableger oder andererseits per totaler Brutentnahme vor der letzten Honigernte.

  • Ich stelle mir eine größere Brutzarge mit Flachzargen als Honigraum einfacher für nicht so starke Menschen vor. Ich bin auch von der Innenfalz der Beute nicht so begeistert. Styropor kommt gar nicht in Frage.

    Wieviel KG möchtest Du denn heben, oder wie viel kannst Du heben? Auch Flachzargen können schon schwer sein.

    Als HR Flachzargen würde sich 2/3 LS anbieten. Die BRs könnten dann auch 2/3 LS sein - 2 davon im Sommer und 3 davon im Winter, falls 2 BR Betriensweise gewünscht sein sollte, oder 10er DD, falls Einraumbetriebsweise gewünscht sein sollte. 2/3 LS HR gefüllt kann aber auch um die 15 KG wiegen, diese gibt es aber auch zweigeteilt, ob die zu empfehlen sind weis ich nicht, mit denen hab ich noch nicht geimkert.
    Literatur gibt es auch zur Flachzargenbetriebsweise...


    Gruß

    Franz

    P.S.: Natürlich kann man auch 1/2 DN oder so verwenden, nur weis ich nicht ob Du wirklich die vielen HRs dann haben möchtest...

  • Hallo Mittelhessin, willkommen,

    es grüßt Dich eine ehemalige Südhessin!


    Also...so von Frau zu Frau: egal welche Kiste es am Ende sein wird, für das Heben ist es prinzipiell hilfreich, dass die Zarge große Griffleisten hat. Mit kleinen Fingermulden 15kg mit den Fingerkuppen zu heben krieg ich nicht hin (abgesehen davon, dass die Fingernägel abbrechen ;):D) mit Leisten, die man anpacken kann -kein Thema!


    Dass es Styropor nicht sein soll, verstehe ich gut. Mir waren die dicken Ränder auch ein Dorn im Auge.


    Das erstmal in Kürze,

    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Leg dir das sehr empfehlenswerte Buch „Die Imkerin“ von Melanie von Orlow zu, da sind Beutensysteme und Betriebsweisen genau unter diesen Gesichtspunkten verglichen.

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré klassisch, aktuell 6 Völker

  • Hallo von einer zugewanderten Südhessin!

    Ich bin mit folgendem Aufbau ziemlich zufrieden:


    Ein großer Brutraum (z.B. 10er Zadant), der so hoch steht, dass ich mich nicht bücken muss, um die Bruträhmchen an den Ohren zu fassen.

    Der Unterbau so, dass ich (a) mit den Fußspitzen praktisch unter der Beute stehen kann und (b) evtl. abzustapelnde Honigräume noch auf Kniehöhe direkt daneben stellen kann. Es schadet auch nicht, wenn frau im Falle eines unerwartet hohen Turms selber auf diesen Unterbau steigen kann.

    Ordentlich lange und tiefe Griffleisten links und rechts, von meinem Arbeitsstandort aus gesehen. Ebenso die Waben so ausgerichtet, dass ich die Waben quer vor mir habe.

    Mindestens sieben Monate des Jahres muss ich mit diesem Aufbau nichts wilderes als Deckel oder Waben heben, ohne mich zu bücken.

    Ich habe für den Honigraum 2/3-Zander (169 mm), würde aber heute ggf auch halbe Höhe (140 mm) nehmen. 5er-Honigräume (vertikal geteilte) würde ich erst mal nicht haben wollen, aber ich habe sie auch noch nicht ausprobiert.

    Mal ab und wieder raufstapeln geht so ohne verdehen oder tiefes Bücken ganz gut. Zum Transport auch der Honigräume benutze ich eine umgebaute Schubkarre, für die ich mich auch nicht tiefer bücken muss.


    Was spricht gegen Griffmulden? Neben der von Jule erwähnten notwendigen Kraft im letzten cm der Finger (ggf. minus Fingernagellänge) die Unmöglichkeit, auch bei ungleichmässig beladener Zarge genau unter dem Schwerpunkt anzufassen. Oder da, wo man gerade gut rankommt.


    Was spricht gegen Styropor/Segeberger? Meines Erachtens wird das (etwas) geringere Gewicht durch den wesentlich ungünstigeren Schwerpunkt wieder zunichte gemacht. Wegen der Wandstärke und dem quadratischen Format muss man diese Zargen am deutlich längeren Arm heben.


    Viele Grüße von Kikibee

    Nächstes Imkerforumstreffen am 26-28.3.2021 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda!

  • DNM 1,5 mit 0,5 DNM Honigräumen wäre eine Alternative.

    Ist quasi wie Dadant nur eine Nummer kleiner und handlicher..

    Wobei DNM 1,5 voll - nicht ganz leicht ist. Sofern sie aber nicht viel bewegt werden bewegst du ja nur die halben Honigräume. Und wenn du dann die 10er Variante nimmst sind die recht handlich.


    Da fällt der Umstieg auch leichter da du ja anscheinend schon DNM hast.

  • Ich bin zwar keine Frau, aber ich habe zum Thema Beuten/Rähmchen Entscheidung mal was verzapft Zander 4/3 gegen Dadant 12 US ?

    Ev. hilft das ein bisschen.


    Ein Tipp - wurde schon genannt - Flachzargen-Betriebsweise.


    Erste Frage: Kannst und willst du dich von DN trennen? Das schafft Entscheidungs-Spielraum.


    Die Großen Fragen:

    Welche Betriebsweise: Großwabe im Brutraum oder Flachzargen-Betriebsweise oder "Normalen" Brutraum als Einraum-Betriebsweise? Alles leichter als 2 DN/Zander/Langstroth Bruträume.

    Welches Grundmaß? DN? Zander? Langstroth?

    Honigraum im passenden Format als Flachzarge.


    Zander-Zargen (Liebig Beute) haben eine spitzen Griffleiste, die hat mich auch fast überzeugt.


    Wenn was mit Griffmulten in Frage kommt:

    Kiste nach Magazinimker. Bei manchen Shops auch als "Lorenzbeute" im Programm.

    Durch 25mm Materialstärke ist die Mulden eine hauch tiefer. Aber da würde ich dann gleich auf Langstroß als Grundmaß gehen!

    Auch hier dann wieder die Betriebsweisen-Entscheidung, als Flach / Groß / Einraum.


    Was eine interessante Alternative wäre - ich weiß nur nicht ob man Material dafür hier bekommt - Langstroth 2/3 als 8-er System. Ich glaube ich habe das bei einem Vortag von Michael Bush auf Youtube aufgeschnappt.
    Da sollten eigentlich auch 2 Bruträume reichen. Ev. ein zusätzlicher zum Überwintern.


    Zum umsetzen in andere Kisten:

    1. Bei gleichem Rähmchenmaß: Wenn das Wetter passt

    2. Bei der Ablegerbildung, sofern die alten Rähmchen in die neue Kiste passen.

    3. Wenn gar nix zusammenpasst: Als Kunstschwarm / Totale Brutentnahme

  • Zwei weitere Möglichkeiten, sich das Leben hebetechnisch leichter zu machen:

    Wenn Griffleisten keine Option sind, sind es möglicherweise angeschraubte Klappgriffe wie für Seekisten. Und ein Klapptisch neben den Beuten hilft, Honigräume in Greifhöhe abstellen zu können.

    Grüße

    schritte

  • Hallo und vielen Dank für die vielen Antworten. Ostern habe ich mir noch mal die Augen viereckig gelesen. Ich bin zu zwei Erkenntnissen gekommen.
    - Die Betriebsweise großer Brutraum und Flachzargen ist das, was mir wirklich gut in der Theorie gefällt und ich mir vorstellen kann für mich. Aber.... und das ist wohl erst mal die wichtigste Erkenntnis, das hat hier in meiner Umgebung keiner. Und auch nicht mein Pate. Darum

    - werde ich als einjähriger Anfänger mir doch ein System mit DNM kaufen, eine weitere Beute. Das ist beim Lernen, beim ersten Ableger etc. geschmeidiger. Auch weil ich mir eine Schleuder ja erst mal leihen werde.
    Mir gefällt der Vorschlag von tobeekeeping gut.
    Aber ob in die Schleudern der hiesig Imkerväter Flachrargen reinpassen, auch wenn es DNM ist?

    Im nächsten Jahr werde ich hoffentlich einen Platz im Grundkurs bekommen, mich sicherer fühlen, und dann noch mal überlegen, ob ich ab Volk 3 und 4 für die Zukunft umstelle.
    Das Imkerforum ist wirklich klasse. Ich werde hier noch rege lesen.
    Grüsse