Frage zum Preis eines ausgewinterten Wirtschaftsvolks

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    Auch der hat eine Leistung erbracht....

    Als „Leistung“ würde ich die ineffiziente und oft ideologisch geprägte Spielerei der meisten Hobbyimker kaum betrachten.
    Da ist kaum jemand wettbewerbsfähig, wenn er Vollkosten ansetzt.

    Das ist auch in Ordnung!

    Aber warum soll Denen irgendjemand diese Spielerei finanzieren?!?

  • Aber warum soll denen irgendjemand diese Spielerei finanzieren?!?

    Hast auf der einen Seite recht, auf der anderen Seite bewegen wir uns alle im selben Markt. Jemand, der nicht rechnen muss, aber denen die es müssen den Preis versaut, das will man auch nicht. Insofern find ich den Faden hier auch irgendwie gut.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wer als Hobbyimker werkelt zieht auch keine Vorsteuer von 19% und kann daher mit 10,7% Mehrwertsteueraufschlag verkaufen ohne diese abzuführen. Warum? Weil auch der Fiskus weiß, dass da kein Reibach zu machen ist. Dann hat das mit Schwarzarbeit nichts zu tun.

    Auch diese Behauptung wird durch Wiederholung nicht wahrer.

    Hab ich nicht wiederholt, nur einmal geschrieben.;) Meine Intention war der Hinweis, das der Völkerverkauf gleichgesetzt wurde, mit der Erbringung von Leistung nach Feierabend, die man entlohnt haben möchte. Letztere hat aber in der Regel einen Auftraggeber, also einen Abnehmer. Der fehlt hier aber offensichtlich beim Fragesteller. Darum hinkt der Vergleich. Ich stimme dir zu, es hat mit Schwarzarbeit nichts zu tun, weil da ja eine Art Werkvertrag dahintersteht. Hier hat die angebotene Leistung niemand nachgefragt, jedenfalls nicht zu dem Preis.

    Mal abgesehen davon, forderst Du quasi dadurch die Hobbyimker auf, gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zu verstoßen. Es ist nur etwas aus der Mode gekommen das auch zu verfolgen, weil es für zu viele, zu angenehm ist, sich billig mit hochwertigen Lebensmitteln eindecken zu können. Der LEH macht es gleich so, dass er den Bauern diesen Gesetzesverstoß abnimmt und einfach von Haus aus nicht das bezahlt was auskömmlich wäre.


    Grüße

    Peter

    Inwiefern fordere ich irgendwo einen Hobbyimker auf gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zu verstossen? Die Kurve krieg ich gedanklich gerade nur im Bezug auf den Honigpreis und die Feststellung vom DIB, der Markt sei gesättigt (Ellmann, Biene&Natur 04/2020 (bei ca. 70% Importhoniganteil am bundesdeutschen Honigverbrauch,Honigkonsum 2017) 8)

  • (Was ich nebenbei nicht verstehe ist, wie Du auf 15 Euro für eine Brutwabe kommst).

    Das lieber WLPF will ich dir erklären. Jede entnommene Brutwabe schwächt ein Volk und verringert den Ertrag und da ist der Betrag von 15€ gering angesetzt. 1980 wurde bei uns für eine Brutwabe dieser Betrag in DM verlangt. (Ich bin kein Fan von ihm. Binder vertritt die Meinung/Erkenntnis, dass einem Volk keine Brutwaben entnommen werden sollen, da sonst das Volk in der nächsten Tracht geschwächt wird.) Eine Brutwabe ist eigentlich mehr wert.


    Man müsste jetzt trennen zwischen Leuten, welche die Welt mit Bienen beglücken wollen und glücklich das Treiben der Bienen am Flugloch beobachten und derer die wissen wollen, ob sie eigentlich den Honig verschenken.


    Vor vier Wochen wollte bei mir einer ein Volk kaufen, weil ihm sein einziges verhungert war. Er hatte auch klar Vorstellungen zur Rasse, Stärke usw. Halt gut informiert und geizig.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Also hier hat kürzlich ein Kollege 2 Völker innerhalb des Vereins verkauft - schöne Völker mit Königin aus letztem Jahr und mit Gesundheitszeugnis. Gefühlt reeller Preis.


    Allerdings glaube ich auch, dass es gerade in diesem Jahr eher schwierig ist - die Leute haben aktuell einfach andere Sorgen. Es ist auch sehr still im Verein, kaum Aktivitäten und Kommunikation...auch virtuell nicht.


    M-

  • Eigentlich muss man manu_nr sehr dankbar sein für seinen Thread.

    Er.zeigt, wie weit viele Imker mit ihren Meinungen auseinander sind.

    Selbst Begrifflichkeiten wie Schwarzarbeit, die vom Finanzamt klar definiert sind, werden anders ausgelegt.

    Auch bei der Brutwabenentnahme bin ich anderer Meinung und teile da die Meinung von Dr. Liebig. Die Entnahme je nach Stärke des Volkes von ein bis zwei Brutwaben insbesondere nach Massentrachten wie Raps führt zu keinem Honigverlust bei den Völkern, die eine entsprechende Stärke haben.

    So dreht sich alles im Kreis.

    Da wird über den Preis eines Volkes diskutiert, der aus einem Schwarm anscheinend entstanden ist. Basiszucht heisst für mich aber schon, dass ich auf keinem Fall aus Schwärmen entstandene Königinnen halte und schon gar nicht daraus vermehre.

    Für mich ist ein solches Volk wertlos.


    Noch schlimmer wäre es, wenn es ein Schwarm unbekannter Herkunft war.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Für mich ist ein solches Volk wertlos.

    Sehe ich anders. Alleine die Bienenmasse hat ihren Wert. Wenn gesund, schönes Brutnest und halbwegs umgeänglich. Egal woher die Königin kommt.

    Angenommen man nimm 10 solcher Völker.

    Dann macht man über die Saison ein paar Zuchtserien mit eigenem (Ruf?) oder günstigem Zuchtstoff - z.B. von einem Institut - und daraus werden 50 Ableger und die verkauft man für x €. Je nach eigenem Ruf....


    Und mal ehrlich -wenn ich nicht gerade von einem renommierten Züchter kaufe erwarte ich da auch nicht viel mehr.

    Wenn ich überwinterte Ableger zu einem Preis am unteren Ende der Skala kaufe, muss ich mit "durchschnitts" Königinnen rechnen. Für alles andere muss ich zu jemandem mit gutem Ruf. Da kostet das dann aber auch mehr.

    Beim umsetzen sehe ich nur ob die Bienen friedlich sind und ob das Brutnest halbwegs nach was aussieht. Alles andere kommt doch nur über den Ruf des Verkäufers.

    Wenn ich gute Genetik will kaufe ich entweder bei einem renommierten Züchter oder jemandem bei mir im Verein dem ich vertraue oder mache es mit gutem Zuchtstoff selber. Und wenn ich Bienenmasse brauche hole ich mir halt zehn "günstige" überwinterte Ableger. Erstmal ohne große Erwartungen. Da können positive Überraschungen dabei sein. Muss aber nicht.

  • Qualität hat ihren Preis, ob das angebotene Volk, bzw. als Grundlage zur Kalkulation des Preises eines WV von manu_nr berechnete Volk, eine hohe Qualität hat, wurde ja schon in
    #66 und 67 beantwortet.


    Durch ein rationelles Arbeiten, weil man in der Imkerei und mit vielen Völkern Erfahrung hat, ergibt einen geringeren Arbeitsauffwand und damit niedrigere Vergütung des Arbeitsaufwandes. Auch dadurch wird der Preis eines WV oder Ablegers beeinflusst.


    Die Hardware, also das Material ist nur bedingt beschieben. Alter der Waben, Rähmchen, Wachsqualität, aber auch der Gesundheitszustand/ Varroalast usw.


    runtemund hat die Fragen in #47 gut zusammen gefasst.


    In die z.T. hinkenden Vergleiche, möchte ich folgenden noch hinzufügen:

    Markenprodukte und "No-Name-Produkte" konkurrieren am Markt.


    Preiskalkulationen finde ich für die Imkereiprodukte, egal ob Honig, Völker, Wachs, Propolis, Königinnen usw. wichtig und richtig, egal ob ich hobbymäßig oder professionell unterwegs bin. Schließlich wird verkauft und nicht verschenkt.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Eigentlich muss man manu_nr sehr dankbar sein für seinen Thread.

    Ich bin euch auch allen dankbar für Meinungen und Kommentare. Ich habe zwar auch Gegenwind bekommen, aber eine kontroverste Diskussion mit wie hier stark unterschiedlichen Meinungen ist ja immer gut. Auch für mich gab es hier sehr interessante Einblicke.

    Derzeit neun Völker in DNM 1,0 Holzbeuten.

  • Also hier hat kürzlich ein Kollege 2 Völker innerhalb des Vereins verkauft - schöne Völker mit Königin aus letztem Jahr und mit Gesundheitszeugnis. Gefühlt reeller Preis.


    Allerdings glaube ich auch, dass es gerade in diesem Jahr eher schwierig ist - die Leute haben aktuell einfach andere Sorgen. Es ist auch sehr still im Verein, kaum Aktivitäten und Kommunikation...auch virtuell nicht.


    M-

    Was Ableger und WV angeht, denke ich auch dass die aktuelle Corona-Lage starken Einfluss auf die Marktflaute hat.


    Beim normalen Honigverkauf merk ich nichts von Flaute. Im Gegenteil, seit Corona ist der Absatz sprunghaft angestiegen.

  • Das ist doch eine Diskussion die an der Realitaet etwas vorbeifuehrt. Wer zwei Bienenvoelker kauft, also potentiell eher ein Hobbyimker, der interessiert sich nicht fuer irgendwelche qualifizierten Preiskalkulationen. Da wird einfach nach Bauchgefuehl gecheckt, ob der Preis ok ist.

    Man kann diese Thematik um Preise und Wert immer aus verschiedenen Richtungen betrachten, die Eine ist die ueber die Arbeit und das Material, das ist vielleicht sinnvoll fuer neue Produkte, die es noch garnicht am Markt gibt. Dann muesste man aber nicht nur die Materialkosten in Erfahrung bringen, sondern auch die Arbeitskosten. Was verdient man denn so als Hobbyimker die Stunde? Und wieviel Stunden verbringt man an einem Volk? Zaehlt das Informieren im Imkerforum zur Arbeitszeit? Und die umfangreiche Preiskalkulation auch? Dann muesste man dem potentiellen Kunden auch irgendwie kommunizieren, dass der kalkulierte Preis gerechtfertigt ist, der guckt sich aber einfach um und sieht das fuer ihn gleiche Produkt billiger, also kauft er da.

    Wenn man da ins Kleinklein geht, dann wird es da unendlich kompliziert. Und das alles fuer ein Produkt mit einer Stueckzahl von vielleicht vier pro Jahr.

    Oder man schaut sich einfach an, was fuer ein Produkt am Markt so genommen wird, korrigiert dann nach oben oder unten je nachdem wie man die eigene Produktqualitaet beurteilt und hat dann seinen Preis. Fuer den Hobbfimker ist letztere Methode sicherlich die Nervenschonendere.


    Ich finde 200 Euro ist ein annehmbarer Preis fuer ein Volk. Wenn du deine Voelker so loswirst, dann ist das doch ok. Wenn nicht, gehst du halt ein bisschen runter.

  • Hallo Schievel,

    in meinen Beiträgen geht mir nur darum, was hat der Imker investiert, wenn er es für 120€ abgibt. Es gibt hier Leute, die nicht erkennen, dass wenn ich einen Korb Äpfel verschenke, mir kein nachhaltiger Schaden entsteht.:) Aber das Volk ist weg und unter Umständen der gute Ruf.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Kann man ja machen, dann hat man wenigstens eine Ahnung, wieviel Gewinn oder Verlust man an dem Verkauf macht. Zur Preisfindung taugt es am Markt eben eher wenig, vor allem wenn die Marktteilnehmer unter so unterschiedlichen Bedingungen (Vollerwerb und Hobby) wirtschaften wie in der Imkerei.

  • Moin zusammen!


    Wer zwei Bienenvoelker kauft, also potentiell eher ein Hobbyimker, der interessiert sich nicht fuer irgendwelche qualifizierten Preiskalkulationen. Da wird einfach nach Bauchgefuehl gecheckt, ob der Preis ok ist.

    Das mag so sein, allerdings ist meine bescheidene Erfahrung leider auch die, dass der o. g. geneigte Hobbyist dem zum Trotz auf teils sehr unangenehme Art und Weise vor Ort und bei Übergabe zu diskutieren und / oder dir die Völker schlechtzureden versuchen kann.

    Das ist dann nicht wirklich schön und widerspricht einem vorherigen "Checken" der Angemessenheit des aufgerufenen Preises.


    Dann muesste man dem potentiellen Kunden auch irgendwie kommunizieren, dass der kalkulierte Preis gerechtfertigt ist, der guckt sich aber einfach um und sieht das fuer ihn gleiche Produkt billiger, also kauft er da.

    Zu Teil a): Rischtisch. Das sollte man / imker bei angemessen oder höher preisigen Produkten m. E. aber immer. Nicht in epischer Länge und Breite, aber grundsätzlich schon - kurz, knackig, sachlich, ggfs. auch ein wenig begeistert vom eigenen (selbst hergestellten!) Produkt.

    Zu Teil b): Potenzielle Kunden, die trotz vorherigem Austausch und ggfs. ausführlicherer Information (s.o.) nur auf den Preis schauen, will man die haben? Ich sage ganz klar nein.


    Wenn man da ins Kleinklein geht, dann wird es da unendlich kompliziert. Und das alles fuer ein Produkt mit einer Stueckzahl von vielleicht vier pro Jahr.

    Siehe oben.

    Èn detail alles erläutern und / oder sich bzw. den Preis gar rechtfertigen: Nein!

    Das Produkt in seiner Güte darstellen und anpreisen: `türlich!


    man schaut sich einfach an, was fuer ein Produkt am Markt so genommen wird, korrigiert dann nach oben oder unten je nachdem wie man die eigene Produktqualitaet beurteilt und hat dann seinen Preis. Fuer den Hobbfimker ist letztere Methode sicherlich die Nervenschonendere.

    :daumen:


    Es gibt hier Leute, die nicht erkennen, dass wenn ich einen Korb Äpfel verschenke, mir kein nachhaltiger Schaden entsteht. Aber das Volk ist weg und unter Umständen der gute Ruf.

    Der Ruf beim Völkerverkauf... Da frage ich mich auch immer wieder, je nachdem an wen man verkauft, siehe auch oben, ob man da bei gewissen Käuferschichten überhaupt eine Chance hat, "gut" aus der Nummer rauszukommen. Und ich bin mir zunehmend sicher: Nein.

    Der (klischeehaft gesprochen!) knickrige, ach so erfahrene Imker, welcher aus nicht genannten Gründen Völker haben will (bewusste Wortwahl), dann am besten bereits digital / telefonisch über den Preis, den Übergabe-Zeitpunkt, das ihm ggfs. nicht optimal genehme terminliche Vorgehen dabei und beim Umhängen selbst dann auch noch über Volksstärke, Wabenzustand oder sonstigen ... Kram diskutiert, kann der irgendwie zufriedengestellt werden, sodass er im Nachgang nicht unzufrieden ist und dies ggs. dann auch kundtut? Ich sage neuerlich nein.


    Meine Erkenntnis aus insbesondere dem letzten Punkt:

    Völkerverkauf auch nach persönlicher Sympathie.


    Gruß

    von

    Patrick, dem Hobbyisten, der sich dies` Vorgehen leisten kann.

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!