Frage zum Preis eines ausgewinterten Wirtschaftsvolks

  • Das habe ich niemals behauptet. Es geht mir hier darum, dass ich eine Leistung bringe, mit der jemand anders Geld verdient. Das Thema hier ist ein angemessener Preis für ein Bienenvolk.


    Wenn jemand anders nach Feierabend für andere arbeitet nimmt er ja auch Geld dafür. Soll dann der Auftraggeber sagen "du hättest ansonsten ja eh nur auf dem Sofa gelegen. Warum soll ich dir jetzt auch noch Geld für deine Arbeit geben". Auf die Idee kommt wohl auch (natürlich völlig zurecht) niemand.

    Den Vergleich nutzt du jetzt schon zum zweiten Mal und der ist so grundfalsch, dass es mir jetzt zuviel wird. Wenn Jemand nach Feierabend arbeitet und Geld dafür nimmt, ist das Schwarzarbeit. Nur mal so am Rande. Ist es das nicht, hat er in der Regel einen Gewerbeschein. Nebenerwerb, Haupterwerb was auch immer, steuerpflichtig etc. Das sind komplett andere Kategorien oder imkerst du gewerblich?

    Die Voraussetzungen der von dir angebotenen Völker (Schwarm, Ableger), entsprechen dem geforderten Preis derzeit nicht, Arbeitszeit hin oder her. Die Herkunft spielt eine nicht untergeordnete Rolle und um da in der höherpreisigen Liga mitzuspielen, braucht es Jahre bis Jahrzehnte. Und eine Aufklärung über die Herkunft ist Usus, dafür braucht man nicht erst die Hinweise hier aus dem Forum.

  • Ich habe die Kosten bei uns berechnet:

    Solche Kalkulationen sind müßig, wenn der Markt den Preis nicht hergibt. (Was ich nebenbei nicht verstehe ist, wie Du auf 15 Euro für eine Brutwabe kommst).

    Es ist wie mit dem Wachs: Das wird eher als Abfallprodukt betrachtet und nicht zum Kostpreis. Sonst käme man nie auf Preise von ca. 10 Euro für ein Kilo Rohwachs.

    (Manche Imker scheinen ja sogar dem Honig als Abfallprodukt zu behandeln.)


    Die Völkervermehrung ist ein Nebenprodukt der Imkerei. Wenigstens bei den Imkern, die keine Winterverluste von 50% produzieren.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Es ist eben so, dass man nicht den Hobby Imker mit fünf Völkern und den Profi gleichsetzen kann. Die Profis haben zig Völker und entsprechende Qualität, Zucht und Optimierung der Arbeitsabläufe. Ich kann also nicht meinen Hobby Imker Arbeitsaufwand berechnen, und muss auch noch im Preis weiter nachgeben, weil meine Völker nicht so gute Königinnen haben werden.


    Von daher sehe ich den Hobby Imker Völker Preis bei *deutlich* unter 200 EUR.

  • Der Wert einer Sache ist immer der den ein anderer zu zahlen bereit ist.

    Wenn man dafür nicht produzieren kann, muß man seine Betriebsweise/-kosten überdenken, oder es einfach lassen.

    Dass die Masse der Imker am Hobby nichts verdienen will halte ich jetzt auch nicht für sonderlich überraschend. Viele sind sogar froh wenn sie anderen helfen können.

    Ein Hobby darf auch Geld kosten!
    Ist doch das Gleiche wie beim Honigpreis...

  • Bei der schnell eintretenden Wirtschaftichkeit von im Frühjahr gekauften Völkern wird hier einiges vergessen:

    Der Honig hopst nicht von alleine ins Glas.

    Warum machen das so wenig Imker?

    Das Problem wird nur verlagert: Weder Ableger noch Kunstschwärme, wie auch Honig ist nicht einfacher zu angemessenen Preisen zu verkaufen als Wirtschaftsvölker im Frühjahr.

  • ui...hier ist ja was los!

    Angebot und Nachfrage:

    ich weiß nicht wie es Euch geht, aber mir kommt es so vor, als ob es gerade gar keine Nachfrage gibt. -jedenfalls habe ich nicht mal Interessenten.

    Bisher habe ich jedes Jahr aufsetzfähige Jungvölker für 150eu verkauft. Das fanden die in meiner Umgebung immer als überteuert...aber irgendwie gingen sie doch immer weg...

    Um nicht zuviel Honig und Arbeit zu haben, überlege ich tatsächlich ob ich nicht mit dem Preis runtergehen sollte. Ok...aber das sind dann nur noch "Ableger"...

    Vom Ansatz her finde ich, dass Bienen nicht teuer genug sein können: Was nix kostet ist auch nix wert.


    Grüße Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Vom Ansatz her finde ich, dass Bienen nicht teuer genug sein können: Was nix kostet ist auch nix wert.


    Grüße Jule

    Nunja....ich habe da schon mein Limit. Mag ja sein, dass jemand eine Singerkönigin mit drei Waben für fast 600 Euro kaufen mag. Für mich ist das eindeutig zu teuer.

  • ui...hier ist ja was los!

    Angebot und Nachfrage:

    ich weiß nicht wie es Euch geht, aber mir kommt es so vor, als ob es gerade gar keine Nachfrage gibt. -jedenfalls habe ich nicht mal Interessenten.

    Bisher habe ich jedes Jahr aufsetzfähige Jungvölker für 150eu verkauft. Das fanden die in meiner Umgebung immer als überteuert...aber irgendwie gingen sie doch immer weg...

    Die klassische Kundschaft für solche Völker, alle Beginner und Leute, die mehrfach jede Menge Verluste einfahren, sind nun mal auch eingeschränkt in der Bewegungsfreiheit bzw. haben vielleicht derzeit ganz andere Sorgen, als Völkerkauf.


    manu_nr Ich lese nix von Gesundheitszeugnis in deiner Preiskalkulation#1

  • Die klassische Kundschaft für solche Völker, alle Beginner und Leute, die mehrfach jede Menge Verluste einfahren, sind nun mal auch eingeschränkt in der Bewegungsfreiheit bzw. haben vielleicht derzeit ganz andere Sorgen, als Völkerkauf.

    Ja, das denk ich mir schon, dass die Leute jetzt auch andere Probleme haben...aber doch nicht ALLE???

    Und bzgl eigeschränkter Bewegungsfreiheit: im Auto ist man alleine. Oder man könnte fragen, ob ich denn bereit wäre zu liefern.

    Nö, ich tippe eher drauf, dass der Winter zu mild war und die avisierten Varroatoten nicht eingetreten sind. ...fast wie im echten Leben 8)

    ...muss ich da jetzt nen Disclaimer hinschreiben, so von wegen eigene Meinung und so?

    Verliert nicht euren Humor:liebe002:

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Nö, ich tippe eher drauf, dass der Winter zu mild war und die avisierten Varroatoten nicht eingetreten sind. 8)

    habe gestern erst eine E-Mail bekommen, wo größere Verluste beklagt wurden. Ich denke, es liegt momentan an anderen Dingen. Aber es kann nicht mehr lange dauern, bis die Meldungen aus Mayen kommen. Noch läuft die Umfrage.


    Gruß
    Ludger

  • Das habe ich niemals behauptet. Es geht mir hier darum, dass ich eine Leistung bringe, mit der jemand anders Geld verdient. Das Thema hier ist ein angemessener Preis für ein Bienenvolk.


    Wenn jemand anders nach Feierabend für andere arbeitet nimmt er ja auch Geld dafür. Soll dann der Auftraggeber sagen "du hättest ansonsten ja eh nur auf dem Sofa gelegen. Warum soll ich dir jetzt auch noch Geld für deine Arbeit geben". Auf die Idee kommt wohl auch (natürlich völlig zurecht) niemand.

    Den Vergleich nutzt du jetzt schon zum zweiten Mal und der ist so grundfalsch, dass es mir jetzt zuviel wird. Wenn Jemand nach Feierabend arbeitet und Geld dafür nimmt, ist das Schwarzarbeit. Nur mal so am Rande. Ist es das nicht, hat er in der Regel einen Gewerbeschein. Nebenerwerb, Haupterwerb was auch immer, steuerpflichtig etc. Das sind komplett andere Kategorien oder imkerst du gewerblich?

    Die Voraussetzungen der von dir angebotenen Völker (Schwarm, Ableger), entsprechen dem geforderten Preis derzeit nicht, Arbeitszeit hin oder her. Die Herkunft spielt eine nicht untergeordnete Rolle und um da in der höherpreisigen Liga mitzuspielen, braucht es Jahre bis Jahrzehnte. Und eine Aufklärung über die Herkunft ist Usus, dafür braucht man nicht erst die Hinweise hier aus dem Forum.

    Es kann dir ja gerne zu viel werden, wenn ich meine Meinung äußere. Der Punkt für mich ist nunmal, dass ich eine Leistung für einen anderen erstelle mit der er Geld verdienen KANN, auch wenn er dazu noch eigene Arbeit investieren muss. Und da macht es doch keinen Unterschied, ob die Völker von mir als Hobby-, Nebenerwerbs- oder Vollerwerbsimker erzeugt wurden. Nehmen wir an, dass ich meine Imkerei zum Nebenerwerb ausbaue; wenn ich dann mehr Geld verlange sagt der Kunde doch, dass er für den höheren Verkaufspreis höheren Mehrwert bekommt. Soll ich dem dann erzählen, dass ich jetzt aber im Nebenerwerb imkere und deswegen mehr Geld verlange? Das wird den wohl kaum überzeugen. Der Kundennutzen ist doch das Verkaufsargument.


    Außerdem habe ich im weiteren dieses Threads bereits geschrieben, dass es sich hierbei auch Preise in der Zukunft handelt, wenn ich Wirtschaftsvölker aus im Vorjahr erstellten Ablegern verkaufen will.


    Ich habe aber nun festgestellt, dass sich meine Preisvorstellungen nicht am Markt durchsetzen lassen. Deswegen werde ich in der Zukunft die Faustformel anwenden, dass ich von 50 Prozent der Wirtschaftsvölker Ableger als Ausgleich für MÖGLICHE Überwinterungsverluste mache. Dann muss ich im Folgejahr dann die überzähligen Völker eben zum relativ günstigen Preis abseits meiner eigentlichen Vorstellungen verkaufen.

  • Jede kleine Schraube in Rechnung stellen ,das ist ja ganz schön schofelig.

    Schofelig ist, dass nicht zu tun.

    Noch schofeliger ist, das von anderen für selbstverständlich zu erwarten,

    das (für mich nicht) zu tun.


    Der Punkt ist doch der, wenn alle mal einkaufen, mal verkaufen, spielt der Preis theoretisch keine Rolle.

    Dann müsste eigentlich nicht kalkuliert werden, da es sich ja im nächsten Jahr evtl. eh wieder ausgleicht. Aber da es nicht immer genau rausgeht, macht kalkulieren schon Sinn.

    Die 200,--€ sind sicherlich korrekt gerechnet, aber wie man sieht, gibt der Markt i.d.R. nicht mehr her.

    Wir haben uns bei 150 € eingependelt, für weniger gibt es halt dann einen Kunst- oder Naturschwarm. Dann kann derjenige selber das Geld für Rähmchen, Wachs, Futter und Zeit bis das Volk Honig bringt investieren. (Incl. des Risikos des Winterverlustes)

    Mir wurde auch schon gesagt, Imkerei ist ein Hobby und ein Hobby muß Geld kosten.

    Das halte ich auch für einen Hobbyimker für ausgewachsenen Dünnschiss. Auch der hat eine Leistung erbracht und muss am Monatsende seine Rechnungen bezahlen. Wenn jemand in seinem "richtigen" Job genug Geld verdient, um in seinem Hobby Geld drauf legen zu können, sollte er bedenken, dass in dieser Sparte auch Leute unterwegs sind, die davon Leben müssen. Er sollte sich nur mal ausmalen wie es wäre, wenn jemand anders seinen Job als Hobby zur Erbauung betreibt und die eigene Entlohnung dadurch auf Ramschniveau sinkt.


    Das habe ich niemals behauptet. Es geht mir hier darum, dass ich eine Leistung bringe, mit der jemand anders Geld verdient. Das Thema hier ist ein angemessener Preis für ein Bienenvolk.


    Wenn jemand anders nach Feierabend für andere arbeitet nimmt er ja auch Geld dafür. Soll dann der Auftraggeber sagen "du hättest ansonsten ja eh nur auf dem Sofa gelegen. Warum soll ich dir jetzt auch noch Geld für deine Arbeit geben". Auf die Idee kommt wohl auch (natürlich völlig zurecht) niemand.

    Den Vergleich nutzt du jetzt schon zum zweiten Mal und der ist so grundfalsch, dass es mir jetzt zuviel wird. Wenn Jemand nach Feierabend arbeitet und Geld dafür nimmt, ist das Schwarzarbeit. Nur mal so am Rande. Ist es das nicht, hat er in der Regel einen Gewerbeschein. Nebenerwerb, Haupterwerb was auch immer, steuerpflichtig etc. Das sind komplett andere Kategorien oder imkerst du gewerblich?

    Die Voraussetzungen der von dir angebotenen Völker (Schwarm, Ableger), entsprechen dem geforderten Preis derzeit nicht, Arbeitszeit hin oder her. Die Herkunft spielt eine nicht untergeordnete Rolle und um da in der höherpreisigen Liga mitzuspielen, braucht es Jahre bis Jahrzehnte. Und eine Aufklärung über die Herkunft ist Usus, dafür braucht man nicht erst die Hinweise hier aus dem Forum.

    Wer als Hobbyimker werkelt zieht auch keine Vorsteuer von 19% und kann daher mit 10,7% Mehrwertsteueraufschlag verkaufen ohne diese abzuführen. Warum? Weil auch der Fiskus weiß, dass da kein Reibach zu machen ist. Dann hat das mit Schwarzarbeit nichts zu tun.

    Auch diese Behauptung wird durch Wiederholung nicht wahrer.

    Mal abgesehen davon, forderst Du quasi dadurch die Hobbyimker auf, gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zu verstoßen. Es ist nur etwas aus der Mode gekommen das auch zu verfolgen, weil es für zu viele, zu angenehm ist, sich billig mit hochwertigen Lebensmitteln eindecken zu können. Der LEH macht es gleich so, dass er den Bauern diesen Gesetzesverstoß abnimmt und einfach von Haus aus nicht das bezahlt was auskömmlich wäre.

    Ich weiß, man schweift so leicht vom Thema ab, aber es wird halt schnell emotional...

    (Erst recht, wenn man versucht davon zu leben)

    Bzgl. der Voraussetzungen wegen einer Zuchtlinie usw., die dann einen anderen Preis rechtfertigen als eine Wald- und Wiesenmischung, da sind wir einer Meinung. Volk ist nicht gleich Volk um zum Thema zurück zu kommen.


    Grüße

    Peter