Frage zum Preis eines ausgewinterten Wirtschaftsvolks

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    Ich kann die Rufe nach einer gewissen Preisstabilität bei Qualität durchaus verstehen. Verramschen sollte man gute Ware nun wirklich nicht.


    Aber ehrlich gesagt finde ich nicht, dass ein gefangener Schwarm darunter zu subsumieren ist. Da ist doch schon ein Unterschied zu einem Wirtschaftsvolk mit F1. Was man auch unter 200 Euro bekommt.

    Das ist durchaus ein Argument. Mir ging es in diesem Faden auch um die zuküntige Preisgestaltung. Die wollte ich mitbesprechen.

    Derzeit neun Völker in DNM 1,0 Holzbeuten.

  • Mit einem Bienenvolk verdient aber auch ein anderer Geld und hat durch meine Arbeit einen finanziellen Vorteil. Das ist beim Motorradfahren wohl anders. Da hat niemand anderes einen Vorteil von.

    Wenn du glaubst, das jemand anderes mit deinen Völkern unglaublich reich wird,ohne etwas dafür zu tun, und dich dabei auch noch ganz fies abzockt, dann solltest du sie warscheinlich wirklich besser behalten.;)

  • Mit einem Bienenvolk verdient aber auch ein anderer Geld und hat durch meine Arbeit einen finanziellen Vorteil. Das ist beim Motorradfahren wohl anders. Da hat niemand anderes einen Vorteil von.

    Wenn du glaubst, das jemand anderes mit deinen Völkern unglaublich reich wird,ohne etwas dafür zu tun, und dich dabei auch noch ganz fies abzockt, dann solltest du sie warscheinlich wirklich besser behalten.;)

    Das habe ich niemals behauptet. Es geht mir hier darum, dass ich eine Leistung bringe, mit der jemand anders Geld verdient. Das Thema hier ist ein angemessener Preis für ein Bienenvolk.


    Wenn jemand anders nach Feierabend für andere arbeitet nimmt er ja auch Geld dafür. Soll dann der Auftraggeber sagen "du hättest ansonsten ja eh nur auf dem Sofa gelegen. Warum soll ich dir jetzt auch noch Geld für deine Arbeit geben". Auf die Idee kommt wohl auch (natürlich völlig zurecht) niemand.

    Derzeit neun Völker in DNM 1,0 Holzbeuten.

  • Guten Ostermontag-Morgen zusammen!


    Eine zwar immer wiederkehrende, nichts desto trotz aber auch sehr spannende und interessante Diskussion.


    Ich habe mir folgend die für mich passendsten / interessantesten Aussagen / Argumente zusammenzitiert und kommentiere einfach mal:

    Wirklich wirtschaftlich wäre es vermutlich im Frühjahr Völker zu kaufen und nach der Sommerernte als Kunstschwärme wieder zu verkaufen.

    Rein rechnerisch hast du damit m. E. vollkommen recht.

    Einzig das "übrige" Wabenmaterial nach der Verkunstschwarmung der Völker müsstest du dann im Sommer auch noch gewinnbringend abstoßen. :wink:


    Mag sein, dass ich da falsch liege, aber nach meiner Einschätzung gehen Völker im Frühjahr eher an "Bestandsimker" mit Winterverlusten oder Erweiterungswunsch, Ableger eher an Neuimker.

    Ich schätze das ähnlich ein bzw. erleb(t)e es ebenso. Zumindest bzgl. der im Frühjahr erweiternden / ausgleichenden Bestandsimker (von denen im Übrigen hier auch einige sehr "Interessante" mitzulesen scheinen...:roll:).

    Denen ich ob meiner Erfahrungen oftmals auch nur sehr ungern bzw. perspektivisch gar nicht mehr irgendwas verkauf(t)e.

    Die Völker kaufenden Anfänger hingegen waren quasi ausnahmslos sehr angenehm.


    Wenn man seine eigene Arbeitszeit in die Imkerei mit einkalkuliert und bezahlt haben möchte, dann ist es eben kein Hobby mehr, sondern Nebenerwerb.

    Das empfinde ich als eine sehr gewagte These, da ich sie so deute, dass gemäß obiger Aussage jeglicher Imker, der seine eigene Arbeitszeit, zu welchem angenommenen Stundenlohn hypothetischer Natur auch immer, rechnet, damit per se im Nebenerwerb ist.

    Ergo: Hobby = zwingend Minusgeschäft?! :wink::-?:confused:


    Beim Abgeben von Bienen oder Völkern gilt bei mir: Es kostet entweder einen von mir festgelegten (für meine Produktion realistischen) Preis oder ich verschenke an Freunde/Bekannte. In der Größenordnung, in der ich mich bewege, passt das für mich.

    :daumen::daumen::daumen:


    Meine Erfahrung:

    Bloß keine Geschäfte mit Imkern!

    Dito. Siehe oben.

    Insbesondere nicht mit "erfahrenen" Imkern. Wenngleich es auch da natürlich entspannte und coole Typen gibt. Meiner Erfahrung nach sind die aber in der absoluten Unterzahl. Leider.


    Ganz anders da die Wirtschaftlichkeit, wenn man z.B. Honig im Glas verkauft, das ist durchaus attraktiv.

    Wieder dito. Einen für sich selber und im regional möglichen Preisfenster guten Preis vorausgesetzt.


    Der Verkauf von Völkern ist meist kein Hauptgeschäftsfeld des Imkers.

    Denke ich auch. Es kommt "gezwungenermaßen" irgendwann dazu, sofern man mehr Völker einwintert als man im Frühjahr zu bearbeiten / zu beernten gedenkt bzw. imstande ist.

    Was mit Blick auf immer irgendwie mögliche Winterverluste total sinnvoll ist.


    Der kleine Hobbyimker erreicht darüber ein Zubrot.

    Wenn er einen zufriedenstellenden Preis, mindestens aber eine Materialkostendeckung, erreicht. In welche m. E. auch das weiter oben erwähnte "jede Schräubchen" einfließen sollte.


    In der Gegend verkaufen allerdings alle Imker für nicht mehr als fünf Euro. Da sind mir auch durch die Marktpreise die Hände gebunden.

    Und genau an diesem Punkt erkennt imker spätestens, dass es beim Völkerverkauf exakt genauso aussieht. Nur das dabei natürlich andere Summen, auch an eingebrachter Eigenleistung in Form von Material, Zeit und Geld, im Raume stehen.

    Oder aber man macht`s wie von dir eingangs beschrieben und ist dennoch (deutlich) teurer, wissend das man damit aber ggfs. einen wesentlich geringeren Absatz erreicht.

    Was ohne monetären und / oder räumlichen / materiellen Druck aber auch entspannt sein sollte.


    Ich selber verkaufe auch immer mal wieder mein "Zuviel" an Völkern und hadere Jahr für Jahr mit einem für mich angemessenen Preis und gräme mich unabhängig davon nicht nur manches Mal über potenzielle Käufer die dann "morgen für X % vom angegebenen Festpreis" so und so viele Völker brauchen. Ähnliche Stories werden sämtliche Verkäufer hier und auch im real life zu berichten wissen.


    Meine Erkenntnis aus diesem Bereich der Imkerei ist daher:

    - Verkauf nur, wenn nicht "vermeidbar"

    - Verkauf zu meinem Festpreis oder gar nicht

    - Verkauf guter Bienen / guten Materials OHNE jede Diskussion über irgendwas

    - Verkauf nur nach Anzahlung / Vorkasse

    - to be continued, aber mehr fällt mir adhoc nicht ein...


    Schöne Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • sehr interressanter Thread.

    Es sind sehr viele Argumente hier schlüssig.

    Im Prinzip ist es richtig, kein Geld verschenken zu wollen. Das kann und will natürlich Niemand.

    Grundsätzlich ist aber zu unterscheiden:

    Honigverkauf oder Völkerverkauf.

    Absolut unterschiedliche Zielgruppen und dadurch sicher auch (leider) andere Preiskalkulation.( Arbeitszeit und Aufwand komplett mal nicht berücksichtigt).


    Manu_nr hat hier ja mal deutlich aufgezeigt, wie wertvoll ein gesundes Volk als "Preis" sein kann.

    So genau hatte ich das nie aufm Schirm,

    musste auch bis jetzt Keines kaufen.

    100- 130 Euro ungefähr war so bei mir im Kopf , laut Hörensagen.

    Leider ist es natürlich abhängig vom Käufer, was bezahlt wird und damit ist das Meiste ja schon hier gesagt worden.?(.

    Ein klitzekleiner Trost KÖNNTE sein, wenn du tatsächlich mal Eines brauchst, sind dann 130,00 Euronen ein Schäppchen:).

    LG

    Martin

  • manu_nr

    habe den Faden gelesen und finde, es ist genau wie ein Honigpreisfaden...


    Du hattest echt Pech, mir fällst schon seit längerem auf, dass zwar jedes Jahr behauptet wird, es gäbe wieder so wahnsinnig schrecklich viele Verluste, aber gleichzeitig das Angebot an Völkern zumindest gefühlt eher immer größer wird.


    Das eine ist das immer gleiche Geschwafel am Ende des Winters, das andere die beobachtbare Realtität.


    Heuer war es besonders "schlimm", schon vor dem Corona-Dings hatte ich in den unzähligen Verkaufsanzeigenquellen den Eindruck, wer soll nur alle diese Völker kaufen, es wurden auch viele Anzeigen widerholt eingestellt, ein Zeichen dafür, dass der Markt übersättigt ist, zu viele Imker auf Völkerverkauf gesetzt haben. Wohl, weil es mit dem Honigpreis so schlecht aussieht. :-(


    Ich finde deinen Preis grundsätzlich ok, aber da hat rase schon recht, für Top-Preise braucht es entweder einen Angebotsmangel oder ein Top-Image. Ersteres ist nicht gegeben und mit Verlaub, ein Top-Image hast du tatsächlich (noch) nicht. Image braucht viel Arbeit, Marketingeinsatz und Zeit.


    Beim Völkerverkauf hätte ich auch kein Image und müsste mich ganz hinten einreihen, da ich noch nie ein Volk verkauft habe. Die bringen mir schließlich selber mehr als beim Verkauf, doch irgendwann reicht meine Kapazität nicht und ich muss auch mal verkaufen. Dann aber wären das für mich nur unfreiwillige "Entsorgungsverkäufe", weil es nicht anders geht. Ich würde es also auf keinen Fall darauf anlegen, Völker "über" zu haben, um sie verkaufen zu können.


    25 EUR pro Dadantwabe (Biowachs), pro Königin (Standbegattung) plus Materialselbstkosten täte ich aber auch verlangen, was Preise ab 150 EUR aufwärts bedeuten würde. zwischen 130 und 200 sind auch die Preise, die sonst so auch für konventionelle Völker aufgerufen werden. Anders als beim Honig kann man mit Völkerverkauf aber wohl keine echten Überschüsse erzielen, wenn man es nur gelegentlich macht.


    Trotzdem immer dran denken und auch so argumentieren: Mit einem aufsatzreifen Volk kann man auch als Standimker noch im selben Jahr mindenstes 30, eher 40-60 kg Honig ernten. Macht doch schon mal mindestens 100% Umsatzüberschuss noch im selben Jahr. Ohne monatelange Vorarbeit über den Winter. Einfach kaufen, aufstellen, warten....

  • Moin 2.0 manu_nr!


    Es geht mir hier darum, dass ich eine Leistung bringe, mit der jemand anders Geld verdient.

    Ich würde diesen Satz umbauen zu "Es geht mir hier darum, dass ich eine Leistung bringe, mit der jemand anders Geld verdienen KANN."


    Denn

    das jemand anderes mit deinen Völkern unglaublich reich wird,ohne etwas dafür zu tun

    ist tatsächlich ja schlicht unrichtig.

    Der Käufer muss zur Deckung seiner Volks-Einkaufs-Kosten auch vernünftig mit diesen Bienen arbeiten (können) um somit am Ende des jeweiligen Imkerjahres bestenfalls mit reichlich gut verkäuflichem Honig, dem gekauften Volk und noch 1,2,3 Ablegern in den Winter zu gehen.


    Solltest du im Vorfeld eines angedachten Verkaufes den Eindruck bekommen, dass man

    dich dabei auch noch ganz fies abzockt

    , dann solltest du davon Abstand nehmen. Ansonsten gibt`s nachher ein unschönes Gefühl - im schlimmsten Fall bei Käufer und Verkäufer.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich möchte die schöne Diskussion jetzt nicht in die falsche Richtung lenken.


    Aber wenn wir schon über Kalkulation und Preise reden, dann kommt das mit der Basinszucht versus gekörter Königin auch auf den Tisch.

    Natürlich ist es Unterschied, ob man das Volk mit einer entsprechenden Königin oder einer Promi Queen verkauft. Die eigentliche Bienenmasse tritt dann oft in den Hintergrund.

    Aus betriebswirtschaftlicher Sicht dürfte dann auch keiner mehr die sündhaft teuren Königinnen kaufen, da sie eben nicht den Mehrertrag gegenüber einer Basis Königin bringen.

    Ich habe noch den Satz eines Züchters im Kopf: "Der Honigertrag interessiert mich nicht."

    Später hat er sich dann gewundert, warum keiner seine Königinnen haben wollte. Selbst Schuld, wenn man die Wünsche des Kunden nicht berücksichtigt.


    Auch hier gilt die Prämisse der betriebswirtschaftlichen Sicht. Der Aufwand für eine gute Königin ist enorm und spiegelt sich genauso nicht im Preis wieder, wie der Völkerverkauf. Leider sind da auch viele Scharlatane und Trittbrettfahrer unterwegs.


    Zum Glück hat Berggeist an der Stelle recht, dass es für die meisten ein Hobby ist.

    Hier gelten andere Kriterien.

    Daher auch meine Aussage mit dem Deckungsbeitrag.

    Um als Berufsimker leben zu können, werden oft verschiedene Produktgruppen bedient.

    Da werden neben dem Honig, Völker, Königinnen, Met, Schulungen, Bestäubung, Imkerbedarf (aus der eigenen Schreinerei) angeboten,

    Ein schlechtes Geschäftsfeld um reich zu werden.


    Und ja manu_nr . Im letzten Jahr habe auch ich mir die Frage gestellt, warum man sich das Ganze an tut.

    Ohne Enthusiasmus geht das mit der Imkerei nicht. Wer den nicht hat, schmeisst sowieso irgendwann die Brocken hin!

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Das ist durchaus ein Argument. Mir ging es in diesem Faden auch um die zuküntige Preisgestaltung. Die wollte ich mitbesprechen.

    Verkauf doch diese "Schwarmbienen" als KS an Bienenkistenbetreiber, die freuen sich wenn die Völker wieder schwärmen und Du hast weniger Kapitaleinsatz und kannst sie für weniger Geld abgeben... ;-)

  • Hallo,


    wenn du einen gefangen Schwarm aus dem letzten Jahr als Wirtschaftsvolk in diesem Jahr verkaufst, ohne das dem Käufer mitzuteilen, behaupte ich mal, werden sich mehr als 80% der potenziellen Käufer verarscht vorkommen. Ob das jetzt berechtigt ist oder nicht, sei dahingestellt.


    Die Bezahlung der Arbeit ist sicherlich das eine. Der Stundenlohn ist aber ein anderer, wenn die gleiche Zeit an einem qualitativ hochwertigem Produkt gearbeitet wird, als bei einem "minderwertigen". Auf Deutsch: Ich bin gerne bereit, die Zeit für die Zucht einer entsprechenden Königin zu entlohnen, als die Zeit für Bildung eines "Nachschaffungsablegers" oder für die Leiter zu holen. (Da ist mir das Risiko einfach zu groß)


    Grüße

    Mike

  • OK. Das hatte ich nicht bedacht. Danke für den Hinweis. Das werde ich vor dem Verkauf mitteilen.

    Derzeit neun Völker in DNM 1,0 Holzbeuten.

  • Schwärme gibts es nur gegen das Risiko beim Einfangen und was man hat, sieht man erst später - die Berufsgenossenschaft oder Krankenkasse lässt grüßen...

    Ich will keine fremden Schwärme, waren meist Stechluder, die erst nach der Umweiselung leidlich waren, mir reicht es, wenn ich meine eigenen gebremst oder wieder in die Kiste kriege.


    Im Gegensatz zum Schwarmfänger hat der Käufer ein sehr geringes Risiko, weil er kann beim Umsetzen prüfen, ob die Weisel ein friedfertiges Volk und sauberes Brutnest aufgebaut und ein Gesundheitszeugnis gibt es oben drauf!

    Die gefangenen Schwärme haben oft einen besseren Status im nächsten Frühjahr als die aus Ableger vermehrten!

  • Hallo,

    ich habe einen Vortrag (wegen Corona ausgefallen) über die Imkerei in Canada vorbereitet. Dort sind die Preise:

    Der Fachhandel bietet Ableger zu 260 -360$ an. Königinnen zu 40$*

    Man muss sie im Frühjahr vorbestellen. Geliefert werden sie Ende Juni Anfang Juli.

    Was man erwarten kann:

    1 Königin;

    2 Rahmen mit Brut

    1 Rahmen Honig

    1 neuer Rahmen.


    Die Nucs werden in einer transportablen, recycelbaren Karton-Kernbox geliefert.

    Sanft mit hoher Produktivität.


    Ich habe die Kosten bei uns berechnet:


    Kosten bei der Erstellung

    eines Ablegers


    1 Königin 25,00€

    2 Brutwaben 30,00€

    3 Rähmchen 5,35 €

    3 Mittelwände 3,50€


    4kg Futterzucker 2,80€

    Abschreibung Beute 7,00€

    Risiko 10% 6,00€

    Ohne Zeitaufwand,

    Fahrtkosten  79,55


    Überwintert einzargig 102,10€ Überwintert zweizargig 136,30€


    Nur zu Information

    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: