Frage zum Preis eines ausgewinterten Wirtschaftsvolks

  • Ableger gehen meist gut weg...

    Mag sein, dass ich da falsch liege, aber nach meiner Einschätzung gehen Völker im Frühjahr eher an "Bestandsimker" mit Winterverlusten oder Erweiterungswunsch, Ableger eher an Neuimker. Da momentan wohl überwiegend keine Kurse stattfinden, sehe ich noch nicht, dass das mit den Ablegern dieses Jahr der Renner wird. Aber die Hoffnung stirbt natürlich zuletzt... :/

  • Ich habe Bienen von Pia Aumeier und bin sehr zufrieden damit. Allerdings weiss der Eingeweihte auch, dass im Grunde das keine Pia Bienen sind, sondern aus einem Zuchtverband kommen, die ja Bekanntermaßen einen Mitbewerber darstellen, der immer noch den grösseren Teil der Imkerschaft in Deutschland bedienen.

    Jetzt wird es spannend, die original Pia Königin wird ja von einer F1X Königin nachgezogen die sanftmütig war. Diese wird Mitte April aus einer Brutwabe von den Bienen komplett selbst gezogen. Im Herbst hat sie manchmal nicht die Überwinterungsstärke erreicht. Dies ist aber kein Problem, da wird sie halt mit einem anderen Kümmerling zusammengeworfen. Dies ist auch der einzige Winter den diese Königin überstehen muss, dann im nächsten Jahr kommt die in den Bienenhimmel.

    Welcher Züchterring züchtet denn jetzt nach diesen Zuchtregeln ?

    Bis bald

    Marcus

  • Ich sehe es als Hobbyimker auch gelassener. Wenn ich eine Kö oder einen Ableger verkaufen kann ist gut, ansonsten wird im nächsten Jahr eben weniger "produziert". Es ist für mich ein Hobby welches nun mal Geld kostet. Das ist bei anderen Hobbys nicht anders. Ich spiele zusätzlich mittelgut Billard im Verein. Die Kosten für die Mitgliedschaft liegen im Jahr bei 400 €, fahrten zu den Austragungsorten sind auch nicht umsonst , das Cueue hat mit 2 Spitzen um die 1500 € gekostet. Eingespielt habe ich außer Ruhm und Ehre nichts. Zusätzlich fahre ich Motorrad. Hier die gleiche Rechnung. Motorrad kostet uiuiui (sagt meine Frau), Kleidung, Helm, Umbauten usw. Nichts als Kosten aber kein Ertrag.


    In der Imkerei habe ich auch hohe Anfangskosten. Nur, habe ich hier die Möglichkeit diese durch den Verkauf von Honig, Königin und Völker zu minimieren. Ich sage für mich: Das ist ein Hobby und ich will damit kein Geld verdienen. Wenn sich Aufwand und Ertrag in Waage halten ist es schön, wenn nicht, auch egal, denn es ist mein Hobby


    Gruß

    Martin

  • Dann sieht die Kalkulation schon anders aus. Da ist sämtlicher Preisansatz für Zeit nicht im Preis enthalten. Schon sind wir bei einem Preis von 100-120 Euro pro Volk.

  • Interessante Diskussion. Angebot und Nachfrage unterliegen einer gewissen Elastizität, lernt man in der BWL und wenn die Nachfrage nicht da ist, hat man gewisse Stellschrauben, u. a. Preis.

    Wenn man renommierter Züchter und langjährig erfahrene Imker ist, dann ist ein höherer Preis sicher eher durchzusetzen und auch gerechtfertigt.

    Irgendwie beschleicht mich aber das Gefühl, dass wirklich Jeder meint, im Hobbybereich Imkerei müssten sich die Euronen von selbst einstellen bzw. es muss sich rechnen.:rolleyes:

    Wenn man beim Völkerverkauf nichts verschenken will und auf Einpreisung des Arbeitsaufwandes besteht, dann sollte man das beim Honigpreis erst recht tun.

    Völkernachfrage gibts nach wie vor. Auch gehen Anfänger hier mittlerweile meist direkt auf WV, anstatt sinnvoller Weise mit Ablegern anzufangen.

  • Wenn man seine eigene Arbeitszeit in die Imkerei mit einkalkuliert und bezahlt haben möchte, dann ist es eben kein Hobby mehr, sondern Nebenerwerb.

    Da muß man sich eben entscheiden, auch als BWLer:).

    Wenn ich mir einen Gleitschirm kaufe, dann hoffe ich auch nicht darauf, später drei wieder verkaufen zu können.

    Nach einem schönen Motorradausflug geht auch keiner zum Tankwart und möchte 60€ weil er drei Stunden gebraucht hat um den Sprit zu verfahren.

    Ich habe auch drei Völker verkauft für je 125 €, und habe mich dabei gefreut, das ich es geschafft habe gesunde, starke und friedliche Völker zu überwintern.

    Ich habe jede Menge Spaß am Imkern, und keiner stellt mir dafür eine Rechnung. Auch nicht der Käufer meiner Völker.

  • Es ist eben die gleiche Diskussion wie beim Honig auch. Günstige Angebote als Konkurrenz, nicht sofort erkennbare Vorteile von teureren Produkten (manchmal bekommt man auch super Qualität sehr günstig, aber das weiß man vorher leider nicht). Man kann sich jetzt am ortsüblichen Preis orientieren und sich einreden, dass das Hobby ja sowieso Geld kosten darf, oder man ruft eben Preise auf, die man über andere Berechnungen ermittelt.


    Ich berechne nach Aufwand für die Qualität, die ich biete. Bei meinen überwinterten Völkern ist das: reines Wachs (selbst gegossene MW), neuwertige Rähmchen, gute Königin, nur die Bienen des überwinterten Volkes drin und nicht irgendwelche vorher zusammengewürftelt, milbenarm. Auf das Volk muss man dann nur noch den Honigraum aufsetzen.

    Wenn ich zu dem Preis nicht verkaufen kann, dann schränke auch ich lieber das Angebot ein. Ich halte Bienen, weil mir die Arbeit damit Freude macht, aber die Freude wird bei mehr Völkern nicht größer. Mir reichen 3 - 5 Völker, um (fast) immer unabhängig sein zu können. Die letzten Jahre waren es eher so 5 - 6, die ich behalten habe und ausgewintert habe ich zwischen 8 und 11. Beim Abgeben von Bienen oder Völkern gilt bei mir: Es kostet entweder einen von mir festgelegten (für meine Produktion realistischen) Preis oder ich verschenke an Freunde/Bekannte. In der Größenordnung, in der ich mich bewege, passt das für mich. Überzähliger Honig lagert gut im Keller und bei überzähligen Völkern kann man dann beim Honig entnehmen großzügiger sein und spart sich Futter.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Das ist aber auch ein Äpfel mit Birnen-Vergleich. Natürlich ist die Imkerei ein Hobby und natürlich habe ich Spaß daran. Mit einem Bienenvolk verdient aber auch ein anderer Geld und hat durch meine Arbeit einen finanziellen Vorteil. Das ist beim Motorradfahren wohl anders. Da hat niemand anderes einen Vorteil von.


    Aber durch die derzeitigen Preise werde ich wie geschrieben nur noch für den Eigenbedarf und Winterverluse nachzüchten. Und wenn ich dann feststelle, dass ich zu viele Völker habe muss ich sie eben günstig verkaufen. Daran kann ich dann nichts ändern.

  • 200€ für ein WV mit unbekannter Schwarmkönigin oder nachgeschaffter Königin ist eine ziemlich sportliche Preisvorstellung.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich kann die Rufe nach einer gewissen Preisstabilität bei Qualität durchaus verstehen. Verramschen sollte man gute Ware nun wirklich nicht.


    Aber ehrlich gesagt finde ich nicht, dass ein gefangener Schwarm darunter zu subsumieren ist. Da ist doch schon ein Unterschied zu einem Wirtschaftsvolk mit F1. Was man auch unter 200 Euro bekommt.


    Ich bin gerade auf Völkersuche. Aber das würde ich nun auch nicht unbedingt als interessantes Angebot in Erwägung ziehen :)