Frage zum Preis eines ausgewinterten Wirtschaftsvolks

  • Meine Erfahrung:

    Bloß keine Geschäfte mit Imkern!

    Egal ob Völker, Beutenmaterial oder Honig im Hobbock, dieses Geknausere nervt, da muss ich einfach nicht mitmachen.

    Wie jemand freiwillig z.B. einen Imkereibedarfshandel führen kann ist mir völlig unverständlich.

    Zum Glück hab ich andere Möglichkeiten, auf ehrlichem Wege meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

    Ganz anders da die Wirtschaftlichkeit, wenn man z.B. Honig im Glas verkauft, das ist durchaus attraktiv.

    Und ja: Gerade in diesen Zeiten würde ich auch den Krankenpflegern eine vergleichbar gute Vergütung gönnen, wie sie die Imkerei bietet...

  • Ich kann natürlich als Verkäufer versuchen, Traumpreise aufzurufen, aber wenn der Markt das nicht her gibt, bleibe ich auf meiner Ware sitzen. Und wenn Du jetzt für Dich entscheidest, nicht zu verkaufen, weil der Preis für Dich nicht stimmt, ist das ein ganz normales Marktverhalten. Der Marktpreis bestimmt sich meistens nur aus Angebot und Nachfrage, egal was die Betriebswirtschaft sagt. Da können viele Betriebe ein Lied von singen.


    Was sollte mich denn als potentieller Käufer überhaupt von dem Kauf eines Volkes für 200€ überzeugen, wenn ein seriöses alternatives Angebot zwischen 120€-180€ zur Zeit hier bei uns marktüblich ist? Und dabei rede ich von regional angebotenen Völkern.


    Gibt es einen Zuchtnachweis für die Königin oder ist sie standbegattet? Wie alt ist die Dame denn?

    Wieviele Waben sind denn mit Brut belegt, oder kaufe ich 15 Waben mit Futter, Pollen und freien Zellen?

    Wie hast Du es denn mit der Wabenhygiene gehalten? Sind die Waben gelb oder kaufe ich 20 schwarze Schinken? Ist das Wachs belastet?

    Welche besonderen Eigenschaften hat denn das Volk?


    Was ich damit sagen will, wenn ich keine Marktanalyse mache und dann feststelle, dass ich offensichtlich weit am oberen Ende der Marktpreise anbiete, muss ich mich fragen, ob mein Angebot denn richtig platziert ist?!


    Ich mache mir als potentieller Käufer natürlich Gedanken, warum ein Angebot einen bestimmten Preis hat. Und wenn bei mir das Gefühl hängen bleibt, da will sich einer nur an mir bereichern, gehe ich weiter. Das Argument, man möchte seine Kosten und Arbeit bezahlt bekommen ist zwar nachvollziehbar, aber das schlechteste Verkaufsargument überhaupt.

    10er Dadant BR & Langstroth 2/3 HR

  • Hallo, also ich habe dieses Jahr 125€ angesetzt.

    Dafür gibt es eine F1 Königin

    Neue Rähmchen

    Eigener Wachskreislauf

    Keine Ameisensäure

    bei DN und Zander nur eine Kiste voll

    Nächstes Jahr werde ich erhöhen und mir eine Preisstaffel ausdenken, für den Verkauf hat man mit einem Volk soviel arbeit, wie mit vier.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Ich zahle für ein gekörtes Volk, dass was der Züchter haben will. Ich will damit natürlich vermehren und eigene Zuchtserien starten. Die Arbeit, die da drinsteckt, ist erheblich, da ist der Preis gerechtfertigt.

    Es gibt Buckfastköniginnen, die 200 Euro und mehr kosten.

    Es ist die Frage, was man damit will.

  • Ich habe Bienen von Pia Aumeier und bin sehr zufrieden damit. Allerdings weiss der Eingeweihte auch, dass im Grunde das keine Pia Bienen sind, sondern aus einem Zuchtverband kommen, die ja Bekanntermaßen einen Mitbewerber darstellen, der immer noch den grösseren Teil der Imkerschaft in Deutschland bedienen.


    :saint:


    Damit habe ich die etwas schräge Kurve zu dem Thema bekommen.

    Der Betriebswirtkollege sollte sich die Mischkalkulation oder die Kuppelproduktion nochmal ansehen.

    Ferner ist die Einführung der Volkswirtschaft nochmal dran. Da kamen solche Dinge vor, wie der Schnittpunkt zwischen Angebot und Nachfrage. Da steht erstmal nichts von einer Gewinnschwelle.

    Für einen Preis von 200 Euronen bekomme hier nichts verkauft, es sei denn ich hätte einen einwandfreien Ruf als Züchter. Davon kenne ich persönlich noch nichtmal eine Hand voll in Europa.


    Zudem passt das nicht mit deiner Kalkulation. Warum bekommt man oft Völker mit Rähmchen und Wachs, die schon ihr Verfallsdatum überschritten haben. Völker fallen bei mir immer quasi als Nebenprodukt an. Der Arbeitsaufwand ist maginal. Die Ablegerbildung erfolgt bei mir in Beuten aus Imkereiauflösungen, die schon längst abgeschrieben sind. Die Anfahrten laste ich auch den Ablegern nicht an, da ich die Stände eh besuchen muss. Mein Motto: 20% Winterverlust einkalkulieren, maximal 10% haben.

    Als Hobbyimker geprägte Nation ist das Verkauf von Ablegern/Völkern eben kein gewinnorientiertes Handeln. Das ist richtig. Zusätzlich führen die Gesundheitszeugnisse das Ganze, wenn es gescheit gemacht wird, ins absurde.


    Fazit:

    Der Verkauf von Völkern ist meist kein Hauptgeschäftsfeld des Imkers. Es dient eher dazu den Deckungsbeitrag stabil zu halten. Häufig erreichen kleine Imkergeschäfte darüber eine Kundenbindung, wenn sie nebenher Ableger, Völker etc verkaufen.

    Der kleine Hobbyimker erreicht darüber ein Zubrot.

    Anders gestaltet sich bei den bekannten Massenverkäufern von Bienenmasse, die sich darauf spezialisiert haben. Packetbiene und Co leben auch nicht von Luft und Liebe, nutzen aber nicht umsonst diese Form des Verkaufs. Geiz ist geil. <X

  • bei moderaten 10 Euro Verkaufspreis

    Ich würde jetzt mal behaupten, dass Du beim Honigpreis offenbar weniger betriebswirtschaftlich denkst.

    Nach allem , was ich so höre, scheint die Nachfrage nach Völkern dieses Jahr tatsächlich eingebrochen zu sein. Meinen Honig gebe ich nicht unter einem Mindestpreis ab, mit den Völkern würde ich das ähnlich handhaben.

  • Einen wunderschönen guten Morgen, an diesem wunderschönen guten Morgen :-)


    Beegoodies und damit rechnet der Käufer.

    Die warten darauf, das der "Preis" runtergesetzt wird.

    Angebote und reduzierte Völker/Bienen gibt es bei uns nicht.

    #Entweder es der der geforderte Preis bezahlt, wenn beim umsetzten von uns gesehen wird, das der Ableger/Volk nicht oder nur bedidingt (noch zu klein) da ja nicht jedes Volk gleich ist, reduzieren Wir den Preis aus freien Stücken.

    Denn übervorteilen möchten Wir keinen.

    Sind die Bienen aber besser, wie gedacht :-) naja, dann bleibt der Preis trotzdem und Wir sagen dann halt, freut mich .

    Aber wie gesagt, billig,billiger am billigsten gibt es nicht.

    Den Honigaufsätze geben, können Wir selber und schleudern auch.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • bei moderaten 10 Euro Verkaufspreis

    Ich würde jetzt mal behaupten, dass Du beim Honigpreis offenbar weniger betriebswirtschaftlich denkst.

    Nach allem , was ich so höre, scheint die Nachfrage nach Völkern dieses Jahr tatsächlich eingebrochen zu sein. Meinen Honig gebe ich nicht unter einem Mindestpreis ab, mit den Völkern würde ich das ähnlich handhaben.

    Das mit dem Honigpreis ist berechtigte Kritik. Da bin ich wohl auch zu billig. In der Gegend verkaufen allerdings alle Imker für nicht mehr als fünf Euro. Da sind mir auch durch die Marktpreise die Hände gebunden. Nebenbei: Ich nehme noch zusätzlich 50 Cent Pfand für ein Glas Honig, also ermal 5,50 Euro Verkaufspreis. Das hätte ich im anderen Post noch erwähnen müssen.

  • Mach doch einfach aus einem Wirtschaftsvolk 3 Ableger und verkaufe sie für 90€ das Stück.


    Macht zwar etwas Arbeit aber falls du genug Material über hast, wäre das eine Alternative.


    Ableger gehen meist gut weg...

  • Der Verkauf von Völkern ist meist kein Hauptgeschäftsfeld des Imkers.

    Was denn? Honigverkauf, bei dem aber haargenau die gleiche Disskussion immer wieder geführt wird?

    Zudem passt das nicht mit deiner Kalkulation.

    Wenn du einen anderen Weg der Ablegerbildung hast als Manu, heißt das noch lange nicht, dass seine Kalkulation nicht passt. Das bedeutet nicht, dass er diese Völker für 200 Euro los wird. Er schließt aus dieser Tatsache, sein Angebot in den nächsten Jahren vom Markt zu nehmen. Das halte ich für konsequent.

    Noch konsequenter wäre die Imkerei aufzugeben, weil sie insgesamt auf diese Weise so unwirtschaftlich ist. Jeder muss sich fragen, was er möchte.

    Ich kenne Imker, die ihre Imkerei nicht ausschließlich auf Scheine und Münzen beschränken und anderes in die Gewinn- und Verlustrechnung einbeziehen.