Schaum nach Tagen auf Honigoberfläche

  • Nachdem ja der Schaum innerhalb 24 Stunden stehen lassen im Abfüller mit Sicherheit nach oben steigt, kann es eigentlich nur die Luft sein, die beim einlaufen lassen ins Glas mit eingeschlossen wird.

    Ich würde da auch vermuten, dass das Glas vielleicht ein Stück zu tief steht. Es wäre aber nicht halb so unschön, wenn das Glas nicht genau unter dieser Schulter seine Füllhöhe hätte. Es hat sicherlich nichts mit zuwenig Abgeschäumt zu tun, wenn dieses Phänomen von Anfang bis Schluß so auftritt.

    Wenn es nur bei den letzten Gläsern so ist, dann einfach die letzten Gläser ganz langsam einlaufen lassen, dass es den oben schwimmenden Schaum nicht mit rein zieht. Dann bleibt der Schaum auf den letzten Gläsern. Den Abfüller ab dem letzten viertel schräg stellen.

    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Das Phänomen mit den beschriebenen Schaum habe ich mit dem letztjährigen Sommerhonig. Es ist aber an anderer Stelle ebenfalls so ähnlich beschrieben worden.

    Auch ein Abfüllen des Honigs mit minimalen Abstand zwischen Glas und Hahn bringt keine Besserung. Nach zwei, drei Tagen hat man eiinfach den Schaum auf den Gläsern.

    Nach dem Abfüllen habe ich Gläser in den Kühlschrank gestellt. Auch das brachte nichts. Kürzere Autauzeiten des Hobbog waren ebenso eine Fehlanzeige.

    Leider hat ein Imkerkollege das auch Mangel ausgelegt.

    Seine Erklärung war, dass zu viele Teile im Honig waren, an denen die Luftblässchen sich binden können. Nachdem ich zum Jahreswechsel einen Siebkübel besitze, habe ich den Honig nochmal gesiebt. Keine Besserung.
    Ich bin froh, dass er mir den Honig zurück gegeben hat. Der größte Teil ging an einen Kollegen in der Eifel, der mir jetzt dauerhaft Honig abnehmen will. Ich taue heute vermutlich den letzten Eimer auf, dann ist auch der Sommerhonig von 2019 ausverkauft.

    Letztendlich kann ich mir nicht erklären, warum dieser Honig so schäumt.

    Meine Vermutung ist einfach, dass die Damen letztes Jahr einfach was eingetragen haben, was zu der Schaumbildung führt.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Nach zwei, drei Tagen hat man eiinfach den Schaum auf den Gläsern.

    Na, da hättest den Honig eben noch 2-3 Tage im Abfüller lassen sollen und noch einmal abschöpfen, sofern nicht wieder Luft beim Abfüllen rein gekommen ist...

    Ich hatte schon öfters relativ zähe Honige die oft 1-2 Wochen zum klären gebraucht haben.

  • Meiner Meinung nach gibt es Honige, die zu sehr viel feinem Schaum neigen, der auch noch nach mehreren Tagen aufsteigen kann. Speziell wenn sie mit dem Melitherm aufgetaut wurden.

    Wenn diese Honige auch noch sehr trocken (ab ca. 16%) und zäh sind, da kann es auch mal 2 Wochen und länger dauern, bis kaum noch Bläschen aufsteigen. Das ist mir sowohl bei Sommerblüte wie auch bei Waldhonig schon passiert. Die Honigoberfläche sieht dann nach einigen Tagen oder auch erst nach 1-2 Wochen auf den ersten Blick fast "angeschimmelt" aus, weil der Schaum so extrem fein ist, aber es sind definitiv lauter winzige Bläschen. Schon beim Abfüllen im Glas sieht man, dass der Honig nicht so wasserklar ist, wie man es sich wünscht, sondern leicht trüb wirkt


    Eine Lösung habe ich bisher nicht und ich finde das Phänomen sehr lästig und unschön, wenn es bei Honigen passiert, die ich flüssig im Glas verkaufen will.


    Mit der Abfülltechnik hat das garantiert nichts zu tun, da es auch im Eimer passiert, wenn man ihn so lange stehen lässt. Wenn jemand erklären kann, wie man sowas verhindern kann, hat er meiner Meinung nach auch dem TO geholfen, weil der fast sicher genau das von mir beschriebene Problem auch hat.

  • Kleingartendrohn

    ja, den Verdacht hatte ich auch schon und halte es immer noch für möglich. Ich glaube aber dann nicht dass der Honig als Ganzes überhitzt wurde, denn bei gleicher Temperatur machen andere Honige ja auch kein Problem und auch die Analysewerte zeigen, dass der Honig nicht überhitzt wurde.

    Wohl aber vermute ich, dass bei einigen Honigen Eiweiße drin sind, die sehr viel sensibler als normal reagieren und sich womöglich so verändern, dass sie eine Art Kondensationskeim für Bläschen bilden.


    Eine Lösung für das gegebene Problem ist aber erst, wenn man VORHER erkennen könnte, welche Honige das sind, damit man diese anders behandeln kann als normal. Grundsätzlich auf's Melitherm verzichten dürfte für die meisten wohl keine Option sein.

  • Das mit dem Überhitzen kann ich definitiv ausschliessen.

    In meinem Auftauskühlschrank kann ich gleich mehrere Eimer reinstellen. Während der Rapshonig respektive Sommerhonig 2018 sich ohne Probleme verarbeiten lassen, ist es bei dem Honig eben anders.

    Das mit dem stehen lassen habe ich auch ausprobiert. Danach durfte ich den wieder auftauen, da nicht mehr abfüllbar.

    Der Wassergehalt ist recht hoch. Darin kann es nicht liegen.

    Die Theorie mit der Zähigkeit/ Viskosität gefällt mir daher.

    Schmecken tut der. Ich haben eben noch eine Mail dazu erhalten.

    Freier Imker

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  • Grundsätzlich auf's Melitherm verzichten dürfte für die meisten wohl keine Option sein.

    Ist das so? Ich dachte immer in Deutschland sind "die meisten" Imkereien klein und legen vor allem Wert auf unbehandelten Honig, der nicht erhitzt wurde.

    Es ist auch völlig unnötig. Wenn man mit sauberen Gerätschaften arbeitet und einem Feinsieb bleibt der Honig im Eimer sehr lange flüssig (je nach Sorte bei mir meist 1-2 Jahre) und kann in Ruhe weiterverarbeitet und abgefüllt werden. Ansonsten groben Honig chremig rühren geht auch...

  • Es ist auch völlig unnötig. Wenn man mit sauberen Gerätschaften arbeitet und einem Feinsieb bleibt der Honig im Eimer sehr lange flüssig (je nach Sorte bei mir meist 1-2 Jahre) und kann in Ruhe weiterverarbeitet und abgefüllt werden.

    Du hattest noch kein Rapshonig oder?


    Ich hab zumindest im Sommer keine Zeit alle Hobocks mit Rapshonig oder egal welche Sorte direkt zu rühren und in Gläser zu packen.

    Das Zeitfenster zwischen "abfüllen geht noch ganz gut" und "die nächsten Tage Nachtschicht" ist da auch nicht unbedingt so groß.

    Selbst Sommerhonig muss ich nach ein paar Monaten auftauen, weil er bei mir (trotz guten Honigtauanteil) recht fix auskristalisiert. Ich lager die Hobocks im Keller, da isses recht kühl und der Honig wird entsprechend schnell fest.

    Gruß Chris