Honigentnahme im alemanischem Rumpf an Karfreitag

  • Hallo,

    heute an Karfreitag erinnerte ich mich gelesen zu haben, dass im Verbreitungsgebiet des alemannischen Rumpfes (süddeutscher Strohkorb, stark gedrungen und mit eigener Betriebsweise, bei Interesse Suchfunktion benutzen) entweder am Josefstag (19. März) oder an Karfreitag der Honig geerntet wurde

    Hat von den Schwarzwäldern noch eine/r Informationen, z.B. vom Großvater, ob es tatsächlich so gehandhabt wurde?

    Als geschichtsinteressierter Imker bin ich einfach neugierig, wie diese sehr alte Betriebsweise funktionierte, die die ständige Wabenerneuerung integriert hatte.


    Falls das Thema falsch eingestellt wurde, bitte verschieben. Ich fand kein passendes Unterforum zur Geschichte der Bienenhaltung.


    Andreas

  • Hallo Andreas,

    ich bin sicher, Norbert Poeplau von der Imkerei Fischermühle in Rosenfeld könnte Die das beantworten. Dort stehen nämlich alemannische Rümpfe in der Versuchsimkerei. Mit denen wird auch gearbeitet.

    Liebe Grüße und bleib gesund


    Dietmar

    Weltuntergang 20.12.2012 - Ich war dabei !

  • Hallo,

    vom Honig ernten im Frühjahr habe ich bisher nichts gehört.

    Doch ich habe es in diesem Frühjahr in SEHR bescheidenem Umfang gemacht.
    Da ich auf Honig überwintere, hatte ich in einem Volk ein paar Honigwaben zu viel.

    Den Honig habe ich geerntet und habe ihn in 3 Gläser gefüllt.

    Für mich eine interessante Information. Danke.

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Und es wurde nur ein mal Im Jahr ,im Frühjahr Honig entnommen man hatte somit immer "Jahreshonig" egal was für ein Tracht vorhanden war.


    Gruß
    Enrico

    Ich habe das gefunden!


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Hallo!

    Soweit ich weiß, haben sie einmal bei Mellifera e.V. die Rümpfe am Anfang als Projekt geprüft und sind wieder davon abgekommen.

    Im Vogtsbauernhofmuseum im Schwarzwald stehen noch einige Rümpfe. Sie werden aber nicht betrieben.

    Die Bienen wurden damals immer auf Honig überwintert. Wenn es Waldhonig gab, sei die Überwinterung teilweise katastrophal gewesen. Bevor es den Rübenzucker gab, hatten sie zur Einwinterung nur eingedickte Fruchtsäfte (a la Pflaumenmus). Auch hier sei die Überwinterung katastrophal gewesen, da zuviel Mineralstoffe vorhanden waren.

    Die Rümpfe standen vor dem Balkon im ersten Stock der Schwarzwaldhöfe und in Nähe der Eingangstüre, aber so hoch, dass der Mensch nicht in den Landeanflug geriet. Wurden die abgelegenen Einzelhöfe überfallen, konnten sich die Bewohner mittels dieser "Luftwaffe" verteidigen. In Russland seien deshalb vor dem Wehrgang der Stadtmauern öfters Bienenkörbe aufgestellt gewesen, um gleich diese Abwehrwaffen zur Hand zu haben.

    Einen schönen Abend noch

    Andreas